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USA 1976
Originaltitel:Omen, The
Alternativtitel:Omen I: The Antichrist
aka. Omen I: The Birthmark
Länge:106:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Richard Donner
Buch:David Seltzer
Kamera:Gilbert Taylor
Musik:Jerry Goldsmith
SFX:John Richardson, George Gibbs
Darsteller:Gregory Peck, Lee Remick, Harvey Stephens, David Warner, Billie Whitelaw, Patrick Troughton, Martin Benson, Robert Rietty, Tommy Duggan, John Stride, Anthony Nicholls, Holly Palance, Roy Boyd, Sheila Raynor, Robert MacLeod
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (En), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch
Verpackung:Spezielles KeepCase im Pappschuber
DVD-Start:15.01.2007 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • Audiokommentar von Regisseur Richard Donner & Editor Stuart Baird
  • Audiokommentar von Regisseur Richard Donner & Autor/Regisseur Brian Helgeland
  • Fluch oder Zufall (6:21 Min.)
  • Jerry Goldsmith zur Omen-Filmmusik:
    • Love Theme (4:02 Min.)
    • Damien und die Kirche (3:30 Min.)
    • Hundeattacke (4:41 Min.)
    • 666 und Mrs. Baylock (5:30 Min.)
  • Trailer "Das Omen (2006)" (1:15 Min.)
DVD 2:
  • Einleitung des Regisseurs Richard Donner (1:57 Min.)
  • 666: The Omen Revealed (46:16 Min.)
  • Omen Legacy Teil 1 (47:43 Min.)
  • Geschnittene Szene: Hundeattacke mit Audiokommentar (1:24 Min.)
  • Notizbuch des Drehbuchautors (14:54 Min.)
  • Eine Anerkennung: Wes Craven zu "Das Omen" (20:18 Min.)
  • Kinotrailer (2:20 Min.)
  • Bildergalerie (136 Bilder)
Am 6. Juni, um sechs Uhr, wird er geboren. Er scheint ein ganz normales Kind zu sein, und doch ist Damien Thorn anders als alle anderen. In seiner Umgebung sterben Menschen unter mysteriösen Umständen. Die Gesetze der Natur scheinen außer Kraft gesetzt. Niemand wird verschont, selbst Damiens Eltern Robert und Cathy Thorn müssen die Liebe zu ihrem vermeintlichen Kind mit dem Leben bezahlen. Damien Thorn, das personifizierte Böse, hat sein Werk begonen. Wer wird sich ihm in den Weg stellen können?
"Das Omen" gilt als Klassiker, wird aber doch in der Regel eine Klasse tiefer eingestuft als die Über-Filme des Genres wie etwa Interner Link"Der Exorzist". Meiner Meinung nach wird diese Einschätzung dem Film durchaus gerecht.
Gegenstand des Filmes ist das personifizierte Böse, nämlich der Antichrist, geboren als Damien Thorn um sechs Uhr morgens am 6. Juni. Dabei deutet alles auf ein normales Kind hin, mit den gleichen Interessen wie seine Altersgenossen. Irgendwann aber passieren in seiner Umgebung unheimliche Dinge. Schon bald sterben Menschen, die mit ihm in Kontakt kommen, auf unerklärliche Weise. Damiens Eltern suchen nach Hilfe. Ein Fotograf scheint der Wahrheit auf der Spur zu sein, denn seine Fotografien zeigen Hinweise, wer als Nächster sterben wird. Doch was hat Damien damit zu tun?


Die Grundgeschichte basiert auf dem Christentum. Damit ist "Das Omen" ein typischer Horrorfilmvertreter seiner Zeit. Insofern konnte er also keine Innovationen setzen, zumal andere Horrorfilme mit religiösen Elementen schon vorher Zeichen setzen konnten. Richard Donners Inszenierung der Geschehnisse sorgte aber mit einigen frischen Ideen dafür, dass der Film auch noch fast 30 Jahre nach Entstehung für Gesprächsstoff sorgt.


Das eigentlich Reizvolle ist natürlich die Hauptfigur Damien. Er wird als normales Kind dargestellt und zunächst einmal von allen Dimensionen des Bösen und des Guten isoliert. Damien ist noch ein Kleinkind und damit befreit von jeglichen sozialen Institutionen, die erst zu einem Bewusstsein davon führen, was gut und was schlecht ist. Das Böse tritt also auf als eine unsichtbare Macht, die sich im Körper eines grundsätzlich unschuldigen Menschen einnistet, der am Sechsten des sechsten Monats um sechs Uhr geboren wurde. Damien fungiert somit als Instrument oder Medium (na ja, nach Marshall McLuhans Medientheorie wohl eher nicht, aber wir wollen hier keine Mediendiskussion führen), man könnte auch sagen als leere Hülle, durch die das Böse in der Lage ist, in die Welt zu gelangen.

Entsprechend dieser Konstellation ist der besondere Clou, dass man sieht, wie der unschuldige Junge mitsamt seinem kompletten Umfeld in den Sog der Dunkelheit gezogen wird, ohne dass er selbst etwas dagegen tun kann. Die Parallelen zum Exorzisten sind hier kaum von der Hand zu weisen. Auch hier wurde ein unschuldiges Mädchen vom Bösen eingenommen.


Rein inszenatorisch unterscheiden sich beide Filme dennoch genug voneinander, damit man oberflächlich betrachtet nicht so schnell auf die Idee kommen wird, sie zu vergleichen. So zeigen sich beim Omen die schrecklichen Ereignisse weniger in der Person Damiens selbst (weder kotzt er Erbsensuppe, noch krabbelt er im Spinnengang die Treppe hinunter) als vielmehr in seinem Umfeld. Nicht selten werden auch Naturphänomene (der plötzliche Sturm und die Kirchsturmspitze) und die Verhaltensweisen von Tieren negativ beeinflusst (die Paviane im Zoo).
Als "Helfer" des Antichristen werden verschiedene Tiere präsentiert, die geschichtlich als Diener des Bösen gelten, wie etwa der schwarze Rabe oder der Rottweiler. Diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt (siehe auch Interner Link"Spawn", ein Comic über eine Höllenkreatur, die ihre Kräfte ebenso aus Geschöpfen der Nacht bezieht).


Als Eckpfeiler des dramaturgischen Aufbaus fungieren in jedem Fall die Todesszenen, die teilweise recht explizit ausgefallen sind. Neben der Pfählung und dem Strick sticht hier vor allem die Fensterscheibenszene hervor, die vor 28 Jahren durchaus effektiv gewirkt haben muss. Dennoch ist die Herunterstufung auf FSK16 mehr als gerechtfertigt, da weder der Brutalitätsgrad noch eine eventuelle Wirkung auf Jugendliche eine höhere Einstufung rechtfertigen würde.


Die Idee mit den Fotos ist sehr gelungen. Wenn man z.B. einen nicht sehr deutlichen Strich am Hals einer fotografierten Person sieht, fragt man sich, wie diese Person schließlich sterben wird. Das führt dazu, dass man in jeder Szene auf die betroffene Person aufpasst und die eigentliche Sterbeszene dadurch umso schockierender daherkommt. Die Sets sind sehr vielseitig und atmosphärisch. Da gibt es Kirchen, offene Parks, das weiträumige Haus oder auch den Zoo. Die atmosphärischste Szene spielt aber auf dem Friedhof, als Damiens Vater das Grab öffnet.


Zu den Schauspielern: wie schon angedeutet, hat der Darsteller des Damien die wichtigste Rolle. Leider kann er nicht immer überzeugen, was aber auch nicht verwunderlich ist. Schließlich galt es hier, ein gewöhnliches Kind darzustellen, in dem das Böse schlummert, das aber nicht äußerlich, d.h. an seiner Mimik zu erkennen ist. Für ein Kind ist eine solche Rolle schon fast nicht zu bewältigen; es sei denn, man hat ein Genie wie Haley Joel Osment zur Verfügung. Aber die wachsen ja auch nicht auf Bäumen.
Gerade die Schlussszene, als sich Damien grinsend der Kamera zuwendet, ist absolut unpassend und von Regisseur Donner ursprünglich auch nicht intendiert gewesen. Laut Donner konnte sich der Kleine einfach das Grinsen nicht verkneifen, und irgendwann habe er sich gedacht, dass dieses teuflische Grinsen gar nicht mal so schlecht wäre. So hat er es beibehalten, was meines Erachtens ein Fehler war. Denn diese Einstellung wirkt doch recht albern, alleine deswegen, weil das Grinsen ein Bewusstheit impliziert, die bei dem jungen Damien noch gar nicht ausgereift sein konnte (selbst in Teil 2 handelte es sich noch um einen normalen Jungen; erst im dritten Teil manifestierte sich das Böse am Ende auch explizit in Damiens Verhaltensweisen). Hiermit wird die gesamte Aussage des Films radikal umgeformt.
Gregory Peck gibt eine gewohnt solide Leistung ab, ebenso wie Lee Remick. David Warners Gesicht wird sich der Zuschauer aber vorwiegend eingeprägt haben.


Auch in Sachen technischer Umsetzung kann "Das Omen" auf DVD nicht ganz mit dem großen Vorbild "Der Exorzist" mithalten, was aber nichts wirklich Schlechtes bedeuten muss. Denn wirklich auffällig sind lediglich die Schärfeschwankungen, die manchmal die Detail schwächen und dort ein leicht unscharfes Bild markieren. Dafür gibt es aber auch erstaunlich detailreiche Szenen und die Konturen machen fast immer einen guten Eindruck. Dunkle Szenen, z.B. die 33. Minute oder die Begehung des Friedhofs, könnte ein wenig mehr Kontrast vertragen, verlieren aber ihre passende, weil schlichte Farbgebung nicht, die sich auf natürliche, traurige Töne beschränkt. Das Rauschen wurde wohl gefiltert, ist es doch fast gar nicht mehr existent. Sehr positiv ist die komplette Reinheit des Materials zu bewerten. Nur selten stößt das Alter durch, z.B. mal durch ein sehr dezentes Helligkeitsflackern. Bis auf die Schärfeprobleme wird aber nichts der leichten Mängel stören.


Für Fans des Filmes bietet die DVD einen tollen Zusatz, nämlich den Originalton in Dolby Digital 5.1. Der ist dahingehend eine Überraschung, dass der Film ursprünglich nur in Mono veröffentlicht wurde. Der Score wurde räumlich verteilt und auch dynamisch aufgemotzt. Vom Bass der Stücke merkt man selbst im Stereotrack etwas. Dort fehlen die seltenen, aber netten Surround-Einspielungen, die manchmal singende Kinder, manchmal Tiergeräusche, aber auch ein heftiger Sturm sein können. Das wertet den meist über den Center wiedergegebenen, etwas schwachen Rest gewaltig auf. Auch mit dem deutschen Ton in Stereo darf man dank Rauschfreiheit und einer verhältnismäßig direkten und klaren Dialogwiedergabe sehr zufrieden sein. Natürlich macht sich auch hier das Alter bemerkbar, weniger aber durch Fehler als durch einen etwas eingeschränkten Klang. Für beide Sprachen existieren Untertitel und gegenüber der alten Auflage lassen sich die Tonspuren sogar im Film wechseln.


Mit Bonusmaterial geizt der erste Teil nicht, hat man doch gleich noch eine zweite DVD hinterhergeworfen, auf der die Extras ausgelagert wurden. Aber zuvor zu DVD 1, die bereits zwei Audiokommentare enthält. Diese sind beide vom Regisseur gesprochen, jeweils in anderer Begleitung. Nummer 1 klingt etwas steif, weil Richard Donner nur sehr kurze, aber lustige Kommentare abgibt und sich anfangs etwas zu stark vom Film selbst ablenken lässt. Zusammen mit seinem Partner Stuart Baird kann er aber doch noch einige interessante Fakten anbringen, u.a. die Bezahlung bzw. Kostenaufschlüsselung einiger Mitarbeiter. Kommentar Nr. 2 ist eingesprochen mit Autor Brian Helgeland (nicht der Autor dieses Films!), der etwas Schwung in die Sache bringt. Dieser Kommentar klingt, als ob er etwas später aufgenommen wurde als der Erste, weil Donner ein klein wenig älter klingt, aber auch etwas willentlicher, den Kommentar zu machen. Natürlich gibt es ein paar Überschneidungen in den Informationen, weswegen es eher Geschmackssache ist, ob man nochmal 105 Minuten zuhören möchte.
Wie es für sich einen schaurigen Film gehört, werden in einem kleinen Special verschiedene seltsame Vorgänge während der Drehzeit vorgetragen. Sicherlich am kuriosesten dürfte die Geschichte um den Spezialeffektkünstler sein, der sich die Enthauptungsszene ausdachte, später aber seine Frau durch einen Autounfall auf ähnliche Weise verlor. Für Fans des großartigen Komponisten Jerry Goldsmith gibt es ein kleines Special mit ihm, in welchem er diverse Themen seines Werks per Videoansprache vorstellt und dann die jeweilige Szene gezeigt wird. Dabei werden Einflüsse als auch verschiedene Versionen des Scores angesprochen. Neben dem auf Disc 2 befindlichen Kinotrailer im Vollbildformat (mit hässlichem Schriftzug zu Beginn) enthält DVD 1 einen Trailer zum Nachfolger, der sich unter dem irreführenden Punkt "Inside Look" befindet, hinter dem ich eher ein Mini-Making of des TV-Senders HBO vermutet hätte.


Auf DVD 2 gibt Richard Donner zuerst eine kurze Einführung, die vielleicht besser auf der Film-DVD Platz gefunden hätte. Das erste retrospektive Making Of namens "The Omen Revealed" ist ein hochinteressantes Gespräch mit Personen, die damals an der Entwicklung beteiligt wären. Angefangen von den ersten Ideen zum Film über die Drehbuchentwicklung, das Casting bis hin zum Dreh und den Reaktionen auf den Film ist alles vorhanden, was man gern über "Das Omen" wissen möchte, u.a. auch Hintergründe, wie man diese oder jene schwierige Szene angestellt hat. Ausgeschmückt wird dies mit Szenen aus dem Film, die aber nicht Überhand nehmen. Das zweite Making of macht schon eher den Anschein, den Film etwas vermarkten, werden doch ähnliche Interview-Sequenzen und Themen angeschnitten. Durch Originalmaterial, z.B. Fotos, einem Kommentar und einigen weiteren Hintergrundinformationen ist dieses Video aber sicherlich nicht nutzlos. Nur wäre es zu vermeiden gewesen, längere Filmszenen zu zeigen, um damit die Geschichte des Films zu beschreiben. Auch wird beispielsweise die Auswirkung des Filmes auf die Kultur, ihre Macher und das Filmstudio betrachtet. Weiter gehts mit einer herausgeschnittenen Szene, in der gegen Ende das Ableben von Mrs. Baylock und dem Hund erklärt wir und natürlich, warum diese Szenen nicht im fertigen Film zu finden sind. Auch das Special zum Drehbuch und dessen Autor wärmt noch ein paar Sachen auf, vertieft andererseits aber einige andere Themen. Horror-Regisseur Wes Craven konnte für eine seh- und hörenswerte Analyse des Filmes gewonnen werden, wobei auch hier die Filmszenen etwas überflüssig sind, wenn sie auch kürzer ausfallen als noch bei "Omen Legacy Teil 1". Der Mann hätte definitiv einen Audiokommentar sprechen sollen! Abschließend befindet sich eine Bildergalerie mit über 100 Fotoaufnahmen auf der Disc.
Insgesamt sehr interessantes, sich aber etwas überschneidendes Material, welches stets deutsche Untertitel parat hält.


Keine Frage, "Das Omen" ist klasse, aber nicht erste Klasse. Dazu fehlt doch die Einzigartigkeit, die etwa dem Exorzisten anhaftet. Dennoch lieferte Donner ein spannendes Stück Horror, der weitestgehend auf psychischer Ebene seine Wirkung entfaltet. Besonders erschreckend ist die Vorstellung, einem hilflosen Jungen beim Heranwachsen zum Antichristen zuzusehen. Das führt zu einem Gefühl einer universellen Melancholie und Hoffnungslosigkeit, wie sie auf ähnliche Weise schon bei Interner Link"Dawn of the Dead" zur Geltung kam.


Film++++++
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++++-


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