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ESP 1981
Originaltitel:Retorno del Hombre-Lobo, El
Alternativtitel:Werwolf, The
aka. Craving, The
aka. Night of the Werewolf, The
aka. Return of the Wolfman
aka. Werwolf, Der
Länge:93:17 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul Naschy (als Jacinto Molina Alvarez)
Buch:Paul Naschy (als Jacinto Molina Alvarez)
Kamera:Alejandro Ulloa
SFX:Antonio Molina
Darsteller:Paul Naschy, Silvia Aguilar, Azucena Hernández, Julia Saly, Pilar Alcón, Beatriz Elorrieta, Luis Barboo, Narciso Ibáñez Menta, Charly Bravo, José Cela, Ramón Centenero, Tito García
Vertrieb:Subkultur
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Linear PCM 2.0 Mono (dt, esp.), Linear PCM 2.0 Mono (esp - restauriert)
Sprache:Deutsch, Spanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im O-Card Schuber
Blu-ray-Start:06.10.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 16-seitiges Booklet
Disc 1: Blu-ray
  • Retro-Fassung (93:11 Min., 1080p)
  • Erweiterte Szene (4:41 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (5:20 Min., 1080p)
  • Englische Credits (2:41 Min., 1080p)
  • Spanischer Trailer (3:22 Min., 1080p)
  • Englischer Trailer (3:22 Min., 1080p)
Disc 2: DVD
  • Hauptfilm in SD (89:29 Min.)
  • Retro-Fassung (89:22 Min.)
  • Erweiterte Szene (4:31 Min.)
  • Bildergalerie (5:20 Min.)
  • Englische Credits (2:35 Min.)
  • Spanischer Trailer (3:14 Min.)
  • Englischer Trailer (3:14 Min.)
Die Wissenschaftlerin Erika (Silvia Aguilar) hat die Grabkammer der Vampirgräfin Bathory (Julia Saly) ausfindig gemacht, und möchte sie – unter ihrem Bann stehend – zu neuem Leben erwecken. Zwei Grabräuber haben aus Versehen bereits den Wolfsmenschen Waldemar Daninsky (Paul Naschy) aufgeweckt, der sein Schicksal der Bathory verdankt. Zunächst kommt er Erika und ihren beiden Freundinnen aber zur Hilfe, nimmt sie dann bei sich auf und verliebt sich schließlich in die schöne Karen (Azucena Hérnandez), in der Hoffnung, dass sie ihn von seinem Fluch erlösen möge. Als Erika die Wiedererweckung der Bathory gelingt, treibt aber plötzlich auch eine Gruppe weiblicher und verführerischer Vampire ihr Unwesen. Kann Waldi sie aufhalten?
Der Reisebericht aus Spanien hat länger auf sich warten lassen als geplant: Das derzeit sehr aktive Sandmännchen sowie die cthuloiden Rufe aus Innsmouth verdammen uns zur Nachtarbeit und Nacharbeit. Zudem ist "Der Werwolf" nicht dazu geeignet, ihn häppchenweise zu genießen, einfach weil sein Erzählfluss gerade in der ersten Stunde so lose und locker ist, dass man nur schwer wieder hineinfindet, wenn man einmal draußen ist.

Der WerwolfDer WerwolfDer Werwolf

Er ist mitnichten kompliziert oder gar langweilig, aber er verfügt auch nicht gerade über eine besonders flüssige Szenenabfolge. Vielmehr präsentiert er sich als munterer Reigen mal mehr, mal weniger theatralischer Szenen, mit denen sich Regisseur Naschy eher stolpernd auf einen Schluss zubewegt. So knutscht Daninsky in der einen Szene noch mit seiner neuen Angebeteten, bevor er in der nächsten ohne Vorwarnung und unter dem Einfluss des Vollmonds erst zum Derwisch, dann zum Werwolf mutiert. Nicht nur hinsichtlich seiner Bilderwelt – die Karpathen sehen verdächtig nach Spanien aus, der Werwolf wie ein mürrischer Teddybär, eine lebende Mumie mit Zahnlücke erinnert an die reitenden Leichen Ossorios, und "Wissenschaftler" sind attraktive Frauen, die mit okkulten Amuletten herum wedeln – lässt sich "Der Werwolf" also am ehesten als "kindlich" beschreiben. Auch die ihm zugrunde liegende Handlungslogik (oder der Mangel an einer solchen) erinnert an die Europa-Horror-Hörspielkassetten von einst, auf denen auch alle möglichen Monster bunt durcheinander gewürfelt und kombiniert wurden. Erst gegen Ende, wenn die Bathory mit ihren neuen Vampirsklavinnen durch die Gemächer wandelt, immer von einer dicken Nebelwolke umhüllt und schick ausgeleuchtet, findet "Der Werwolf" dann seine Linie und auch seinen visuellen Stil: Während der Sinn dafür, was hier "real" ist, unter dem Zauber der Vampirgräfin mehr und mehr ins Wanken gerät, wird der Film paradoxerweise gleichzeitig konkreter und klarer. Der Spuk endet schließlich in einer handfesten Balgerei zwischen Daninsky und Bathory, bevor er über seine geliebte Karen herfällt, die ihm aber noch den geweihten Silberdolch ins Herz rammen kann und so die Prophezeiung, er könne nur durch das Selbstopfer seiner wahren Liebe erlöst werden, wahr macht.

Der WerwolfDer WerwolfDer Werwolf

Was wir an spanischen Horrorfilmen so lieben, ist die Mischung aus der beschriebenen kindlichen Naivität und einer melodramatischen Schwermut: Alle Gefühle werden zu Phänomenen von existenzieller Schwere aufgeblasen, die die Protagonisten von einem Zusammenbruch in den nächsten treiben. Exemplarisch dafür steht hier die herrliche, gut fünf Minuten dauernde Verwandlungssequenz, während der Daninsky die gesamte Inneneinrichtung zerkloppt, sich quer durch das geräumige Zimmer und wieder zurück arbeitet, ab und zu hinter einem Möbelstück verschwindet, um dann mit etwas mehr Gesichtsbehaarung wieder aufzutauchen, und sich in Schmerzen auf dem Boden windet, bevor er endlich als fertiger Wolf dasteht. Naschy ist dann auch der Grund, warum die Stimmung von "Der Werwolf" eher gedrückt ist: Sein herzensguter Held wirkt dank Naschys nun nicht gerade imposanter Statur und seinem eher durchschnittlichen Äußeren alles andere als heldenhaft, viel eher traurig und defizitär. Den heißblütigen Liebhaber nimmt man ihm nur mit viel Goodwill ab. Naschy weiß das: Man kann ihn von der traurigen Daninsky-Figur kaum trennen, und wahrscheinlich begreift man diesen Film deshalb am besten als ausuferndes Stimmungsbild, denn als kohärente Sinneinheit. Das karge iberische Ungarn ist ein Spiegel von Daninskys/Naschys Seelenleben, das unter ständiger Bedrohung unbekannter, außerweltlicher Kräfte steht. Mit der unsterblichen Liebe geht der eigene Tod einher und was im einen Moment noch glasklar erscheint, darüber legt sich im nächsten schon dichter Nebel. Und wer fragt bei so viel Poesie noch nach der korrekten Interpunktion? Das Bild der ekstatischen Bathory, als sich nach Jahrhunderten der Dunkelheit endlich wieder das rote Blut einer Jungfrau über ihr bleiches Antlitz ergießt, lässt keine Fragen offen.

Der WerwolfDer WerwolfDer Werwolf

Die vorliegende 2-Disc-Edition von "Der Werwolf" stellt die zweite Veröffentlichung der Paul Naschy-Collection aus dem Hause Subkultur Entertainment dar und wird im Keep-Case mit einem hochwertigen O-Card-Schuber ausgeliefert. Der Schuber enthält das deutsche Cover-Motiv sowie alle technischen Spezifikationen, während man für das KeepCase das US-Motiv im Querformat auswählte. Neben einem 16-seitigen Booklet mit einem Essay über Paul Naschy enthält das Set die DVD- sowie die Blu-ray-Version des Hauptfilms.

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Gerade Letzteres macht uns neugierig. Die Vorlage scheint in einem guten Zustand und zeigt nur wenige Verschmutzungserscheinungen und Unruhen. Nach der unsäglichen US-Disc ist das, was Subkultur uns hier in HD präsentiert, eine sichtbare Steigerung, wenngleich nicht optimal. Die Schärfe schwankt beim neuen HD-Transfer zwar erheblich, und meist wirkt das Gezeigte etwas weich und stellenweise unscharf, doch ist dies auf die Produktions- und Kameraarbeit zurückzuführen, die man nicht an herkömmlichen Maßstäben messen kann. Bisher sah man "Der Werwolf" nie besser, und auch wenn die produktionsbedingten Mängel sowie das Alter des Materials kein herausragendes HD-Gefühl aufkommen lassen, ist der Unterschied zur beiliegenden DVD-Version sichtbar. Es gibt einige Szenen, in denen die Details sehr schön ausgearbeitet werden, wenn gleich der Grundtenor eher zu einem etwas detailarmen Bild tendiert. Auch die leichten Bildunruhen und Artefaktebildungen im Hintergrund fallen gerade auf größeren Diagonalen etwas unschön auf und könnten das Resultat von Auto-Cleanern sein, während das Filmkorn weitgehend intakt geblieben ist. Wirft man einen Blick auf die unbearbeitete "Retro-Fassung" im Bonussektor, wird man das Gezeigte zu schätzen wissen. Die Retro-Fassung bietet ein etwas anderes Bildformat, reichlich Schmutz und Defekte sowie eine andere Kontrast- und Farbendarstellung. Letzteres wirkt bei der "restaurierten" Fassung weitgehend ausgewogen, und nur in dunklen Sequenzen gehen immer wieder nötige Details im tiefen Schwarz verloren. Die Farben werden frisch und kraftvoll wiedergegeben, und wenn nicht gerade die Vorlage zu sehr gelitten hat, erstrahlt "Der Werwolf" in einem nie da gewesenen Glanz. Bleibt noch zu erwähnen, dass hier nicht zusätzlich gefiltert oder nachgeschärft wurde, was bei den Labels ja heutzutage gerne als Allheilmittel genutzt wird.

Der WerwolfDer WerwolfDer Werwolf
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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Der deutsche PCM 2.0 Mono-Mix klingt gut verständlich, wirkt altersbedingt blechern und leicht dumpf. Zudem dröhnt der Mix gerade während der musikalischen Untermalung erheblich und raubt dem Mix die Natürlichkeit. Leichtes Knistern oder Rauschen ist ebenfalls wahrzunehmen. Der Originalton liegt einmal als restaurierte und unrestaurierte Version in PCM 2.0 Mono vor. Beide klingen erheblich besser als ihr deutsches Pendant, wobei man bei der restaurierten Fassung wirklich von einem sehr guten Mono-Mix sprechen kann. Der dumpfe Grundton der unrestaurierten Version weicht einer klaren und sauberen Wiedergabe des Scores und der Nebengeräusche. Die Musik dröhnt nicht mehr aus den Boxen, und die Dialoge werden ebenfalls klar und sauber wiedergegeben, ohne merklich zu übersteuern. Auf Wunsch lassen sich deutsche Untertitel hinzu schalten.

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Die Extras fallen etwas spärlich aus. Neben der erwähnten "Retro-Fassung", die das HD-Master im ursprünglichen Zustand zeigt, enthält die Disc den spanischen und englischen Trailer, die englischen Credits, eine umfangreiche Bildergalerie und erweiterte Szenen. Anstelle diese einfach als Schnipsel zu präsentieren, fügte man sie in den passenden Szenen ein. Diese werden erst in schwarz-weiß gezeigt, und sobald die erweiterten Szenen starten, wechselt das Bild in Farbe und liegt im spanischen Original mit deutschen Untertiteln vor. Sehr schade, dass man sich von Label-Seite aus nicht dazu durchringen konnte, einen Audiokommentar von den üblichen Verdächtigen einsprechen zu lassen. Die DVD-Version ist inhaltlich identisch mit der Blu-ray bietet allerdings ein sichtbar schlechteres Bild, weshalb die HD-Variante vorzuziehen ist. Das bereits erwähnte Booklet bietet einen sehr schönen und durchaus kritischen Text über Paul Naschy, der sicherlich noch für Gesprächsstoff sorgen wird. Es ist aber löblich, dass der Autor Carlos Aguilar seinen Artikel nicht durch eine rosa-rote Brille verfasst hat, egal wie polarisierend dies für Naschy-Fans auch sein mag. Ein guter Entschluss von Subkultur, diesen Text in unzensierter Form dem deutschen Publikum zugänglich zu machen.

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Unser zweiter Ausflug nach Spanien lohnte sich abermals, und Subkultur gab sich bei der Umsetzung von "Der Werwolf" sehr viel Mühe. Als Nummer 2 der Naschy-Collection mit dem Titel "Legacy of a Wolfman" eine Pflichtanschaffung für Naschy-Fans und die, die es werden wollen. Unser nächster Ausflug nach Spanien wird nicht lange auf sich warten lassen, und wenn wir zurück sind, erzählen wir euch von unserer "Nacht mit den Vampiren" ...


Film++++/-
Bild++++--
Ton++/---
Bonus+++---


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News"Der Werwolf" - Subkultur bringt nächsten Naschy Klassiker
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