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USA 2008
Originaltitel:Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
Alternativtitel:Indiana Jones and the City of the Gods
aka. Indiana Jones et le royaume du crâne de cristal
Länge:122:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Steven Spielberg
Buch:David Koepp, George Lucas, Jeff Nathanson, Philip Kaufman
Kamera:Janusz Kaminski
Musik:John Williams
SFX:Gentle Giant Studios, Industrial Light & Magic, Stan Winston Studio
Darsteller:Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent, Igor Jijikine, Alan Dale, Joel Stoffer, Pavel Lychnikoff, Andrew Divoff
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / AVC MPEG-4
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., span., franz., ital.), Dolby TrueHD 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Ungarisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:24.10.2008 (Verleih) / 24.10.2008 (Kauf)
Bonus:
Hauptfilm Disc:
  • Hi-Def exklusiv: Indiana Jones Zeitlinien (Interaktives Feature)
  • Die Rückkehr einer Legende (17:34 Min., 1080i)
  • Vorproduktion (11:44 Min., 1080i)
  • Original Kinotrailer 2 (1:46 Min., 1080p)
  • Original Kinotrailer 3 (1:49 Min., 1080p)
Bonus-Disc:
  • Produktionstagebuch: Die Erschaffung des Königreichs des Kristallschädels:
    • Beginn der Dreharbeiten: New Mexico (14:27 Min., 1080i)
    • Zurück in der Schule: New Haven, Connecticut (10:23 Min., 1080i)
    • Willkommen im Dschungel: Hilo, Hawaii (6:32 Min., 1080i)
    • Die Action am Set (27:30 Min., 1080i)
    • Die Erforschung von Akator (14:34 Min., 1080i)
    • Zusammenfassung! (7:26 Min., 1080i)
  • Das Makeup der Krieger (5:34 Min., 1080i)
  • Die Kristallschädel (10:10 Min., 1080i)
  • Seltene Ausstattungsgegenstände (9:59 Min., 1080i)
  • Die Effekte von "Indy" (22:42 Min., 1080i)
  • Abenteuer Vorproduktion (12:44 Min., 1080i)
  • Das Team "Indy" (3:41 Min., 1080i)
  • Pre-Visualisierungs-Sequenzen:
    • Flucht aus Area 51 (3:51 Min., 1080i)
    • Verfolgung im Dschungel (5:47 Min., 1080i)
    • Ameisenangriff (4:29 Min., 1080i)
  • Galerien
    • Die Künstlerische Abteilung
      • Das Abenteuer beginnt (30 Bilder, 1080p)
      • Friedhof und Dschungel (39 Bilder, 1080p)
      • Akator (101 Bilder, 1080p)
    • Stan Winston Studio
      • Körper, Skelette und Mumien (34 Bilder, 1080p)
      • Aliens und Kristallschädel (42 Bilder, 1080p)
    • Fotografien von der Produktion (72 Bilder, 1080p)
    • Porträts (64 Bilder, 1080p)
    • Hinter den Kulissen: Fotografien (39 Bilder, 1080p)
Das neueste Abenteuer beginnt 1957 mitten im Kalten Krieg: Im Südwesten der USA entkommen Indy und sein Kumpel Mac auf einem entlegenen Flugfeld in der Wüste nur knapp einer Auseinandersetzung mit skrupellosen sowjetischen Agenten. Als Professor Jones nach Hause ans Marshall College zurückkehrt, muss er feststellen, dass er auch hier in Schwierigkeiten steckt: Der mit Indy eng befreundete Dekan des Colleges erklärt ihm, dass die jüngsten Aktivitäten des Professors Verdacht erregt haben - die US-Regierung besteht darauf, dass Indy seinen Lehrstuhl verliert. Auf dem Rückweg lernt Indy den jungen Rebellen Mutt kennen. Obwohl Mutt auf den Archäologen sauer ist, macht er ihm dennoch einen attraktiven Vorschlag - falls Indy ihn bei einer persönlichen Mission unterstützt, könnte er einen der spektakulärsten Funde in der Geschichte der Archäologie machen: den mysteriösen Kristallschädel von Akator, den von alters ebenso faszinierende wie grauenerregende Legenden umranken. Im abgelegensten Winkel Perus entdecken Indy und Mutt ein Land, in dem Gerüchte von uralten Grabstätten, vergessenen Entdeckern und einer sagenhaften Stadt aus Gold umgehen. Bald müssen sie allerdings feststellen, dass sie nicht die einzigen Schatzsucher sind: Auch die sowjetischen Agenten setzen alles daran, den Kristallschädel zu finden. Anführerin der militärischen Elitetruppe ist die eiskalte und wunderschöne Irina Spalko , die den Sowjets mit dem schaurigen Kristallschädel zur endgültigen Weltherrschaft verhelfen will ... falls sie sein Geheimnis entschlüsseln kann.
"Dasvidanja, Dr. Jones."

Wenn man sich etwas mit Interner Link"Raiders of the Lost Ark" beschäftigt, dann erfährt man, dass laut Produzent George Lucas niemand in Hollywood das Drehbuch verfilmen wollte, dass es von allen Studios abgelehnt wurde. Gleichzeitig aber wurde scheinbar ein Fünf-Filme-Vertrag abgeschlossen für die "Indiana Jones"-Reihe - es versteht sich von selbst, dass man bei Zweifeln an einem Filmprojekt immer gleich dafür sorgt, wenn schon, dann richtig unterzugehen.
Lucas behauptet auch allen Ernstes, dass "Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull" aussieht, als wäre er drei und nicht zwanzig Jahre nach Interner Link"Indiana Jones and the Last Crusade" gedreht worden. Frank Marshall erdreistet sich zu der Aussage, dass CGI im vierten Abenteuer des Archäologen nur dort angewendet wurde, wo sie nötig gewesen sei. Wer den Film gesehen hat, kann sich nur auf den Arm genommen fühlen, von solcherlei Aussagen. Regisseur Steven Spielberg selbst kam auf die Idee zu einem neuen Abenteuer, als ihn sein Sohn vor wenigen Jahren auf die verbleibenden beiden Teile ansprach, angeblich wurde - wie man jetzt behauptet - seit neunzehn Jahren versucht, an einem Drehbuch zu schreiben. Vor zwei Jahren soll Hauptdarsteller Harrison Ford gemeint haben, wenn der Film bis 2008 nicht zu Stande kommt, werde er ihn überhaupt nicht mehr drehen. Dies hat dann scheinbar dazu geführt, dass Spielberg händeringend nach einem Drehbuch gesucht haben soll. Dennoch soll bereits 2002 M. Night Shyamalan mit einem Drehbuchentwurf beauftragt worden sein, nach ihm auch Oscarpreisträger Stephen Gaghan und im selben Jahr schließlich auch Frank Darabont. Dessen Skript - welches Indys Vater und Bruder einbezog, die von Sean Connery und Kevin Costner hätten gespielt werden soll - wurde von Spielberg geliebt und von Lucas verabscheut. Letzten Endes schrieb Spielberg-Spezi David Koepp (Interner Link"War of the Worlds, Interner Link"The Lost World") das Drehbuch und nahm ein bisschen was aus all den vorherigen Entwürfen auf.



Man merkt schon, hier sagt jeder etwas anderes und wie es Mulder immer so schön formulierte: die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Von jemandem wie George Lucas kann man sie zumindest nicht erfahren, der Mann hat sich jeglichen Respekt mit der DVD-Veröffentlichung der "Star Wars"-Trilogie verspielt. Seine Intention an einem vierten "Indiana Jones"-Abenteuer dürfte, wie immer bei ihm, die reine Geldmacherei gewesen sein.
Was Spielberg zu diesem Projekt trieb, liegt auch auf der Hand: Die Karriere seines Zieh-Sohns Shia LaBeouf muss weiter angekurbelt werden. Da reicht es nicht aus ihn in sämtlichen DreamWorks-Produktionen unterzubringen und vor "Kingdom of the Crystal Skull" noch eben den Teaser zu dessen neuem Film Interner Link"Eagle Eye" zu schneiden. Zudem gab der Oscarpreisträger kund, dass der Film lediglich ein Zugeständnis an die Fans sei. Der einzige, dem das Projekt wirklich etwas zu bedeuten schien, scheint Ford gewesen zu sein und man merkt ihm seinen Spaß, seine Motivation und seinen Elan in jeder einzelnen Minute an. Indiana Jones geht auf die 60 zu, aber Ford sorgt dafür, dass man es der Figur in keiner Sekunde anmerkt. Das ist der mit Abstand größte Verdienst, den man "Kingdom..." zusprechen kann, denn er geht in jeder Einstellung ehrenvoll mit seiner Figur um und feiert diese.



(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum der Paramount Studios

Kaum zwei Tage in den Kinos sorgte das neueste (und letzte?) Abenteuer des amerikanischen Archäologen für eine Spaltung der Fans. Die einen finden ihn gut, exzellent, genauso wie die Trilogie - die anderen sind enttäuscht. Vom Drehbuch, von Spielberg, vom Gesamtpaket. Bei Rotten Tomatoes hält "Kingdom..." eine Wertung von 78% und nimmt damit den letzten Platz in der Tetralogie ein (hinter Interner Link"Temple of Doom" mit 86%). Bei IMDb (7.5/10) und Metacritic (5.2/10) sieht das ganze noch schlechter aus - Tendenz nach unten. Vierhundert Millionen Dollar muss der Film einspielen, damit Paramount kein Verlustgeschäft macht - so wie die Schlangen an den Kinos aussahen, dürfte er diese Summe fast am ersten Wochenende einspielt haben. In den USA spielte er zumindest am verlängerten Memorial Day-Wochenende 150 Millionen Dollar ein - beinahe seine Produktionskosten.


Hatte Interner Link"Raiders of the Lost Ark" noch 20 Millionen Dollar gekostet, kam Spielberg bei "Kingdom ..." nicht unter 185 Millionen Dollar aus. Hauptgrund dürften die Actionszenen und allen voran die digitalen Effekte von ILM gewesen sein. Herhalten musste das Geld für animierte Tiere, die keinerlei Zweck erfüllen, Matte Paintings und comichafte Elemente. Dabei hätte man gerade letztere sehr viel gelungener auf herkömmlich Weise erzeugen können. Der vierte Teil hat an demselben Problem wie Interner Link"Planet Terror" zu knabbern: Er ist besser als er sein sollte. Da die "Indiana Jones"-Reihe eine verklärte B-Movie-Hommage ist, sind die digitalen Effekte (Stichwort Indy schaut mit dem Rücken zum Publikum auf ...) viel zu bombastisch und groß geraten. Sie hätten sich sehr leicht auch mit Miniaturmodellen erreichen lassen und damit wäre auch der Charme der Serie erhalten geblieben. Vielleicht befürchtete Lucas auch lediglich, dass das gegenwärtige Kinopublikum das Interesse an altmodischen Filmen verlieren würde, wo inzwischen ja bereits Schwarzweiß-Filme verpönt sind. Über die Matte Paintings lässt sich streiten, sie stören nicht wirklich, verleihen dem Film jedoch im Vergleich zur Trilogie, die gewollt staubig und dreckig daherkam, einen neuen, praktisch innovativen Ton (und grenzt sich damit von den ersten drei Teilen hab). Gerade deshalb wird auch die Lucassche Bemerkung zum Aussehen des Filmes (siehe oben) ad absurdum geführt. Eventuell ist dieser Look aber auch beabsichtigt, um explizit den vierten Teil von der Trilogie abzugrenzen, somit ein Zeichen, dass er als eigenständiger Film funktionieren möchte, losgelöst von seinem Setting in den dreißiger Jahren. Dahingehend würde sich dann auch der Einsatz von CGI-Tierchen inklusive Animatronics erklären, wenn ein digitales Erdmännchen zu Beginn des Filmes die Loslösung von der nationalsozialistischen Gefahr bedeutet. Die Affen später verstehen sich zum einen als Referenz zum Äffchen aus Interner Link"Raiders of the Lost Ark", als auch im Kontext ihrer Szene als Hommage an die Tarzan-Abenteuer der vierziger und fünfziger Jahre, die den Schauspielern Johnny Weissmüller, Lex Barker und Gordon Scott damals zu Ruhm verhalfen. Ein Punkt, der viel zur Akzeptanz des neuen Abenteuers beizutragen hat.



Um was geht es eigentlich im vierten Teil? Indy hat zu Beginn des Filmes Probleme mit den Sowjets, die ihn extra aus Mexiko geholt haben, weil sie Informationen bedürfen. Eingeführt wird die Szenerie wie es sich gehört mit dem Paramount-Hügel-Übergang und Spielberg führt Indy wieder zuerst mit dessen Schatten ein. Der Zeitsprung in die Fünfziger zuvor ist ebenfalls gelungen, jetzt wird die Antagonistin eingeführt: Colonel Dr. Irina Spalko (Cate Blanchett). Erahnte man in den Trailerbildern, dass Blanchett ihre Spalko mit dümmlicher Frisur zur Witzfigur abstempelt, wird sie das Publikum in den kommenden zwei Stunden vom Gegenteil überzeugen. Spalko ist ein ernst zu nehmender Gegner, neben Mola Ram wahrscheinlich der gefährlichste, mit dem es Indy bisher zu tun hatte. Blanchett spielt die Figur frei beschwingt, ihr russischer Akzent überzeugt ebenso wie sie selbst (und wird auch schön von Arianne Borbach, die synchronisierte Zweitsichtung lässt grüßen, transferiert).

Wirkt Ford zu Beginn des Filmes so alt wie er im wahren Leben ist, wird er mit jeder fortschreitenden Einstellung jünger und mehr zu Indy. Man merkt, hier steckt sein Herzblut drin. Ford spielt nicht Indy, nein, er ist Indy. Im Gegensatz zur Trilogie ist das Artefakt zu Beginn kein MacGuffin, sondern hängt mit dem finalen Artefakt respektive der Filmhandlung zusammen. Die Einleitung ist jedenfalls der stimmigste Teil des Filmes, ähnelt am meisten der Trilogie und macht perfekt Laune. Hieran knüpft sich eine Hommage an das Kino der fünfziger Jahre, welches die Gefahr des Kalten Krieges und die darauf resultierende Angst vor Nuklearwaffen (Interner Link"Godzilla", Interner Link"Them!") geschickt zu rezitieren weiß. Wer Fan der Sitcom Interner Link"Scrubs" ist, darf sich auf einen Cameo der besonderen Art freuen: Fords Interner Link"The Fugitive"-Genosse Neil Flynn taucht im Film auf. Entgegen von Thomas-Nero Wolff wird er aber von Michael Iwannek (u.a. Matthew Perry) gesprochen - was dem Spaß jedoch keinen Abbruch bereitet. Bevor weiter auf den Film eingegangen wird lässt sich noch sagen, dass obschon natürlich die Originalfassung vorzuziehen wäre, die Synchronisation eine gute Arbeit geleistet hat. Von Borbach bis zu Wolfgang Pampel (Ford) und David Turba (LaBeouf), sie alle leisten verhältnismäßig gute Arbeit, auch wenn man den Stimmen ihre durch die Aufnahmestudios verliehene Sterilität anmerkt.



Spielberg knüpft eiligst an die nächste Referenz an. Was als fragwürdige Einführung der Figur von Mutt Williams (Shia LaBeouf) erscheint, ist per se gesehen fast logisch. 1953 erschien "The Wild One", Elvis beherrscht die Musikcharts, da ist es nur verständlich, dass ein Jungspund wie Mutt sich an diesen beiden Charakteren orientiert und modelliert. Dass es sich bei LaBeouf um keinen guten Schauspieler handelt, lässt sich allein an der Tatsache ablesen, dass er 90% seiner Rollen inzwischen Papa Spielberg zu verdanken hat. Dabei darf man ihn nicht mit seiner Figur Mutt Williams verwechseln, die durchaus besser gelungen ist, als es LaBeoufs Schauspiel erwarten lässt. Er weiß jedoch im Vergleich zu Interner Link"Transformers" und Interner Link"Disturbia" weitaus besser zu überzeugen. Dennoch wäre ein Joseph Gordon-Levitt die bessere Wahl gewesen, von einem Kevin Costner als kleinem Bruder ganz zu schweigen.
Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass der Transfer in die fünfziger Jahre mehr als gelungen ist, die Stimmung, der Look, das Verhalten, alles fügt sich zu einem größeren Ganzen zusammen und funktioniert. Die heraufbeschworene Gefahr des Kommunismus scheint allgegenwärtig, macht selbst in Indys obligatorischer Ruhephase am Marshall College nicht halt. Hier unterläuft Spielberg ein kleiner Fauxpas, wenn er Jim Broadbent in einer verschandelten Rolle als Marcus Brody-Verschnitt für den bedauerlicherweise verstorbenen Denholm Elliott auflaufen lässt. Noch unverständlicher ist lediglich, weshalb beide Figuren sich in der synchronisierten Version Siezen, obschon sie selbsterklärte, jahrelange Freunde sind. Die nächste "Actionszene" wartet auf, Spielberg schraubt das Tempo hoch in seinem neuesten Film, die Momente am Marshall College selbst verweisen wiederum mehrfach auf frühere Ereignisse der Trilogie. Wie immer wird Indy auf die Suche nach einem Artefakt geschickt, für das er sich selbst kaum interessiert. War es die eigene Regierung, ein Dorfoberhaupt oder ein ominöser Finanzier, von selbst war Indy nie der Auslöser. Am ehesten spiegelt "Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull" hier noch Interner Link"Indiana Jones and the Last Crusade" wieder, geht es doch weniger um das Artefakt, als vielmehr um eine Rettungsaktion, welche wiederum mit ebenjenem Artefakt verbunden ist.


Das Artefakt selbst jedoch, ist wie gesagt das Problem des Filmes, zumindest wird es die Durchschiffung von Hybris und Charybdis für das Publikum werden. Wer unbeschadet durchgelangt, wird an dem Film seinen Narren fressen können. Vielleicht hat man sich mit der gewählten Thematik keinen Gefallen getan, auch wenn diese nicht sonderlich unglaubwürdiger wie die vorangegangenen Teile scheinen mag.
"Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull" selbst ist hier lediglich Kind seiner Zeit: der Fünfziger. Der Trailer offenbart es bereits teilweise, die Ereignisse von Roswell im Jahre 1947 spielen eine Rolle im Film, und zwar grundsätzlich. In den fünfziger Jahren kamen in Hollywood erstmals Filme über fliegende Untertassen und Außerirdische in die Kinos. Dazu zählt neben der ersten Adaption von H.G. Wells Interner Link"The War of the Worlds" auch Interner Link"The Day the Earth Stood Still" oder "Earth vs. the Flying Saucers". Im Jahrzehnt von Sputnik 1 befürchteten die Menschen eine Invasion aus dem All und würde "Kingdom of the Crystal Skull" nicht 2008, sondern 1958 in die Kinos kommen, wäre seine Handlung nichts Besonderes gewesen. Dies ist der Schlüssel zur Erkenntnis des gesamten Filmes, eine Erkenntnis, welche sich mir offen gestanden bei der ersten Sichtung nicht erschließen wollte. Doch man kann von einem "Indiana Jones" Ende der fünfziger Jahre nicht dasselbe erwarten wie von einem "Indiana Jones" am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Es ist eine andere Zeit, eine andere Ära, andere Ängste, andere Umstände. Auch dass Dr. Jones mehrfach und fast ausschließlich körperliche Unterstützung von Jungspund Mutt erhält, sollte man nicht verdammen. Der gute Professor geht auf die Sechzig zu, Spielberg huldigt den alten Indy oft, aber nicht ständig. Gerade diese Szenen sind im Grunde glaubwürdig und das Ende lässt zumindest hoffen, dass den Fans ein Indy-Franchise ohne Indy erspart bleibt. Der Film selbst hat ein etwas schwächeres Drehbuch, wie die Trilogie-Teile, unnötige Figuren wie Ray Winstone, Jim Broadbent und John Hurt, ist in der Mitte etwas zu rührselig, besitzt zu viel digitalen Schnick-Schnack und das Ende ist wie beschrieben grenzwertig, gewinnt jedoch vielleicht bei mehrmaligem Sehen dazu. Der Rest ist "totally Indy", die Ochiophobie, der Patriotismus, der Charme, der Zynismus, die Action, das Abenteuer. Mit dem vierten Film verhält es sich wie bei mancher Geburt: Es ist zwar nicht unbedingt ein Wunschkind, doch "lieben" tut man es dennoch. Ein durchaus würdiger Teil der Reihe. Nun ist aber auch gut.


"Put your hands down will you, you're embarrassing us." - Indiana Jones

Bildtechnisch schliddert die deutsche 2-Disc Special Edition Blu-ray Disc von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" haarscharf an der Höchstnote vorbei, präsentiert aber Demomaterial vom Feinsten, bei dem Spielberg und sein Kameramann, Janusz Kaminski auf eine 1950er Jahre-Optik setzen, dabei nie die Vorgänger aus den Augen lassen und perfekt den typischen Indie-Look kreieren. Dabei wartet das Bild mit kräftigen und satten Farben auf, welche in einem bräunlich-goldenen Look daherkommen. Der Kontrast erweist sich als sehr hoch und dennoch erscheint er in sich sehr ausgewogen und unterstreicht perfekt das gewollte Aussehen des vierten "Indiana Jones"-Filmes. Der Schwarzwert befindet sich ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau, ohne nötige Details missen zu lassen. Zudem gibt sich das Bild fast durchgehen sehr scharf und wartet mit vielen sehr detaillierten Szenen auf. Der Transfer zeichnet sich zudem durch eine sehr hohe Plastizität und Tiefenwirkung aus, insgesamt könnte die Schärfe aber kontiuierlicher ausfallen. Dies liegt aber meist an den Effektaufnahmen, denn sobald diese ins Spiel kommen, wird das Bild etwas weicher und sieht gekünstelt aus. Extrem wird es im letzten Drittel des Filmes. Das sehr feine Filmkorn ist durchgehend vorhanden, fällt aber kaum wirklich störend auf. Bleibt eigentlich nur noch die fehlerfrei arbeitende Kompression zu erwähnen. Defekte und Schmutz gibt es ebenfalls nicht, war bei dieser Produktion aber auch nicht anders zu erwarten.


Beim Sound muss sich die Blu-ray ebenfalls nicht verstecken und wir bekommen einen sehr feinen und lebendig abgemischten Mix spendiert, der mit vielen gut platzierten Effekte und Umgebungsgeräuschen aufwarten kann, die für ein atmosphärisches Klangbild sorgen und ein angenehmes Mittendringefühl entstehen lassen. Der Dynamikumfang ist gut gelungen, dafür dürfte der Hochtonbereich etwas präziser arbeiten. Auch wenn die Rears immer wieder für den Orchesterscore von John Williams genutzt werden und auch Umgebungsgeräusche und Effekte sich auf die Rears erstrecken, bleibt die Abmischung etwas hinter den Möglichkeiten zurück, vor allem was das Einbeziehen der Effektkanäle angeht. So dominiert immer noch die Front, welche aber mit sauberen und stets gut ausbalancierten Dialogen aufwarten darf. Hinzu kommt ein guter Basseinsatz, der stellenweise eine Menge Druck ausübt. Ingesamt wäre aber eine etwas bodenständigere Räumlichkeit wünschenswert gewesen, denn nach oben ist noch genügend Spielraum. Leider liefert Paramount uns keinen deutschen DolbyTrueHD-Mix wie bei der englischen Tonspur. Diese klingt weniger frontbezogen und die Kanäle werden um einiges präziser angesteuert. Zwar bleibt man auch hier etwas hinter den Erwartungen zurück, ingesamt erscheint der Mix aber ausgewogener und Dialoge, Score, Umgebungsgeräusche, sowie der Subwoofer klingen besser ausbalanciert. Aber auch hier fehlt das Tüpfelchen auf dem I. Und das obgleich uns hier gerade im letzten Drittel eine Menge kräftige und voluminöse Effekte geboten werden, die eine sehr gute Weiträumigkeit erzeugen und sich perfekt als Demomaterial eignen.


Das Bonusmaterial ist wirklich toll - auch ohne "Geschnittene Szenen" oder Audiokommentar ist der Informationsgehalt dermaßen hoch, dass es uns nicht schwer fällt, volle sechs Punkte zu geben. Angefangen auf der Hauptfilm-Disc mit dem interaktiven "Indiana Jones Zeitlinien"-Special, das komplett in englisch gehalten ist und bei dem wir anhand einer Tabelle und Zeitlinie eine Menge Infos und Fakten rund um das "Indiana Jones"-Universum erfahren. So geht man auch auf die realen Ereignisse der jeweiligen Zeitepoche ein und wir erfahren Hintergründe über den Zusammenhang mit den jeweiligen "Indiana Jones"-Filmen. Weiter geht es mit zwei Kinotrailern und zwei tollen Dokumentationen. "Die Rückkehr einer Legende" geht in 18 Minuten auf die langwierige Entstehungsgeschichte des vierten "Indy"-Streifens ein. Desweiteren dürfen Macher und Darsteller über die Entwicklung der Story und der Fertigstellung des Drehbuchs sprechen. So erfahren wir, dass Harrison Ford die treibende Kraft hinter dem vierten Teil war, Steven Spielberg jahrelang gegen eine Fortsetzung war und überredet werden musste. Weiter geht es mit "Vor-Produktion". Hier geht das Team in 13 Minuten auf die Vorbereitung zu den Dreharbeiten ein. Beide Dokus sind sehr ausführlich, ohne übermäßig lang zu sein und gewähren uns einen tiefen Einblick in die Produktion.

Auf der Bonus-Disc (ebenfalls eine Blu-ray) geht es mit dem "Produktionstagebuch" weiter, welches in sechs Themen unterteilt wurde und wie alle anderen Extras auf beiden Discs in High Definition vorliegt. So müssten Dokumentationen bzw. Making ofs immer aussehen. Vom ersten Drehtag an dürfen wir 81 Minuten lang der Produktionsgeschichte inkl. der Dreharbeiten über die Schulter. Hier werden keine Details ausgelassen. Von der Einführungssequenz über die Actionszenen bis hin zu den Stunts und dem Setdesign wird auf alles erdenkliche eingegangen und man lässt dabei nicht nur den Regisseur und den Produzenten zu Wort kommen, sondern auch die restlichen Beteiligten, deren harte Arbeit den vierten Teil erst möglich gemacht hat. Endlich einmal kein werbelastiger Promotionclip. Das nachfolgende Feature mit dem Titel "Das Make-up der Krieger" läuft zwar nur kapp 6 Minuten, gewährt uns aber einen sehr ausführlichen Einblick in die aufwendige Arbeit der Maskenbilder, die man nach Sichtung erst einmal wirklich zu schätzen weiß. Die nun folgenden 10 Minuten widmen sich den Kristallschädeln im Film, an deren Herstellung die Stan Winston Studios beteiligt waren. Trotz einer relativ kurzen Laufzeit erfährt man viel, was daran liegt, dass hier nahezu komplett auf unnötige Filmausschnitte verzichtet wird und hauptsächlich Setaufnahmen gezeigt werden, bei dem uns die für den Bereich wichtigen Personen durch das Special führen.
Auch knapp nur 10 Minuten lang, aber sehr ausführlich ist "Seltene Ausstattungsgegenstände". Hier zeigt man uns die wichtigsten Requisten aus dem Film und erläutert den Aufwand, der hinter den Beschaffungen oder dem Nachbau diverser Gegenstände steckt. Mit 22 Minuten wieder etwas länger, zeigt uns das Feature "Die Effekte von Indy" einen fantastischen und mehr als ausführlichen Überblick über die Effekte im Film. Es ist jedesmal erstaunlich wie viel am Computer entsteht, obgleich man dies gar nicht wahrnimmt. Aber auch "normale" Handmade-Effekte bekommen hier ihre Würdigung. Bei "Abenteuer in Vorproduktion" ärgert es vor allem, dass bei Paramount Deutschland wohl niemand weiß, dass Post-Production nicht "Vorproduktion" heißt und man nicht einmal bei der Untertitlung gemerkt hat, dass es hier um die Post-Production und nicht um die Pre-Production handelt. Aber abgesehen davon sind die vorliegenden 13 Minuten sehr sehenswert und gehen auf den "analogen" Filmschnitt und die Vertonung ein.
"Das Team Indy" stellt ein 3minütiger Schlussmonolog von Steven Spielberg dar, sowie eine Vorstellung der wichtigsten Teammitglieder. Doch das war noch lange nicht alles. Wir sehen jetzt noch drei verschiedene "Pre-Visualisierungs-Sequenzen", welche ingesamt 15 Minuten ausmachen und unkommentiert und mit Musik untermalt vorliegen. Eine sehr aufwendige Art der Storyboardentwicklung, da hier Animationen gezeigt werden und keine Zeichnungen, was während des Drehs ein effektives Arbeiten ermöglicht. Zum Schluss gibt es noch fünf Bildergalerien, welche verschiedene Themen beinhalten. So z.B. "Hinter den Kulissen-Fotografien", Einblicke in die "Stan Winstons Studios", "Produktionsfotos" etc. Ingesamt sind es über 400 Fotos in HD. Zum Schluss bleibt eigentlich nur noch das schöne Blu-ray-Menü zu erwähnen, welches auf beiden Discs toll animiert und mit Musik unterlegt abläuft. In puncto Verpackung hätten wir uns etwas mehr gewünscht, wobei das glänzende Cover nett ist, aber ein "altmodischer" Look mit dem Original-Kinomotiv und vielleicht eine Digipack-Edition hätten sicherlich noch das Sammlerherz höher schlagen lassen. Im übrigen wurde sämtliches Bonusmaterial in 15 Sprachen untertitelt.


"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" macht auf Blu-ray einen sehr guten Eindruck und versüßt den High Definition-Abend. Trotz kleinerer Mängel, welche de Special Edition den Platz auf dem Referenzthron streitig machen, ist es eine Disc, welche sich ideal zu Präsentationszwecken eignet. Das Bonusmaterial ist unglaublich umfangreich und bietet ein qualitativ hohes Niveau. Absolute Pflichtanschaffung - jetzt wird es aber langsam Zeit auch die anderen Teile auf Blu-ray zu veröffentlichen.


Film++++/-
Bild+++++/
Ton+++++-
Bonus++++++


Druckbare Version
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
News"Indiana Jones" - Die komplette Reihe auf Blu-ray
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