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CAN 2013
Originaltitel:Antisocial
Länge:89:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahren
Regie:Cody Calahan
Buch:Chad Archibald, Cody Calahan
Kamera:Jeff Maher
Musik:Steph Copeland
Darsteller:Cody Thompson, Adam Christie, Ana Alic, Romaine Waite, Ry Barrett, Serje Basi, Kirill Belousov, Laurel Brandes, Alexandria Colton, John Cross, Leepy Hajra, Bill Hall
Vertrieb:Mad Dimension
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:21.02.2014 (Kauf)
Bonus:
  • Kinotrailer (1:38 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Junkie (1:59 Min., 1080p)
    • Hunting Season (2:09 Min., 1080p)
    • Kaliber 9 (2:05 Min., 1080i)
    • Home Sweet Home (1:29 Min., 1080p)
    • Rites of Spring (1:27 Min., 576i)
    • Compliance (2:00 Min., 1080p)
    • Sin Nombre - Life without Hope (2:39 Min., 1080p)
    • Modus Anomali (1:25 Min., 1080p)
    • Sickle (2:11 Min., 576i)
    • Stalled (1:27 Min., 1080p)
Es sollte eine ausgelassene Neujahrsparty werden. Doch es endet in einem Albtraum aus Blut und Tod. Während fünf Freunde sich auf die Party des Jahres vorbereiten, versinkt die Welt plötzlich im Chaos. Rasend schnell breitet sich ein Virus aus, der die Menschen in mörderische Amokläufer verwandelt. Jeder könnte der Nächste sein – niemand ist sicher! Auch nicht die fünf Freunde, die sich schutzsuchend im Haus verbarrikadieren. Bald kristallisiert sich der Übertragungsweg des Virus heraus: Es sind die sozialen Netzwerke!
Beim Lesen der Inhaltsangabe wird man nicht unbedingt vom Hocker rutschen, denn dass die Menschheit von einem Virus befallen wird und sich die Personen in rasende Bestien verwandeln, dürfte längst keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Der erste Eindruck täuscht aber, denn Cody Calahan hat seine erste Regiearbeit zwar mit den üblichen Zutaten versehen, lässt die Ereignisse aber dennoch in einem anderen Licht erscheinen. Zunächst wird man im Dunkeln über die Ursache des plötzlichen Ausbruchs gelassen und kann sich nur darüber wundern, warum das Virus so dermaßen schnell um sich greift. Mit zunehmender Laufzeit werden allerdings immer mehr Indizien serviert, die in eine ganz bestimmte Richtung zielen.
Zuerst verwirft man die eigenen Vermutungen, erscheint diese doch viel zu abwegig und absurd. Doch ganz egal, wie hanebüchen einem die Intension des Regisseurs auch erscheinen mag, die Umsetzung der Geschichte hat eine solch faszinierende Ausstrahlung, dass man jede einzelne Einstellung dieses kleinen, aber sehr fiesen Horrorfilmes regelrecht in sich aufsaugt. Während in anderen Genre-Vertretern immer wieder gerne diverse Krankheiten oder Bakterien die Menschheit in rasenden Bestien verwandeln, ist es im Fall von "Antisocial" eine der größten Errungenschaften der Neuzeit zu verdanken, dass die Erde dem Untergang geweiht ist.


Calahan beschert dem Betrachter ein intensives Kammerspiel mit fünf Protagonisten, denn der Großteils des Geschehens spielt sich in einem Haus ab, in dem eine Gruppe von Freunden eine Party steigen lassen will. Über die Zustände außerhalb des Gebäudes wird man in erster Linie durch Nachrichten informiert, die über die immer stärker ansteigende Gewalt in den Straßen berichten. Durch diese Sichtweise der Dinge entsteht eine äußerst ausgeprägte Beklemmung, die auch vor einem selbst nicht halt macht und wie eine zentnerschwere Last auf den Schultern liegt. Gelegentliche Versuche einiger Infizierter, in das Haus einzubrechen, verstärken dieses Gefühl immens. Obwohl es sich um einen räumlich begrenzten Schauplatz handelt, entfaltet sich eine waschechte Weltuntergangsstimmung, die einem kalte Schauer über den Rücken jagt.
Man kann sich denken, dass sich der ausgebrochene Virus natürlich auch im Haus bemerkbar macht. Wenn erst einmal der Auslöser des apokalyptischen Szenarios kennt ist, erscheint dieser Umstand auch absolut logisch. Die bereits entstandene klaustrophobische Note verstärkt sich nun umso mehr, und die Gefahr für die Eingeschlossenen nimmt konkrete Formen an. An dieser Stelle muss man dem Regie-Neuling Calahan ein großes Kompliment machen, denn ganz egal, ob man seine Grundidee als innovativ oder absurd ansieht, der gute Mann hat seiner Geschichte einen dramaturgischen Spannungsaufbau verliehen, der sich sehen lassen kann!


Dabei kommt die Erzählung in der ersten Stunde hauptsächlich über die psychische Schiene und verzichtet fast gänzlich auf explizite Gewaltdarstellungen. Das ändert sich im letzten Drittel des Filmes jedoch schlagartig, denn nun halten auch diverse blutige Einstellungen und ein sehenswerter Härtegrad Einzug in die Ereignisse. Einige Stellen fallen dabei dermaßen derb aus, dass einen der Umschwung phasenweise mit unglaublicher Wucht in die Eingeweide trifft. Es ist vor allem diese gelungene Mischung aus psychischer und visueller Härte, die für ein Höchstmaß an Intensität sorgt, wodurch Calahan ein ganz feines Händchen erkennen lässt, wenn es darum geht, den Betrachter wirklich zu schocken.
Hinter dieser kleinen, aber feinen kanadischen Produktion versteckt sich eine echte Genre-Perle, die an Bosheit schwer zu überbieten ist. Zudem beinhaltet die Geschichte eine zwar nicht sonderlich glaubwürdige, aber durchaus innovative Idee für die Ursache, die sich äußerst wohlwollend vom sonstigen Genre-Einheitsbrei abhebt.


Die unbekannten Darsteller liefern durch die Bank einen ordentlichen Job ab, ohne dass man jedoch Oscar reife Leistungen erwarten sollte. Zum Ende hin bekommt man zwar einige nicht unbedingt logisch erscheinende Handlungsabläufe zu sehen, die aber, wenn man sich mit der Idee des Regisseurs anfreundet, doch noch schlüssig werden. Beispielsweise wird kurz vor Schluss eine eventuelle Heilungsmethode in den Raum geworfen, die auch beim Zuschauer ein klein wenig Hoffnung auf ein gutes Ende schürt. Ein Happy End wäre aber absolut deplatziert gewesen, und daran hat Calahan zum Glück gedacht. Somit wurde "Antisocial" mit einem Showdown versehen, den der Film auch wirklich verdient hat. Letztendlich bleibt ein Horrorfilm, der eine altbewährte Thematik etwas aufpeppt und sie nicht im typischen 08/15-Modus erzählt. Zugegebenermaßen erscheinen die Erklärungen für den Ausbruch der Seuche jenseits der Realität angesiedelt. Wer sich nicht damit anfreunden kann, wird sicherlich enttäuscht sein, doch wer auch abwegigen Möglichkeiten offen gegenüber steht, der wird mit einer Geschichte belohnt, die auf jeden Fall eine frische Brise verströmt und "Antisocial" zu einem Geheimtipp werden lässt.


Mad Dimension veröffentlicht "Antisocial" ungekürzt mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Beim Menü-Design, welches wie eine Website gestaltet ist, ist viel Mühe erkennbar. Allerdings wurde beim Bonusmaterial gespart, denn mehr als eine Handvoll Trailer wird nicht geboten.
Der in MPEG-4 kodierte HD-Transfer zeigt besonders Nahaufnahmen ein sehr scharfes und detailliertes Bild. Ansonsten gibt er seine Low-Budget-Herkunft zu erkennen, denn das Bild ist etwas weich und leidet unter den Einsatz von blau-grünen Farbfiltern. Dies soll die kalte und düstere Atmosphäre des Films unterstreichen und geht zu Lasten der Natürlichkeit. Auch der Schwarzwert und Kontrast schwanken ständig, wodurch das Bild meist sehr flach und nur bedingt plastisch erscheint. Bildrauschen fällt nicht auf, was bei einer digitalen Produktion auch kein großes Wunder darstellt. Die Kompression könnte etwas ruhiger laufen, und im Hintergrund lassen sich immer wieder leichte Banding-Artefakte ausmachen.



(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Zu Beginn wirkt die deutsche Synchronisation sehr billig, woran man sich aber schnell gewöhnt. Nach einiger Zeit kann man sich sogar mit den deutschen Stimmen anfreunden. Trotzdem ist der Originalton zu bevorzugen. Die Soundabmischung fällt allerdings etwas unausgewogen aus. Vor allem der Soundtrack ist viel zu laut eingebracht worden. Dadurch drängt sich der Score penetrant in den Vordergrund. Die Effekte wurden ebenfalls zu dominant abgemischt und beinhalten einen sehr brachialen, wenig harmonischen Tiefenbass. Dabei entsteht nicht mal brauchbare Räumlichkeit, da die Rears nur selten zum Einsatz kommen. Falls, dann sind sie aber gut platziert und ortbar eingesetzt. Dafür bleiben die Dialoge noch sehr gut zu verstehen und klingen ebenfalls sehr laut und wenig natürlich. Der englische Mix klingt schon etwas natürlicher, zumindest was die Balance zwischen Dialogen, Musik und Nebengeräuschen angeht. Wirklich räumlich wird er aber auch nicht. Deutsche Untertitel werden nicht angeboten. Ärgerlich für Filmfans mit Hörschaden.


"Antisocial" bietet eine Menge an altbewährten Zutaten, fügt diesen aber eine vollkommen neue Note bei und bezieht daraus seinen ganz besonderen Reiz. Die Kombination aus intensivem Kammerspiel und fast schon brachialer Härte im letzten Drittel verfehlt keinesfalls die gewünschte Wirkung beim Betrachter. Die Blu-ray wird im schwarzen Keepcase mit FSK-Wendecover ausgeliefert. Auf diesem wurde aber nicht nur das FSK-Logo entfernt, sondern auch alle Werbetexte. Technisch eine solide Umsetzung, leider ohne Bonusmaterial und deutsche Untertitel.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus------


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