USA 1931
Originaltitel:Dracula
Alternativtitel:Drácula
Länge:74:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:not rated
Regie:Tod Browning
Buch:John L. Balderston, Louis Bromfield (uncredited), Tod Browning(uncredited), Max Cohen (uncredited), Hamilton Deane, Garrett Fort, Dudley Murphy(uncredited), Louis Stevens(uncredited) und Bram Stoker (LTV)
Kamera:Karl Freund
Musik:Philip Glass
Darsteller:Bela Lugosi, Helen Chandler, David Manners, Dwight Frye, Edward Van Sloan, Herbert Bunston, Frances Dade, Joan Standing, Charles K. Gerrard, Tod Browning, Michael Visaroff, Anna Bakacs, Nicholas Bela, Daisy Belmore, Moon Carroll, Geraldine Dvorak, Anita Harder, Carla Laemmle, Donald Murphy, Cornelia Thaw, Dorothy Tree, Josephine Velez
Vertrieb:Universal
Norm:NTSC
Regionalcode:1



Inhalt
Die Warnungen der Dorfbewohner schlägt der Geschäftsmann Renfield auf seiner Reise durch die Karpaten in den Wind. Er ist unterwegs zum Schloss des Grafen Dracula, der ihn zunächst bewirtet, doch ihn dann zum Gefangenen macht. An seiner Stelle begibt sich Dracula nach England, wo er seinen Appetit nach Blut in der feinen Gesellschaft stillen möchte. Erstes Opfer ist Lucy Weston, und auch an deren Freundin Mina Seward findet Draculas Interesse. Doch ihr Verlobter Jonathan Karker ist misstrauisch, und Professor Van Helsing, ein Freund des Hauses, ahnt schon die wahre Natur des Grafen ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormNTSC
 Wie auch Interner LinkFrankenstein hat Tod Brownings "Dracula" weit mehr als 70 Jahre auf dem Buckel. Um genau zu sein ganze 75 Jahre und wenn man das Ergebnis auf dieser DVD sieht, kann damit wirklich zufrieden sein. Bei der Restauration (wenn es diese für die Monster Legacy Box überhaupt gegeben hat) hätte man dennoch etwas sorgfältiger sein können. So fallen sehr viele Defekte, Verschmutzungen und Drop-Outs im Bild auf, die zwar den Sehgenuss nicht sonderlich trüben und für viele einen nostalgischen Wert besitzen, aber gerade ein solch großes Label wie Universal hätte die Chance einer aufwendigen Restauration nutzen sollen. Die Schärfe geht vollkommen in Ordnung, aber von einer guten Detailschärfe darf man dennoch nicht sprechen. Dafür wirkt das Gezeigte viel zu weich und das Bild insgesamt etwas grobkörnig und es lässt sich ein Rauschmuster über die gesamte Laufzeit des Filmes ausmachen, welche zudem noch zu Lasten der Schärfe geht. Der Kontrast ist leider sehr dunkel ausgefallen, was zur Folge hat, dass das Bild in den vielen Nachtaufnahmen in die Knie geht und Details verschluckt. Eine Aufhellung wäre zwar möglich gewesen (siehe deutsche DVD), dies würde aber zu Lasten des Schwarzwertes gehen und dem Bild die Natürlichkeit nehmen. Störend sind trotz einer sehr hohen Bitrate von durchschnittlich 7.98 MBit/sec die etwas zu prägnanten Kompressionsartefakte und das Blockrauschen im Hintergrund. Man bietet uns hier zwar keine Wunder, dies hat auch niemand erwartet, aber in Anbetracht des hohen Alters können wir von einer guten Bildqualität sprechen, die sich durch kleine Mängel leider keine 4 Punkte holen konnte.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono), Dolby Digital 5.1(New Mix)
SpracheEnglisch
UntertitelFranzösisch, Englisch für Hörgeschädige, Spanisch
 Dem Monoton merkt man sein Alter an, denn er wirkt sehr kratzig und dumpf. Die Dialoge verzerren teilweise recht stark und im Hintergrund macht sich ein extrem starkes Rauschen bemerkbar, als würde über die gesamte Laufzeit des Filmes ein Fluss das Geschehen begleiten. Hier sollte man die Surround-Anlage auslassen, denn es bringt überhaupt nichts. Interessant ist der neue Dolby Digital 5.1 Mix mit einem komplett neu eingespielten Score von Philip Glass und dem "Kronos Quartet". Das Ganze wurde etwas restauriert und jede Szene findet man jetzt mit Musik unterlegt. Die Dialoge erklingen wesentlich frischer und klarer, verzerren jedoch immer noch leicht. Auch hat man versucht das Rauschen zu eliminieren, was recht gut gelungen ist, dennoch im Hintergrund immer noch deutlich wahrzunehmen ist. Natürlich darf man hier keinen bombastischen Raumklang erwarten, vielmehr ist es so, dass der neue Score auf alle Kanäle gelegt wurde und die Dialoge weiterhin aus dem Center kommen. Mag man zu der neuen Version stehen wie man will, das Ganze hat deutlich alten Stummfilm-Flair und ist eine gute Ergänzung zum recht betagten Originalscore.
 ++----

Extras
Extras
  • Stephen Sommers on Universal's Classic Monster: Dracula (6:42 Min.)
  • New Score by Philip Glass (1999) in Dolby Digital 5.1
  • The Road of Dracula - Dokumentation (35:01 Min.)
  • Audiokommentar vom Filmkritiker David J. Skal
  • Dracula: Original Poster und Bildergalerie
  • Trailer: Dracula
 Das knapp 6minütige Featurette "Stephen Sommers on Universal's Classic Monster: Dracula" ist nichts anderes als eine verstecke PR-Geschichte für seinen Film Interner Link"Van Helsing", dessen Charaktere des Dracula angeblich an die Rolle von Bela Lugosi angelegt wurden. Wer den Film kennt, weiß, dass er nicht nur in diesem Punkt viel verpatzt hat. Neben einigen Auschnitten aus dem 1931er "Dracula" gibt es kurze Auschnitte aus "Van Helsing" inkl. Making of-Einblicke und Interviews mit Sommers, Hugh Jackman und Kate Beckinsale. Wesentlich interessanter ist hier eindeutig die knapp 35minütige Dokumentation "The Road of Dracula", in der wir durch die Welt Draculas geführt werden. Moderiert wird das Ganze von der Nichte des bereits verstorbenen Produzenten Carl Laemmle Jr. und neben berühmten Autoren, die sich dem Thema Vampire und Dracula gewidmet haben, kommen unter anderem noch Filmhistoriker, sowie Clive Barker und Bela Lugosis Sohn Bela G. Lugosi zu Wort. Der Fokus liegt hier eindeutig bei der 31er Version, aber auch auf Bram Stokers Original oder die wahre Geschichte von Vlad dem Pfähler wird eingegangen, sowie auf andere Dracula-Darsteller und weiteren Verfilmungen des Thema, wobei man aber nicht über das Jahr 1979 hinaus geht. Kurz gesagt: Eine informative und interessante Dokumentation zum Thema Universal "Dracula". Weiter geht es dann mit einer Bildergalerie und dem Original-Trailer. Der neue Score von Philip Glass wurde unter "Ton" bereits bewertet und der sehr informative Audiokommentar vom Filmhistoriker David J.Skal runden das gelungene Zusatzmaterial ab.
 ++++--

Fazit
Bela Lugosi gilt für viele auch nach über 70 Jahren noch als Inbegriff des Grafen Dracula, obgleich er gerade zweimal in die Rolle des Fürsten der Finsternis schlüpfte. Wer auch immer über dieses umfangreiche und scheinbar nie enden wollende Thema schreibt, wird neben Christopher Lee, welcher die Hammer-Ära bestritt, Bela Lugosis unvergesslichen Auftritt in Tod Brownings 1931 für die Universal Studios entstandenen Klassiker erwähnen. "Dracula" ist der erste Film eines legendären Horrorzyklus der Universal Studios und vermischt gekonnt Stummfilm-Elemente mit Versatzstücken des Theaters. "Dracula" lebt von seinen phantastischen Sets und einer verzaubernden Kameraführung von Karl Freund, dessen auf Zelluloid gebannte Kunst oft wie ein Schwanengesang auf die 20er Jahre wirkt. Wie in einem Traum lässt man uns 75 Minuten in eine Welt eintauchen, in der Realismus und Fantasy verschwimmen. Bela Lugosis Darstellung des Grafen Draculas bleibt unvergesslich, ein Bösewicht der kultiviertesten Art, geplagt von Sehnsüchten, Trauer, Liebe und Verzweiflung. Ein Geschöpf der Nacht, wie er menschlicher nicht sein konnte. Für viele ist der erotische Touch, der sich in den Jahren immer weiter ausgebaut hat und das Vampir-Genre dominiert, schon hierbei spürbar. Ein Film voller Sinnlichkeit und schwarzweißer Schönheit, eben ein wirkliches Meisterwerk...
Qualitativ geht die DVD trotz des etwas dunklen Kontrastes vollkommen in Ordnung. Der Monoton kann sein Alter nicht verbergen und kränkelt durch ein extrem prägnantes Rauschen. Das Zusatzmaterial, welches sich in diesem hübschen Digibook komplett mit auf der ersten DVD befindet, weiß bis auf das kurze "Stephen Sommers" Featurette zu gefallen, vorallem der Audiokommentar und die Dracula-Doku seien hier erwähnenswert. Der neue Score in 5.1 ist eine nette Idee, aber wie oben schon erwähnt erinnert das Ganze etwas an einen Stummfilm und wirkt etwas befremdlich. Mit "Dracula" im Zuge der Legacy Collection schafft Universal zwar kein Glanzstück, aber eine fürs Alter entsprechend gute DVD-Umsetzung. Ob wir irgendwann einmal eine bessere Version zu Gesicht bekommen werden, bleibt abzuwarten.






Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.