IT 1977
Originaltitel:Sette Note in Nero
Alternativtitel:Dolce Come Morire
aka. Emmurée vivante, L'
aka. Murder to the Tune of the Seven Black Notes
aka. Psychic, The
aka. Seven Notes in Black
Länge:97:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Lucio Fulci
Buch:Lucio Fulci, Roberto Gianviti, Dardano Sacchetti
Kamera:Sergio Salvati
Musik:Franco Bixio, Fabio Frizzi, Vince Tempera
SFX:Maurizio Giustini
Darsteller:Jennifer O'Neill, Gabriele Ferzetti, Marc Porel, Gianni Garko, Jenny Tamburi, Ida Galli, Fabrizio Jovine, Riccardo Parisio Perrotti, Loredana Savelli, Salvatore Puntillo, Bruno Corazzari, Vito Passeri
Vertrieb:'84 Entertainment
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 2.0 Mono (engl.), DTS-HD Master Audio 1.0 Mono (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch (Zwangsuntertitel)
Verpackung:Mediabook
Blu-ray-Start:01.12.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 16-seitiges Booklet
Disc 1: Blu-ray
  • Audiokommentar mit Marcus Stiglegger
  • Englischer Original-Trailer (1:05 Min., 567i)
  • Promo-Teaser (1:40 Min., 720p)
  • Deutscher Trailer (3:16 Min., 720p)
  • Italienischer Vorspann (3:48 Min., 480i)
  • Italienischer Abspann (1:19 Min., 480i)
Disc 2: DVD
  • Hauptfilm in SD (99:33 Min.)
  • Audiokommentar mit Marcus Stiglegger
  • Englischer Original-Trailer (1:05 Min.)
  • Promo-Teaser (1:40 Min.)
  • Deutscher Trailer (3:16 Min.)
  • Italienischer Vorspann (3:48 Min.)
  • Italienischer Abspann (1:19 Min.)
Disc 3: Bonus-DVD
  • Fabio Frizzi: Die frühen Jahre (14:19 Min.)
  • Die Entstehung der Filmmusik (8:54 Min.)
  • Gianni Garko: Erinnerungen an eine Karriere (13:17 Min.)
  • Inside "Sette Note di Nero" (4:03 Min.)
  • Stimmen in Schwarz (24:41 Min.)
  • Fabio Traversari (5:42 Min.)
  • Das Remake (4:56 Min.)
  • Bildergalerie (0:55 Min.)
  • Trailershow:
    • Suspiria (1:06 Min.)
    • Das Haus der Verfluchten (2:02 Min.)
    • Der Hexenjäger (2:29 Min.)
    • Astaron: Die Brut des Schreckens (2:29 Min.)
    • The Devil's Rock (1:40 Min.)
    • Hellraiser IV: Bloodline (1:19 Min.)
    • Lucio Fulci's Conquest (2:44 Min.)
Seit dem Selbstmord ihrer Mutter hat Virginia immer wieder merkwürdige Visionen. Eines Tages verfolgen sie plötzlich grauenhafte Bilder einer ermordeten Frau und seltsame Erinnerungssplitter, die sie nicht zuordnen kann. Inzwischen lebt sie an der Seite eines reichen Ehemanns in Italien und beschließt, dessen seit Jahren leer stehendes Landhaus zu renovieren. Doch genau dort finden sich die ersten verräterischen Gemeinsamkeiten zu den unheimlichen Bildern aus ihrem Kopf. Niemand will ihr glauben, nur ihr Psychologe und Freund Luca Fattori hilft ihr dabei, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Stück für Stück kommen die beiden einem grauenhaften Geheimnis aus der Vergangenheit gefährlich nahe.
Ja, das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. "The Psychic" aka. "Die sieben schwarzen Noten" ist tatsächlich von Lucio Fulci. Von dem Fulci, der zwei Jahre später dann leider dazu übergehen musste, sich als Rip-Off-Regisseur diverser Zombieschmoddereien anheuern zu lassen, um auf der großen Horrorwelle noch ein bisschen Reibach für Bella Italia zu machen. Natürlich haben Fulcis Zombie-Filme wie Interner Link"Woodoo" oder Interner Link"Geisterstadt der Zombies" ihre weltweit treue Anhängerschaft, aber das soll trotz einprägsamer Bilder nicht darüber hinwegtäuschen, dass es wenig zusammenhängende und schwache Filme sind, die vielleicht eine Erfahrung, aber kaum ein Erlebnis darstellen. "Die sieben schwarzen Noten" beweist, dass der Mann durchaus ein wunderbares Händchen für Geschichten hatte, ausgesprochen stilsicher und atmosphärisch inszenieren konnte und dies auch noch in sehr geschlossener Form. Eine Schande, dass ausgerechnet dieser Fulci bis zu dieser vorliegenden Veröffentlichung von '84 Entertainment ein Schattendasein fristete und kaum Beachtung fand.

Die sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen Noten

"Sette note in nero" - der italienische Titel bezieht sich auf eine Uhrenmelodie, die im Film eine entscheidende Rolle spielt - erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die medial begabt ist. Sie hat bereits als Kind den Freitod der Mutter im Geiste mit ansehen müssen (der dazugehörige Klippensturz ist ausgesprochen griffig inszeniert) und ist jetzt erwachsen, mit einem wohlhabenden Mann verheiratet und in der Gesellschaft eines gutaussehenden Psychiaters. Doch eines schönen Heimwegs vom Flughafen durchlebt sie bei einer Tunneldurchfahrt eine Vision, eine lose Reihe von Eindrücken, die auf einen oder mehrere Morde hinweisen. Als sie später in einem Landsitz ein Zimmer betritt, erkennt sie es aus ihrer Vision wieder und kann nicht widerstehen, eine Wand aufzuhacken, die in ihrer Vision geöffnet wird - und sie findet ein menschliches Skelett. Alsbald interessiert sich also die Polizei für ihr Umfeld, speziell für ihren Mann, der für die fraglichen Einmauerungstermine nicht unbedingt ein Alibi hat.

Die sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen Noten

Viel Mystery, wenig wirklich Übernatürliches: Bis auf die eine Vision bleibt die "andere Seite" außen vor in dieser Geschichte, die natürlich von den detektivischen Bemühungen der Hauptfigur handelt, die Tat aufzuklären, ihren Mann zu entlasten und das Mordopfer zu identifizieren. Dabei wird die Geschichte ruhig und folgerichtig mit feiner Handschrift entwickelt. Nichts also für Giallo-Freunde der reißerischen Natur, die alle paar Minuten auf eine neue Frauenleiche haschen, sondern eher ein stimmiges Konstrukt mit erlesener Ausstattung, wunderbarer Farbgebung und Ausleuchtung sowie zeitweiser Weichzeichnerverwendung, was der Produktion einen traumhaften Anstrich verleiht.
Die typischen Elemente eines Giallos, Orte, Anordnungen, Kunstobjekte, Fetischisierungen, das alles ist vorhanden, jedoch setzt dieser Film mehr auf das kriminalistische Puzzlespiel. Darin liegt jedoch auch die Hauptschwäche des Films, denn der gesamte finale Clou beruht auf einem ganz bestimmten giallo-typischen Plot-Twist, der etwa nach zwei Dritteln des Films kommt, jedoch auch für den ganz normalen Zuschauer schon nach relativ kurzer Zeit offensichtlich wird. Geschieht das, ahnt man auch, was es mit den Visionen auf sich hat, und "Die sieben schwarzen Noten" steigert sich in eine gewisse Unausweichlichkeit, die erst mit der letzten, der Poe'schen Pointe wieder etwas aufgebessert wird. Sofern man diese erzählerische Schwäche ignorieren kann, ist es möglich, sich an Fulcis Inszenierung richtiggehend satt zu sehen, an den leicht überzeichneten Charakteren (Fulci schrieb am Drehbuch mit, gemeinsam mit seinem Stammautor Sacchetti) und an Jennifer O'Neills (Interner Link"Scanners") wunderbarem Spiel. Es ist nicht der typischste und der beste Giallo aller Zeiten, aber es ist ein feiner Mystery-Thriller mit einem so schönen Twist, dass sich sogar Onkel Tarantino für Interner Link"Kill Bill Vol.1" ein bisschen was vom Score klaute.

Die sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen Noten

"Die sieben schwarzen Noten" stammt aus dem Jahre 1977. All die Jahrzehnte gelang es nicht, ihn mit einer Veröffentlichung in Deutschland zu würdigen. An der Qualität kann es wahrlich nicht liegen. '84 Entertainment veröffentlicht diesen Klassiker erstmals in Deutschland und ließ ihn dafür synchronisieren. Die Tonspur liegt in Mono vor und wurde auf beide Frontlautsprecher gelegt. Es wurde Wert darauf gelegt, den Flair der 70er Jahre einzufangen, was zufolge hat, dass die Synchronisation sehr hochwertig, die Klangqualität aber etwas retro wirkt. Das passt perfekt zum Film und leistet sich keine Ausreißer oder Fehler. Dialoge sind sehr gut zu verstehen, klingen allerdings nicht so steril wie viele der neuen Synchronisationen. Vielmehr bekommt der Zuschauer das Gefühl, der Mix stamme tatsächlich aus den späten 70er Jahren, was u. a. an den etwas dumpfen Höhen, den eingeschränkten Mitten und einem dezenten Rauschen liegt. Musik und Nebengeräusche werden gut wiedergegeben, erinnern aber auch nicht an Tonspuren aus der heutigen Zeit. Im Hochtonbereich neigt der Klang zu etwas Klirren, was ebenfalls der Atmosphäre der Tonspur zugute kommt. Der englische Mix liegt ebenfalls in Mono vor und musste aus lizenzrechtlichen Gründen mit festen deutschen Untertiteln versehen werden. Qualitativ ist er jedoch der deutsche Ton vorzuziehen. Die englische Synchronisation klingt dumpfer, blechern und verzerrt deutlich im Hochtonbereich. Auch Nebengeräusche und vor allem der Score hinterlassen einen weit weniger natürlichen Eindruck als die deutsche Tonspur. Rauschen fällt im Hintergrund ebenfalls auf, klingt aber weniger prägnant als in der deutschen Fassung, die ohnehin lauter abgemischt wurde.

Die sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen Noten
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Der HD-Transfer aus Italien hinterlässt auf den ersten Blick einen zufriedenstellenden Eindruck, wurde allerdings mit "Fake-Grain" bearbeitet. Das heißt: Nach der Abtastung wurde das Bild vom italienischen Rechteinhaber gefiltert und nachträglich wieder mit künstlichem Filmkorn versehen, um eine filmische Optik zu garantieren. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass dem ohnehin sehr weich gezeichneten Film dadurch feine Details verloren gehen. Die Schärfe ist zwar gut, doch die Unsitte, künstliches Rauschen hinzuzufügen, wird in Italien seit Ewigkeiten exzessiv praktiziert. Das ist für den Kunden ebenso ärgerlich wie für das Label, welches kaum die Möglichkeit bekommt, das Material selbst abzutasten. Also blieb auch '84 Entertainment keine andere Wahl, als das zu nehmen, was ihnen vorgesetzt wurde.
Im Fall von "Die sieben schwarzen Noten" wird dem Zuschauer zumindest kein "Brei" oder massiv "wächserne" Bilder geboten. Die Schärfe hebt sich deutlich von den alten DVDs ab und sticht auch die beiliegende, neuere DVD nochmal aus. Die Konturen werden sauber gezeichnet, wirken nicht künstlich nachgeschärft, und Kontrast und Farbgebung dürfen ebenfalls als durchweg natürlich und teilweise kräftig bezeichnet werden. Die hin und wieder auftauchende Überstrahlung von hellen Flächen ist nicht zuletzt der Produktion geschuldet und darf u. a. als Stilmittel angesehen werden. Überraschend ist, dass das Bild nahezu frei von Schmutz und Defekten ist. Es scheint eine sehr gut erhaltene Vorlagen für die Abtastung genutzt worden zu sein, was den Einsatz von Filtern und künstlichem Grain umso drastischer macht. Positiv anzumerken ist das sauber Encoding. '84 Entertainment hat also alles richtig gemacht, und als Zuschauer darf man mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.

Die sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen Noten

Das optisch sehr schöne Mediabook wird mit 3 Discs ausgeliefert, wobei Hauptfilm und Extras jeweils auf DVD und Blu-ray vorliegen. Die dritte Disc enthält zusätzliches Bonusmaterial. Doch fangen wir mit den Hauptfilm-Discs an: Neben diversen Trailern, einem Teaser und dem alten italienischen Vor- und Abspann hat der von uns sehr geschätzte Dr. Marcus Stiglegger einen Audiokommentar zum Film eingesprochen, den alleine bestreitet. Sicherlich wäre ein Gesprächspartner zur Auflockerung nicht schlecht gewesen, doch im Gegensatz zum informativen, aber weniger zugänglichen Kommentar der Interner Link"Scanners"-Veröffentlichung von Subkultur fällt es dem Zuschauer hier deutlich leichter, der Vielzahl an interessanten Hintergrundinformationen zu lauschen. Auf der zusätzlichen DVD befindet sich das eigentliche Herzstück des Bonusmaterials: Neben einer umfangreichen Bildergalerie sowie einer Trailershow mit Programm-Highlights weiterer '84 Entertainment-Veröffentlichungen befinden sich gleich sieben tolle Mini-Dokus auf der DVD. Den Anfang macht das 14-minütige Interview "Fabio Frizzi: Die frühen Jahre", in welchem der legendäre Komponist über seine Kindheit spricht und wie er ins Musik- bzw. Filmgeschäft kam. Er geht dabei sehr ausführlich auf einige seiner Filme ein und lässt die Arbeit an den jeweiligen Projekten Revue passieren. Die Entstehung der Filmmusik beschäftigt sich weiter mit Frizzi und seiner Arbeit an "Die sieben schwarzen Noten". Auch hier bekommt der Zuschauer einen sehr schönen sieben schwarzen NotenEinblick in die Arbeiten des Komponisten und erfährt eine Menge Anekdoten über die Produktion.
In den nachfolgenden 13 Minuten erinnert sich Gianni Garko an seine Karriere und gibt ein tiefen Einblick in sein Leben als Schauspieler. "Inside 'Sette Note di Nero'" fällt mit 4 Minuten kurz aus und ist eine Mischung aus Filmausschnitten und Essays über die Entstehung des Films, während die Dokumentation "Stimmen in Schwarz" mit ganzen 24 Minuten zu Buche schlägt. Auch hier erinnert man sich noch einmal an Fulcis Klassiker und lässt u. a. Filmhistoriker, Darsteller und Komponisten zu Wort kommen. Alle geben einen ausführlichen Einblick in die Entstehung von "Die sieben schwarzen Noten", ohne dass es sich wesentlich mit anderen Features überschneidet. Unter dem Menüpunkt Fabio Traversari darf der italienische Spezialeffekte-Künstler kurz zu Wort kommen. Traversari war zwar nicht durchgängig am Film beteiligt und wird auch nicht im Abspann erwähnt, allerdings war er bei der aufwendigen Szene an den Klippen dabei und kann in knapp 5 Minuten eine Menge über die Entstehung dieser Szene erzählen. Abgeschlossen wird das Bonusmaterial mit einer 5 Minuten langen Doku über das damals geplante Remake, welches unter amerikanischer Führung gedreht werden sollte. Der Tenor der Interviews ist ziemlich eindeutig: Mehr als Lobpreisungen für Fulci würden sie darin nicht sehen ...

Die sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen NotenDie sieben schwarzen Noten

Mit dem Zusatzmaterial hat der Zuschauer alle nötigen Infos zum Filmklassiker - und das sogar komplett deutsch untertitelt. Abgerundet wird dies mit einem 16-seitigen Booklet mit Filmtext und einem interessanten Interview mit Fabio Frizzi. Fulci-Fans können also blind zugreifen, denn technisch als auch inhaltlich wird dem Käufer eine runde Sache geboten. Das Mediabook ist auf 2000 Stück limitiert und einzeln nummeriert.


Film++++/-
Bild++++--
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Bonus+++++-



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