USA 1983
Originaltitel:Indiana Jones and the Temple of Doom
Alternativtitel:Indiana Jones 2
Länge:113:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Steven Spielberg
Buch:George Lucas, Willard Huyck, Gloria Katz
Kamera:Douglas Slocombe
Musik:John Williams
SFX:Industrial Light & Magic
Darsteller:Harrison Ford, Kate Capshaw, Jonathan Ke Quan, Amrish Puri, Roshan Seth, Philip Stone, Roy Chiao, Dan Akroyd
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Cs, Ung), Dolby Digital 5.1 (Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch, Tscheschich, Ungarisch
Untertitel:Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Deutsch, Holländisch, Polnisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
Verpackung:DigiPack
Verraten von seinem Geschäftspartner Lao Che flieht Indiana Jones, anerkannter Professor für Archäologie und Beschaffer verschwundener Schätze, Hals über Kopf mit Hilfe seines kleinen Freundes Short Round und der zickigen Sängerin Willie Scott im Handgepäck nach Indien. Die verarmten Dorfbewohner, auf die er nach dem Absturz seines Flugzeugs trifft, bitten ihn, den wertvollen Sankara-Stein aufzufinden, der magische Kräfte besitzen soll. Sein Weg führt ihn in den Tempel von Pankott, in dem der zerschmettert geglaubte, schwarze Thuggee-Kult wieder auflebt und finstere Zeremonien mit Menschenopferungen abgehalten werden. Der Sektenführer Mola Ram vermutet in der nahe liegenden Mine die restlichen zwei von 5 Sankarasteine, die er zum Abschluss des Rituals benötigt und hält dort die entführten Kinder als Arbeiter gefangen. Der versuchte Diebstahl der Steine und seine Neugier bringen Dr. Jones in eine missliche Lage, die ihm seine Seele zu kosten droht ...
Der schwächste Teil der Serie? Möglich,
Spielberg sagt ja selbst, dass er ihm am wenigsten von allen Dreien gefällt,

aber trotzdem kein Grund
"Indiana Jones and the Temple Of Doom" zu verpönen, denn alle "Indiana Jones"-Teile sind wie filmische Überaschungseier: Drinnen ist stets was Spannendes, etwas das Spaß macht, mit viel Action und das absolut familientauglich erscheint (dazu später). So verhält es sich auch beim zweiten Teil der (Vorerst-)Trilogie nicht anders, der 3 Jahre nach dem furiosen Auftakt ein weiteres Mal einen hitverdächtigen Abenteuermix verspricht.
Aber "Indy 2" ist definitiv anders als das Original. Wie bereits erwähnt, dreht sich die Geschichte hierbei mal nicht um die Nazis, sondern um einen Voodoo ähnlichen, indischen Todeskult, der den deutschen Feindbildern in Bösartigkeit und Grausamkeit in nichts nach steht. Ein derart charakteristischer Erzschurke, wie der glatzköpfigen Mola Ram wird zumindest in keinem der Teile mehr geboten, trotzdem fehlt etwas. Denn leider verzichtete man auch völlig auf die im ersten Teil lieb gewonnenen Charaktere und lässt den Film so bis auf den Hauptcharakter bei Null anfangen. Stattdessen wird eine zickige, blondierte Kreischsirene (
Kate Capshaw, heiratete später den Regisseur) als weiblicher Gegenpart angeheuert, die im direkten Vergleich mit den anderen zwei Filmpartnerinnen ganz klar den Kürzesten zieht und mitunter sogar etwas nervt.
Doch nun zu den guten Seiten, welche meines Erachtens ganz klar überwiegen und keinen Zweifel aufkommen lassen, dass wir es hier mit Kinounterhaltung par excellence zu tun haben: Wieder mit dabei in der Hauptrolle des Peitschen schwingenden Professors ist
Harrison Ford, dem zwar ein Bruch am Rücken zu schaffen machte, welcher ihm später durch eine dringende OP für einige Zeit aus dem Drehplan warf, der jedoch für diese Rolle sichtlich zugelegt hat. Das bezieht sich nicht nur auf antrainierte Muskelmasse, sondern auch auf sein Charisma und seine Waghalsigkeit, die er in unzähligen Kampfszenen unter Beweis stellt und welche den Zuschauer ein weiteres Mal jedes Gefühl von Zeit vergessen lassen. Ohne längere Umschweife wird Indy gleich in den ersten Minuten in der noblen Bar "Obi Wan" (nicht der einzige Querverweis auf
"Star Wars", sieht

man vom Hauptdarsteller und dem Produzenten/Drehbuchautor ab) von seinem betrügerischen Handelspartner übers Ohr gehauen und in Lebensgefahr gebracht. Viel Action unterlegt mit ein wenig Komik an wunderschönen, exotischen Schauplätzen, so könnte das Geheimrezept eines erfolgreichen Abenteuerfilmes lauten und trotzdem erscheint dieser Teil weitaus grimmiger als erwartet. Da sich ein großer Teil des Filmes unter Tage in finsteren Gewölben abspielt, wird die fröhliche Freiluftstimmung unterbunden, die noch zu Beginn ein sehr lockeres Geschehen verspricht. Mit der Versklavung von Kindern in einer Mine, einer düsteren Opferungsszene, die auf dieser DVD endlich komplett ungeschnitten zu sehen ist und dem Übergang Indys auf die dunkle Seite ("der Macht" - hätte ich fast noch angefügt) gelingt der wohl horrorlastigste Teil der Reihe, ein interessanter Effekt, der sich erst den Dreharbeiten während der Sichtung des Schnitts bemerkbar machte. Aber
Spielberg lässt sich nicht in seine kurze Horror-Phase zurückfallen und schiebt gekonnt Aufhellungen ein, welche Ekelszenen entweder direkt entschärfen (so geschehen beim festlich Banquett der Widerlichkeiten) oder zumindest im zumutbaren Bereich belassen. Nebenbei sorgten Sequenzen wie das Herausreißen des Herzens (natürlich mehr im Fantasystil als blutig) dafür, dass das amerikanische Rating-System um eine weitere Einstufung erweitert wurde. Denn zwischen dem "PG"- (anzusehen als "Freigabe für Kinder in Begleitung ihrer Eltern") und dem Zuschauern ab 17 Jahren vorbehaltenen "R"-Siegel existierte nichts, was dem zweiten Indiana Jones-Streifen hätte gerecht werden können. So wurde auf Anraten aus den Reihen der Produktion ein PG-13 eingeschoben, welches man am ehesten mit der deutschen FSK16-Freigabe vergleichen könnte.
Auch hier bin ich sichtlich überrascht über die sehr guten Ergebnisse der Nachbearbeitung. Bilddefekte wurden bei dieser DVD erfolgreich entfernt und auch ein Hintergrundrauschen ist nur sehr selten zu sehen, stört dann aber nicht wirklich.
"Der
Tempel des Todes" ist deutlich dunkler als sein Vorgänger und bietet trotzdem einen guten Kontrast. Die Farben wirken ein hier wenig kräftiger, vor allem der Rotanteil wurde erhöht, wobei man aber immer noch von einer sehr realen Farbgebung sprechen kann, die die Kulissen und die vielen Landschaftsaufnahmen optisch aufwerten. Bei der Schärfe wird vor allem an Konturen ein sehr gutes Ergebnis erzielt, die Detailschärfe ist aber nur auf gutem Niveau, was aber ebenfalls relativ zum Produktionsjahr zu sehen ist. Die Kompression selbst produziert keine abwertenden Artefakte und stellt das Geschehen auch in schnellen Bewegungen mit einer verhältnismäßig guten Schärfe dar. Zwar kein perfektes Ergebnis, das hätte das Alter des Materials wahrscheinlich auch gar nicht mehr hergegeben, aber eine sehr gutes Bild, welches man wohl nie besser gesehen hat und welches die THX-Plakette reichlich verdient.
Ursprünglich nur in Stereo gedreht, wurde für diese Veröffentlichung des Filmes ein Dolby Digital 5.1 Upmix angefertigt, aber nur beim englischen Ton. Dieser verbirgt sein Alter völlig, zumindest was die Klarheit und die fehlerfreie Darstellung von

Musik, Geräuschen und Dialogen angeht. Im Surroundbereich tritt die Musik häufig auf den hinteren Lautsprechern in Erscheinung, andererseits sind richtige Effekten nicht so häufig anzutreffen, wie es bei einem aktuellen Actionblockbuster der Fall sein könnte. Aber besonders Szenen wie die erste Anbetung des Thuggee-Kultes fasziniert durch seine atmosphärische Klangdichte, die so nicht beim Stereoton erreicht wird. Zur Beruhigung der Deutsch-Hörer: Der Stereoton bietet ebenfalls ein sehr breites und deutliches Klangbild mit sehr schönen Stereoeffekten und unterscheidet sich nur sehr gering vom Original. Die Synchronisation ist fast völlig verlustfrei und lässt auch keine Details in der Übersetzung untergehen.
Die oft witzige, ebenso oft düstere wirkende Fortsetzung des erfolgreichen Kassenschlagers von 1981 dürfte gleichfalls unterhaltsam wie zeitlos erscheinen und garantiert knapp 2 Stunden Filmerlebnis, die am besten am Stück mit Teil 1 und 3 zu genießen sind. Die DVD im schnieken Digipack ist ein Fest für die Augen und bietet auch den Ohren einen guten Eindruck davon, was man aus einer 20 Jahre alten Filmrolle noch alles rausholen kann. Noch Fragen? Keine, gut! Dann - wenn nicht schon geschehen - kaufen!!