USA 1984
Originaltitel:Nightmare On Elm Street, A
Alternativtitel:Nightmare - Mörderische Träume
aka. Nightmare dal profondo della notte
aka. Griffes de la nuit, Les
Länge:91:19 Minuten (gekürzt)
Freigabe:r-rated
Regie:Wes Craven
Buch:Wes Craven
Kamera:Jacques Haitkin
Musik:Charles Bernstein, 213
SFX:Jim Doyle
Darsteller:Heather Langenkamp, Robert Englund, Amanda Wyss, Jsu Garcia, Johnny Depp, John Saxon, Ronee Blakley
Vertrieb:New Line
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Englisch
Verpackung:SnapperCase
Specials:
  • Audiokommentar
  • Jump To A Nightmare
  • 6 Bio- und Filmografien
  • DVD-ROM-Teil mit Screenplay, Dream World Game, Link zu Freddys Portal, aktuelle Cast&Crew-Informationen per WWW, weitere DVD-Veröffentlichungen von New Line

Tina plagen fürchterliche Albträume, in denen sie immer vor einem fürchterlich entstellten Mann flieht. Auch ihre Freundin Nancy erlebt das Gleiche. Schließlich wird Tina in ihrem Traum regelrecht geschlachtet. Ihr Freund Rod, der in diesem Moment bei ihr ist, flieht panisch vom Tatort und ist fortan der Hauptverdächtige im Mordfall. Doch Nancy weiß ganz genau, dass nicht Rod der Mörder ist. Selbst nachdem Rod unter mysteriösen Umständen in seiner Zelle zu Tode kommt, will ihr niemand glauben. Ihre Mutter beginnt zu trinken und ihr Vater, ein Polizist, der in diesem Fall ermittelt, sucht erfolglos nach Indizien. Doch irgendwann wird auch Nancy müde und dann wird Freddy auch sie in ihren Träumen holen ...

One, two, Freddy's coming for you
Three, four, better lock your door
Five, six, grab your crucifix
Seven, eight, gonna stay up late
Nine, ten, never sleep again...



Die ersten Minuten zeigen einen verängstigten Teenager, die im Nachthemd durch dunkle Gänge gejagt wird, von einer Kreatur, von der man anfangs nicht mehr sieht, als seine Krallenhand. Plötzlich findet sie sich im Boiler Room in einer Sackgasse wieder. Wo zum Teufel nochmal ist dieser Typ hin? Woaaammm, auf einmal taucht er aus dem Nichts hinter ihr auf und greift nach ihr. Eine Schrecksekunde später findet sie sich zu Hause in ihrem Bett wieder. Alles nur geträumt? Wohl kaum, ihr aufgeschlitztes Nachthemd war doch vorhin noch ganz ...?
So wird's gemacht. Regisseur Wes Craven (Interner Link"Last House On The Left", Interner Link"Shocker", Interner Link"Scream"-Trilogie) zeigt, dass man einen gelungenen Horrorauftakt produzieren kann, der die Zuschauer gehörig das Fürchten lehrt, ohne dass dabei Blut fließt oder gar jemand ums Leben kommt - das hebt er sich für später auf. Interessant zu sehen ist, wie er später einige Details in seine eher amüsant anmutenden Interner Link"Scream"-Filme einbrachte und damit u.a. seine Arbeit an "Nightmare 1" auf die Schippe nahm. Schon 1984 huldigte er dem Genre, in dem er auf Nancys Fernsehgerät einige Szenen aus Interner Link"Tanz der Teufel" laufen lässt.
Die Atmosphäre der Albträume ist unheimlich intensiv und düster und wird durch die bewusst eingeschränkten Blickwinkel der Kamera verstärkt, die das Grauen sehr oft aus der Ich-Perspektive zeigt und damit den Zuschauer in das Erlebnis einbindet und ihm die Sicherheit nimmt. In diesen Momenten möchte man am liebsten dem Kameramann zurufen: "Nein, nein, zeig uns was hinter ihr passiert, nicht doch, dreh dich um ... wusch ... aaaaahh!" Klappe, Aufnahme im Kasten, Schock gelungen.
Die Idee des Traumschlächters ist meiner Meinung nach einfach genial. Im Schlaf ist der Mensch nun mal sehr hilflos und äußerst verletzlich. Die Übergänge zwischen realem Leben und Traumwelt werden immer sehr gleitend vollzogen, oftmals weiß man noch gar nicht, ob der Darsteller noch wacht oder schon träumt. Mit der Zeit erfährt man, dass in der Traumwelt eigens für Freddy aufgestellte Regeln existieren. Waren Michael und Jason noch "einfache" Bestien, so hat Freddy einige Tricks drauf, mithilfe derer er noch gefährlicher wird. Und wer ist Michael Myers, wen interessiert noch Jason, wenn wir doch einen der charismatischsten und intelligentesten Figuren im Serien-Horror-Genre haben? Freddy ist für mich der "King Of Thrill" unter all den Slashern. Michael und Jason waren mir immer ein wenig zu plump und einfallslos, ständig mit diesem starren Blick durch die Filmwelten zu marschieren ist doch ein wenig langweilig. Für Freddy hat man sich ein nettes Äußeres einfallen lassen und er erinnert am ehesten an einen Menschen und agiert auch so und vor allem: ER SPRICHT!
Wem das alles noch nicht reicht, der wird mit einigen blutigen und Ekel erregenden Effekten belohnt, die denen seiner Genrekollegen in nichts nachstehen. Wenn man genau hinschaut, erkennt man einige Puppen und Modelle für die ansonsten gelungenen Special Effects Wer sich den Film anschaut, wird einige bekannte Gesichter erkennen, beispielsweise Lin Shaye als Lehrerin oder John Saxon als Polizist, der dem aufmerksamen Filmfan in vielen größeren und kleinen Rollen in Filmen wie Interner Link"Tenebre", Interner Link"From Dusk Till Dawn", Interner Link"Hilfe, meine Mutter ist ein Werwolf" oder Interner Link"Asphalt-Kannibalen" aufgefallen sein dürfte.
Johnny Depp ist hier in seiner ersten großen Rolle zu sehen. Nach Angaben des Audiokommentars schlidderte er eher per Zufall in das Casting hinein. Irgendwie schon drollig, wenn man bedenkt, dass er später auch mal die Kralle in die Hand genommen hat (gemeint ist Tim Burtons Interner Link"Edward mit den Scherenhänden"). Von allen Teenies spielt er hier am Überzeugendsten, die Jungschauspieler zwar ebenfalls ausdrucksstark, wirken aber noch ein klein wenig hölzern, aber für einen Teenie-Slasher geht das in Ordnung, da hat man schon viel Schlimmeres gesehen.

Starke Farben und ein guter Kontrast machen diese DVD zu eine der besten "Nightmare"-VÖs, die ich je gesehen habe. Ein geringes Bildrauschen ist nur in dunklen Szenen erkennbar und beeinflusst nicht das gute Gesamtbild. Die Kanten sind sehr scharf. Gelegentlich lässt sich noch erahnen, wie schlecht das Bild einmal gewesen sein muss, bevor es von New Line remastered wurde, aber hey, wenn man bedenkt, dass "A Nightmare On Elm Street" 1984 abgedreht wurde, muss man nicht ein Non-Plus-Ultra an Bildqualität erwarten. Das hier vorliegende Ergebnis ist mehr als zufrieden stellend, selbst Bildfehler erkennt man eher selten.
Der Hammer ist aber auch der frisch abgemischte 5.1-Ton. Mit ihm kommt das Gruselerlebnis gleich doppelt so gut rüber. Zwar wird meist nur Musik auf die Rear Speaker gelegt, aber wenn dann mal gelegentlich Freddys teuflisches Gelächter durch die Boxen schallt, dann weiß man sofort, dass man den Monoton nie wieder hören möchte. Nicht, dass dieser schlecht sei, aber nichts geht über den richtigen Surround-Ton. Der Ton ist erstaunlich sauber, das Alter fordert aber in einigen Szenen seinen Tribut in Form von leichten Verzerrungen und Rauschen. Aber nicht weiter schlimm. Das Hauptmenü ist nett animiert und wenn man die DVD frisch in den DVD-Player gelegt hat, bekommt man eine gelungene Collage mit einigen Schockszenen aus dem Film präsentiert.

Als Highlight der Extras möchte ich den Audiokommentar mit Regisseur Wes Craven, den Darstellern Heather Langenkamp und John Saxon und dem Chef an der Kamera Jacques Haitkin hervorheben. Wen interessieren sollte, was Roger Rabbit, lauter Sex und verloren gegangene, giftige Insekten mit diesem Film zu tun haben, wird an diesem Extra nicht vorbeikommen. Per "Jump To A Nightmare"-Feature kann man direkt zu den Albtraumsequenzen im Film springen, irgendwie ist das Ganze aber recht unsinnig, wer braucht das schon? Schließlich funktioniert der Film als Ganzes und nicht als Aneinanderreihung von ein paar guten Szenen. Zum Regisseur und zu 5 Darstellern gibt es ausführliche Bio- und Filmografien auf Texttafeln zu lesen. Der DVD-ROM-Teil dieser US-DVD enthält neben dem kompletten Drehbuch und der Möglichkeit, den Film parallel dazu abzuspielen, noch ein kleines Ratespiel rund um den Film, was bei mir aber auf Grund eines Scriptfehlers partout nicht laufen wollte. Man kann sagen, New Line haben hier von der technischen Seite alles Mögliche herausgeholt. Das sind sie dem Film aber auch schuldig, schließlich war es "A Nightmare On Elm Street", der als erster großer Film New Line vor dem sicheren Finanztod bewahrte und zu ungeahntem Ruhm verhalf.

Für ein R-Rating wurde "A Nightmare On Elm Street" an 2 Stellen geschnitten. Insgesamt wurden etwa 7 Sekunden entfernt. Die Schnitte wurden aber sehr geschickt gesetzt, sodass der Zuschauer kaum etwas von ihnen mitbekommt. Für Uncut-Fetischisten ist diese DVD also nix, mich kümmert?s aber weniger. Eine Unrated-Fassung auf DVD ist mir nicht bekannt.

Ein gelungener Auftakt, der zu einem der besseren Slasher-Reihen gehört, in einer phänomenalen technischen Umsetzung. Anschauen!


Film: 6/6
Bild: 5/6
Ton: 5/6
Bild: 3/6



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