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USA 1991
Originaltitel:Cape Fear
Länge:122:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Martin Scorsese
Buch:John D. MacDonald, James R. Webb, Wesley Strick
Kamera:Freddie Francis
Musik:Elmer Bernstein, Bernard Herrmann
SFX:Illusion Arts, The Effects House, The Magic Camer
Darsteller:Robert De Niro, Nick Nolte, Jessica Lange, Juliette Lewis, Joe Don Baker, Robert Mitchum, Gregory Peck, Martin Balsam, Illeana Douglas, Fred Dalton Thompson, Zully Montero
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Eng), Dolby Digital 2.0 (Deu, Frz, Ital, Spa)
Sprache:Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel:Englisch, Französisch, Portugiesisch, Holländisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Griechisch, Deutsch, Holländisch, Tschechisch, Polnisch, Türkisch, Ungarisch, Bulgarisch, Italienisch, Spanisch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • DVD-ROM mit Weblinks und Script-To-Screen-Feature
Als der eiskalte Psychopath Max Cady (Robert De Niro) vierzehn Jahre nach seiner Verurteilung wieder auftaucht, kennt er nur ein Ziel: Er will sich an seinem Anwalt Sam Bowden (Nick Nolte) rächen. Cadys Präsenz wird zunehmend bedrohlicher, als er Bowdens langsam auseinander bröckelnde Familie immer enger einkreist. Nachdem Sam erkannt hat, dass er rechtlich nichts unternehmen kann, um seine attraktive Frau Leigh (Jessica Lange) und seine pubertierende Tochter Danielle (Juliette Lewis) zu schützen, muss er auf unkonventionelle Maßnahmen zurückgreifen, die in einem unvergesslichen Showdown am Kap der Angst gipfeln.
Zu Martin Scorseses besten Werken gehören fast ausnahmslos die, bei denen er mit "seinem" Star Robert de Niro die Hauptrolle besetzen konnte. Ob "Taxi Driver", "Raging Bull", "Goodfellas" oder später "Casino", für seinen filmischen Ziehvater und Förderer lief de Niro regelmäßig zur Höchstform auf. Mit "Cape Fear" versuchte sich der Regisseur etwas untypisch an einem Remake, stellte aber auch hier wieder sein Können unter Beweis.


Die von der ersten Sekunde an dichte und fesselnde Atmosphäre dieses nicht sonderlich einfallsreichen, aber extrem gut gespielten Thrillers, entwickelt sich vor allem dank des Scores (Hey, Score und Scorsese... *gg*), der, ohne den Ton großartig während des Films zu variieren, ständig Unheil und Gefahr heraus posaunt. Dieses Unheil heißt Max Cady (Robert de Niro) und es ist mächtig sauer, intelligent und gerissen. Allein schon dank der Szene, in der er das Gefängnis verlässt, im Hintergrund ein Gewitter tobt und Max direkt in die Kamera läuft, dürfte Gänsehaut beim Zuschauer vorprogrammiert sein. Es wird etwas passieren, etwas Furchtbares, nur was?
Das fragt sich auch Anwalt Sam Bowden (Nick Nolte), der trotz kriselnder Ehe und Seitensprung ein passables Leben führt und zunächst gar nicht realisiert, wie Cady sich ihm nähert. Einst vertrat er den ehemaligen Häftling vor Gericht, unterschlug dabei entlastendes Material und war somit für die 14jährige Haftstrafe Cadys verantwortlich. Nun ist aus dem damals ungebildeten Analphabeten im Knast, wo er viel Zeit zum Lesen hatte, ein Gegenspieler geworden, der sich ebenfalls mit Gesetzen auskennt, sich selbst verteidigte und dabei auf Bowdens Unterschlagung stieß.


Robert de Niro war selten besser. Seinen Körper hatte er vor Drehbeginn extra mit Tattoos (Bibelzitate, religiöse Symbolik) verzieren lassen (natürlich später wieder entfernbar), sich Muskeln antrainiert und seine Zähne vom Zahnarzt behandeln lassen. Er studierte seine Rolle, versetzte sich in die Rolle eines Vergewaltigers und liefert im Film wohl eine der beeindruckendsten Bedrohungen der Filmgeschichte. Der Knast hat ihn hart gemacht, nichts scheint ihn mehr klein zu kriegen. Er zitiert, zelebriert und ist nicht zimperlich in der Durchführung seines Plans.
Noch bedrohlicher ist allerdings seine Intelligenz, denn Max Cady will Bowden zeigen was Verlust und Entbehrung heißt, überschreitet dabei aber nicht das Gesetz. Weder die Vergiftung des Hundes, noch die Vergewaltigung von Bowdens Geliebter kann man ihm nachweisen. Stattdessen treibt er Bowden selbst zum Äußeren, nämlich zum Übertreten des Gesetzes, trickst ihn aus und lässt ihn vor Gericht dumm dastehen. Er erschleicht sich das Vertrauen seiner Tochter (Der Dialog im Theatersaal ist genial), betreibt nächtlichen Psychoterror, beobachtet und observiert die Familie. Trotz scheinbar steter Präsenz ist diesem leibhaftigen Teufel einfach nicht beizukommen. Ganz im Gegenteil, er kommt der Familie Bowden zu nahe. Da kann auch kein Privatdetektiv helfen.


Neben einem famosen Robert de Niro darf Nick Nolte langsam die Kontrolle über die Situation verlieren und gerät dabei in einen Gewissenskonflikt, da der als Anwalt, um sich zu schützen, das Gesetz, was er eigentlich vertritt, überschreiten muss. Dabei überlässt er de Niro, der natürlich die weit beeindruckendere Rolle hat, weitestgehend das Feld und begnügt sich mit der Rolle des nervösen Familienoberhaupts, der alles versucht um seine Familie zu retten. Während Jessica Lange nicht weiter auffällt, ist es vor allem die junge, naiv spielende Juliette Lewis, die hier punkten kann. Da die Eltern zerstritten sind und sie nicht verstehen wollen kommt Max als verständnisvoller Zuhörer wie gelegen. In weiteren Rollen sind übrigens auch Robert Mitchum und Gregory Peck, die beide im Original wirkten, zu sehen.
Auf das Finale zulaufend dreht Scorsese noch mal gewaltig an der Spannungsschraube, lässt christliche Symboliken einfließen, spielt mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven und montiert Negativaufnahmen in den Film. Das Adrenalinfinale auf dem Hausboot, ein Kampf auf Leben und Tod, ist nicht zuletzt dank Cadys improvisiertem Prozess denkwürdig. Hier kommt endlich sein wahrer Charakter zum Vorschein - wie passend zu einem gewaltigen Gewitter.


Glanzvoll und detailliert präsentiert sich das Widescreen-Bild dieser DVD. Die Farbgebung ist prächtig, es gibt wohl kaum eine Szene, die hier negative Abweichungen zeigt und auch der Kontrast gibt sich makellos. Dafür, dass das Bild bereits über 10 Jahre alt ist, ist es sehr rein, sieht man von äußerst seltenen und beinahe unsichtbaren Verschmutzungen ab. Bis auf leichte Defizite in der Detailzeichnung wird man außerdem von einer besonders klaren und präzisen Darstellung erfreut. Leichte Konturenverstärkung wird hier und da deutlich, aber das ändert kaum was am formidablen Gesamteindruck. Kompressionsschwächen gibt es übrigens keine, nur ein leichtes Rauschen wird manchmal sichtbar.


Der deutsche Dolby Surround-Ton kommt nicht ganz an die Leistungen des Bildes heran, sowohl Klangqualität als auch Raumtonanteil fallen aber gut aus. Hin und wieder bekommen die Frontlautsprecher Unterstützung von den Rears, perfektioniert wird dies aber erst im englischen 5.1-Ton, wo die Rears nicht nur beisteuern, sondern fester Bestandteil des hier noch etwas helleren Klangbildes sind. Vor allem die Musik setzt hier einige Akzente, die in keiner Surround-Variante mangels eines Subwoofers erreicht werden können. Für den deutschen Ton 4, für den englischen 5 Punkte.
Die DVD enthält keine Extras für Besitzer von StandAlone-Abspielgeräten, dafür einen DVD-ROM-Teil, der zumindest das Drehbuch enthält, welches sich mit beiliegendem Player synchron zum Film abspielen lässt. Weiterhin sind Links zu diversen kommerziellen Webseiten enthalten.


So simpel das Skript eines Rache nehmenden Ex-Häftlings auch ist, Martin Scorsese zaubert hieraus einen inszenatorisch recht altmodischen, beklemmenden Thriller, dessen Musik wohl unvergesslich ist. Robert de Niro liefert dabei einer seiner beeindruckendsten Leistungen ab und spielt dabei alles an die Wand. Unheimlich, spannend und sicher kein Film zum Einschlafen, wenn man Angst vorm schwarzen Mann hat. Impressive ...


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+-----


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Köder für die Bestie, Ein
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