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USA 1975
Originaltitel:Death Race 2000
Alternativtitel:Frankensteins Todesrennen
aka. Herrscher der Straße
Länge:76:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul Bartel
Buch:Robert Thom, Charles B. Griffith, Ib Melchior
Kamera:Tak Fujimoto
Musik:Paul Chihara
SFX:Richard MacLean
Darsteller:David Carradine, Simone Griffeth, Sylvester Stallone, Mary Woronov, Roberta Collins, Carle Bensen, Martin Kove, Harriet Medin, Sandy McCallum, Bill Morey, Louisa Moritz, Joyce Jameson, Carle Bensen, Sandy McCallum, Paul Laurence, Harriet Medin, Vince Trankina, Bill Morey, Fred Grandy, William Shephard
Vertrieb:Movie Power / KNM
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:12.02.2009 (Kauf)



Inhalt
Wir befinden uns im jahr 2000. Zwischen den Städten New York und Los Angeles finden einmal im Jahr Autorennen statt. Im Amerika der Jahrtausendwende überzeugen Fahrer nicht nur durch fahrerisches Können, sondern haben darüberhinaus - wie die Zuschauer auch - das Recht beliebig zu töten ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Im Vergleich zur alten Auflage hat die neue DVD von Movie Power deutlich die Nase vorn, was vor allem am anamorphen Originalformat von 1,78:1 liegt. Deutlich spürt man, dass der Transfer restauriert wurde, was auch am Schärfeverhalten festzustellen ist. Konnten frühere Ausgaben dieses Titels lediglich ein detailarmes Bild präsentieren, kann sich die Schärfe nun sehen lassen, wobei es immer noch Passagen innerhalb von Totalen gibt, die aufgrund von Detailmangel zu weich wirken. Gelegentlich tauchen Doppelkonturen auf, die wohl durch angewandte Filter entstanden sind. Die Farbgebung ist, von einer leichten Blässe abgesehen, in ihrer Intensität sehr ordentlich und auch der Kontrast hinterlässt einen ausgewogenen Eindruck mit minimalen Überstrahlungen in hellen Sequenzen. Auch die Kompression überzeugt und lässt nur selten Unruhen im Bild aufkommen. Auffällig sind aber die zahlreichen Dropouts und das vorhandene Bildrauschen. Beides fällt aber nicht unbedingt negativ auf und unterstreicht höchstens den Filmcharakter im Stil des Grindhouse-Kinos.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Movie Power macht nicht den Fehler wie Marketing bei der Erstveröffentlichung auf DVD und bastelt aus einer Monospur einen mehr als unnötigen Upmix. Stattdessen wurden sowohl der englische Originalton als auch die deutsche Synchronspur in Mono belassen. Beide klingen altersbedingt nicht mehr ganz so frisch, was vor allem beim deutschen Pendant auffällt, dem dumpfe Dialoge und ein leichtes Rauschen anzulasten ist. Dennoch sind die Dialoge, die gegenüber Hintergrundgeräuschen dominieren, gut zu verstehen. Der Originalton klingt etwas klarer und verfügt über eine natürlichere Klangmischung, was auch die einzigen Unterschiede wären, denn auch hier macht sich ein leichtes Rauschen bemerkbar. Deutsche Untertitel stehen natürlich ebenfalls zur Verfügung.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Roger Corman und Mary Woronov
  • Roger Corman Interview (5:31 Min.)
  • Making of (10:17 Min.)
  • Originaltrailer (0:59 Min.)
  • Bildergalerie 1 (26 Bilder / 2:10 Min.)
  • Bildergalerie 2 (34 Bilder / 2:50 Min.)
  • Trailershow:
    • Kannibalinnen im Dschungel des Todes (2:06 Min.)
    • Attack of the 60ft Centerfold (1:06 Min.)
    • Avalanche (1:55 Min.)
    • Big Bad Mama (1:04 Min.)
    • Big Bad Mama 2 (1:20 Min.)
    • Big Bad Mama 3 (2:37 Min.)
    • Death Sport (1:00 Min.)
    • Car Crash Auto 1 (2:03 Min.)
    • Car Crash Auto 2 (0:58 Min.)
    • Car Crash Auto 3 (2:45 Min.)
VerpackungAlphaCase im Schuber
 Auch der Bonusbereich hat im Vergleich zur den alten Veröffentlichungen von Marketing oder Best Entertainment zugelegt und beinhaltet die gesamten Extras der amerikanischen DVD aus dem Hause Buena Vista. Der Audiokommentar mit Roger Corman und Darstellerin Mary Woronov stellt das absolute Highlight dar, denn beide geben sich sehr redselig und berichten ausgiebig von der Produktion des Films. Sehr schön gehen beide auf einzelne Szenenabschnitte ein und haben neben Anekdoten auch viele informative Erklärungen anzubieten. Leider gibt es keine deutschen Untertitel, wodurch nicht jeder Zuhörer in den Genuss der Informationen kommt. Besser sieht es da schon mit dem Interview als auch dem Making of aus, beides entweder im englischen Original oder mit deutschem Voice-Over anwählbar. Durch das kurze Interview führt der US-Filmkritiker Leonard Maltin, der Corman viele Infos entlockt, z.B. die Entstehung des Filmnamen oder wie man auf David Carradine und Sylvester Stallone in den Hauptrollen kam. Einige dieser Informationen findet man auch im Making of wieder, das lediglich aus Filmszenen und kurzen Statements der Beteiligten besteht. Neben 2 Bildergalerien mit weltweiten Artworks und Werbematerial findet man noch den Originaltrailer sowie eine Trailershow mit weiteren Titeln aus dem Movie Power-Sortiment vor.
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Fazit
"Death Race 2000" (in Deutschland besser bekannt als "Frankensteins Todesrennen") gehört zu den Roger Cormans wichtigsten Produktionen der 1970er Jahre. Dies liegt weniger an der Einfachheit, als vielmehr an der politischen Unkorrektheit der Story, die es vermag der Gesellschaft einen Spiegel vor das Gesicht zu halten. Basierend auf einer Kurzgeschichte wird ein Blick in die Zukunft des Jahres 2000 geworfen, in dem das amerikanische System die totale Kontrolle über die Welt besitzt. Wer nicht nach den diktatorischen Regeln des Präsidenten lebt, ist ein Feind des Volkes. Letztendlich besitzt das Volk aber keine eigene Meinung, sondern ist zum Großteil durch die Medien so geimpft, dass es dem Präsidenten wie einem Führer aus der Hand frisst. Zur Belustigung findet jährlich ein tödliches Autorennen statt - tödlich aber nur für einige Bürger, die als Zielscheiben auf die Strecke gestellt werden. Das passiert nach einem Punktesystem, bei dem es für alte und schwache Menschen die meisten Punkte gibt, wenn sie unter die Räder kommen. Lediglich eine Gruppe Widerstandskämpfer stellt sich dem Präsidenten und dessen Regime in dem Weg, um Amerika zu befreien. Die Medien verfolgen diesen Kampf auf penetrante Art und stellen die Widerstandsbewegung als faschistischen Feind aus dem Ausland dar. Außerdem bricht ein wahrer Medienhype um das Rennen, um die Fahrer und um die Opfer aus. Um Letztere wird nicht wirklich getrauert, denn beispielsweise bekommt die Witwe des ersten Opfers für ihren toten Gatten einen schönen Preis ausgehändigt. Es herrschen Zustände wie im alten Rom und das geblendete Volk lässt sich mit "Brot und Spielen" zufrieden stellen. So werden einige Bürger zu fanatischen Fans, die ihr Leben dem Punktekonto ihres Favoriten opfern.

Der längste Zeit befasst sich der Film natürlich mit dem Rennen, in dem fünf unterschiedliche Gruppierungen antreten, die alle einen thematisch gestylten Wagen fahren. Bei der Vorstellung der Teams wird kein Blatt vor dem Mund genommen und so dürfen die Nationalsozialisten genauso antreten wie der heimliche Star des Rennens: Frankenstein. Hinter diesem Namen verbirgt sich einer der ältesten Teilnehmer, der nach zahlreichen Unfällen aus diversen Körpereinzelteilen besteht. Gespielt wird Frankenstein von David Carradine, der aufgrund seiner Erfolgsserie "Kung Fu" diese Hauptrolle bekam. Seinen Erzrivalen Machine-Gun Joe verkörpert Sylvester Stallone in einer seiner ersten großen Rollen. Es ist nur schade, dass das Drehbuch sehr auf Carradine zugeschnitten wurde und Stallone nicht etwas mehr Bildschirmpräsenz vergönnt war. Da Carradine seine Rolle aber gut auszufüllen versteht, kann man darüber hinwegsehen. Die Latex-Kostümierung von Frankenstein regt zwar zum Schmunzeln an, doch ist Carradines Figur trotz der Optik alles andere als lustig, wenn auch für diverse makabere Streiche zuständig. U.a. werden jede Menge Seitenhiebe auf Amerikas Politik, die Kirche und die Medien abgelassen. Dennoch wurde Frankenstein mit einer viel tiefsinnigeren Aufgabe bedacht, die in einem gelungenen Plotttwist kurz vor Ende des Films offenbart wird.

Inszeniert wurde "Death Race 2000" von Paul Bartel, der auch in einer kurzen Rolle als Arzt auftritt. Bartel, der in seiner Filmografie hauptsächlich für Komödien verantwortlich war, ist auch das perfekte Timing für die außergewöhnlich schräge und witzig Umsetzung zu verdanken. Es darf bezweifelt werden, dass ein anderer junger Regisseur in "Death Race 2000" eine solch gelungene Mischung zustande gebracht hätte. Erwähnung sollten noch die zwar einfachen, aber recht blutigen Effekte finden, die den Film sogar in Deutschland, trotz Schnitte, auf den Index brachten. Dies ist aber lediglich wieder ein Beweis dafür, dass der satirische Unterton damals überhaupt nicht verstanden wurde. Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert und der Film ist ungekürzt ab 16 Jahre freigegeben. Von seinem Kultcharakter hat "Death Race 2000" jedenfalls nichts eingebüßt.



Bilder der DVD




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