CH, USA 2014
Originaltitel:Transformers: Age of Extinction
Alternativtitel:Transformers 4
aka. Transformers: Lost Age
Länge:165:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Michael Bay
Buch:Ehren Kruger
Kamera:Amir Mokri
Musik:Steve Jablonsky
SFX:Industrial Light & Magic
Darsteller:Nicola Peltz, Mark Wahlberg, T.J. Miller, Stanley Tucci, Sophia Myles, Kelsey Grammer, Jack Reynor, Thomas Lennon, Abigail Klein, Titus Welliver, Li Bingbing, Victoria Summer
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2.40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Atmos (nur engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Griechisch, Isländisch, Portugiesisch, Slowakisch, Türkisch, Tschechisch, Ungarisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:11.12.2014 (Kauf)
Bonus:
Disc 2: Bonus
  • Bay & Action (10:45 Min., 1080p)
  • Evolution des Aussterbens:
    • Generation 2 (15:53 Min., 1080p)
    • Fahren wie der Teufel (13:29 Min., 1080p)
    • Kleine Stadt, großer Film (11:22 Min., 1080p)
    • Phantom Protokoll aktiviert (10:03 Min., 1080p)
    • Das letzte Gefecht (11:03 Min., 1080p)
    • Die Republik der Menschen (12:54 Min., 1080p)
    • Aufstieg der Dinobots (6:10 Min., 1080p)
    • Der letzte Schliff (23:10 Min., 1080p)
  • Wieder ein verdammt gigantischer Film (10:03 Min., 1080p)
  • Ein Funke Design (15:24 Min., 1080p)
  • T.J. Miller: Farm Hippie (19:43 Min., 1080p)
  • Trailer:
    • Trailer 1 (2:28 Min., 1080p)
    • Trailer 2 (2:28 Min., 1080p)
    • Kre-O Transformers: Begleitet uns durch die Filme (3:42 Min., 1080p)
    • Angry Birds Transformers: Die Entstehung (1:16 Min., 1080p)
Die unglaubliche Entdeckung eines Mannes wird die Welt in den Ausnahmezustand versetzen. Dabei werden die Grenzen der Technologie bis ins Unkontrollierbare überschritten und eine uralte Transformers-Macht die Erde an den Rand der Zerstörung bringen: Es ist die Ära des Untergangs. Der Kampf zwischen Mensch und Maschine, Gut und Böse, Freiheit und Versklavung steht unaufhaltsam bevor.
"Beat the robot! DJ Bay is in the house!"

Tja, nun also Bum-Bum-Roboter die vierte. Man muss sich ernsthaft fragen, wer eigentlich überhaupt einen dritten Aufguss der schon beim ersten Aufwärmen reichlich brackigen Brühe herbeisehnte. Sieht man die exorbitanten globalen Einspielergebnisse für die in jeder Hinsicht hanebüchene Roboter-Klopperei, erübrigt sich die Frage allerdings ganz schnell. Dass "Transformers 4" im Reich der Mitte sogar inzwischen "Titanic" als erfolgreichsten Film aller Zeiten abgelöst hat, wirft ein nachtschwarzes Bild auf den dortigen Massengeschmack. Natürlich wurde Regisseur Michael Bay auch schon völlig zu recht für die ersten beiden Sequels gescholten, so wie er generell ein beliebtes Opfer der etwas seriöseren Filmkritik ist. Was er allerdings mit Teil 4 verbrochen hat, stellt selbst den bisherigen Tiefpunkt (Interner LinkTeil 2) in einen Schatten von kontinentalen Ausmaßen.

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Gut 200 Millionen Dollar verpulverte Bay für eine der dümmsten, peinlichsten, langweiligsten und nervtötendsten Krawallorgien mindestens der letzten beiden Dekaden. Technisch erwartungsgemäß perfekt, aber komplett seelen-, substanz- und anspruchslos. Der Film ist ein einziges, lärmiges Zerstörungsspektakel, in dem sich ganze Heerscharen von mechanischen Dumpfbacken permanent gegenseitig auf die Blechbüchse geben und dabei - natürlich - ganze Metropolen verwüsten. Offenbar weiß auch Bay, dass dieses Szenario inzwischen einen Bart hat, der sich problemlos mehrmals um die Erde wickeln ließe. Der vermeintliche Ausweg aus diesem selbstverschuldeten Dilemma ist bei ihm dann aber leider so simpel wie vorhersehbar. Genau, mit dem Vorschlaghammer auf die Krawumm-Schraube.

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So kloppen sich nicht nur wie gewohnt die guten Autobots mit den bösen Decepticons um was auch immer, sondern diesmal kam man auf die glorreiche Idee, auch noch sogenannte Dinobots mitprügeln zu lassen. Das führt dann dazu, dass Bay im gefühlt fünften Finale des elendig langen Films eine blecherne Dinosaurierherde durch Hongkong trampeln lässt und damit die ohnehin bereits mehrfach kulminierte Lächerlichkeit und Infantilität noch einmal in nicht mehr für möglich gehaltene Höhen treibt. Bay inszeniert dabei wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen und wirft jegliches Gespür für Rhythmik und Choreographie fröhlich pfeifend über Bord. So bombardiert er sein offenkundig gänzlich unkritisches und alles andere als wählerisches Publikum mit einem völlig unkoordinierten Artilleriesperrfeuer an Effekten. Das hat frappierende Ähnlichkeit zu Niveau und Atmosphäre in einer Großraumdisco, bei der das willfährige Publikum zu lärmigem Billig-Techno und/oder Retorten-Dancefloor herumzappelt. DJ Bay is in the house!

Überflüssig zu erwähnen, dass die menschlichen Pappkameraden in diesem völlig sinnentleerten und geradezu aufreizend hirnlosen Spektakel nicht mehr zu tun haben als pausenlos Augen und Münder ihrer ausdruckslosen Gesichter aufzureißen und dabei dem umherfliegenden Schrott auszuweichen. Ausgerechnet Muskelprotz und Actionstar Mark Wahlberg darf hier für seinen Neu-Spezi Bay einen verplanten Hobbywissenschaftler geben, der in seiner texanischen Scheune einen auf Doc Brown macht. Das ist in ungefähr so stimmig wie Michael Bay als Regisseur eines subtilen Liebesdramas. Nicht, dass man den ständig herumkaspernden Shia LaBoef auch nur ansatzweise vermissen würde, aber ein zumindest rudimentäres Gespür für Casting hätte nicht geschadet.
Wenigstens erfüllt Nicola Peltz mal wieder perfekt das offenbar aus einem Konglomerat sämtlicher 90er-Jahre-Metal-Videos entsprungene Frauenbild Bays vom sexy Landei in Hot Pants. Megan Fox hätte jedenfalls nicht dümmer dreinschauen können. Der übrige Cast aus den üblichen Bad Guys und Sidekicks ist selbstredend auch eher physisch gefragt. Leider nicht ausschließlich.

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Denn hin und wieder dürfen bzw. müssen sie dann doch noch ein paar Dialogzeilen aufsagen, die aber in ihrer Plattheit, Überflüssigkeit und vor allem konsequenten Humorfreiheit dermaßen an der Peinlichkeitsschraube drehen, dass man sich sogar wieder die prügelnden Blechkübel herbeiwünscht. Das gilt allerdings nur wenn sie im Zerstörungsmodus sind. Denn leider sieht das durchgängig unter Groschenheftniveau dahinsegelnde Drehbuch auch für sie ein paar warme Worte vor. Und das unterbietet dann nochmals das Gefasel ihrer menschlichen Kollegen. Vor allem Ober-Transformer Optimus Prime ergeht sich in peinlichsten Pathos-Platitüden, die bestens in einem Glückskeks aufgehoben wären (ja, ja, immer schön den chinesischen Markt beachten!). Während Optimus also Kita-zielgerecht über Schicksal, Bestimmung und ähnlichen Käse schwadroniert, dürfen sich seine Kumpels in offenbar witzig gedachten Kabbeleien austoben, was - man ahnt es schon - ähnlich grandios scheitert.

Den Chinesen war es offenbar egal, schließlich durften sie mal ausgiebigst Hongkong als Mittelpunkt einer Hochglanz-Desaster-Schlachtplatte bewundern und dazu auch noch die heimischen Superstars Li Binbin (Film) und Han Geng (Pop) in einem richtigen US-Blockbuster herumtollen sehen. Wow, wow, wow, wow. Diese Form der brachialen Anbiederung passt wunderbar zu Michael Bay und hey, es hat ja auch mal wieder super funktioniert. Zumindest monetär, und das ist auch das Einzige was hier anvisiert war und unter dem Strich positiv zu vermerken ist.
Mann kann nur - mit Sicherheit vergeblich - hoffen, dass der Untertitel "Days of Extinction" (Ära des Untergangs) programmatisch hinsichtlich des Fortgangs der Reihe gemeint ist. Denn als Kunstprodukt ist "Transformers 4" ein megagroßes Nichts. Ein Nichts an Handlung, ein Nichts an Figuren, ein Nichts an Dialogen, ein Nichts an Logik, ein Nichts an Rhythmus und vor allem ein Nichts an Unterhaltungswert. Unfassbar dumm und unglaublich öde. Bay ist damit endgültig in der cineastischen Krabbelgruppe angekommen, wobei den lieben Kleinen der Roboter-Quatsch vermutlich zu lärmig wäre. Dann vielleicht doch lieber ab in die Großraum-Disse. Dort ist es ja auch so schön laut, hohl und platt. Beat the robot!

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Eins Vorweg: Die "Transformers" stellt für Paramount durchaus ein Prestige-Projekt für den Heimkino-Markt dar und sollte weltweit einige Millionen Taler einspielen. Diverse Sonderverpackungen werden hier in naher Zukunft folgen, doch die uns vorliegende Doppel-Disc-Edition trübt zumindest vom äußerlichen Erscheinungsbild etwas: Kein Schuber, mehr unnötige Informationen als nötig auf der Front und kein FSK-Wechselcover. Somit hat man bei dieser Variante zumindest schon einmal kein optisch ansprechendes Produkt in der Hand (es entsteht nicht einmal ein einheitliches Bild im Regal). Doch der Inhalt zählt, und da kann auch "Ära des Untergangs" überzeugen. Wir sagten bereits: Prestige-Projekt! Es war nicht anders zu erwarten, dass sich die Blu-ray bildtechnisch auf Referenz-Niveau bewegt.

Uns lag zwar nur die 2D-Version vor, doch diese zeigt, wie eine herausragende HD-Version für das heimische Kino auszusehen hat. Zwar verzichtet man auf das IMAX-Format und somit gibt es keinen Formatwechsel, doch damit lässt es sich leben, auch wenn bei 2.40:1 doch einiges an Bildinformation verloren geht. Die Bildschärfe ist überragend und lässt, bis auf die feinste Pore, jedes Detail erkennen. Hinzu kommen eine fantastische Tiefenwirkung und eine natürliche Plastizität. Besser kann sich ein Film kaum mehr präsentieren. Der leicht überhöhte Kontrast stört dabei nicht im Geringsten und unterstreicht die typische Bay-Optik. Auch die Farbgebung zeigt eine leichte Übersatuierung, wirkt wie der Kontrast aber ansonsten sehr natürlich und untermauert die vorbildliche Durchzeichnung. Die Kompression arbeitet tadellos und bis auf wenige Sequenzen zeigt sich das Bild frei von Filmkorn, ohne übermäßig digital zu wirken. Ganz im Gegenteil, "Transformers 4" überzeugt mit einem filmischen Look, und die wenigen körnigen Shots der nativen Filmszenen unterstreichen dies noch. Etwas negativ fallen eine Handvoll Sequenzen mit Banding-Problemen auf. Diese halten sich jedoch in Grenzen und erschüttern die ansonsten stabile Fassade kaum.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beim Ton steht der deutsche Zuschauer, für den dieses Produkt produziert wurde, mal wieder hinten an und bekommt lediglich einen Dolby Digital 5.1-Mix spendiert. Dieser bereits für die DVD-Version genommene Mix klingt zwar gut, mehr aber auch nicht. Es entsteht fast durchgehend eine angenehme Räumlichkeit mit ein paar gut platzierten und stimmigen Effekten, die sich nicht nur auf Actionszenen reduzieren. Doch der Abmischung fehlt es an Dynamik und Aggressivität. Sehr schnell bemerkt man die Grenzen, an der die 5.1-Kodierung mit einer eingeschränkten Bitrate von gerade mal 640kbps stößt. Sind die Dialoge noch gut zu verstehen, neigt man dennoch dazu, die Lautstärke über den üblichen Pegel zu drehen, nur um das Gefühl eines wuchtigen Soundgewitters zu bekommen. Doch Lautstärke macht noch keinen guten Sound, weshalb man in Anbetracht des technisch Möglichen schon enttäuscht sein darf.

Beim Originalton würden wir locker die Höchstnote vergeben, denn selten erlebt man solch einen realitätsnahen und glasklaren HD-Sound geboten wie hier. Das liegt aber u. a. nicht nur an der bombastischen Abmischung, sondern auch daran, dass wir es hier mit der ersten Blu-ray zu tun haben, die in Dolby Atmos abgemischt wurde. Herkömmliche Verstärker spielen den Mix natürlich auch ab, da der Dolby True HD 7.1-Coretrack enthalten ist. Wer also auf eine deutschen Synchronfassung verzichten kann, sollte in jedem Fall auf die englischsprachige Version schalten.

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Um den Hauptfilm in der bestmöglichen Qualität auf Blu-ray zu bannen, verlegte man das komplette Bonusmaterial auf eine Extra-Disc. Hier liegen alle Features in hochauflösender Qualität vor und wurden, wie auch der Hauptfilm, mit diversen Untertiteln ausgestattet.
Den Anfang macht das 10-minütige "Bay und Action", in dem Michael Bay und sein Bombast-Kino im Mittelpunkt stehen, während "Wieder ein verdammt gigantischer Film" einen witzigen Einblick in die Dreharbeiten gewährt. Dem Spielehersteller Hasbro gehören mit "Ein Funke Design" die nächsten 15 Minuten. Hier bekommt der Zuschauer einen netten Einblick in die Arbeit der Spielzeug-Designer geboten. Ein Schmunzeln soll einem "T. J. Miller: Farm Hippie" auf die Lippen zaubern. In 20 Minuten sehen wir den Darsteller, wie er mit einem Kamerateam versucht u. a. Mark Wahlberg und Michael Bay zu interviewen und sich bei ihnen für seine Rolle im Film zu bedanken. Dabei stößt er auf reichlich Abweisung, was natürlich nur ein Gag für das Bonusmaterial ist. Ganz nett, aber auch recht bemüht.

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Das Herzstück stellt die 8-teilige Dokumentation "Evolution des Aussterbens". In mehr als 2 Stunden wird die aufwendige Produktion von der ersten bis zur letzten Minute verfolgt und vermittelt einen interessanten Einblick mit reichlich technischen Infos und Interviews. Abschließend enthält die Disc noch zwei Trailer zum Film, einen zu "Angry Bird: Transfomers" und einen Spot zu Hasbros "Kre-O Transformers".

Was den Film inhaltlich unerträglich macht, macht die Disc technisch wieder wett. Ein fantastisches Bild und zumindest im Originalton bombastischer Sound unterstreichen das substanzlose Actionfeuerwerk auf dem Bildschirm. Auch das Bonusmaterial ist ansprechend, wenn auch nicht mehr so umfangreich wie bei den vorherigen Veröffentlichungen.


Film++----
Bild++++++
Ton++++/-
Bonus++++/-



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