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D, FR, IT 1973
Originaltitel:Mio nome è Nessuno, Il
Alternativtitel:Lonesome Gun
aka. Mon nom est personne
aka. My Name Is Nobody
Länge:111:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Tonino Valerii, Sergio Leone
Buch:Sergio Leone, Fulvio Morsella, Ernesto Gastaldi
Kamera:Armando Nannuzzi, Giuseppe Ruzzolini
Musik:Ennio Morricone
SFX:Ditta Baciucchi (als Baciucchi)
Darsteller:Terence Hill, Henry Fonda, Leo Gordon, Jean Martin, Geoffrey Lewis, R.G. Armstrong, Piero Lulli, Neil Summers, Steve Kanaly, Alexander Allerson, Franco Angrisano, Karl Braun, Mario Brega, Luigi Antonio Guerra, Carla Mancini, Marc Mazza, Rainer Peets, Tommy Polgár, Antoine Saint-John, Benito Stefanelli
Vertrieb:Tobis / Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
New Mexico 1899: Der alternde Revolverheld Jack Beauregard ist des Tötens überdrüssig und will sich nach Europa absetzen. Doch auf dem Weg zu seinem Ziel stehen ihm immer wieder Hürden im Wege - angeheuerte Killer ebenso wie die Mörder seines Bruders. Und dann kommt, zu allem Überfluss, auch noch ein Greenhorn dazu. Nobody will sich einen Namen im Wilden Westen machen - aber vor allem sein großes Vorbild zum Abschluss von dessen Laufbahn in voller Aktion sehen - gegen die 150 Mann starke Bande, die sich "The Wild Bunch" nennt ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Was man hier aus der Vorlage herausgeholt hat ist schier unglaublich. Erstmalig wurde in High Definition 24fps 1080 (progressiv-segmentierte Frames) von einem 35mm-Negativ abgetastet und aufwendig restauriert. Dabei wurden fehlende Sequenzen wieder integriert und ergeben somit die vollständige Fassung des Films. Zudem wurde der Speicherplatz fast vollends ausgenutzt und bietet eine durchschnittliche Bitrate von 8.6 MB/sec. Neben einer hervorragenden und stets natürlichen Farbgebung mit einer kräftigen Sättigung, kann auch der Kontrast in allen Belangen überzeugen, bietet einen erstklassigen Schwarzwert und offenbart jegliche Details. Auch die Schärfe befindet sich überwiegend auf einem hohen Niveau und vor allem in Nahaufnahmen wirkt das Bild sehr detailliert. Dass diese Level nicht durchweg gehalten werden kann, sollte jedem klar sein. Einige Szenen wirken deutlich weicher und etwas unscharf, was jedoch altersbedingt nicht anders zu erwarten war. Hier hat man alles herausgeholt was herauszuholen war und schärfer und vor allem plastischer war "Nobody" noch nie zu sehen (siehe Abb. zur Restauration). Selbst die Kantenschärfe gibt keinen Grund zum Klagen und Bildrauschen ist ebenfalls kein Thema und tritt wenn überhaupt nur ganz dezent im Hintergrund auf. Dank der hohen Bitrate arbeiten die Kompressionen recht sauber und nur selten macht sich leichtes Blockrauschen im Hintergrund bemerkbar, sowie gelegentliches Nachziehen in Kameraschwenks, was aber kaum der Rede wert ist. Verschmutzungen und Defekte finden sich nach der vollständigen Restauration so gut wie keine mehr in diesem Transfer und der Bildstand ist ebenfalls sehr ruhig ausgefallen und zeigt, dass man ganze Arbeit geleistet hat, denn hier mussten über 600 Klebestellen kontrolliert und angepasst werden. Das Ergebnis ist klasse und in Anbetracht des Alters können sich einige Produktionen der Neuzeit von diesem Transfer eine Scheibe abschneiden, vor allem was die hohe Bitrate angeht. Wirklich toll!


Alle Bilder sind von TLEFilms, (c) Paramount Home Entertainment Germany GmbH
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch (optional), Englisch (optional)
 Der deutsche Ton wurde ebenfalls aufwendig restauriert und glänzt durch eine wirklich gute Sprachwiedergabe, welche kaum Verzerrungen oder andere Fehler zu erkennen geben. Hier wurde löblicherweise auf einen Upmix verzichtet, Störungen beseitigt und übrig geblieben ist ein sauberer Monoton, welcher auf ein TV-Master der 80er Jahre basiert. Lediglich der Score klingt im Gegensatz zur englischen Tonspur recht dünn und bei weitem nicht so klar, obgleich man auch hier keine Höhenflüge erwarten darf. Jedoch auch die englische Tonspur bietet eine gute Dialogwiedergabe und kann sich ebenfalls hören lassen. Nostalgie-Fans bevorzugen hier natürlich die Rainer Brandt-Synchronisation, welche einfach zum Genuss von "Nobody" gehört. Optional lassen sich deutsche und englische Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
Bonus-DVD:
  • Dokumentationen:
    • Nobody's Perfect: Leones Grabgesang auf den Western der alten Generation (73:21 Min.)
    • Abgestaubt: "NOBODY" Dusted - Der Film vor und nach der Restauration (34:42 Min.)
  • "WANTED: Nobody"-Sammlerstücke:
    • Bildergalerie (81 Bilder)
    • Nobody in the News: Seltene Pressebücher (94 Bilder)
    • 8mm Werbefilm (17:10 Min.)
    • 8mm Fassung des Film (Ausschnitte, 7:03 Min.)
  • Trailer:
    • U.S.-Kinotrailer (2:40 Min.)
    • DVD-Promotiontrailer (1:33 Min.)
    • DVD-Promotiontrailer für die "Dollar"-Edition (1:50 Min.)
  • Über die DVD-Produktion/Credits (Texttafeln)
 Die Extras wurden komplett auf die zweite Disc verfrachtet, um den Speicherplatz der ersten DVD vollends für den Film auszunutzen. Den Anfang machen hierbei zwei Dokumentationen, welche von TLEFilms selbst produziert wurden. Die erste ist die knapp 73minütige Doku "Nobody is perfect", welche mit einer Vielzahl an Informationen aufwartet, die für viele Fans neu sein dürften. Hier wird nicht nur auf die Entstehung von "Mein Name ist Nobody" eingegangen, sondern auch das Drumherum wird etwas angekratzt und so erfahren wir mehr über Sergio Leone und die Auswirkungen, die seine Vorgehensweise bei der Produktion zu "Nobody" hatte. Zudem geht die Dokumentation, welche bis aus die Interviewblöcke mit Terence Hill einen Off-Sprecher hat, teilweise recht analytisch vor und stellt viele Bezüge zu Mythologien und anderen Filmen auf. Wirklich sehr sehenswert und interessant, wobei man bemängeln muss, dass einige Filmausschnitte etwas zu lang geworden sind und man die deutschen und englischen Untertitel, welche man für die Terence Hill-Fragmente braucht, nur komplett hinzuschalten kann, was zur Folge hat, dass man die Untertitel manuell ein und wieder ausschalten muss, was schon etwas stört. Weiter geht es mit "Abgestaubt - Nobody Dusted", einen gut 30minütigen Einblick in die Filmrestauration und dem Mastering der DVD, sowie ein kleiner aber umso aufschlussreicherer Rückblick über die Geschichte des Heimkinos. Angefangen mit den ersten Super 8-Projektoren, über die VHS, die Laserdisc und schlussendlich die DVD. Hier wird alles sehr schön aufgezeigt, mit einer Menge Material aufgewertet. So kommen wir z.B. in den Genuss eines japanischen Werbeclips für die Laserdisc, sowie Einblicke in Produktionshallen der "großen Schwester" der DVD. Zudem werden verschiedene "Nobody"-Versionen vorgestellt und miteinander verglichen und es wirklich erstaunlich, mit was wir uns damals zufrieden gegeben haben. Eine durch und durch gelungene Dokumentation, absolut Top! Unter dem Menüpunkt "Wanted: Nobody" finden sich seltene Sammlerstücke, so auch eine selbstlaufende knapp 10 Minuten lange Bildergalerie, mit teilweise seltenen Bildmaterial, Fotos, Poster etc. Als nächstes findet sich hier eine "Gallerie" mit Abbildungen von Internationalem Pressematerial. Beendet wird das Ganze durch einen 17minütigen "8mm-Werbefilm", sowie Ausschnitten aus der deutschen "8mm-Fassung" des Filmes. Hier wäre sicherlich Patz für den ganzen Film gewesen, wie wir das bereits von einigen anderen Independent-Anbietern kennen und auch wenn man sich so etwas nicht allzu oft anschaut, wäre dies ein tolles Extras gewesen. Unter "Trailer" findet man nur einen DVD-Werbetrailer zu "Nobody" und zu den "Dollar"-Filmen, sowie dem "U.S-Trailer". Wieso man hier den deutschen Trailer vergessen hat drauf zu packen ist fraglich, denn so schwer ist er nicht zu bekommen. Abschließend gibt es noch eine "Texttafel" mit Infos zum Mastering und Herstellung der DVD. Insgesamt sehr interessante Extras, für die Höchstnote fehlt hier aber noch einiges. So wären z.B. ein Audiokommentar mit Terence Hill mehr als nur interessant gewesen, oder diverse Interviews, sowie den alten deutschen Trailer. Dennoch sehr empfehlenswert, vor allem die beiden selbstproduzierten Dokus.
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Fazit
"Mein Name ist Nobody" ist ein Abgesang des "alten" Italowesterns und die Geburt einer neuen "humorvolleren" Generation, in der die Gewalt "kindesgerecht" portioniert wurde, der Humor im Mittelpunkt steht und anstelle Blei lieber Ohrfeigen verteilt werden. Zwei Ikonen des Western-Genre beenden, was sie sinnbildlich begonnen haben und machen somit Platz für was Neues, Innovatives und zumindest von Sergio Leone zu Beginn noch Ungeliebtem.
Eines sollte klar sein: Sergio Leone hat hier in allen Belangen einen Klassiker geschaffen, der auch heute noch eine Faszination ausstrahlt, die man sich nicht entgehen lassen kann und will. Auch wenn er offiziell nur die Position eines Autors und Produzenten besaß, war "Nobody" sein Kind und dies ist auch in nahezu jeder Szene präsent. Bereits die Anfangssequenz trägt Leones Handschrift und zeigt, dass es kein Gerücht war, dass Serigo Leone viele Sequenzen selbst gedreht hat. Der Anfang wurde hierbei deutlich von dem Intro aus Interner Link"Spiel mir das Lied vom Tod" inspiriert und Leone zitiert sich hierbei nur allzu gerne selbst.
Mit Henry Fonda hatte der Film die oben erwähnte zweite Ikone zu bieten, welcher die "alte Generation" der Westernhelden repräsentiert. Terence Hill, der zuvor in seinen Interner Link"Trinity"-Filmen sehr erfolgreich war, stellt die Art von Held dar, welchen Leone in seinen Western eigentlich nie haben wollte. Er wollte immer ernste Western und ernstzunehmende Charaktere, musste sich aber eingestehen, dass dies die einzige Möglichkeit war, das im Sterben liegende Western-Genre wieder zu beleben.
Was daraus geworden ist, seht ihr hier: Ein konsequente Weiterentwicklung seiner Filme, ein Seitenhieb auf die italienische und amerikanische Filmindustrie, sowie ein Sammelsurium aus filmischen und mythischen Versatzstücken, welche von Leone mal gekonnt, mal weniger gekonnt zusammen getragen wurde. Untermalt von dem einprägsamen Score eines Ennio Morricone, ist "Nobody" auf der einen Seite ein Meisterwerk, auf der anderen ein etwas unkontinuierlich wirkender Mix aus ernsthaften Western, sowie einer reinen Komödie. Hier hat sich Leone etwas zu weit aus den Fenster gelegt und seine kompletten Seitenhiebe gehen zu Lasten einer gewohnt perfekten Inszenierung. Das ist dann auch das einzige Manko, dass gewisse Szenen einfach zu lang wirken und den Film unnötig abbremsen, andere Szene wieder einen krassen Stilbruch darstellen und Fans und Kritiker zu gleich erzürnen ließen.
"Mein Name ist Nobody" ist zwar kein episches Meisterwerk geworden, aber ein verdammt guter Western mit einer tollen Besetzung, vielen grandiosen Kamerafahrten, einprägsamen Soundtrack und viel Humor, der den Weg für einen ganz neue Generation des Italowesterns ebnete.

Die auch als Doppel-DVD-Set erschiene Paramount-DVD liegt uns hier wirklich in einer beachtlichen Bildqualität vor und machen wir uns nichts vor: Wer hätte sich jemals träumen lassen, dass wir "Nobody" einmal in einer dermaßen guten Bildqualität zu Gesicht bekommen. Dabei stören leichte Unschärfen kaum, denn mehr war einfach nicht rauszuholen. Zumal viele Sequenzen schon damals recht unscharf waren und man dies auch nicht mehr korrigieren konnte. Die Wahl, den Ton zu restaurieren, aber in Mono zu belassen, war ebenfalls eine gute Entscheidung und selbst die Extras haben einen sehr hohen Unterhaltungswert, obgleich man hier wirklich die alten deutschen Trailer vermisst und eventuell etwas mehr Interviewmaterial. Insgesamt gesehen eine mehr als lohnende Anschaffung in zwei tollen Verpackung. Sei es das Standard-Digi-Pack oder die Box mit "Nobody ist der Größte", beide Verpackungen sind schön anzusehen und machen sich prächtig in der Italo-Western-Sammlung. Eine absolute "must have"-DVD, ein absoluter "must have"-Film. Und eines war bereits damals klar "Nobody ist der Größte" ...



Bilder der DVD




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Mein Name ist Nobody
Nobody ist der Größte
Nobody ist der Größte
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