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USA, IT, FR 1993
Originaltitel:Cliffhanger
Alternativtitel:Cliffhanger - Nur die Starken überleben
Länge:113:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Renny Harlin
Buch:Michael France, Sylvester Stallone
Kamera:Norman Kent, Alex Thomson
Musik:Trevor Jones
SFX:R. Bruce Steinheimer
Darsteller:Sylvester Stallone, John Lithgow, Michael Rooker, Janine Turner, Rex Linn, Caroline Goodall, Leon, Craig Fairbrass, Gregory Scott Cummins, Denis Forest, Michelle Joyner, Max Perlich
Vertrieb:Kinowelt
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS HD 5.1 (dt., franz.), DTS HD 5.1 Master Audio (engl.), DTS HD 2.0 (portu.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch (jeweils Zwangsuntertitel)
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:10.10.2008 (Verleih) / 10.10.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Videokonfiguration
  • Audiokonfiguration
Gabe Walker, der beste Ranger des Rocky Mountain Rescue Teams, ist nach einem tragischen Unfall traumatisiert. Nie wieder will er einen Fuß in die Berge setzen. Als er nach einem Jahr sein ehemaliges Team besucht, trifft plötzlich ein Notruf ein. Gabe muß zu den tödlichen Gipfeln zurückkehren. Doch bald entpuppen sich die Opfer als brutale Verbrecher ...
"The height of adventure."

War es Glück, Zufall oder Bestimmung, was bei "Cliffhanger" geschah? Es gibt kaum einen straighten Actionfilm der frühen Neunziger, bei dem alles so perfekt zusammen passte. Sylvester Stallone, der selbst am Drehbuch mitschrieb, lief hier, nach diversen Flops wie "Rocky V" und dem völlig misslungenen Ausflug ins Komödienfach "Stop! Or My Mom Will Shoot", ein letztes Mal zu Höchstform auf. Die folgenden Filme waren entweder weitere Rohrkrepierer ("The Specialist", Interner Link"Judge Dredd") oder konnten wie Interner Link"Demolition Man" und Interner Link"Assassins" nur noch Achtungserfolge verbuchen - was aber dann nicht mehr an Slys Actioneinlagen, sondern an seinen gut aufgelegten Gegnern Wesley Snipes und Antonio Banderas lag. Regisseur Renny Harlin, der sich mit Interner Link"Die Hard 2" als Actionspezialist auswies, sollte, auf dem Höhepunkt seines Schaffens angekommen, nie wieder so einen brillanten Actionthriller abliefern und statt dessen Flops in Serie produzieren. Daran ging auch Mario Kassars (hier auch Produzent) Firma Carolco zugrunde.



Allein das Panaroma der verschneiten Berge ist atemberaubend. Begleitet von Trevor Jones' ("The Last of the Mohicans", Interner Link"G. I. Jane") Score, der leider ab und zu an Alan Silvestris Kompositionen zu Interner Link"Predator" erinnert, vermitteln die Berge ein Gefühl von Freiheit und Unendlichkeit. Eine unberührte Welt, in die sich kaum ein Mensch traut. Nur Extrembergsteiger und eben die Männer von der Bergrettung wie Hal Tucker (Michael Rooker, "The Replacement Killers", "Replicant"), der seine neue Freundin unbedingt beeindrucken wollte und nun selbst aus seiner misslichen Lage befreit werden muss. Allein die tragische Intro-Sequenz, in der Gabe Walker (Sylvester Stallone, Interner Link"Rambo", "Rocky") sein eigenes Leben riskiert, ist an Spannung kaum zu überbieten. Der Drahtseilakt ist nicht nur Filmgeschichte, sondern wurde inzwischen in Filmen wie "Ace Ventura II" veralbert.



Ein Jahr nach dem Unglück zieht es Walker, der sich, um Abstand zu gewinnen, anderweitig Arbeit suchte, wieder zurück in die Rocky Mountains. Er will seine damalige Freundin Jessie Deighan (eine sehr süße Janine Turner, "Steel Magnolias") zum Weggehen überreden. Die ist nicht nur schwer enttäuscht von seinem Verhalten, sondern will auch nicht ihren Job bei der Bergwacht und erst recht nicht ihre Hab und Gut aufgeben. Das Vorgeplänkel um kriselnde Beziehungen, eine kaputte Freundschaft und einen von Schuldgefühlen geplagten Sly wird dankbar kurz gehalten, auch wenn Stallone hier wesentlich glaubwürdiger als in späteren Rollen rüberkommt. Es soll nicht lange dauern, bis es in luftige Höhen geht ...

Dorthin werden Walker und Tucker, der Gabe immer noch nicht verziehen hat, von dem exzentrischen Bösewicht Eric Qualen (John Lithgow) gelockt. Nach der missglückten Kaperung eines mit 100 Millionen Dollar beladenen Regierungsflugzeugs, sitzen sie in den Rocky Mountains fest. Lithgow ist neben Stallone der Star des Films. Seine herzlose, trockene und gnadenlose Art, ist die eines Vorzeigebösewichts. Skrupel sind ihm unbekannt, er will nur die Kohle. Egal wer, wo, wann und wie dabei ums Leben kommt. Das sollen auch Unschuldige und seine eigenen Leute zu spüren bekommen ...


Die Jagd nach den drei, mit Transpondern ausgerüsteten Koffern macht den Hauptteil des Films aus. Harlin zelebriert hier in luftigen Höhen ein Actionfeuerwerk, das sich keine Pause gönnt. Die Stunts an den Wänden sind spektakulär, die Shootouts blutig, die Explosionen mächtig, die Prügeleien hart und die Oneliner trocken. Walker und Tucker dezimieren die Bösewichte, klettern virtuos an den Wänden hinauf und kämpfen um das nackte Überleben. Dabei sind einige Szenen zwar fern der Realität und nicht immer mit Logik behaftet, aber wer sich hier großartig darüber aufregt, ist sowieso im falschen Film.


Die mit allerlei Spielzeug wie Nachtsichtgeräte, Schnellfeuergewehren, Shotguns, MPs und C4-Sprengstoff ausgerüsteten Verbrecher legen nebenbei zwar den halben Wald in Schutt und Asche und lösen Schneelawinen aus, können Klettermaxe Sly, der sich mit seiner Bergsteigerausrüstung wehrt, aber nicht überwältigen. Das führt schließlich zu einem, wieder technisch exzellent umgesetzten Doppel-Showdown, bei dem Walker, in einem leider sehr nach Studio aussehendem Set, erst Eistauchen übt und dann einen Hubschrauber zum Absturz bringt.

Für den Actionfan ist "Cliffhanger" die pure Offenbarung. Wer sich über Dialogknappheit, einsilbige Charaktere, Anschlussfehler und körperliche Unmöglichkeiten aufregt, hat bei diesem Film sowieso keinen Spaß. Meisterlich wie Spannung und Action sich hier ergänzen. Das verschneite Bergszenario sollte, trotz netter Genrebeiträge wie Interner Link"Vertical Limit" nie wieder soviel Adrenalin produzieren. Das Tempo ist enorm, für Abwechslung ist, da auch mal innerhalb des Berges und über wackelige Brücken gekraxelt wird, gesorgt. Und dann ist da eben noch Stallone, dem man sein Alter ein letztes Mal nicht anmerkt ...



Ein weiterer Backprogrammtitel aus dem Hause Kinowelt, bei dem das komplette Bonusmaterial der DVD fehlt. Stattdessen gibt es Einstellmöglichkeiten für Bild und Ton. Der in VC-1 codierte Widescreen-Transfer macht dieses Manko leider auch nur teilweise wieder wett. So wird uns zwar eine deutliche Steigerung gegenüber der DVD geboten, wer aber ein perfektes HD-Bild erwartet, wird schwer enttäuscht sein. Der Transfer bietet eine überwiegend gute Schärfe, doch leider reicht dies nicht aus, um uns wirklich von den Socken zu hauen. Denn trotz einer guten Grundschärfe mangelt es dem Transfer deutlich an Tiefe und auch die Detailschärfe ist für High Definition deutlich hinter dem Machbaren. So erscheint das Bild meist sehr weich und zu detailarm, dann wieder angenehm detailliert, mit einem starken Hang zum Weichen. Zudem lässt sich in einigen Szenen eine deutliche Nachschärfung und daraus resultierende Doppelkonturen erkennen. Dadurch gewinnt das Bild zwar etwas an Plastizität, doch zu welchem Preis?
Desweiteren fällt eine leichte Unschärfe in Bewegungen auf. Dies sieht man sehr schön an Gesichtern, welche selbst in Halbtotalen oder Nahaufnahmen noch deutlich zu weich sind. Hier scheint man mit Filtern herumgespielt zu haben, denn Rauschen oder Filmkorn ist nicht auszumachen. Der Kontras ist ordentlich, verschluckt keine Details, erscheint insgesamt aber etwas zu hell, was jedoch je nach Szene variiert. So gibt es immer wieder Szenen mit einer guten Duschzeichnung und einem sauberen Schwarzwert, dann erscheint das Bild wieder deutlich zu matt und tendiert eher ins Gräuliche. Eine weitere Enttäuschung ist die Farbgebung: Hier hätten wir uns über etwas mehr Intensität gefreut, denn so erscheint das Bild etwas blass. Sicherlich kein schlechter HD-Transfer, deutlich besser als die DVD, aber noch lange nicht das, was die Mehrheit von einer Blu-ray erwartet.
Beim Ton gibt es aber was durchaus Positives zu verkünden. Die englische Tonspur ist fehlerfrei und enthält nicht die vertauschten Kanäle der UK-Blu-ray von Optimum. Dafür müssen wir uns offiziell mit festen deutschen Untertiteln begnügen. Der Trick der Interner Link"The Fog"-Blu-ray lässt sich hier leider nicht wiederholen, weil es nach dem Einlegen der Disc keine Auswahlmöglichkeit für "United Kingdom" gibt. Wählt ihr ein anderes Land, enthält die Disc entweder eine zum Land passende Synchronisation oder ebenfalls den Originalton mit Zwangsuntertitlung. Ärgerlich und unverständlich. Schließlich war das auf der DVD kein Thema. So gern wir auch die deutsche Synchronisation haben, aber der englische DTS HD 5.1 Master Audio-Track ist schon eine Wucht und bietet uns nicht nur einen sehr aktiven Bass, sondern auch eine sehr weiträumige und lebendige Abmischung. Nehmen wir z.B. die Lawinenszenen in der 45. Minute, dürfte es sehr schnell klar sein, was gemeint ist. Es werden wirklich spektakuläre Momente geboten, bei denen wir uns über sehr viel Räumlichkeit, Dynamik und Basseinsatz freuen dürfen. Teilweise entsteht ein sehr schönes Mittendringefühl und die Rears sind fast durchweg im Einsatz, egal ob für den Score, Schneestürme, Kugelhagel, oder einfach nur, um ein paar Umgebungsgeräusche zum Besten zu geben. Zudem klingt die Front stets verständlich und Geräusche, Musik und Dialoge klingen durchweg sauber ausbalanciert. Insgesamt sind die Stimmen vielleicht etwas zu dumpf, passen sich dafür aber deutlich besser dem restlichen Geschehen an als der deutsche 5.1-Upmix. Dieser klingt zwar auch nicht schlecht, erscheint aber bei weitem nicht so differenziert, denn die Stimmen wirken einfach nur auf die Front geklatscht und schlucken nötige Nebengeräusche, weshalb der deutsche Mix kaum Natürlichkeit besitzt. Der Score wird laut wiedergegeben und auch wenn es ein paar Effekte gibt, die Rears auch sehr oft im Einsatz sind, so klingt dies nie wirklich gut. Was in der Front verloren geht, wird versucht durch einen dominanten Reareinsatz zu kaschieren. Auch wenn Dialoge nicht als Echo im Effektbereich landen, will bei dem dominanten Einbringen der hinteren Kanäle, den eher dumpfen Nebengeräuschen und der verständlichen, aber wenige harmonischen klingenden Front ein zweifelhaftes Raumgefühl erzeugt. Klingt nicht schlecht für einen Upmix, Synchronliebhaber dürfen sogar recht zufrieden sein, doch erst O-Ton-Fans kommen voll auf ihre Kosten.



"Hang on!"

Renny Harlin gelang mit "Cliffhanger" der beste Film seiner bisherigen Karriere. In dem erfrischen anderem Szenario lässt er ohne langes Vorspiel ein Actionfeuerwerk der Extraklasse vom Stapel, das bis heute, trotz einiger inzwischen antiquierter PC-Tricks, nichts von seiner Faszination verloren hat. Spektakuläre Stunts, ein Härtegrad, der für ein R-Rating entschärft werden musste und gut aufgelegte Schauspieler katapultieren den Film in die Oberliga der Actionthriller. Nie war eine Berghatz spannender! Die Blu-ray bietet ein gutes, nicht aber überragendes Bild, dafür einen wirklich überzeugenden englischen Soundmix, bei dem aber die fest eingebrannten deutschen Untertitel unverständlich sind. Zudem fehlt jegliches Zusatzmaterial, was alles andere als verkaufsfördernd ist. Zum Glück veröffentlich Kinowelt den Film völlig ungekürzt.


Film+++++/
Bild++++--
Ton++++--
Bonus------


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