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UK 1983
Originaltitel:Monty Python's The Meaning of Life
Länge:103 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Terry Gilliam, Terry Jones
Buch:Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones, Michael Palin
Kamera:Peter Hannan
Musik:John Du Prez, Eric Idle, John Cleese, Graham Chapm
SFX:George Gibbs
Darsteller:Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones, Michael Palin, Carol Cleveland
Vertrieb:Universal/Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:1.85:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Eng), Dolby Digital 1.0 (Deu, Frz, Ital)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Specials:-
Worin liegt der Sinn des Lebens? Diese Frage soll hier mit dem Werdegang eines Menschen exemplarisch an verschiedenen Stationen seines Lebens beantwortet werden. Von der Geburt über die Erziehung, Kriege, die mittleren Jahre bis hin zum Tod wird in Episoden alles dargestellt, was das Individum prägt und sein Leben ausmacht - na gut, ganz so ernst ist nun doch wieder nicht ...
"Der Sinn des Lebens" - eine philosophische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sein? Ein Blick auf das Cover genügt, um beim Anblick des Schriftzuges "Monty Python" sicher gehen zu können, dass hier keine trockene Analyse das Filmgeschehen madig macht. Kapitelweise gegliedert in die Lebensabschnitte des Menschen werden gewohnte Albernheiten präsentiert, gleichzeitig verfolgt man aber auch mehr als bei allen anderen Filmen vorher ein sehr ernstes Thema.
Doch bevor alles losgeht, wird der Zuschauer in eine herrliche Parodie des Finanzwesens eingeführt, bei der die "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung" als Freibeuter die Finanzmetropolen auf den Meeren der Welt mit ihrem Bürogebäude unsicher macht. Diese 15 Minuten Vorfilm (geplant war ein 3minütiger Kurzfilm) haben zwar vorerst nicht viel mit dem Sinn des Lebens zu tun, stellen sich aber wie das darauffolgende erste Kapitel "Die Geburt" als wunderbar schräg angebrachte Sozialkritik heraus. Denn wer dachte, es würde ein erhabener und besinnlicher Moment des Glücks folgen, wird vom schwarzen, pythonesken Humor in den Fernsehsessel geknüppelt. Der Balg plumpst in einem Armenviertel Englands (die "Dritte Welt" liegt im britischen Yorkshire!) zu Beginn des 20. Jahrhunderts direkt in einen Schornstein und wird zu den hunderten anderen hungrigen Mäulern gesetzt. So läuft der Hase: direkt und kompromisslos. Nachdem der frisch erwerbslos gewordene Vater des armseligen Haufens sich über sein Unglück beklagt hat, stimmt die ganze Familie, darunter unzählige Kinder, in das Lied "Every sperm is sacred" ein, das in einem furiosen Musical-Aufgebot seinen Höhepunkt findet. Ob die Kleinen überhaupt eine Ahnung vom Inhalt des Liedes hatten?
Mit Sicherheit werden hier die ersten den Televisor ausschalten, denn die dargebotenen Gags sind nicht mehr so leicht verdaulich wie in Interner Link"Das Leben des Brian" oder Interner Link"Die Ritter der Kokosnuss". Auch zünden sie oft nicht so gut. Dafür sind sie aber schwarz wie nie zuvor und gehen auch öfter mal unter die Gürtellinie. Noch ganz harmlos anzusehen ist es, wenn der Sexualkundelehrer einen sehr anschaulichen Unterrichtsstoff bietet und dabei in einer trockenen, sachlichen Art den Akt mit seiner Gattin vor versammelter Klasse vollführt, aber derart vulgäre Szenen wie die des überfressenen Fettsackes Mr. Creosoto, der vor dem Speisen wörtlich eimerweise kotzt, sind sicherlich nicht jedermanns Sache und könnten leichte Übelkeitsgefühle hervorrufen. Vom dem überaus splattrigen, wie makabren Kapitel "Living Liver Transplants" oder den nicht minder expliziten Zulukrieg mal ganz abgesehen, die sich in die Reihe der Geschmacklosigkeiten einreihen, das Anliegen der teils recht grotesken Unterhaltungssendung aber immer kräftig durchschimmern lassen und daher auch zu keiner Zeit ernst erscheinen.
Der Versuch, die Sets und Charaktere so bizarr wie möglich zu gestalten, geht wieder voll auf (siehe "Sucht den Fish" oder "The Middle Ages") und neben dem eingangs erwähnten "Sperm"-Song gibt Eric Idle den kurzen, aber unheimlich witzigen "Penis"-Song zum Besten und weist uns als Entertainer in die Entstehung des Kosmos ein. Dabei wird derart nonkonforme, abartige Kreativität vorgelegt, dass es eine wahre Freude ist, den britischen Anarcho-Komikern in ihren Rollen zuzuschauen. Und auch wenn man zwischenzeitlich ein wenig den thematischen Anschluss verliert, wird der Film immer wieder per abruptem Einschub zurück in seine Bahnen gelenkt. Ob nun eine Dame die Mitte des Films ansagt oder die sechs "Python-Fische" im Aquarium erwartungsvoll nach der Erklärung zum wahren Sinn des Lebens drängeln - die einzigartigen Breaks sind wieder ein Markenzeichen. Und wer lange genug wartet, wird letztendlich auch mit dem wahren Sinn des Lebens belohnt. Man darf gespannt sein!
Auch hier limitiert das Ausgangsmaterial die Bildqualität dieser DVD auf einen unterdurchschnittlichen Eindruck. Teils schwache Farben und ein Kontrast, der nicht immer überzeugend ist, lassen das Bild recht alt wirken. Das Breitbild ist diesmal nicht anamorph und rauscht insgesamt deutlich und lässt viele Bilddefekte und vertikale Streifen erkennen. Mit der Schärfe ist es in manchen Szenen gänzlich hinüber, meist darf man aber eine altersgerechte Qualität erwarten, die durch das Bildrauschen in der Detailschärfe natürlich stark eingeschränkt ist.
Wieder einmal ist der Originalton wegen seiner Qualität der deutschen Synchronisation vorzuziehen. Dieser ist wie die italienische und die französische Sprachfassung nur in Mono und klingt gegenüber dem Original etwas flach. Bei beiden wird man weder Rauschen noch Verzerrungen hören, nur die englischen Dialoge hören sich ab und an etwas unklar an. Der englische Ton wirkt durch die Stereoabmischung sehr viel voller und bietet gelegentlich sogar einige schön abgemischte Effekte, beispielsweise die Schusseffekte im 2. Weltkrieg-Szenario lassen "Leben" aufkommen und lockern den sonst recht dialoglastigen Streifen auf.

Diese DVD liegt der Box ohne jegliche Extras bei. Sehr schade, denn wenn man über den großen Teich schaut und sich den dort erhältlichen Director's Cut als 2DVD Special Edition mit jeder Menge Bonusmaterial ansieht, fühlt man sich als Käufer der Box natürlich etwas angeschmiert, denn eine derartige Veröffentlichung könnte zu gegebener Zeit in Deutschland diese DVD ersetzen, die noch dazu ein überaus schlichtes und hässliches Menudesign hat.

Monty Python haben sich in ihren bisherigen Filmen selten um Political Correctness oder ähnliche Anstandsformen bemüht und "Der Sinn des Lebens" setzt dem parodistischen Treiben sozusagen die Krone auf. Leider der letzte gemeinsame Film der Briten, der wie auch die anderen zwei Filme dieser Box Standards setzte, an dessen Einholung man heute noch erfolglos scheitert - es gibt eben nur ein Original. Die hier vorliegende DVD ist da leider eine Enttäuschung und wird dem Film in keinster Weise gerecht, denn neben einer schwachen Kür in den Disziplinen Bild und Ton, die mich nicht wirklich verwundert hat, ist die Extraausstattung nicht existent.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++----
Bonus------


Druckbare Version
Monty Python's - Der Sinn des Lebens (30th Anniversary Edition)
Ritter der Kokosnuss, Die
Leben des Brian, Das
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