USA 1974
Originaltitel:Godfather: Part II, The
Alternativtitel:Mario Puzo's The Godfather: Part II
Länge:193:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Francis Ford Coppola
Buch:Francis Ford Coppola, Mario Puzo
Kamera:Gordon Willis
Musik:Carmine Coppola, C. Curet Alonso, Nino Rota
SFX:A.D. Flowers, Joe Lombardi
Darsteller:Al Pacino, Robert Duvall, Diane Keaton, Robert De Niro, John Cazale, Talia Shire, Lee Strasberg, Michael V. Gazzo, G.D. Spradlin, Richard Bright, Gastone Moschin, Tom Rosqui, Bruno Kirby, Frank Sivero, Francesca De Sapio, Morgana King, Marianna Hill, Leopoldo Trieste, Dominic Chianese, Amerigo Tot, Troy Donahue, John Aprea, Joe Spinell, Abe Vigoda, Tere Livrano, Gianni Russo, Maria Carta, Oreste Baldini, Giuseppe Sillato, Mario Cotone, James Gounaris, Fay Spain, Harry Dean Stanton, David Baker, Carmine Caridi, Danny Aiello, Carmine Foresta, Nick Discenza, Father Joseph Medeglia, William Bowers, Joseph Della Sorte, Carmen Argenziano, Joe Lo Grippo, Ezio Flagello, Livio Giorgi, Kathleen Beller, Saveria Mazzola, Tito Alba, Johnny Naranjo, Elda Maida, Salvatore Po, Ignazio Pappalardo, Andrea Maugeri, Peter LaCorte, Vincent Coppola, Peter Donat, Tom Dahlgren, Paul B. Brown, Phil Feldman, Roger Corman, Ivonne Coll, Joe De Nicola, Edward Van Sickle, Gabria Belloni, Richard Watson, Venancia Grangerard, Erica Yohn, Theresa Tirelli, James Caan, Roman Coppola, Sofia Coppola, Larry Guardino, John Megna, Filomena Spagnuolo, Gabriele Torrei
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Eng), Dolby Digital 2.0 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Französisch, Norwegisch, Holländisch, Finnisch, Schwedisch
Verpackung:wahlw. als SlimCases im Schuber oder Steelbook
DVD-Start:05.06.2008 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar des Regisseurs

Michael Corleone (Al Pacino) ist jetzt der Pate seiner Familie und führt diese Aufgabe mit der nötigen Gnadenlosigkeit aus. Als er in Las Vegas und auf Kuba expandieren will, weil ihm die alten Geschäftsideen nichts mehr einbringen, treten Schwierigkeiten auf. Um diese zu klären, veranlasst Michael eine große Säuberungsaktion, die auch vor den Familienmitgliedern nicht halt macht. In einer Parallelhandlung erfährt man die Geschichte seines Vaters Vito (Robert de Niro) von der Einwanderung bis zu seinem Aufstieg als Pate.

"You won't take my Children!" - Michael Corleone

Nach dem Oscar-prämierten Erfolg von Francis Ford Coppolas Interner Link"Der Pate" war die Frage nach einer Fortsetzung finanziell geklärt. Zum Glück hielt man Regisseur Coppola auch künstlerisch den Rücken frei. Denn es entstand das beste Sequel der Filmgeschichte. Coppola kochte die Geschichte aus dem Erstling nicht tumb auf, oder versuchte ihre Erfolgsmerkmale zu imitieren, sondern schuf ein unikes Werk der Filmkunst: "Der Pate II".



Die Geschichte wird in dem überlangen, 192 Minuten fassenden, zweiten Teil in zwei Richtungen fortgeführt. Coppola kombiniert dementsprechend zwei verschiedene Zeitebenen zu einem gigantischen Film wie folgt: Da wäre die eine Geschichte des Mannes, der am Ende von "Der Pate" zu der Titelfigur wurde - zu dem Don, zu dem Familienoberhaupt: Al Pacino alias Don Michael Corleone. Sein Leben als Mafiaboss und Familienvater wird hier beleuchtet. Seine Erfolge und Misserfolge werden aufs schmerzlichste zu Tage gefördert. In der zweiten Storyebene befinden wir uns plötzlich in dem New York um die Jahrhundertwende herum. Der junge Vito Corleone kommt nach New York, wächst dort auf, gründet Familie und wird schließlich zum geachteten Gangster. So werden wir Zeuge der Vorgeschichte des Mannes, der im ersten Teil so berauschend von Marlon Brando verkörpert wurde - Vito Corleone.



Und es ist eine Jahrhundertsleistung, die hier von dem jungen Robert De Niro abverlangt wurde: Er sollte den jungen Vito spielen. Das heißt, er musste eine Figur, die bereits von einem der brillantesten Schauspieler unserer Zeit angelegt und schier perfektioniert wurde, adaptieren und auf ihre frühen Grundzüge reduzieren. Da wo Brando charakterisierte Gesten gebrauchte, musste De Niro an den Anfang gehen, dorthin, wo all die Eigenarten der Brando-Figur begann. De Niro spricht größtenteils nur italienisch und um sich maßstabsgerecht für die Rolle vorzubereiten, lebte er mehrere Monate in Sizillien. Allein seine edle Ausstrahlung scheint uns sofort an die Tage aus "Der Pate" zu erinnern. Es ist nur gerecht, dass diese beispiellose Leistung auf dem schauspielerischen Gebiet mit einem Oscar belohnt wurde. De Niro qualifizierte sich hiermit zu einem der besten Schauspieler aller Zeiten.
Aber auch Al Pacinos intensive, nachdenkliche Version des Michael Corleone ist fantastisch. Die Geschichte um seine Figur wird immer tragischer im Verlaufe des Filmes. Große Konkurrenten wie Hyman Roth, dargestellt von Method-Acting-Urgestein Lee Strassberg, scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben, wollen sogar seinen Tod. Im Laufe der komplizierten Handlung, die beim ersten Anschauen keinesfalls komplett aufgenommen werden kann, verliert Michael vieles, für das er gekämpft hat - am Ende von "Der Pate 2" ist er ein gebrochener Mann - ohne Brüder und ohne Frau. Ohne Liebe.



Und das führt uns zu den nächsten atemberaubenden Darstellern: Da wäre John Cazale, der hier einer der tragischsten Figuren der Filmgeschichte Leben einhaucht, oder die verzweifelte Diane Keaton, die eine extreme Wandlung im Laufe des Films durchmacht. Michael V. Gazzo bekam für seine wunderschöne Darstellung des Frank Pentangeli eine Oscarnominierung. Bruno Kirby spielt in den italienischen Rückblenden die junge Version des Peter Clemenza, und in einer finalen Erinnerungssequenz treten sogar wieder James Caan als Sonny und Abe Vigoda als Tessio in dem Film auf. In weiteren Rollen kann man Roger Corman, Danny Aiello und Joe Spinell bewundern. Eingefangen wird diese prächtige Familienchronik wieder einmal von Gordon Willis, der die italienischen Szenen in Pastellfarben haucht, die wie längst verblichene Bilder aus schöneren Zeiten aussehen, während er in den Pacino-Szenen mit hart kontrastiertem Licht arbeitet. Darüber ist die schwelgerisch-hübsche Musik von Nino Rota und Regisseurvater Carmine Coppola gelegt, die sicherlich zu den schönsten, zeitlosesten Kompositionen der Filmgeschichte gehört. Auch Erwähnung gebürt Dean Tavoularis, der ein unfassbar prächtiges und zeitgenössisches Setbild für die Rückblendszenen schuf. In seinen Dekors wird das New York kurz nach der Jahrhundertwende wieder lebendig.
Was bleibt zu sagen? "Der Pate II" ist und bleibt Filmgeschichte. Das allgemeingültige Muster, wie man ein Sequel - oder ein Prequel, dies sei dahingestellt - gestaltet. Nicht selbstkopierend oder mythos-zerstörend, sondern elegant erweiternd, intelligent und wunderschön. "Der Pate II" ist ohne Frage, ohne Diskussion die beste Fortsetzung aller, aller Zeiten.



Hatte Paramount damals den zweiten und längsten Teil der Reihe auf zwei DVDs aufgeteilt, muss jetzt eine DVD-9 reichen. Dies schlägt sich leider auf die Kompression nieder und so sind immer wieder deutliche Blockbildungen auszumachen, die hätten vermieden werden können. Doch das Bild hat auch positive Aspekte zu bieten. Die Schärfe ist auch hier etwas besser, aber noch lange nicht optimal, was wir vor allem im Detailbereich sehr gut sehen können. Dafür sind die Farben satt und kräftig und haben ebenfalls wie Teil 1 einen erdigen, sehr warmen Touch verpasst bekommen. Der Kontrast wirkt derweilen sehr steil und lässt helle Flächen überstrahlen. Insgesamt wirkt das Bild deutlich heller als zuvor, was leider nicht immer optimal erscheint und zu Lasten der Plastizität geht. Hinzu kommt eine sichtbare Körnung und leichtes Bildrauschen, auch Defekte und Verschmutzungen sind auszumachen. So gesehen bekommen wir eine geringe Steigerung zur Erstauflage geboten, doch aufgrund der teilweise mangelhaften Kompression hoffen wir auf eine baldige HD-Variante.
Beim Ton folgte das Studio dem selben Prinzip wie beim ersten Teil. Neben der alten deutschen Synchronisation in Mono gibt es auch wieder eine komplette Neusynchronisation in 5.1, bei der wie schon im ersten Teil darauf geachtet wurde, dass die Dialoge zwar klar und sauber verständlich sind, sich jedoch klanglich dem Alter des Films anpassen. Dies ist auch wunderbar gelungen! Obwohl der zweite Teil ebenfalls nur wenig Spielraum für einen stimmigen Raumklang bietet, so vermag die Abmischung gut zu gefallen und neben einem sauberen Score, der mit auf den Effektbereich gelegt wurde, gibt es immer wieder gut platzierte Umgebungsgeräusche und hin und wieder kleinere Effekte zu bewundern.
Der englische 5.1-Upmix klingt im Wesentlichen identisch zum deutschen Pendant, wurde aber höher kodiert und wirkt so eine Spur brillanter. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzuschalten, sowie ein Audiokommentar mit dem Regisseur. Dieser liegt wie schon im ersten Teil deutsch untertitelt vor und zeigt uns einen sehr Rede freudigen Francis Ford Coppola, der uns mit Informationen und Anekdoten nur so überhäuft. Dies war es dann aber auch schon mit Bonusmaterial. Die restlichen Extras gibt es auf den bereits vorgestellten Bonus-DVDs zu entdecken.


Film: 6/6
Bild: 3.5/6
Ton: 3/6
Bild: 1.5/6



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