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USA 2014
Originaltitel:Hercules
Alternativtitel:Hercules 3D
Länge:101:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Brett Ratner
Buch:Ryan Condal, Evan Spiliotopoulos
Kamera:Dante Spinotti
Musik:Fernando Velázquez, Johannes Vogel
SFX:Neil Corbould
Darsteller:Dwayne Johnson, Ian McShane, John Hurt, Rufus Sewell, Aksel Hennie, Ingrid Bolsø Berdal, Reece Ritchie, Joseph Fiennes, Tobias Santelmann, Peter Mullan, Rebecca Ferguson, Isaac Andrews
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 7.1 (nur engl.), Dolby Digital 5.1 (dt., franz., ital., span., Audiodeskription für Sehbehinderte)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Audiodeskription für Sehbehinderte
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:02.01.2015 (Kauf)
Bonus:
Disc 1: Kinofassung in 3D
  • Hauptfilm in 3D (98:04 Min., 1080p)
Disc 2: Kinofassung und Extendend Cut
  • Extendend Cut in 2D (101:35 Min., 1080p)
  • Kinofassung in 2D (98:04 Min., 1080p)
  • Audiokommentar von Brett Ratner und Beau Flynn (nur Kinofassung)
  • Brett Ratner und Dwayne Johnson: Eine Einführung (5:32 Min., 1080p)
  • Hercules und seine Söldner (11:07 Min., 1080p)
  • Waffen! (5:24 Min., 1080p)
  • Die Bessi-Schlacht (11:54 Min., 1080p)
  • Die Effekte von Hercules (12:28 Min., 1080p)
  • Entfernte / Erweiterte Szenen:
    • Zeus & Alkmene (1:00 Min., 1080p)
    • Gryza (0:41 Min., 1080p)
    • Erweitertes Training (1:43 Min., 1080p)
    • Sitakles und Atalanta (1:28 Min., 1080p)
    • Worte für Arius (0:27 Min., 1080p)
    • Nachwirkungen (0:35 Min., 1080p)
    • Phineas wird gerettet (0:54 Min., 1080p)
    • Hercules wird verbannt (1:02 Min., 1080p)
    • Blutrausch (1:06 Min., 1080p)
    • Phineas wird enttarnt (0:38 Min., 1080p)
    • Längere Rede von Hercules (0:52 Min., 1080p)
    • Atalanta erschießt Phineas (0:14 Min., 1080p)
    • Phineas flüchtet (1:26 Min., 1080p)
    • Das Begräbnis von Tydeuas (0:36 Min., 1080p)
    • Alternatives Ende (1:42 Min., 1080p)
Inmitten einer wahren Welle von Fantasy-Actionfilmen und Comicadaptionen wollte auch Brett Ratner mitmischen und adaptierte die Graphic Novel "Hercules: The Thracian Wars" von Steve Moore. Viele der protzigen Trailermomente frühstückt "Hercules" aber mit fast schon erfrischender Frechheit in der Auftaktszene herunter: Der gefangene Iolaus (Reece Ritchie) erzählt einer Horde von Piraten von den Heldentaten seines Cousins Herkules (Dwayne Johnson), ehe der Angesprochene auftaucht und die Piraten scheinbar im Alleingang dezimiert, de facto aber von einer kleinen Schar Getreuer unterstützt wird, wie der Film zeigt. Die Arbeit am Mythos ist eines der großen Themen, das zeigt die Auftaktszene bereits, ehe der Film Herkules auf dem Weg zur eigentlichen Haupthandlung folgt. Denn in einer Taverne spricht Ergenia (Rebecca Ferguson), die Tochter des thrakischen Königs Cotys (John Hurt), Herkules und seine Getreuen an. Dabei handelt es sich um den Geschichtenerzähler Iolaus, den Seher Amphiaraus (Ian McShane), den taffen Messerwerfer Autolycus (Rufus Sewell), den stummen Berserker Tydeus (Aksel Hennie) und die Bogenschützin Atlanta (Ingrid Bolsø Berdal), deren Geschichten mit der von Herkules verwoben sind. Großartige Tiefe entwickelt das muntere Völkchen nicht, doch Ratner schafft es, den Gefährten das richtige Mindestmaß an Background und eigener Geschichte zu geben, sodass sie mehr als nur eine bunte Reisebegleitung sind und ihr eigenes Profil entwickeln. Herkules und seine kleine Kriegertruppe Cotys im Kampf gegen Rebellen, die sein Königreich bedrohen, beistehen und die Armee Cotys' entsprechend ausbilden. Doch ihre Gegner sind zäh und klug, zumal man munkelt, dass es sich bei ihnen um Zentauren handeln soll ...

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Natürlich ist dies strittig, denn "Hercules" versucht, sich an einer realistischen Erdung der griechischen Sage. Zumindest die Hydra-Sage wird in einer Rückblende natürlich erklärt, die im Gegensatz zu den mythischen Erzählungen Iolaus' steht, und einige Comicbilder im Abspann setzen sich mit anderen Kämpfen auseinander, die Herkules zumindest nicht alleine, sondern unterstützt von seinen Helferlein bestritt. Und doch lässt Ratners Film immer wieder die Möglichkeit offen, dass die Legende doch wahr sein könnte, lässt Herkules gerade im Finale einen schier übermenschlichen Kraftakt vollziehen, der seinen Status als Halbgott beweisen könnte, was ein durchaus geschickter Zug ist, denn die Tatsache, dass das Spannungsfeld zwischen mythischer Überhöhung und geerdeter Realität nie ganz aufgelöst wird, hält das Interesse an der Figur wach.

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Ratners Blockbusterspektakel ist kein Traktat zu Heldenfiguren, sondern in erster Linie massentaugliche Fantasy-Action, aber als solches hat der Film, zumindest in der ersten Hälfte, reichlich Zug. Das Scharmützel mit den Piraten ist ein starker Opener, doch auch die erste groß angelegte Schlacht gegen grün angemalte Gegner überzeugt als gut choreographierte und recht wuchtige Action, die in der Extended Version des Films auch die eine oder andere Härte bietet. Inszenatorisch kann man Ratner keine Vorwürfe machen, der sich mal wieder als solider Handwerker erweist und erfreulicherweise die Übersicht im Kampfgetümmel bewahrt. Zudem kann "Hercules" mit starker Trickarbeit aufwarten, die allerdings größtenteils in den ersten Minuten bei der Legendenbebilderung verbraten wird, außerdem mit traumhaften Panoramaaufnahmen der Landschaften, die wahlweise durchwandert werden oder als Schlachtfeld dienen. Gelegentliche ironische Einsprengsel lockern das Treiben auf, während die meist nicht gerade rosigen Hintergrundgeschichten der Hauptfiguren für ein paar Ecken und Kanten sorgen – gerade im Falle von Herkules, der Frau und Kinder verlor, anscheinend durch die eigene Hand, nachdem der Konsum alkoholischer Getränke und verinnerlichte Schlachtfeldraserei eine ungute Mischung bildeten. Schade nur, dass einige Ansätze, etwa die Frage, ob Atlanta mehr als freundschaftliche Gefühle für Herkules hat, nicht weiter entwickelt werden.

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Allerdings fehlt es Brett Ratner und seinen Drehbuchautoren an dem Willen oder der Kreativität, das Niveau in der zweiten Hälfte zu halten, erzählerisch wie auch inszenatorisch. Ein paar Plottwists aus der Mottenkiste lassen Herkules und seine Gefährten noch einmal für das Gute, nicht für Geld in die Schlacht ziehen, und ein persönliches Unrecht kann auf dem Wege gleich auch noch mal ausgeglichen werden, da auch antike Schurken sich anscheinend gerne austauschen und zusammentun. Auch das Kampfgetümmel ist in der zweiten Hälfte durchaus solide, bietet aber keine Steigerung zu den Actionszenen der ersten Hälfte, fällt sogar etwas ab, was gerade den Showdown trotz eines imposanten Zerstörungsmoments eher wie eine Antiklimax, weniger wie ein würdiges Finale, wirken lässt.
Dwayne 'The Rock' Johnson muss hier auch nur seine "Scorpion King"-Rolle aufkochen, was ihm brauchbar gelingt, während im Supportcast vor allem Rufus Sewell, Ian McShane und Ingrid Bolsø Berdal als Szenenklauer mehrere starke Momente haben. John Hurt läuft auf Autopilot, Joseph Fiennes kommt leider nie im Film an und wirkt in seinen Szenen eher hilflos, während Rebecca Ferguson leider stets hinter Berdal zu verschwinden droht, die mehr Präsenz zeigt und noch dazu die dankbarere der beiden größeren Frauenrollen hier auf den Leib geschrieben bekommen hat.

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Alles in allem war das Potential für einen spaßigen Fantasy-Actioner bei "Hercules" auf jeden Fall vorhanden, denn gerade die erste Hälfte liefert knackige Kampfszenen und interessante Ansätze zu möglichen Hintergründen des Herkules-Mythos, zumal die Besetzung größtenteils überzeugt und der Film in Sachen Ausstattung, Locations und Effekte keine Klagen aufkommen lässt. Blöd nur, dass "Hercules" sein Potential in Hälfte zwei nie auszunutzen weiß und neben Standardkloppereien nur noch ein 08/15-Finish für einen Film bietet, der durchaus vielversprechend anfing.

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Die dem Test vorliegende 2-Disc-Edition von "Hercules" enthält den knapp 3 Minuten längeren Extended-Cut in 2D und die Kinofassung sowohl in 2D als auch in einer stereoskopischen Variante. Letztere basiert auf einer nachträglich in 3D konvertierten Fassung, was man dem Bild ansieht. Dennoch erzielt die 3D-Version seine Wirkung beim Zuschauer. Der Schärfegrad fällt sehr hoch aus, und es gibt nur wenige Momente, in denen die Schärfe und die Detaildarstellung etwas nachlassen. Auch die Tiefenwirkung kann grundsätzlich als gelungen bezeichnet werden, zeigt sich aber auch wie die Plastizität besonders ausgeprägt. Trotz Konvertierung gibt es vereinzelte Pop-Out-Effekte, die ihren Zweck erfüllen, jedoch nicht selten zu künstlich und übertrieben wirken. Der Kontrastwert ist gut, und auch die Farben werden natürlich wiedergegeben, doch in einigen Szenen wirkt der Schwarzwert deutlich zu hell, wodurch ein etwas flacher Bildeindruck entsteht. Dies trübt den Gesamteindruck aber nicht allzu stark, auch wenn es in dunklen Szenen zu einem dezenten Detailverlust kommen kann und geringe Ghosting-Artefakte wahrzunehmen sind.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Wer ohnehin nur die Extended-Fassung sehen möchte, muss sich über das 3D-Bild keine Gedanken zu machen, denn lediglich die Kinoversion liegt im stereoskopischen Format vor. Auf der zweiten Disc kann der Käufer zwischen der Kino- und der erweiterten Fassung in 2D wählen. Beide sehen in vielen Momenten erheblich besser aus als die 3D-Variante. Die Schärfe ist sehr gut, und auch die Detailzeichnung überzeugt bis auf einige Effekt-Shots nahezu permanent. Der Kontrast ist auf einem konstant hohen Level und bietet einen satten Schwarzwert, wodurch eine gelungene Durchzeichnung entsteht. Das Bild erreicht zwar nicht die Tiefe der stereoskopischen Fassung, wirkt aber homogener, wartet mit einer natürlichen und kräftigen Farbdarstellung auf, und im Gegensatz zur 3D-Fassung fällt der Detailverlust in dunklen Bildbereich äußerst gering aus.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Es war kaum anders zu erwarten, doch Paramount veröffentlicht die deutsche Tonspur wieder nur in Dolby Digital 5.1, während die englische Originalspur im verlustfreien HD-Mehrkanalton aufgespielt wurde. Diese erzielt stellenweise sogar Referenzwerte, bietet einen nahezu perfekten Dynamikumfang und trumpft vor allem im Bereich der Feindetailwiedergabe sowie dem Bass auf. Da kann die deutsche Synchronspur nicht mithalten. Die Räumlichkeit wird zwar durchweg erzeugt, und auch direktionale Effekte sind keine Seltenheit, doch weder im Detailbereich noch beim Subwoofer werden Werte erreicht, die über den soliden Durchschnitt hinausreichen. Zudem klingt es im Vergleich zum HD-Mix um einiges leiser und weniger homogen. Dialoge werden zwar gut wiedergegeben, könnten aber kräftiger aus dem Center kommen. Am Ende bleiben eine solide deutsche Tonspur und ein bombastischer Original-Mix. Wer auf eine deutsche Synchronisation verzichten kann, schaltet auf den Originalton. Untertitel sind optional, zudem gibt es eine Audiodeskription für Sehbehinderte.

Das Bonusmaterial befindet sich komplett auf der 2D-Disc mit der Kinofassung und dem längeren Extended Cut. Ärgerlich, dass der Audiokommentar von Regisseur Brett Ratner und Beau Flynn nur auf der Kinofassung vorhanden ist. Der deutsch untertitelte Kommentar beinhaltet eine Vielzahl an interessanten Informationen zur Produktion. Allerdings fällt das Ganze etwas zu PR-lastig aus, und beide überschütten sich mit Lob. Neben knapp 15 Minuten an entfernten und erweiterten Szenen enthält das Bonusmaterial noch diverse "Hinter-den-Kulissen"-Featurettes, die verschiedene Aspekte der Produktion durchleuchten: Im 6-minütigen "Brett Ratner und Dwayne Johnson: Eine Einführung" bekommt der Zuschauer einen allgemeinen und sehr oberflächlichen Einblick in die Entstehung von "Hercules", während sich "Hercules und seine Söldner" in 11 Minuten mit den Nebenfiguren und Darstellern beschäftigt. Im 5 Minuten langen "Waffen" sprechen die Macher über diverse im Film vorkommende Waffen, und in "Die Bessi-Schlacht" bekommt der Zuschauer in 12 Minuten die Entstehung der ersten großen Kampfszene zu sehen. Als Abschluss darf man sich über das 12-minütige "Die Effekte von Hercules" freuen, in welchem man mehr über die CGI- und praktischen Effekte im Film erfahren kann. Die Extras liegen alle in hochauflösender Qualität vor und wurden deutsch untertitelt. Inhaltlich recht oberflächliches, aber zumindest nicht ganz unbrauchbares Bonusmaterial. Einen Trailer zum Hauptfilm gibt es leider nicht.

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"Hercules" ist einer von vielen seelenlosen Blockbusterspektakeln, die in den letzten Jahren die Kinos heimsuchten: anschaubar, aber substanzlos und nach der ersten Sichtung verdammt schnell in Vergessenheit geraten. Technisch ist das 2-Disc-Set dennoch eine runde Sache und wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film+++---
Bild+++++/Wertung der 2D-Fassung
++++/-Wertung der 2D-Fassung
Ton++++/-
Bonus++/---


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NewsErster Trailer zu "Hercules" mit Dwayne "The Rock" Johnson
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