USA 1979
Originaltitel:Monte Walsh
Länge:99:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:William A. Fraker
Buch:David Zelag Goodman, Lukas Heller, Jack Schaefer
Kamera:David M. Walsh
Musik:John Barry
SFX:Roy Bolton, George Peckham, Daniel Hays
Darsteller:Lee Marvin, Jeanne Moreau, Jack Palance, Mitch Ryan, Jim Davis, G.D. Spradlin, John Hudkins, Raymond Guth, John R. McKee, Michael Conrad, Tom Heaton, Ted Gehring
Vertrieb:Explosive Media / Al!ve
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Linear PCM 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover und Schuber
Blu-ray-Start:31.03.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 4-seitiges Booklet
  • Trailer (3:24 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (2:14 Min., 1080p)
  • Western-Trailershow (15:48 Min., 1080p):
    • Valdez
    • Monte Walsh
    • Revengers
    • Rawhide
    • Duell in Dodge City
    • Häuptling der Apachen
Zwei alternde Cowboys, Monte Walsh und Chet Rollins, kommen von ihrem Winterquartier in die Stadt Harmony und erfahren, dass die meisten Rancher der Gegend durch den harten Winter ruiniert sind. Sie finden Arbeit auf der Slash-Y-Ranch, wo sie auch ihren alten Freund Shorty Austin wiedertreffen. Die Ranch übersteht die schweren Zeiten, weil sie Finanziers aus dem Osten gehört. In der Stadt trifft Monte Walsh seine alte Freundin wieder, die Prostituierte Martine Bernard; er liebt sie wirklich und erklärt ihr, dass er sie nicht heiraten kann, weil er sie nicht ernähren kann. Immer mehr Männer der Gegend werden arbeitslos. Martine will wegziehen, weil das Geschäft so schlecht geht. Der entlassene Shorty erschießt bei einer Saloon-Schlägerei den Marschall und später auch seinen Freund Chet, weil dieser ihm kein Geld mehr leihen will. Monte Walsh verfolgt Shorty, kehr aber zurück, als er hört, dass Martine ernstlich erkrankt ist. Er findet sie nur noch tot. Nach der Abrechnung mit Shorty reitet er davon.
Ende der 60er Jahre fiel es Hollywood schwer, der italienischen Filmindustrie auf ihrem ureigenen Terrain des Western-Genres Paroli zu bieten. Der klassische US-Edelwestern hatte längst ausgedient und war spätestens nach Sergio Leones Erfolg mit Interner Link"Un pugno di Dollari" ("Für eine Handvoll Dollar", 1964) auch in Hollywood einer zunehmend härteren Gangart gewichen, die immer zynischere Ausmaße annahm. Inzwischen hatte auch der Italo-Western seinen Zenit überschritten, wiederholte zunehmend die alten Erfolgsformeln oder begann sich selbst zu persiflieren. Western-Komödien oder Musicals waren populär - auch Lee Marvin hatte im Jahr zuvor an der Seite Clint Eastwoods in "Paint your wagon" ("Westwärts zieht der Wind", 1969), einer Mixtur aus Komödie, Musical und Western-Drama, mitgespielt. Seine letzte ernsthafte Rolle in einem Western lag dagegen mit ("The Professionals" ("Die gefürchteten Vier", 1966) schon vier Jahre zurück.

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Umso mehr überrascht die Eigenständigkeit von "Monte Walsh", der typische Western-Elemente der späten 60er Jahre - harte Shoot-Outs, Selbstjustiz, Cowboy-Romantik - mit den gesellschaftskritischen Aspekten des New-Hollywood verbindet. Dem langjährigen Kameramann William A. Fraker ("Rosemaries Baby", 1968) gelang damit in seinem ersten Kinofilm ein Gegenentwurf sowohl zum Hollywood- als auch zum Italo-Western - nach einer Vorlage des Autors Jack Schaefer, dessen Romane zuvor für die Edelwestern "Shane" ("Mein großer Freund Shane", 1953) und "The silver whip" ("Die silberne Peitsche", 1953) die Basis gebildet hatten.

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Wie wenig Frakers Film ins gewohnte Schema passte, lässt sich auch an zwei Besetzungs-Coups ermessen. Die französische Schauspielerin Jeanne Moreau spielte Walshs Geliebte, souverän und jenseits typischer Frauen-Klischees, gleichzeitig damit auch die schwierige Situation der europäischen Einwanderer verkörpernd, und Jack Palance als Walshs Freund Chet war zu dieser Zeit selten in einer sympathischeren Rolle zu sehen, unmittelbar bevor er in Sergio Corbuccis Interner Link"Vamos a matar, compañeros" ("Laßt uns töten, Companeros", 1970) wieder wie gewohnt den charismatischen Fiesling gab. Auch das ruhige Tempo des Films entsprach nicht den Gewohnheiten ständiger Aktionismen, denn Fraker baute seinen Film sehr behutsam auf.

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Fast gemächlich beobachtet er die beiden erfahrenen Cowboys Monte Walsh (Lee Marvin) und Chet Rollins (Jack Palance) bei ihrer neuen Arbeit auf einer Ranch und Walshs Besuch bei Martine (Jeanne Moreau) in der nahe gelegenen Kleinstadt. Die kritischen Aspekte – dank der zunehmenden Industrialisierung immer weniger Jobs für Cowboys, geringere Bezahlung und die allgemein schlechtere Infrastruktur in den ländlichen Gebieten, die die Menschen zwingt, in größere Städte umzuziehen – lässt der Film eher nebenbei erkennen, zeigt gleichzeitig immer auch die Lebensfreude der Cowboys beim Umgang mit den Pferden oder miteinander. Die Slapstick-Einlagen um den Koch, dessen Essen zwar schmeckt, den die Cowboys aber nicht riechen können, weil er sich nie wäscht, verleihen der Handlung zu Beginn fast einen leichten Charakter, die auch eines deutlich werden lässt – der Job mag zwar wenig komfortabel und schlecht bezahlt sein, aber die Männer lieben ihn.

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"Monte Walsh" deshalb nur als Abgesang auf alte Cowboy-Herrlichkeiten zu verstehen, greift zu kurz, viel mehr lässt der Film die Veränderungen in der Sozialisation deutlich werden, die die alten Regeln schon außer Kraft gesetzt haben. Dass Chet sich in seinem Alter entscheidet, zu heiraten und hinter dem Tresen eines Drugstore zu stehen, anstatt die meisten Tage des Jahres in der staubigen Prärie zu verbringen, ist nachvollziehbar – auch sein Freund Monte überlegt, gemeinsam mit Martine sesshaft zu werden. Das eigentliche Drama entsteht aus dem zunehmenden Konkurrenzkampf unter den Cowboys um die weniger werdenden Arbeitsplätze und damit lebenswerten Orte, die Menschen in ausweglosen Situationen zurücklassen und zu einem Bruch untereinander führen.

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Nur vordergründig erinnern Walshs Rachefeldzug und der abschließende Show-Down an klassische Western, denn in "Monte Walsh" existieren keine typischen Verbrecher, sondern nur Menschen, die sich nicht mehr zurechtfinden in einer Welt, die ihren Freiraum immer mehr einschnürt. Die Tragik der abschließenden Ereignisse liegt in der Zerstörung des eigenen Umfelds und Freundeskreises. Einzig die von Lee Marvin gewohnt souverän und sympathisch gespielte Titelfigur bewahrt sich eine Selbstbestimmtheit, die unabhängig der äußeren Ereignisse bestehen bleibt – ein universaler Gedanke, der den Betrachter nach einem großartig fotografierten, zunehmend emotional fesselnden Film tröstlich entlässt.

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In ihrer Reihe "Classic Western" veröffentlicht Explosive Media den Western-Klassiker in einer HD-Neuabtastung. Das Bild scheint von unnötigen Rauschfiltern verschont worden zu sein und zeigt ein homogenes, aber sichtbares Filmkorn. Nur wenige Defekte huschen durch die Prärie, und neben einem ausgewogenen Kontrastumfang überzeugt auch die Farbdarstellung mit kräftigen und satten Farben, ohne dass sie dabei ihre Natürlichkeit einbüßen. Hinzu kommt eine gute Durchzeichnung mit einem angenehmen Schwarzwert und sauberen Konturen, die keine Anzeichen einer Nachschärfung offenbaren. In den wenigsten Einstellungen neigen helle Bildbereiche dazu, etwas steil zu wirken, was den Sehgenuss aber nicht weiter mindert. Bleibt eigentlich nur noch die gute Schärfe zu erwähnen: Details werden ordentlich, aber nicht übermäßig prägnant ausgearbeitet und produktionsbedingt zeigen sich immer wieder etwas weiche Einstellungen. Insgesamt darf aber von einer angenehmen und Detaildarstellung gesprochen werden. Die Kompression arbeitet zudem ruhig und weitgehend unauffällig im Hintergrund.

Auf der Disc befinden sich die deutsche Synchronfassung sowie der englische Originalton. Beide liegen in PCM-Mono vor und bieten jeweils eine gute Sprachverständlichkeit. Es gibt keine auffälligen Verzerrungen, jedoch wirkt die deutsche Tonspur minimal kratzig. Rauschen oder Tonstörungen sind ebenfalls kein Thema und somit darf die deutsche Tonspur altersbedingt als aufgeräumt und gut bezeichnet werden. Der Originalmix klingt etwas lauter und weniger kratzig, dafür aber etwas dumpfer, was man gerade in den Dialogen merkt. Rauschen und andere Störungen sind hier ebenfalls nicht auszumachen. Deutsche oder englische Untertitel sind nicht vorhanden.

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Neben einer Trailershow mit weiteren Veröffentlichungen des Labels enthält die Disc eine Bildergalerie sowie den Originaltrailer. Leider wurde nicht nur auf die 75-teilige Galerie der DVD-Version, sondern auch auf das 7-minütige "Making-of" verzichtet. Dafür enthält die Blu-ray ein 4-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen. Die Disc wird mit einem FSK-Wendecover und einem Schuber ausgeliefert. Das FSK-Logo auf dem Schuber lässt sich leicht entfernen.

Insgesamt eine gute Umsetzung des Western-Klassikers, bei dem man einzig die Untertitel und das zusätzliche Bonusmaterial der DVD-Version vermisst. Ansonsten eine klare Kaufempfehlung für Western- und Lee Marvin-Fans.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus+-----



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