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USA 1982
Originaltitel:Beast Within, The
Alternativtitel:Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens, Das
aka. Beast Within - Das Engelsgesicht, The
aka. Engelsgesicht, Das
aka. Entrailles de l'enfer, Les
aka. Wcielenie
Länge:98:24 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:BBFC 18
Regie:Philippe Mora
Buch:Tom Holland
Kamera:Jack L. Richards
Musik:Les Baxter
SFX:Thomas R. Burman, Garry Elmendorf
Darsteller:Ronny Cox, Bibi Besch, Paul Clemens, Don Gordon, R.G. Armstrong, Katherine Moffat, L.Q. Jones, Logan Ramsey, John Dennis Johnston, Ron Soble, Luke Askew, Meshach Taylor
Vertrieb:Arrow Films
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:LPCM Stereo 2.0
Sprache:Englisch
Untertitel:Englisch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:12.05.2014 (Kauf)
Bonus:
  • 21-seitiges Booklet
Disc 1: Blu-ray
  • Audiokommentar mit Regisseur Philippe Mora und Autor Calum Waddell
  • "I Was A Teenage Cicada": The Making of "The Beast Within" (45:43 Min., 1080p)
  • Storyboarding The Beast (13:29 Min., 1080p)
  • Gallery (4:42 Min., 1080p)
  • Original Trailer (1:27 Min., 576i)
Disc 2: DVD-Version
  • Audiokommentar mit Regisseur Philippe Mora und Autor Calum Waddell
  • "I Was A Teenage Cicada": The Making of "The Beast Within" (45:43 Min.)
  • Storyboarding The Beast (13:29 Min.)
  • Gallery (4:42 Min.)
  • Original Trailer (1:27 Min.)
Frisch verheiratet haben im Jahr 1964 Eli (Ronny Cox) und Caroline MacCleary (Bibi Besch) nächtens eine Autopanne. Während Eli Hilfe holt, wird Caroline von einem Unbekannten vergewaltigt. Siebzehn Jahre später haben sie mit Michael (Paul Clemens) einen Sohn, der in letzter an immer schlimmeren Alpträumen leidet und zunehmend psychiotisch wirkt. Notgedrungen fahren sie mit ihm in die Kleinstadt, wo das Verbrechen geschah, um mehr über den Täter heraus zu bekommen. Doch die Verantwortlichen schweigen, dafür jedoch macht Michael über mehrere Nächte hinweg eine zeitweise schreckliche Verwandlung durch und ermordet einige Ansässige. Als Eli an Michael eine geheimnisvolle physische Veränderung feststellt, ist es schon zu spät, die Vergangenheit holt die Verantwortlichen blutigst ein ...
Die mahnende Stimme grollt durch den Trailer, dass wir uns für die finalen dreißig Minuten von "The Beast Within" auf etwas gar Schreckliches gefasst machen müssen und schweigt sich in der Folge aus - so müssen Horrorfilme angekündigt werden, um die Fans rollig zu machen. Um so verwunderlicher, dass "Das Engelsgesicht - Drei Nächte des Grauens", obschon Gegenstand übelster Zensurhetze in vergangenen Zeiten wegen angeblicher Härten, inzwischen zu den fast vergessenen Beiträgen der klassischen Slasherwelle zwischen 1978 und 1983 gehört.

The Beast WithinThe Beast WithinThe Beast Within
The Beast WithinThe Beast WithinThe Beast Within

Damals horchten noch alle auf, wenn es um Vergewaltigung, Kannibalismus und Leichenschändung ging - rückblickend muss man sagen, dass die Aufregung mal wieder auf Nichtkenntnis basierte. Dabei ist "The Beast Within" eigentlich gar kein direkter Slasher: Was wie ein Psychothriller rund um einen genetisch mordgeilen Teenager anfängt, entwickelt sich später mehr und mehr zu einer Art Besessenheits- oder noch besser Reinkarnationsthriller, allerdings mit unüblichen Härten.
Das alles wird auch ganz und gar nicht selbstzweckhaft serviert, sondern, und das macht eine besondere Qualität aus, in einer ungewöhnlichen Stimmung rund um die Mysterien einer Kleinstadt, die wohl mit ungut oder ungemütlich am besten beschrieben ist - hier läuft von der ersten Szenen an alles irgendwie falsch und das Omen des dicken Endes kreist mittels Vollmond über allem. Dabei spricht der Trailer recht, wenn er auf die letzte halbe Stunde hinweist, denn die erste Stunde ist, ungeachtet aufgebauschter Presse eigentlich ziemlich ruhig. Der Zuschauer wird relativ flott ins Geschehen gestürzt, nach dem unangenehmen Ausflug in die 60er (von der Vergewaltigung sieht man außer ein paar nackten Brüsten und einem grunzenden Gesellen im Off und seinen Klauenhänden eigentlich nichts) und per flottem Schritt wird Michael schon von Alpträumen gepeinigt und stürzt alle Ärzte in Verzweiflung und Ratlosigkeit.

The Beast WithinThe Beast WithinThe Beast Within

Philippe Mora, der Regisseur, ist bis heute nicht eben durch besondere Leistungen aufgefallen (er führte bei einigen "Howling"-Teilen später noch Regie) und auch wenn die Atmosphäre recht bedrohlich und ungut rüberkommt, ist er kein Könner in Sachen Tempo und Schlüssigkeit. Zu langsam und zäh entwickelt sich die Backstory rund um die Geheimnisse der Vergangenheit, um Michael ein paar Gelegenheiten zum Morden zu geben, dass man irgendwann nach Infos schreien möchte, während alle damit beschäftigt sind, lauter als die anderen zu schweigen.
Dazu wirkt es nicht unbedingt logisch, dass sich sowohl Mom wie Dad geradezu rührend um ihr Herzchen kümmern und schwer daran arbeiten, komplett zu ignorieren, dass man es offensichtlich mit einem schizophrenen Psychopathen zu tun hat, der stets und ständig stiften geht, um dann freundlich zurück zu kommen, während irgendwo ein Gemeuchelter auftaucht. Paul Clemence, der hier den Teenager gibt, spielt sich allerdings in den Augenrollszenen wirklich die Seele aus dem Leib, was leider für den Rest des Casts nicht gilt, da herrscht geradezu mediterrane Siesta an allen Fronten.

The Beast WithinThe Beast WithinThe Beast Within

Einen besonders schlimmen Fall von beidseitiger mentaler Blindheit muss übrigens Katherine Moffat als blondes Seelchen abliefern, die minutenlang einen schon fast sabbernden Irren vor sich hat, der mit seinem zweiten Ich kämpft und dennoch dessen Aufforderungen zur Flucht im Schneckentempo und auch noch widerwillig nachkommt. In diesen Minuten rettet einen nicht mal der ausgezeichnete Unruhescore von Les Baxter, der die Atmosphäre stets am Laufen hält.

30 Minuten vor Schluss geht dann tatsächlich die Luzie ab, dann fliegt die Kuh - heute kräht danach vermutlich kein Hahn mehr, aber die schier endlose Sequenz, in der Michael mit Grollen und Zähnefletschen langsam zum Matschkopfmonster mutiert, während alle aufpassen, dass niemand die Wand hinter ihnen klaut, hat wirklich Klasse vom Feinsten, auch wenn man die rasende Wildsau noch etwas drastischer hätte durchs Dorf treiben können. Damals war es "state of the art" und auch wenn es bei genauer Betrachtung eigentlich keine große Überraschung ist, was passiert und der Film ständig an die Zuschauer große Portionen Wissensvorsprung austeilt, während alle anderen Figuren sich taub und blind (und die Ärzte noch dazu doof) stellen, die Vorstellung das in einem dunklen Kino geliefert zu bekommen, ist schon irgendwie hinreißend. Ergo gibts härtere und schlimmere Filme als diesen Monstermix, dessen Hintergründe erst im Showdown auf die Schnelle zusammengefügt werden, aber er hat so seine Qualitäten und hält seine Stimmung durch. Würde "The Beast Within" narrativ nicht so gewollt lahmen, wärs sicherlich ein Klassiker geworden. Dennoch gilt Sichtungspflicht ...

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Während es in Deutschland immer noch keine offizielle DVD- bzw. Blu-ray-Veröffentlichung von "The Beast Within" gibt, werfen wir einen Blick auf die jüngst erschienene Blu-ray von Arrow Video aus England. Das renommierte britische Label bringt den Horror-Thriller erstmals unzensiert in seinem Land heraus und spendiert seinen Käufern eine BD-/DVD-Kombo-Edition, bei der die DVD, wie so oft auch in Deutschland, eher unnützes Beiwerk darstellt.
Das durchsichtige Case wird mit einem Wendecover sowie mit einem 21-seitigen Booklet, geschrieben von Lee Gambin, dem Autor von "Massacred by Mother Nature: Exploring the Natural Horror Film", ausgeliefert. Der Käufer bekommt ein lesenswertes Essay über die Produktion und Hintergründe zum Film geboten. Weiterhin enthalten ist ein Set-Report von Robert Martin aus dem Jahre 1981 sowie Informationen zum neuen HD-Transfer. Dieser stammt von MGM und basiert auf einem neuen 35 mm-Interpositive Print. Arrow Video versprach im Vorfeld einen hervorragenden Transfer im Originalformat von 2,35:1 und enttäuscht dabei nicht.

Das MPEG-4 kodierte Bild hinterlässt durchweg einen sehr positiven Eindruck. Bildunruhen, Verschmutzungen und Defekte sucht man vergebens. Farben und Kontrastumfang befinden sich auf einem vorbildlichen Level und könnten kaum ausgewogener arbeiten. Trotz einem satten und tiefen Schwarzwert werden in den vielen Nachtaufnahmen keine nötigen Details verschluckt. Die Schärfe fällt zudem für eine Produktion aus den frühen 1980er Jahren hervorragend aus. Das Bild zeichnet feine Details selbst in problematischen Szenen gekonnt heraus und hinterlässt nicht nur in Close-Ups einen sehr detaillierten und plastischen Eindruck. Konturen werden sauber dargestellt und lassen keine Anzeichen für eine Nachschärfung aufkommen. Die wenigen weicheren Sequenzen sind eher auf eine schlechte Fokussierung während der Produktion zurückzuführen als auf Schlamperei während der Restauration. Das sichtbare, aber feine Filmkorn scheint unangetastet, und die Kompression leistet sich keine Ausreißer. Besser kann man es eigentlich gar nicht mehr machen.

The Beast WithinThe Beast WithinThe Beast Within
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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die englische Sprachfassung wurde in LPCM-Stereo aufgespielt und klingt aufgeräumt und natürlich. Rauschen ist nicht wahrzunehmen und Dialoge werden nahezu perfekt ausbalanciert wiedergegeben. Die Geräuschkulisse klingt sauber und weder dumpf noch gedrungen. Selbst der Score hallt kraftvoll aus der Front und bietet eine gute Stereo-Separation. Dass die Stimmen altersbedingt manchmal etwas abfallen, ist zu verschmerzen, da der Rest sehr gut miteinander harmoniert. Optional lassen sich englische Untertitel für Hörgeschädigte zuschalten.

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Für diese Veröffentlichung ließ Arrow Video einen neuen Audiokommentar mit Regisseur Philippe Mora produzieren, der vom Autor Calum Waddell moderiert wird. Waddell stellt dem Regisseur viele Fragen zur Produktion, die dieser sehr offen und ehrlich beantwortet. Der Zuhörer erfährt eine Menge über die Entstehung, Finanzierung und Effekte, ohne dass mit interessanten wie witzigen Anekdoten gegeizt wird. Neben einer umfangreichen Galerie mit seltenem Bild- und Werbematerial und einem Trailer zum Hauptfilm enthält die Disc noch die Storyboard-Zeichnungen von "The Beast Within", kommentiert von Regisseur Philippe Mora. In rund 14 Minuten erläutert er seine Zeichnungen sehr detailliert und erklärt dabei viele Abläufe, auf die man während des Drehs achten musste. "I Was A Teenage Cicada" ist ein 45-minütiges Making-of und schließt das Bonusmaterial perfekt ab. Die neu produzierte Dokumentation lässt Darsteller, Regisseur, Produzent und Effektkünstler zu Wort kommen. Es wird ein sehr tiefer Einblick in die Entstehung des Films geboten, und kaum eine Frage bleibt unbeantwortet. Zudem werden neben ein paar Filmausschnitten immer wieder Fotos von den Dreharbeiten oder den Effektszenen eingeblendet. Das Bonusmaterial liegt, mit Ausnahme des Trailers, in hochauflösender Qualität vor, wurde aber nicht wie der Hauptfilm mit Untertiteln versehen.

The Beast WithinThe Beast WithinThe Beast Within

Für einen Meilenstein des Creature-Feature-Kinos reicht es bei Philippe Moras "The Beast Within" zwar nicht, doch aufgrund seiner dichten Atmosphäre und der guten, wenngleich nicht übermäßig harten Effekte (zumindest aus heutiger Sicht) ist er einen Blick wert. Die Veröffentlichung von Arrow Video ist über jeden Zweifel erhaben und stellt derzeit die beste Veröffentlichung auf dem Markt dar. Jetzt fehlt eigentlich nur, dass sich ein deutsches Label des Titels annimt.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++/--
Bonus++++--


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News"The Beast Within" - Arrow Video bringt das Engelsgesicht auf Blu-ray
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