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D 2007
Originaltitel:Tortura
Länge:80:25 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Marcel Walz, Michael Effenberger
Buch:Marcel Walz
Kamera:Marcel Walz
Musik:Michael Donner
SFX:Tanja Effenberger
Darsteller:Nico Josef Zitek, Anna Trageser, Martina Schölzhorn, Anton Grünbeck, Carolina Rath, Michel Schüler, Cathrin Kagermaier, Sascha Fromm, Frank Beier
Vertrieb:Matador Media / Illusions Unltd. Films
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:24.04.2014 (Kauf)
Bonus:
  • Interviews:
    • Anna Trageser (1:05 Min., 1080p)
    • Anton Grünbeck (4:19 Min., 1080p)
    • Carolina Rath (2:01 Min., 1080p)
    • Martina Schölzhorn (1:43 Min., 1080p)
    • Michel Schüler (2:16 Min., 1080p)
    • Nico Zitek (1:19 Min., 1080p)
    • Sarah Fischer (1:58 Min., 1080p)
    • Tini Amberger (0:58 Min., 1080p)
  • Outtakes (2:33 Min., 1080p)
  • Rückblende Emma (0:39 Min., 1080p)
  • Rückblende Olga (0:44 Min., 1080p)
  • Rückblende Tony (1:34 Min., 1080p)
  • Teaser (0:57 Min., 1080p)
  • Trailer (2:42 Min., 1080p)
München, eine Stadt voller Lebensfreude ... Eine junge Frau kriecht aus einem finsteren U-Bahnschacht heraus. Ihr Körper ist mit Wunden übersät. Die Geschichte die sie der Polizei erzählt scheint unglaublich. In dreckigen Räumen und stillgelegten U-Bahnschächten hausen die Ausgestoßenen der menschlichen Rasse. Dort haben sie sich ihre eigene kleine Welt aufgebaut, fern ab der Zivilisation. Hier gilt nur eine Regel: Überleben! Eines Abends auf einem alten Fabrikgelände machen sich vier Freunde auf den Weg in eine Diskothek. Auf dem Heimweg werden sie von einem Obdachlosen angegriffen und verschleppt. Sie finden sich in einem dreckigen Raum wieder in dem graunehafte Dinge geschehen. Aber lautet ein Sprichwort nicht - "Man soll nicht mit dem Essen spielen?"
Die Firma Matador Film, bekannt für die neue deutsche Todeskunst im Bereich Independent-Kino, liefert seit Jahren in regelmäßigen Abständen mehr oder minder brauchbare Streifen ab. Da ist es im Zuge der immer noch anhaltenden Folterporn-Welle wenig überraschend, dass sich für "Tortura" 2007 gleich zwei junge Regisseure zusammentaten und ihr Talent in die Waagschale warfen, was sich stellenweise durchaus sehen lassen kann.

So soll man sich also die Münchner Unterwelt vorstellen: Wenn da am Wochenende drei Girlies ihren Fahrer verlieren und in der U-Bahn weit und breit niemand ist, kommt ein Landstreicher daher, der sich als Anführer einer kannibalistisch veranlagten Truppe entpuppt ...
... und schon landet man in dunklen Kellerräumen an Ketten und darf froh sein, möglichst bald abzunippeln oder gar zu entkommen, denn das gibt der Streifen dummerweise früh zu Beginn preis, da er aus Sicht der Überlebenden rückblickend geschildert wird. Wobei auch in der Hinsicht nicht das letzte Wort gesprochen ist und der eine oder andere Twist dankenswerterweise eingeschoben wurde.

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Denn ansonsten hat man es hier mit einem waschechten Folterfilm zu tun, der nicht mit kranken und derben Szenen spart und den philosophisch angehauchten Wortführer in ein latent bedrohliches Licht rückt. Da werden Finger abgeschnitten, Haut abgezogen und Eingeweide herausgenommen, und es wird geschrien wie am Spieß. Bildlich betrachtet ist man auch nicht weit davon entfernt. Was die Sache effektiv aussehen lässt, ist neben der versierten, wenn auch zuweilen leicht wackeligen Kamera, die Riege der überraschend glaubhaften Darsteller. Einer wie Anton Grünbach, der den selbstsicheren Wortführer der Kannibalen verkörpert, muss bereits über einige Erfahrung, zumindest im Theaterbereich verfügen, um so nuanciert mit Gesichtsausdrücken umzugehen. Aber auch die potentiellen Opfer wie Martina Schölzhorn und Anna Trageser können durchweg überzeugen.

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Natürlich sind auch einige negative Aspekte zu erwähnen. Typische Fehler von Independent-Streifen fallen sogleich ins Auge oder ins Ohr, wie der teilweise schlechte Ton oder die zu schwache Ausleuchtung, die reichlich schlichte Gestaltung der Kulissen oder einige etwas zu steif gehaltene Dialoge. Auch storytechnisch wird nicht allzu viel geboten. Über den Hintergrund der Blutrünstigen erfährt man lediglich Bruchstückhaftes, und auch wenn Sozialkritik in vagen Ansätzen vorhanden ist, hätte man jene deutlich effizienter auf den Punkt bringen können. Auf der anderen Seite will man spannende Gewaltszenen und eine dreckige Atmosphäre in den Fokus rücken, was durchaus gelingt. Auch im Vorfeld gibt es stimmungsvolle Momente, etwa als man vor dem Landstreicher durch die U-Bahn-Gänge flieht, weil man meint, Blut tropfe aus seinem Einkaufswagen. Später kommt noch ein leichter Interner Link"Saw"-Einschlag hinzu, als zwei an den Rücken Gefesselte Fragen beantworten müssen, wobei jede falsche Antwort mit Leid für die andere quittiert wird. Ja, fies ist das Treiben zuweilen schon.

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Umso erfreulicher, dass den Jungs Walz / Effenberger ein grundsolider Beitrag gelungen ist, dem es zwar an Liebe zum Detail und innovativen Foltermethoden mangelt, im Gesamteindruck über die rund 80 Minuten jedoch funktioniert, und das eben mit schlichten Mitteln. "Tortura" gab 2007 bereits die Richtung von Marcel Walz vor, und der ambitionierte Filmemacher sollte in den Folgejahren noch mit einigen überraschenden Beiträgen auf sich aufmerksam machen.

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2009 erschien bereits eine brauchbare DVD von X-Rated, die aber keinen Vergleich zur digital überarbeiteten Version von 2014 darstellt. Diese ist vom neugegründeten Label Matador Media in einer auf jeweils 1000 Stück limitierten DVD- und Blu-ray-Version erschienen. In der sogenannten Limited Gold-Edition vertreibt das österreichische Label Illusions den Film mit einem in Goldfolie kaschierten Cover-Artwork. Das in Full-HD vorliegende Bild im Format von 1,78:1 kann für eine Independent-Produktion durchweg überzeugen. Trotz digitaler Herkunft und einer leider nicht sehr filmischen Optik ist die Bildschärfe gerade in den Tageslichtaufnahmen enorm und zeigt selbst in Totalen nahezu jedes Detail. Dies gilt auch für die gut ausgeleuchteten Sequenzen im Versteck der Kannibalen-Sippe, bei denen man in Close-Ups von Gesichtern nahezu jede Pore sieht. Der Nachtteil: Viele der Körperprothesen lassen sich auch als solche erkennen. Kontrast und Farbgebung befinden sich ebenfalls auf einem hohen Niveau, und auch wenn die Kameraarbeit stilbedingt etwas wackelig wirkt, scheinen die Macher ihre Arbeit zu verstehen. Leichte Schwächen einer digitalen Produktion sind dabei zu verschmerzen, und das digitale Rauschen, welches vornehmlich in dunkleren Sequenzen zunimmt, erreicht keine störenden Ausmaße. Die Kompression arbeitet ebenfalls solide. Bis auf leichtes Banding und Farbsäume auf homogenen Flächen gibt es an dem HD-Bild nichts zu beanstanden.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Tontechnisch muss man ein paar Abstriche in Kauf nehmen, da mit dem Original-Kamera-Mix gearbeitet wurde. Das sorgt für stellenweise zu leise und zu kraftlos klingende Stimmen, je nach Mikrophon-Ausrichtung. Überraschenderweise entsteht aber eine brauchbare Stereo-Separation mit dezenten Rechts-Links-Einschüben. Weitgehend wird dem Zuschauer eine saubere und unverzerrte Dialogwiedergabe spendiert, mit natürlichen Nebengeräuschen und einem druckvollen Soundtrack, der für die nötige Atmosphäre sorgt. Ein 2.1-Mix hätte dem Film akustisch nochmal mehr Druck verliehen, was den ohnehin sehr unangenehmen Folterszenen zugutegekommen wäre. Das Bonusmaterial hätte ausführlicher sein dürfen. Zwar sind die Interviews mit den Darstellern, in denen sie über ihre Rollen und Eindrücke der Dreharbeiten sprechen, bereits sehr nett, doch es fehlen Interviews mit den beiden Regisseuren oder ein Audiokommentar. Letzterer wäre nach so vielen Jahren sicherlich eine nette Angelegenheit geworden. Stattdessen gibt es ein paar Minuten an Outtakes, Teaser und Trailer zum Hauptfilm sowie drei Rückblenden, die nicht im fertigen Film zu finden sind.

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Technisch eine absolut ordentliche Umsetzung eines Frühwerkes von Marcel Walz, der jüngst mit Interner Link"Seed 2" den Sprung aus dem Amateurfilmsektor geschafft hat und unter der Leitung von Uwe Boll ein deutlich höheres Budget in die Hand nehmen durfte. Freunde von deutschen Independent-Filmen sei die Disc auf jeden Fall empfohlen, doch etwas mehr Bonusmaterial hätte uns durchaus glücklicher gemacht. Wir glauben schon, dass der junge Regisseur einiges zu erzählen gehabt hätte.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++/--
Bonus+/----


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"Tortura" im Mai von X-Rated
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