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USA 1979
Originaltitel:Wanderers, The
Alternativtitel:Wanderers - Terror in der Bronx, The
Länge:117:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Philip Kaufman
Buch:Rose Kaufman, Philip Kaufman
Kamera:Michael Chapman
Musik:Susan R. Crutcher (Editor)
SFX:Craig Lyman
Darsteller:Ken Wahl, John Friedrich, Karen Allen, Toni Kalem, Alan Rosenberg, Jim Youngs, Tony Ganios, Linda Manz, William Andrews, Erland Van Lindth, Val Avery, Dolph Sweet
Vertrieb:Subkultur Entertainment
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1, DTS-HD Master Audio 1.0 Mono, Dolby Digital 1.0 Mono (Deutscher Lichtton)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:DigiPack im Schuber
Blu-ray-Start:30.09.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 12-seitiges Booklet
Disc 1: Blu-ray
  • Audiokommentar von Philip Kaufman
  • Audiokommentar von Marcus Stiglegger
  • "Beat Up" Version (103:16 Min., 1080p)
  • Vorspann ohne Einblendungen (3:37 Min., 1080p)
  • Karaoke Special (35:18 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (9:55 Min., 1080p)
  • Isolierte Musik und Geräuschspur
  • US-Trailer (1:56 Min., 1080p)
  • Deutscher Trailer (3:14 Min., 1080p)
Disc 2: DVD
  • Hauptfilm in SD (112:18 Min.)
  • Audiokommentar von Philip Kaufman
  • Audiokommentar von Marcus Stiglegger
  • Vorspann ohne Einblendungen (3:37 Min.)
  • Karaoke Special (35:18 Min.)
  • Bildergalerie (9:55 Min.)
  • Isolierte Musik und Geräuschspur
  • US-Trailer (1:56 Min.)
  • Deutscher Trailer (3:14 Min.)
In der New Yorker Bronx tobt der Bandenkrieg zwischen den "Wanderers", einer Gruppierung italienischer Einwanderersöhne, und den japanischen "Wongs". Neben ihren Auseinandersetzungen haben die Jungs ihre Nöten mit ersten sexuellen Erfahrungen, die allerdings in den Hintergrund gedrängt werden, als während eines Football-Spiels die brutalen "Ducky Boys" anrücken und sich die verfeindeten Gangs zur Verteidigung zusammentun müssen.
Es gibt genügend gelungene Filme, die sich mit der Banden-Thematik früherer Jahrzehnte auseinandersetzen. Es ist im Prinzip vollkommen egal, ob man dabei an Interner Link"The Riffs", "The Warriors" oder auch an "The Outsiders" denkt, alle haben ihren ganz besonderen Reiz. Doch wohl kaum eines dieser Werke fängt so fantastisch den Spirit seiner Zeit ein wie "The Wanderers", der zeitlich in den frühen 60ern spielt und dem Zuschauer einen grandios authentischen Eindruck dieser wilden Epoche vermittelt. Es ist die Zeit des Rock'n Rolls, der ersten sexuellen Erfahrungen und der unzähligen Gangs, die sich im New Yorker Stadtteil Bronx fast täglich bekämpfen. Regisseur Philip Kaufman hat einen wahren Klassiker geschaffen, der längst nicht nur von rivalisierenden Jugend-Gangs erzählt, sondern dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Teenager gestattet, die teilweise aus vollkommen zerrütteten Familien kommen und in den Strassengangs den nötigen Halt suchen.

The WanderersThe WanderersThe Wanderers

Insbesondere die Vielschichtigkeit der einzelnen Banden rückt Kaufman erstklassig in den Mittelpunkt der Geschichte. Neben den "Wanderers" gibt es die "Glatzköpfe", aber auch eine schwarze-und eine chinesische Gang nehmen einen Teil der Story ein. Dann sind da noch die sogenannten "Ducky Boys", die hier den mit Abstand bedrohlichsten Eindruck hinterlassen und im Laufe des Geschehens einen nicht gerade unwichtigen Stellenwert einnehmen. Kaufman ist es gelungen, eine Kombination aus Jugend-Drama-und Actionfilm zu kreieren, der streckenweise auch noch mit dem passenden Schuss Humor versehen ist. Die authentischen Settings und ein absolut herausragender Soundtrack sind weitere sehr wichtige Mosaiksteine, damit das Gezeigte seine volle Wirkung beim Zuschauer erzielen kann. "The Wanderers" wirkt auf den Betrachter wie eine Zeitreise in die 60er Jahre, schon beim Erklingen der ersten Töne des Titel-Songs von der Gruppe Dion fühlt man sich in die Vergangenheit zurückversetzt und identifiziert sich praktisch sofort mit einer Zeit, in der für die Jugendlichen Begriffe wie Loyalität und Freundschaft noch eine Bedeutung hatten. Die eigene Gang als eine Art Familien-Ersatz birgt Zusammenhalt und Stärke in sich, die von manchen Mitgliedern allerdings auch in diversen Situationen recht leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

The WanderersThe WanderersThe Wanderers

Diese Erfahrung macht insbesondere Richie (Ken Wahl), der durch seine anscheinend im Überfluss vorhandenen Hormone die Freundschaft zu seinem besten Freund Joey (John Friedrich) aufs Spiel setzt und dadurch zeitweise zum Außenseiter in der eigenen Gang wird. In diesen Passagen wird die Gefühlswelt der Jugendlichen ebenso intensiv bearbeitet wie in familiären Auseinandersetzungen, denen vor allem Joey durch seinen Gefühlslosen Vater ausgesetzt ist. So kommt bei "The Wanderers" also durchaus eine tief emotionale Seite zum Vorschein die aber in keiner Phase übertrieben oder gar schmalzig wirkt, sondern vielmehr sehr glaubwürdig die alltäglichen Probleme einiger Teenager aufzeigt, die in ihre Ersatz-Familie flüchten, um dort ihre Probleme für kurze Zeit vergessen zu können. Nur dort wird ihnen die Anerkennung zuteil, die sie in der eigenen Familie niemals erfahren haben. Dieser Anteil des Jugend-Dramas ist allerdings nur eine Komponente, denn auch im Bezug auf die Action wird so einiges geboten, was den insgesamt herausragenden Gesamteindruck nur noch einmal zusätzlich unterstreicht.

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Nach im ersten Teil der Geschichte eher kleineren Scharmützeln sticht ganz besonders der finale Kampf im letzten Drittel der Geschichte ins Auge, in dem sich alle in der Highschool ansässigen Gangs gegen die düsteren "Ducky Boys" verbrüdern. Hier treffen dann wirklich vollkommen verschiedene Welten aufeinander, denn obwohl sämtliche Gangs nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, herrscht bei ihnen eine Art Ehren-Kodex. Man prügelt-und beleidigt sich gegenseitig, doch die "Ducky Boys" sind vor allem auf Grund ihrer Skrupellosigkeit überall gefürchtet. Ihnen macht der Einsatz tödlicher Waffen überhaupt nichts aus und ein Menschenleben bedeutet ihnen gar nichts. Dementsprechend hart fällt dann auch der Endkampf aus. Zum Schluss zieht dann auch noch ein wenig Melancholie in die Geschichte ein, die den nahezu perfekten Abschluss eines absolut genialen Filmes darstellt, der vollkommen zu Recht seinen Kultstatus genießt. Denn auch nach nunmehr über 3 Jahrzehnten ist "The Wanderers" immer wieder eine Sichtung wert und hat im Laufe der Zeit nichts von seiner einzigartigen Faszination verloren.

The Wanderers

Die vorliegende, auf 2000 Stück limitierte, DigiPack-Edition ist Ende September 2014 von Subkultur Entertainment erschienen und enthält neben der Blu-ray noch die DVD-Version des Films. Um es Vorweg zu nehmen: Im Gegensatz zur Single-Disc die von Koch Media vertrieben wird, enthält diese Edition mehr Bonusmaterial in Form von einem weiteren Audiokommentar und einer alternativen Filmversion. Auch auf ein Booklet und ein FSK-Wendecover wurde bei der Single-Version verzichtet. Aber der Reihe nach: Der vorliegende MPEG-4 kodierte HD-Transfer liegt im Bildformat von 1,85:1 vor. Die permanent sichtbaren Rauschmuster wirken zwar nicht immer unbearbeitet und hin und wieder zeigen sich leichte Kompressionsartefakte, doch insgesamt darf von einem ordentlichen Endcode gesprochen werden. Allerdings ist das Schärfeverhältnis nicht sonderlich ausgeprägt und auch wenn immer wieder Details solide ausgearbeitet werden, kommt nur selten so etwas wie ein HD-Gefühl auf. Vor allem in Totalen fehlt es dem Bild an Plastizität und Tiefe, während in Close-Ups von Gesichtern der Detailgrad durchaus angenehm ist. Das Kontrastverhältnis ist ansprechend, wenn auch nicht optimal. Der Schwarzwert ist natürlich und in dunklen Szenen gehen keine Details verloren. Auch die Farbgebung überzeugt mit natürlich Farben und einer guten Sättigung. Defekte und Verschmutzungen sind nicht auszumachen. Insgesamt bleibt ein guter Gesamteindruck, gerade in Anbetracht des Alters.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Beim deutschen Ton kann man zwischen einem 5.1-Upmix, einem Mono-Mix und der deutschen Lichttonspur wählen. Der englische Mix liegt ebenfalls in 5.1 und in Mono vor, klingt im Vergleich zum deutschen Pendant zumindest in der Mehrkanalton-Variante etwas dynamischer und weniger muffig. Die Sprachverständlichkeit ist in beiden Varianten vorbildlich und kommt klar aus dem Center. Die Frontlastigkeit ist beim Mehrkanalton nicht von der Hand zu weisen.Die Effektkanäle werden leider nur sehr dezent beansprucht, wodurch sich die Räumlichkeit in Grenzen hält. Auch der Subwoofer wird nicht beansprucht, was aber nicht weiter schlimm ist. Die Monospuren sind in diesem Fall mal Überflüssig, da beide 5.1-Tracks trotz aller Frontlastigkeit eine gute Arbeit leisten. Lediglich der alte Lichtton ist etwas für Nostalgiker. Das leichte Rauschen im Hintergrund trübt den Hörgenuss nicht weiter und auch wenn man den Ton sein Alter durchaus anhört, gibt es keine groben Ausreißer in der Klangqualität die zu bemängeln wären. Auf Wunsch kann man sich den Film auch mit einem isolierten Musik und Geräuschspur anschauen. Deutsche und Englische Untertitel sind optional.

Das Bonusmaterial kann sich durchaus sehen lassen. Neben einem informativen Booklet mit 12 Seiten über den Film und den Regisseur enthält die Blu-ray noch zwei Audiokommentare. Der erste wird von Regisseur Philip Kaufman und wurde löblicherweise mit deutschen Untertiteln versehen. Trotz etwas viel Leerlauf ein durchaus interessanter Kommentar, auch wenn ein zusätzlicher Sprecher mehr Dynamik und Schwung hinein gebracht hätte. Da macht es Marcus Stiglegger in seinem Kommentar schon deutlich besser. Der Filmwissenschaftler geht nicht nur auf Hintergründe und filmhistorische Aspekte ein, sondern berichtet z. B. auch von seinen Erfahrungen eines Football-Spiels in den Südstaaten Amerikas, was er wunderbar im Kontext mit Szenen aus dem Film zu verbinden weiß. Auf jeden Fall der bessere Kommentar. Im Bonussektor lässt sich zudem noch eine sogenannte "Beat Up"-Version in deutscher Sprache abspielen. Im Grunde ist es nichts anderes, als die unbearbeitete Kinofassung in HD. Braucht man nicht wirklich, ebenso wie das "Karaoke-Special": Hier werden Szenen aneinandergereiht, in den irgendwie Musik vor kam. Diese wurde dann in den Vordergrund gestellt und für einen Karaoke-Abend untertitelt. Nett, mehr aber auch nicht. Ansonsten enthält die Disc nur noch den Vorspann ohne Einblendungen, eine Bildergalerie sowie den amerikanischen und deutschen Trailer. Die Extras liegen allesamt in HD vor. Zusätzlich enthält das hübsch gestaltete DigiPack noch die DVD-Version des Film, bei der aus Platzgründen allerdings die "Beat-Up"-Version weggelassen wurde.

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Kaufman ist ein zeitloser Klassiker und in seiner Gesamtheit ein absolutes Meisterwerk gelungen. Kein anderer Bandenfilm schafft es so gekonnt, das Action-Kino mit dem Jugend-Drama zu verbinden. Untermalt mit einem brillanten Soundtrack offenbart sich ein Szenario, das man nicht authentischer hätte in Szene setzen können. Großartige Darsteller und eine fantastische Geschichte machen diesen einzigartigen Film immer wieder zu einem berauschenden Erlebnis, das zum Pflichtprogramm eines jeden Film-Liebhabers zählen sollte. Die limitierte DigiPack-Version von Subkultur stellt bislang die beste Fassung des Films dar. Wer mit einer abgespeckten Varianten leben kann, greift zu Single-Disc von Koch Media. Der kauf lohnt sich auf jeden Fall.


Film+++++/
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++++--


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