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UK 1975
Originaltitel:Monty Python And The Holy Grail
Alternativtitel:Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuß
Länge:88 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Terry Gilliam, Terry Jones
Buch:Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones, Michael Palin
Kamera:Terry Bedford
Musik:Neil Innes
SFX:John Horton, Valerie Charlton
Darsteller:Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones, Michael Palin, Carol Cleveland, Neil Innes, Connie Booth
Vertrieb:Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (Deu, Ital), Dolby Digital 5.1 (Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch
Specials:
Disc 1:
  • 2 Audiokommentare
  • Drehbuch (Untertitel)
  • Für alle die den Film nicht mögen (Untertitel)
  • Das Killerkarnickel (Fact Track)
  • Für Schwerhörige
Disc 2:
  • Lieder zum Mitsingen:
    • Die Ritter der Tafelrunde (1:27 Min.)
    • Sir Robin (1:26 Min.)
    • Gesang der Mönche (1:15 Min.)
  • Die Suche nach dem heiligen Gral (47:00 Min.)
  • Heilige Relikte:
    • Kokosnüsse (2:58 Min.)
    • Japanische Version (8:34 Min.)
    • BBC Film Night (17:09 Min.)
    • Schund (Pressematerial)
    • Artefakte (Kinoplakate)
    • Fotos
    • 2 Trailer (6:23 Min.)
  • Nicht verwendetes Material:
    • Lego-Ritter (1:38 Min.)
    • Locationsuche mit Kommentar der Regisseure (2:15 Min.)
    • Weitere Ideen (Storyboards)
  • Exkommunikation (Weblink)
  • Hidden Feature
König Arthus von England durchstreift sein mittelalterliche Land, auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Auf dem Weg dahin findet er viele Verbündete, muss sich aber auch großen Gefahren aussetzen. Aber nicht nur der schwarze Ritter, die Ritter der Ni oder das Killer-Karnickel behindern ihn auf seinem Streifzug, auch sein eigenes Volk ist nicht so recht im Zaum zu halten und erst recht die frechen Franzosen scheinen ihm immer einen Schritt vorraus zu sein.
"Keine Ahnung, ob die Pythons einen Film drehen könnten, der etwas taugt." - Michael Palin

Doch sie können und das würden unzählige Fans jederzeit beschwören. Mit einem minimalistischen Budget von 229000 britischen Pfund, welches zu großen Teilen Spendengeldern der Rockindustrie entstammte (Hauptinvestoren waren die Fans und Gönner Led Zeppelin, Pink Floyd und diverse große Plattenlabels), nahm man das gefährliche Unterfangen in Angriff, den ersten abendfüllenden Spielfilm zu produzieren, sieht man von "Monty Pythons Wunderbare Welt der Schwerkraft" ab, der ja nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Sketchen aus der Interner Link"Flying Circus"-TV-Show ist.

Schon der Vorfilm "Dentist On The Job", und die Querelen um schwedischen Elche im Vorspann lässt erkennen, dass die Pythons es nicht wirklich ernst meinen mit der geschichtlichen Einordnung der Heldensage um die Ritter der Tafelrunde. Der König und seine Gefolgschaft reiten auf imaginären Pferden und die teils dreisten Gepäckschlepper kreieren das passende Geräusch durch Zusammenschlagen zweier Kokosnusshälften. Dieser Gag, der zu Namensgebung der deutschen Fassung führte, ist nicht nur äußerst witzig anzusehen, sondern sparte der Gruppe auch eine Menge Geld, welches sie sonst für echte Pferde hätten ausgeben müssen. Hier gibt es auch längst noch keine so zusammenhängende Story, wie es später bei Interner Link"Das Leben des Brian" der Fall war, denn die Geschichte ist zusammengefasst nur Nonsens und besteht mehr aus vielen, thematisch ähnlichen Gags, die geschickt verbunden wurden.

Zweifellos wird der sehr abgedrehte Humor der Engländer nicht jedem gefallen, aber jede Szenen hält ein paar wirkliche gute Lacher parat und bis es zum unkonventionellen Ende hat man derart viele schräge Einfälle, Charaktere (bis auf wenige Ausnahmen alle besetzt von der 6köpfigen Monty Python-Truppe) und Kostüme gesehen, dass jeder Comedy Fan vollends zufrieden sein dürfte. Natürlich gibt es auch einige Durchhänger in Sachen Spaß, die beim Zuschauer nicht richtig zünden mögen, aber legendäre Szenen wie die Ritter vom Ni oder die "logisch" hergeleitete Hexenenttarnung entschädigen für vieles und beweisen, dass es auch ohne derzeit groß angesagte Gross Out-Blödeleien funktioniert, den Zuschauer zum Lachen zu bringen. Dafür gibt es eine der lustigsten Musicalnummern, gegen welche die Tanzeinlage aus "Robin Hood - Helden in Strumpfhosen" einfach nur blass aussieht, und John Cleese als französischen Denunzianten, bei dessen Anblick mir schon die Luft vor Lachen wegbleibt.

Und beachtenswert ist es, dass sogar unsere Prüflinge von der Freiwilligen Selbstkontrolle den Film als Parodie verstanden haben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass beispielsweise der Kampf gegen den schwarzen Ritter, der förmlich zerlegt wird und sich selbst als unbeweglicher Torso nicht geschlagen gibt, oder der Angriff des niedlichen, weißen Plüschkarnickels, dass sich als Bestie im Blutrausch herausstellt, ohne Auflagen mit einer Freigabe ab 12 Jahren freigegeben wurde.

Das Bild dieser DVD kann man als wechselhaft bezeichnen. In einigen Szenen wurde deutlich der Farbpinsel gezückt, um dem mittlerweile 25 Jahre alten Streifen zu einem frischen Anstrich zu verhelfen. Jedoch zollen die oft blassen Gesichter und Umgebungen dem Alter des Films ihren Tribut. Die Farben sind etwas zu hell, so dass helle Objekte etwas überstrahlen. So beispielsweise im Dorf, als der Totensammler die Verstorbenen auf den Wagen aufbahrt und die hellen Flächen schimmern wie in einer Traumsequenz. Das geht natürlich zu Lasten des Kontrasts, der in dunklen Szenen eher Grautöne als Schwarz zeigt, aber glücklicherweise keine Details verschluckt. Die Kantenschärfe wurde ebenfalls nachgebessert und macht meist einen guten Eindruck, was aber genauso wie die Detailschärfe schwankt, die in einigen Szenen wirklich nicht das Alter vermuten lässt und in anderen ganz deutlich schwere Defizite aufzeigt. Abnutzungsbedingt flackert das Bild von Mal zu Mal, aber das Auftreten von Bilddefekten ist erfreulich gering. Man erkennt zwar hier und da beim genauen Hinschauen Kratzer und ähnliches, aber meist wird man nur das feine Bildrauschen wahrnehmen. Insgesamt ein recht ordentliches Bild, so dass man gegenüber der TV-Fassung doch eine deutliche Qualitätssteigerung empfinden wird.
Über den deutschen Ton lässt sich nicht viel Gutes sagen: Er hat keinen guten Höhen- und Tiefenklang und wirkt damit sehr abgeflacht. Oft ist ein Kratzen in den Dialogen zu hören und eine gute Verständlichkeit ist auch nicht immer gegeben, da dieser Monoton insgesamt sehr leise ist und gegenüber der englischen Variante eine Menge Umgebungsgeräusche vermissen lässt. Besonders bei den Szenen im Schloss Anthrax werden die Stimmen undeutlich und in der 40. Minute wechselt der Ton zum Originalton für ca. 40 Sekunden lang. Möglicherweise eine Szene, die bisher nicht in der deutschen Version enthalten war und nicht nachsynchronisert wurde. Das englische Original wurde nachbearbeitet und mit einem 5.1-Upmix versehen. Der Vorteil liegt weniger in opulenten Soundeffekten, denn diese sind praktisch nicht vorhanden, sondern in der Klarheit und dem wärmeren Klang des Tons. Er beschränkt sich aber fast nur auf den Center und kann, wie es bei dieser Art von Upmix meist üblich ist, nur in wenigen Musikeinspielungen die Klangkulisse auf alle Lautsprecher übertragen. Die Bewertung bezieht sich also auf den deutschen Ton, der englische ist gut einen Punkt mehr wert und hat auf Grund der Originalstimmen, die nicht von unzähligen Synchronisationssprechern verhunzt wurden, sowieso Vorrang.
Mit Extras wird hier keineswegs gegeizt und schon die erste DVD hätte im Bereich Extras voll ausgereicht, um den Wissensdurst der Pythonier zu stillen. Bereits die zwei Audiokommentare, einmal mit den zwei Regisseuren Terry Gilliam und Terry Jones und einmal mit John Cleese, Eric Idle und Michael Palin lassen keine Langeweile aufkommen und dürften nahezu jeden Aspekt des Filmes ausleuchten und mit viel selbstkritischen Humor erklären. Ganz nebenbei wird noch eine ganze Menge über die Gruppe an sich und ihre Entstehung ausgesagt und das optional deutsch untertitelt, wie alle Extras auf den zwei DVDs. Dazu kommen zwei weitere Untertitel, die zum einen das Drehbuch enthalten und zum anderen "Für alle, die den Film nicht mögen" gedacht sind. Sämtliche Dialoge wurden dafür sinnentfremdet und um ein paar Jahrhunderte zeitlich zurückversetzt (ob sie wirklich aus Shakespeares Henry IV. stammen, kann ich nicht sagen), was sich galant, konfus und amüsant zugleich anhört. Ein weiteres Extra ist dem "Killer-Karnickel" gewidmet und stellt sich als Fact Track heraus. Angeschaltet erscheint in einigen Szenen am rechten oberen Bildschirmrand ein weißes Karnickel (je nach Szene mit anderer "Verkleidung") und durch Drücken der Enter-Taste bekommt man Fotos, Kassenbelege, Storyboard-Zeichnungen oder ähnlich interessantes auf einem neuen Bildschirm zu sehen. Der abschließende Punkt "Für Schwerhörige" ist dann noch ein Gag am Rande, den man sich selbst anschauen sollte.
Auf der zweiten DVD befinden sich Lieder zum Mitsingen mit fest eingebrannten Untertiteln, u.a. der "Gesang der Mönche", der für masochistisch veranlagte Persönlichkeiten ein sehr aufschlussreiches Intro über die Selbstgeiselung mittels der Monty-Box zeigt. "Die Suche nach dem heiligen Gral" ist eine Videodokumentation, die Terry Jones und Michael Palin auf den Spuren des Filmes durch die verschiedenen Drehorte führt. Die Herren sind im Jahre 2001 nicht mehr die Jüngsten, ihren Humor haben sie aber auf keinen Fall verloren. Die "Heiligen Relikte" enthalten Bildergallerien, Trailer, 2 Szenen mit japanischer Synchronisation, einen Sketch über Kokosnüsse und ein BBC-Making Of, bei der die Crew in nicht ganz ernst gemeinten Interviews am Drehort gefilmt wurde. Köstlich! Weiterhin gibt es Fotos der 12 wichtigsten Darsteller in all ihren Rollen, einen Weblink ("Exkommunikation"), den Musikclip zu "Die Ritter der Tafelrunde" im animierten Lego-Stil, eine kommentierte Videocollage aus alten Urlaubsaufnahmen, die die Budgetengpässe erklären soll und vielversprechend aussehende Storyboards, die leider nicht umgesetzt wurden.

Für "Die Ritter der Kokosnuss" gilt das, was man bei allen Monty Python-Filmmaterialien empfehlen kann: Wer sich noch nicht mit dem gewöhnungsbedürftigen Humor bekanntgemacht hat, sollte sich vor dem Kauf der DVDs langsam herantasten und testen, ob er den teils abgedrehten Gedankengängen der Pythons folgen kann. Was unter Fans längst schon Kult ist, muss ja trotzdem nicht jedem gefallen. Allen anderen sei mit dieser DVD eine uneingeschränkte Empfehlung ausgesprochen, die bei mäßigen Ton zumindest ansatzweise im Bild und vollends im üppigen Bonusmaterial überzeugen kann.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++----
Bonus++++++


Druckbare Version
Leben des Brian, Das
Sinn des Lebens, Der
Monty Python's - Der Sinn des Lebens (30th Anniversary Edition)
Montys EnzykloPythonia
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