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IT 1974
Originaltitel:Altrimenti ci arrabbiamo
Alternativtitel:Watch Out We're Mad
aka. Y si no, nos enfadamos
Länge:105:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Marcello Fondato
Buch:Vicente Coello, Jesús R. Folgar, Marcello Fondato, Francesco Scardamaglia
Kamera:Arturo Zavattini
Musik:Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
SFX:Antonio Molina
Darsteller:Terence Hill, Bud Spencer, John Sharp, Donald Pleasence, Patty Shepard
Vertrieb:3L
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 2.0 Mono
Sprache:Deutsch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit O-Card Schuber und FSK_Wendecover
Blu-ray-Start:20.03.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 8-seitiges Booklet
  • Deutscher Kinotrailer (3:11 Min., 576i)
  • Artwork-Galerie (2:19 Min., 576i)
  • Featurette "Restauration & SD-HD-Vergleich" (3:45 Min., 1080p)
  • Weitere Filme mit Bud Spencer & Terence Hill auf Blu-ray (Texttafel, 1080p)
Da die beiden Haudegen Ben und Kid bei einem Crash-Car-Rennen gleichzeitig durchs Ziel kommen, müssen sie sich den ersten Preis teilen: einen Strandbuggy. Ein Wettessen mit Würstchen und Bier soll entscheiden, wem der Wagen letztendlich gehören soll. Doch die skrupellosen Schläger des Möchtegern-Gangster "Boss" verschrotten ihr geliebtes Vehikel. Als die beiden einen neuen Buggy verlangen, hetzt dieser seine Leute auf das schlagkräftige Duo. Da sind deftige Prügeleien vorprogrammiert. Dabei wollen Ben und Kid doch nur eins: einen Buggy, rot mit einem gelben Häubchen!
"Übrigens: Gibt deine Wurst auch Pfötchen? Ich muss die ganze Zeit aufstoßen?"
"Wer weiß, wo er vor dem Wurstmachen angefasst hat?"

"Zwei wie Pech und Schwefel" ist ein Spencer/Hill-Film, der mehr als die meisten seiner Art die schematische Konstruktion des altbewährten Hau-Drauf-Konzeptes direkt anspricht und sich damit quasi selbst persifliert - vermutlich teilweise ungewollt. Für uns fängt das schon beim deutschen Titel an; wir bezeichnen das Klopper-Duo gerne mal als "Schwefelauge" und "Pechbart", da passt das wie die berühmte Faust aufs Auge. Aber gut, spätestens, wenn wir handlungstechnisch beim Buggy ankommen, sind wir mitten drin in der Eigenparodie.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

Freilich ist das ganze Jahrmarktsambiente mitsamt der Buggys, Karussells und Autoscooter moderner als etwa bei den Fahrradtouren in Interner Link"Das Krokodil und sein Nilpferd" oder bei den ewigen Reitstunden in den Western. Doch gerade die Buggy- und Motorradrennen, die hier so sehr im Mittelpunkt stehen, zerren Stunts und Action in den Vordergrund und gewähren ihnen damit höchste Priorität. Sieht man sich einen Film mit den beiden Italienern im Cast an, erwartet man in keiner Weise Tiefgang, sondern einfach kunterbunte Unterhaltung mit möglichst hohem Spaßfaktor. Es soll im wahrsten Sinne des Wortes rundgehen, und um dies zu verdeutlichen, was wäre da besser geeignet als ein fahrbarer Geländeuntersatz und ein paar deftige Verfolgungsjagden auf dem Motorrad über Stock und Stein?

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

Unter Regisseur Marcello Fondato verzichtete man diesmal darauf, Landschaftsaufnahmen als festen Bestandteil in den Film zu integrieren. Der Handlungsort als solcher juckt mal ausnahmsweise gar nicht, vielmehr ein recht universeller Lebensstil, denn Jahrmärkte in der einen oder anderen Art kennt man auf der ganzen Welt. Ein nicht zu verachtender Teil der Atmosphäre entzieht sich daher auch aus dem Einfangen der typischen Jahrmarktsstimmung. Große Menschenmassen, Jahrmarktsschreier mit Megafon, das Geklingel und Gedingel von Spielautomaten, lachende Kinder, Clowns und Attraktionen. Frauenheld Hill hat mal wieder Gelegenheit, ein ganz exotisches Püppchen zu vernaschen: Wenn er sich mit einem miesen Trick an die fesche Hochseilakrobatin heranmacht, wandelt er beinahe auf Bonds Spuren.
An Futter mangelt's auch nicht. Spencer und Hill verputzen im gegenseitigen Wettbewerb Würstchen und Bier, dass dem Zuschauer beim Ansehen schon fast übel wird. Überhaupt ist der Wettbewerbsgedanke zwischen den Protagonisten hier ein bestimmendes Element, das den ganzen Film durchzieht und sich teilweise auch auf die Gegner entlädt, die in dem gegenseitigen Versuch des Übertreffens besonders viel Kloppe abbekommen.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

Und das ganz klare Highlight sind sowieso die Bösewichte, zumindest in ihrer eigenparodistischen Funktion. Was gerade John Sharp als fetter Boss und Donald Pleasence als beratender Doktor da auf die Beine stellen, ist ernstzunehmend fern des guten Geschmacks, so aber recht unterhaltsam. Zunächst einmal verwundert es, was ein Donald Pleasence überhaupt in einem Spencer/Hill-Film zu suchen hat. Betrachtet man seine Rolle aber mal näher, wird das Ganze schon verständlicher. Der Doktor ist nämlich alles andere als die normale rechte Hand des gewöhnlichen Bandenbosses; zusammen mit dem Boss selbst wird er zu einem Abziehbild einer ganzen Generation von Möchtegern-Weltbeherrschern, die in Spencer/Hill-Filmen schon so oft auf den Arm genommen wurden, aber nie so gut wie hier. Am nächsten mag noch der Obermotz aus Interner Link"Zwei bärenstarke Typen" herankommen, aber die offensichtliche Karikaturisierung, die in "Zwei wie Pech und Schwefel" vollzogen wird, bleibt wirklich unerreicht. Da spielt John Sharp einen fetten Möchtegern-Fiesling, angezogen mit einem Lätzchen-artigen Hemd und stets mit Essen in der Hand, der so abgrundtief böse sein will, wie es nur geht, seine Bösartigkeit aber nicht sinnvoll einzusetzen vermag. Wie das funktioniert, muss ihm immer wieder aufs Neue ein manisches HB-Männchen in Person von Donald Pleasence erklären. Der Boss stellt einem seiner Butler mal eben nur zum Spaß ein Bein, und Doc beginnt, die Aktion zu analysieren und darüber zu philosophieren, wie man denn nun Boshaftigkeit am besten einsetzt. Alleine die Idee, dem scheinbar hilflosen Kopf der Böse-Buben-Bande eine Art Engelchen-und-Teufelchen-Figur zur Seite zu stellen und ihm damit Uneigenständigkeit zu attestieren, ist so simpel wie effektiv. Jene Konstellation ist dann auch wahrhaftig als gewollte Parodie auszulegen.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

Bei unseren beiden Helden werden dadurch natürlich automatisch Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein hervorgehoben. Spencer und Hill laufen wie selbstverständlich durch die Jahrmarkts-Demolierungen der Rabauken, bleiben bei ihrem Wettfuttern sogar am Tresen sitzen und machen weiter, während um sie herum gerade die Kneipe abgerissen wird. Immer eine freche Antwort - und hier ist wieder Rainer Brandt am Werke - steht parat, wenn mal wieder einer ungehobelt wird. Es scheint nie einen Zweifel zu geben, dass der zerstörte Buggy vom Anfang des Films von den Verantwortlichen am Ende ersetzt wird. Eine mysteriöse Komponente sorgt dann doch für eine etwas ernster zu nehmende Gefahr.

Paganini, ein vom Big Boss ausgesandter Killer, macht sich auf den Weg, um die ungeliebten Raufbolde zur Strecke zu bringen. Wie ein vorgreifendes Konglomerat aus Crispin Glover ("Drei Engel für Charlie") und Antonio Banderas (Interner Link"Desperado") bewegt er sich stoisch und wortlos durch den Film, wobei seine kompromisslose Ernsthaftigkeit in dem Komödchen so herrlich fehl am Platze ist wie sie nur sein kann. Und durch diesen Umstand wird auch sie zur Parodie; wie anzunehmen ist, zu einer Parodie der wortkargen Antihelden aus der Leone-Italowestern-Ära. Spencer und Hill haben in der Hinsicht ja schon genug Übung, und Paganini-Darsteller Manuel de Blas weiß seine Rolle gut auszufüllen. Rein technisch geben die Anschlagversuche des Killers Gelegenheit zu köstlichen Szenen. Herauszuheben ist Spencers Mitwirken an einem Gesangschor-Ensemble, als Paganini sich immer wieder einen neuen Attentats-Ort suchen muss, weil sich Hill mit in den Chor mischt und Spencer vor dem Killer warnt.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

Die Prügeleien als solche entladen sich so recht erst im Finale, das inmitten von Luftballons stattfindet. Vorher gibt es noch eine Gym-Prügelei und eben vor allem die Motorrad-Tour durch das Gelände, ansonsten überwiegend kleinerer Firlefanz. Jenseits der Handlungsgewalt des Bosses bleibt das Bösewichter-Design, wie in dem Zusammenhang gesagt werden muss, leider erstaunlich farblos, weshalb Spencer und Hill bisweilen sogar etwas gelangweilt und unterfordert wirken. Aber das fällt dann doch nicht weiter ins Gewicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: An "Zwei wie Pech und Schwefel" kann vor allem die Eigenparodie begeistern, die im Gesamtbild vielleicht sogar unbewusst verlaufen sein mag, in spezifischen Aspekten wie bei der Charakterisierung des Bosses aber mit großer Sicherheit gewollt war. Atmosphärisch ist zu sagen, dass die Rekonstruktion des Jahrmarktsambientes leider keinesfalls die Betonung der Landschaften bei den anderen Filmen ersetzen kann. Knallig bunt und kurzweilig ist das Geschehen aber auf alle Fälle, und mehr wollen wir doch gar nicht.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

3L veröffentlicht diesen Spencer/Hill-Klassiker als normale KeepCase-Variante sowie als limitierte Edition im O-Card-Schuber und 8-seitigem Booklet. Zudem werden beide Versionen mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert. Als Bonus enthält die Disc lediglich den deutschen Trailer, eine Artwork-Galerie sowie einen Vergleich zwischen der alten Fassung und der neuen HD-Abtastung. Die stets als Trailershow bezeichneten weiteren Titel der Spencer/Hill-Reihe sind nur eine Bildtafel mit Cover-Abbildungen.
Das HD-Bild liegt im Format von 1,78:1 vor und nicht wie auf dem Cover angegeben in 1,85:1. Obwohl "Zwei wie Pech und Schwefel" zu den Titeln gehört, die eine neue Abtastung vom Original-Negativ erfahren haben, bleibt das MPEG-4 kodierte Bild weit hinter den Erwartungen zurück. Meist zeigt der Transfer ein sehr flaches und leicht schleierhaftes Bild mit einem nicht sonderlich satten Schwarzwert. Kontrastwerte fallen noch recht ausgewogen aus und das Bild neigt in hellen Flächen nur selten zu leichten Überstrahlungen. Allerdings gehen feinere Details in dunklen Szenen etwas unter.
Die Farbgebung fällt hingegen natürlich aus, könnte aber eine bessere Sättigung vertragen, wodurch es dem Bild an Tiefe und Plastizität fehlt. Darüber kann auch die ansonsten gute Schärfe nicht hinwegtrösten, dass hier Potenzial verschenkt wurde. Der Detailgrad könnte höher sein und es fallen immer wieder etwas glattgebügelte Gesichter und Hintergründe auf. Dies liegt am Filtereinsatz, der für eine etwas unnatürliche Kornstruktur und einige digitale Rauschmuster sorgt. Der Bildstand arbeitet ruhig und Schmutz und Defekte sind kaum auszumachen. Bis auf ein dezentes Blockrauschen auf homogenen Flächen, arbeitet die Kompression ruhig im Hintergrund.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel
(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die drei Tonspuren liegen im Monoformat vor und wurden auf die Stereo-Kanäle aufgepumpt. Die Sprachverständlichkeit der deutschen Spur ist grundsolide, könnte aber etwas feiner ausgearbeitet sein und weniger verzerren. Besser als die englische und italienische Dialogwiedergabe ist der deutschsprachige Mix aber auf jeden Fall, da die beiden anderen enorm kratzig klingen und permanent verzerren. Kleinere Tonstörungen und ein dezentes Rauschen sind in allen drei Varianten wahrzunehmen, beim Alter aber nicht unüblich. Musik und Nebengeräusche werden dafür sauber wiedergegeben und klingen weder dumpf noch gedrungen. Dynamik und Bass darf man allerdings nicht erwarten, und gerade bei Explosionen oder den Schlägereien könnte der Ton weniger gedämpft klingen. Die Untertitel bei der englischen und italienischen Sprachfassung sind Zwangsuntertitel und lassen sich demnach nicht ausschalten.

Zwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und SchwefelZwei wie Pech und Schwefel

Besser als die DVD-Fassung ist die Blu-ray von 3L immerhin geworden, doch die italienischen Lizenzgeber hätten sich bei der Restauration deutlich mehr Mühe geben können, da noch deutlich Spielraum nach oben ist. Dennoch eine Neuanschaffung wert, zumindest für Fans des Hau-Drauf-Duos.


Film+++---
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus/-----


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Zwei wie Pech & Schwefel
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