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IT, ESP 1967
Originaltitel:Se sei vivo spara
Alternativtitel:Django - Leck Staub von meinem Colt
aka. Django, Kill... If You Live, Shoot!
aka. Geh zum Teufel Django
aka. Oro hondo
aka. Oro maldito
aka. Tire Encore Si Tu Peux
aka. Töte, Django
Länge:116:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Giulio Questi
Buch:Benedetto Benedetti, Franco Arcalli, María del Carmen Martínez Román, Giulio Quest
Kamera:Franco Delli Colli
Musik:Ivan Vandor
Darsteller:Tomas Milian, Ray Lovelock, Piero Lulli, Milo Quesada, Roberto Camardiel, Miguel Serrano, Ángel Silva, Sancho Gracia, Marilù Tolo, Mirella Pamphili, Francisco Sanz, Patrizia Valturri
Vertrieb:filmArt / Media Target
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Linear PCM 2.0 Stereo (dt., ital.), Dolby Digital 1.0 Mono (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Mediabook
Blu-ray-Start:28.08.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 32-seitiges Booklet
  • Deutsche Kinofassung (113:00 Min., 1080p)
  • Hidden Feature: Deutsche Videofassung (93:21 Min., 576i)
  • Featurette "Ray Lovelock in Conversation" (25:51 Min., 1080i)
  • Bildergalerie (81 Bilder, 1080p)
  • Deutscher Kinotrailer (2:24 Min., 1080p)
  • Englischer Kinotrailer (1:21 Min., 1080p)
Oaks und seine Männer erbeuten mit Hilfe von Django und ein paar Mexikanern, bei einem Überfall auf Soldaten, einen Haufen Gold. Aus Habgier lässt Oaks seine Komplizen brutal niederschießen. Django überlebt und wird von zwei Indianern gesund gepflegt. Wieder bei Kräften und getrieben von Rache, verfolgt er die Spur von Oaks und seinen Männern. Seine Reise führt ihn in ein Dorf, in dem das Chaos herrscht: Meuchelmord, Folter, Tierschändung, Homosexualität und unmenschliche Brutalitäten. Die Grausamkeit der Menschen scheint unvorstellbar.
Wie allgemein bekannt, gibt es zu Interner Link"Django" nur ein einziges offizielles Sequel. "Töte, Django" wurde aber gleich in mehreren Ländern als Film mit Sergio Corbuccis Kultfigur vermarktet. Dabei wird der Held des Films (Tomas Milian) nie mit einem Namen angesprochen, ist damit dem Fremden aus Leones erstem Interner LinkDollarfilm viel näher. Allerdings hat der Heros, ein US-mexikanisches Halbblut, ein Problem: Nach einem geglückten Überfall will die weiße Fraktion nicht mit den Mexikanern teilen und knallt diese kurzerhand über den Haufen, wie eine Rückblende zeigt. Das macht dramaturgisch nur bedingt Sinn (chronologische Reihenfolge würde den Filmbeginn kaum verändern), aber "Töte, Django" macht eh einiges anders als die Italowestern vor ihm. So scheint die Prämisse auf einen klassischen Rachewestern herauszulaufen, doch bereits da enttäuscht "Töte, Django" Zuschauererwartungen: Die Banditen machen Halt in einem Dorf, wo man sie erkennt und direkt lyncht – der Saloonbesitzer und der Pfarrer bringen aber vorher noch das Gold in ihren Gewahrsam. Amüsant ist vor allem die Tatsache, dass gerade diese beiden dann noch von der angeblichen Gerechtigkeit reden, die sie ausgeübt haben, und der Rest vom Lynchmob dies nur allzu gern glaubt. Doch auch der von zwei Indianern gerettete Fremde kommt in die Stadt, wo sich mehr als eine Partei für das Gold interessiert – ein fieser Bandenchef hat von der Sache etwas spitzgekriegt. Bald beginnt ein Machtkampf um das Gold ...

Töte DjangoTöte DjangoTöte Django

"Töte, Django" ist ein Italowestern, der dem Genre definitiv neue Impulse gab, da er bereits kurz nach den Pionierarbeiten Leones und Corbuccis kam. Er ist sicher nicht so einzigartig, wie teilweise behauptet, die Jeder-bescheißt-jeden-Geschichte gab es danach noch in diversen Variationen, sehr humorvoll z. B. bei Interner Link"Sartana – Noch warm und schon Sand drauf". Doch es ist interessant, wie Giulio Questi diese Geschichte schildert, sowohl inhaltlich als auch visuell. Vor allem die surrealen Blitzmontagen (z. B. bei den Erinnerungen des Fremden oder der Dynamitexplosion am Ende) ragen heraus, ebenfalls der wirklich eingängige Score, der freilich nichts anders macht als andere Italowestern. Vor allem die Schilderung des beschaulichen Städtchens, unter dessen Oberfläche wahre Abgründe lauern, hat es in sich: Bereits bei ihrer Ankunft entscheiden die Banditen, dass sie schnell wieder weg wollen, da man quälende und gequälte Kinder in den Straßen sieht. Tatsächlich sind die Kinder ein wiederkehrendes Element, z. B. wenn sie amüsiert einer Skalpierung zuschauen. Immer wieder präsentiert "Töte, Django" solche Abstrusitäten, darunter auch einen mit Patronen aus Gold schießenden Helden, den Gold Rush auf einen damit verletzten Banditen oder das Abendessen der homosexuellen Bande.

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Es sind diese Andersartigkeiten, die "Töte, Django" interessant machen, denn dramaturgisch ist der Film alles andere als rund. Dass die Indianer dem Helden helfen, kann man noch mit mythologischen Gründen abtun, immerhin präsentiert "Töte, Django" seine Hauptfigur als eine Mischung aus wiederauferstandenem Christen und dämonischen Racheengel. Jedoch wirkt die Handlung wie eine nur teilweise homogene Aneinanderreihung von Szenen, bei denen die Motivation des Helden kaum greifbar bleibt – das Gold scheint ihn am Ende gar nicht mehr zu interessieren. Zudem ist manche der abstrusen Einlagen zwar ungewöhnlich, aber letzten Endes unnötig, vor allem die viel zu lange, uninteressante Episode mit der Pfarrersfrau. Hinzu kommen kleine Unzulänglichkeiten, vor allem in der Szene, in welcher der Held durch Tierbisse gefoltert wird, und die Gegenschnitte nur allzu deutlich zeigen, dass die Tieraufnahmen aus freier Wildbahn stammen (z. B. in einem Baum hängende Fledermäuse). Immerhin kann Tomas Milian mit gelungenem Schauspiel über die ein oder andere Schwäche hinwegtrösten; das Charisma eines Eastwood, eines Nero oder eines Garko besitzt er nicht, aber er leistet sehr gute Arbeit. Ebenso ordentlich ist der Rest der Besetzung, der allerdings ohne weitere Genrestars aufwartet.

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Die vorliegende Blu-ray aus dem Hause filmArt basiert angeblich auf einem neuen HD-Transfer. Vergleicht man die deutsche Fassung jedoch mit der zwei Jahre alten Blue Underground, kommt die Disc von filmArt zwar im Bereich der Kompression und der Filterung besser weg, aber ansonsten hat sich nicht viel getan. Das Schärfeverhalten ist für einen Italowestern ziemlich gut, aber nicht überragend. Details werden ordentlich wiedergegeben, wobei es häufig schwammige bzw. unscharfe Einstellungen gibt. Dies ist aber eher der Produktion geschuldet, als der Arbeit der italienischen Scanner-Maschinen. Der Bildeindruck in Bewegungen ist zwar deutlich besser als das, was die Screenshots uns zeigen, doch gerade das statische Rauschen hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Dies fällt weniger bei einer kleinen Betrachtungsfläche auf, doch bei großen Diagonalen zeigt sich dies umso deutlicher und ist nicht auf das Alter des Materials zurückzuführen. Doch in diesem Fall können wir froh sein, denn filmArt scheint nicht nur die Kompression besser in den Griff zu haben, auch wurde das digitale Rauschen nicht noch mal gefiltert, so wie es bei der US-Disc der Fall war.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Konturen werden sauber gezeichnet, doch ganz ohne Nachschärfung kam man auch hier nicht aus, wodurch die Kanten ab und an etwas hart wirken. Der eigentlich ausgewogene Kontrast neigt dazu, helle Flächen wie weiße Hemden deutlich überstrahlen zu lassen. Der Schwarzwert fällt hingegen gut aus, und nur selten gehen Details in dunklen Szenen verloren. Die Farbgebung bietet satte und kräftige Farben mit einer guten Differenzierung. Nur selten fällt das Bild im allgemeinen deutlich ab, dann können weder Schärfe, Kontrast, Farbgebung noch Bildstand überzeugen. Insgesamt kann man mit dem Ergebnis aber zufrieden sein. Selbst Verschmutzungen und Defekte sind kaum wahrzunehmen. Kein Top-Transfer, aber eine sichtbare Steigerung zur DVD-Variante.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Tontechnisch gibt es kaum Negatives zu berichten, zumindest im Bezug auf die deutsche Stereo-Spur. Diese erweist sich als rauscharm und sehr gut verständlich. Musik, Nebengeräusche und Dialoge stehen in einem guten Verhältnis zueinander, und Verzerrungen oder Tonstörungen sind kaum auszumachen. Da kann der italienische Originalton nicht mithalten. Während die deutsche Tonspur sogar im Musikbereich sehr kraftvoll wirkt, klingt das italienische Pendant um einiges dumpfer und hat mit Verzerrungen zu kämpfen. Auch die englische Tonspur klingt verhältnismäßig blechern und nicht so ausgewogen wie die deutsche Synchronisation. Wer sich dennoch für eine der anderen Sprachfassungen entscheidet, der kann deutsche Untertitel hinzuschalten. Die damals geschnittenen Szenen liegen in der deutschen Fassung im Originalton vor und können auf Wunsch ebenfalls untertitelt werden. Dies gilt auch für die Fehlstellen der englischen Synchronisation.

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Die Blu-ray bietet neben der unzensierten Originalfassung im Bonusbereich noch die alte deutsche Kinofassung, die ebenfalls in HD vorliegt, sich qualitativ aber erheblich von der Hauptfilmfassung unterscheidet. Für Komplettisten auf jeden Fall eine nette Beigabe, genauso wie die alte Videofassung, die als Hidden Feature auf der Disc versteckt ist und als einziges Extra in Standard Definition vorliegt.
Im 30-minütigen Featurette "Ray Lovelock Conversation" spricht der Schauspieler nicht nur über "Töte, Django" sondern auch über die Anfänge seiner filmischen Laufbahn, die fast in eine Fußballkarriere umgeschlagen wäre. Ein sehenswertes Interview, welches Deutsch untertitelt wurde. Abgerundet wird das Bonusmaterial mit einer umfangreichen Bildergalerie und dem deutschen sowie englischen Kinotrailer.

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"Töte, Django" ist ein interessanter, etwas anderer Italowestern mit surrealem Touch. Dramaturgisch leider nicht immer so wirklich gut im Tritt, etwas zu lang geraten, aber trotzdem sehenswert. Das hochwertige Mediabook ist auf 1000 Stück limitiert und enthält neben der technisch mehr als soliden Blu-ray-Disc ein 32-seitiges Booklet mit Aushangfotos und einem lesenswerten Text von Pelle Felsch, der den Regisseur Giulio Questi vorstellt und "Töte, Django" analysiert.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+++---


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Django - Leck Staub von meinem Colt!
NewsX-Rated-Veröffentlichungen im April und Mai
Töte, Django
Töte, Django
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