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USA 2012
Originaltitel:Philosophers, The
Länge:106:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:John Huddles
Buch:John Huddles
Kamera:John Radel
Musik:Jonathan Davis, Nicholas O'Toole
SFX:Adam Howarth
Darsteller:Bonnie Wright, Jacob Artist, James D'Arcy, Freddie Stroma, Daryl Sabara, Rhys Wakefield, Katie Findlay, Erin Moriarty, Maia Mitchell, Sophie Lowe, Philippa Coulthard, Cinta Laura Kiehl
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:18.02.2014 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Dallas Buyers Club (2:15 Min., 1080p)
    • Europa Report (1:56 Min., 1080i)
    • Emperor (2:35 Min., 1080p)
    • Dschungelcamp - Welcome to the Jungle (2:14 Min., 1080p)
  • Behind the Scenes (1:12 Min., 576i)
  • Letzter Drehtag (2:36 Min., 576i)
  • Brit Boys (Interview, 12:18 Min., 576i)
  • Interviews:
    • Rhys Wakefield (2:45 Min., 1080i)
    • Sophie Lowe (3:09 Min., 1080i)
    • Erin Moriarty (3:48 Min., 1080i)
    • Freddie Stroma (2:13 Min., 1080i)
    • George Blagden (3:18 Min., 1080i)
    • Jacob Artist (2:20 Min., 1080i)
    • Bonnie Wright (3:55 Min., 1080i)
    • Cinta Laura Kiehl (3:07 Min., 1080i)
  • Original Trailer (02:45 Min., 1080p)
  • Deutscher Trailer (02:55 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Odd Thomas (2:42 Min., 1080p)
    • Der Blender - The Imposer (2:17 Min., 1080i)
    • Take Shelter (2:03 Min., 1080i)
    • Dschungelcamp - Welcome to the Jungle (2:14 Min., 1080p)
    • Der Verdingbub (1:59 Min., 1080i)
    • Kriegerin (2:06 Min., 576i)
Am Horizont steigen die Wolken von Atombombenexplosionen empor, die nukleare Apokalypse ist da. 20 junge Erwachsene, Schüler der Abschlussklasse Philosophie an einer internationalen Schule in Jakarta, stehen vor dem Eingang eines Bunkers. Ein Jahr lang können sie dort überleben, um später die Menschheit neu aufzubauen. Doch der Bunker bietet nur Raum für 10 Bewohner. Wer soll leben, wer wird sterben? Ihr Lehrer hat ihnen Berufe und Eigenschaften willkürlich zugeteilt. Sie bilden die Basis für rationale Entscheidungen. Das Ganze ist nämlich ein Gedankenexperiment, mit dem Mr. Zimit ein letztes Mal das Urteilsvermögen seiner Schüler herausfordert. Doch schnell bröckelt das rationale Gebäude und das Experiment bekommt eine gefährliche Eigendynamik ...
"Wie würdest du entscheiden?"

Diese Frage stellt man sich bei der Ansicht der vorliegenden Thematik ganz automatisch, denn eine Klasse von Philosophie-Studenten beschäftigt sich an ihrem letzten Schultag mit einem Gedankenexperiment, in dem sie bei einer möglichen nuklearen Katastrophe den Weiterbestand der Menschheit sichern sollen. Das Ganze spielt sich in einem Klassenraum ab, wobei es sich aber keinesfalls um eine dialoglastige Debatte handelt, die lediglich auf diesen Schauplatz begrenzt ist.
Regisseur John Huddles bebildert die Kernthematik nämlich ausgezeichnet und so bekommt der Zuschauer einen sehr plastischen Eindruck der Situation, in der die Schüler eine Auswahl treffen müssen und somit einen Teil der Gruppe zwangsläufig zum Tode verurteilen. Dreimal wird das Szenario durchgespielt. Um überhaupt entscheiden zu können, werden den Schülern Berufe zugeteilt, bei denen vom Eisverkäufer bis zum Ingenieur so ziemlich alles vertreten ist, was man sich nur vorstellen kann. Mit der Zeit entfaltet die Geschichte dabei eine gefährliche Eigendynamik, und es kristallisieren sich immer bedrohlichere Züge heraus, die auch innerhalb der Gruppe zu diversen Spannungen führen.
Davon lebt der Film und bezieht aus diesem Aspekt auch seinen äußerst gelungenen Spannungsaufbau, der jedoch im letzten Drittel der Geschichte deutlich erkennbar abfällt. Baut sich bis dahin eine sehr beklemmende Grundstimmung auf, die tief in die Geschehnisse eintauchen lässt, zerstört der dritte Abschnitt ein wenig den bis dahin äußerst guten Gesamteindruck.

The PhilosophersThe PhilosophersThe Philosophers
The PhilosophersThe PhilosophersThe Philosophers

Hat zuvor jeweils die gesamte Gruppe darüber entschieden, wer im sicheren Bunker überleben darf, ist es im letzten Abschnitt einzig und allein die Vorzeigeschülerin Petra, in deren Händen das Schicksal ihrer Kameraden liegt. Eigentlich wäre das gar nicht weiter schlimm, doch nimmt die Story nun eine etwas kitschig erscheinende Wendung und lässt den Betrachter Vermutungen anstellen, worauf das Ganze letztendlich hinausläuft.
Die Wendung am Ende ist nicht ganz nachvollziehbar, denn während das Geschehen zuvor mit erstklassigen philosophischen Ansätzen versehen ist, gestalten sich die Ereignisse zum Ende hin fast schon banal. Allerdings ergeben diverse, zuvor nicht ganz logische Handlungsweisen nun einen Sinn, wobei bei diesem Punkt insbesondere die Taten des Lehrers Zimit in den Vordergrund rücken. Er ist es nämlich, der durchgehend eine unbekannte Größe darstellt und den Zuschauer immer wieder mit Handlungen konfrontiert, die für so manches Fragezeichen sorgen. Warum er das aber letztendlich macht, hätte eine würdigere Umsetzung verdient und wäre dem Film insgesamt auch weitaus gerechter geworden, denn die Geschichte an sich beinhaltet eine ganze Menge Potential, das bis auf die letzte Phase auch ausgeschöpft wurde.

The PhilosophersThe PhilosophersThe Philosophers

Nun mag sich das alles negativ anhören, doch "The Philosophers" ist in seiner Gesamtheit ein absolut sehenswertes Drama, das lediglich im letzten Drittel ein wenig schwächelt. Bis dahin bekommt man einen Plot geboten, in den man sich unheimlich gut einfühlen kann. Dabei wird man selbst an seine moralischen Grenzen geführt und ist heilfroh darüber, dass man sich nicht in einer solchen Situation befindet. Huddles versteht es sehr gut, den Zuschauer in die Entscheidungsfindung der Protagonisten einzubeziehen. Er zeigt auch logische Kriterien auf, nach denen man seine Auswahl treffen kann, um das Überleben der Menschheit zu gewährleisten.
Dennoch fällt dies äußerst schwer, denn es stellt sich doch immer wieder die Frage, ob die Wichtigkeit eines Menschen lediglich an seinem Beruf oder diversen anderen Dingen festzumachen ist. So stößt man immer wieder auf moralische Gegensätze, und es entsteht ein Kampf zwischen Logik und Gefühl, der einem richtig schwer zusetzt. Man befindet sich also fast durchgehend in einem furchtbaren Zwiespalt, wobei man auch seine eigene Entscheidung immer wieder hinterfragt, da man gedanklich immerhin über das Leben etlicher Menschen richtet und dabei auf keinen Fall einen Fehler machen will. Wenn da nur nicht dieses leicht schnulzig erscheinende Finale wäre, das die Ernsthaftigkeit des Filmes in Frage stellt und den Gesamteindruck ein wenig trübt. An dieser Stelle wäre es sinnvoller gewesen, die bedrückende Atmosphäre aufrecht zu erhalten, die jedoch leider etwas in sich zusammen fällt.

The PhilosophersThe PhilosophersThe Philosophers

Trotz der offensichtlichen Schwächen sollte man sich aber keinesfalls täuschen lassen, denn "The Philosophers" ist dennoch ein überdurchschnittlich gutes Drama, das vor allem aufgrund seiner Ausgangslage eine Menge an Spannung und Dynamik verspricht. Huddles hat hier sehr viel richtig gemacht und präsentiert eine Geschichte, die einen fast durchgehend mit einer Gänsehaut überzieht und gleichzeitig mit moralischen Widersprüchen konfrontiert. Mit gut agierenden Jung-Darstellern besetzt, entfaltet die Geschichte eine Menge Kraft und bietet dem Betrachter ein äußerst intensives Filmerlebnis, in das man sich sehr gut hinein versetzen kann. Der etwas schwächelnde Schluss-Akkord ist leider nicht so ganz gelungen, aber definitiv kein Grund dafür, einen großen Bogen um diesen sehenswerten Film zu machen.

The PhilosophersThe Philosophers

Die Blu-ray von Ascot Elite wartet mit einer guten Bildqualität auf, die nur kleine, kaum zu beachtende Schwächen zeigt. Schärfe und Detailzeichnung sind auf einem ordentlichen Niveau und können sowohl in Nahaufnahmen als auch in Totalen ein gutes HD-Gefühl vermitteln. Dazu sollte aber erwähnt werden, dass "The Philosophers" stark verfremdet wurde, wodurch das Bild von Grund auf etwas weich erscheint. Die satte und kräftige Farbwiedergabe kann ebenso überzeugen wie das Kontrastverhältnis, welches trotz der Stilmittel eine gute Durchzeichnung gewährt. Nur in wenigen Szenen kommt es zu einem geringen Detailverlust in dunkleren Bildbereichen. Ansonsten bietet das Bild eine gehobene Tiefenwirkung. Die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund, und digitale Rauschmuster sind ebenfalls kaum wahrzunehmen. Die Coverangabe von 1,78:1 ist falsch. Das Bild liegt im Originalformat von 2,35:1 vor.

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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und klingen sehr ähnlich. Da es sich bei "The Philosophers" um einen dialoglastigen Film handelt, bleibt das Sounddesign frontlastig und bietet keine großartige Surroundatmosphäre. In den Gedankenspielen, die ein apokalyptisches Szenario zeigen, gewinnt der Mix an Qualität und sorgt mit einigen gut platzierten direktionalen Effekten für die nötige Räumlichkeit. Dies beschränkt sich zwar nur auf wenige Szenen, die können dann aber auch mit einem druckvollen Subwoofer-Einsatz und einem guten Dynamikumfang überzeugen. Dialoge werden in beiden Sprachfassungen hervorragend wiedergegeben, und der Score wird sehr kraftvoll, manchmal jedoch etwas zu dominant abgemischt. Insgesamt ein guter Mix mit einer HD-würdigen Feinzeichnung.
Der Hauptfilm sowie das Bonusmaterial wurden deutsch untertitelt. Die Extras liegen weitgehend in SD vor und beinhalten neben Trailern und 36 Minuten an werbelastigen Interviews eigentlich nur noch ein paar Featurettes mit reichlich kurzen Einblicken in die Produktion. Diese sind zu kurz, um einen Eindruck von den Dreharbeiten zu vermitteln.

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"The Philosophers" entpuppt sich zum größten Teil als sehr intensive Filmkost, in der man gedanklich mit einem Schreckensszenario konfrontiert wird. Auch als Zuschauer wird man zu Entscheidungen gezwungen, die man überhaupt nicht treffen will. Teilweise bekommt man einen wirklichen Tiefschlag in die Eingeweide versetzt. Lediglich der nicht ganz stimmige Showdown verhindert einen überragenden Gesamteindruck eines Szenarios, das einem tief unter die Haut fährt und dabei seine Spuren hinterlässt.
Die Blu-ray wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert. Technisch wird eine außerordentlich gute HD-Umsetzung spendiert. Lediglich der Bonus-Sektor ist kaum der Rede wert.


Film++++/-
Bild++++/-
Ton++++/-
Bonus+-----


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