USA 1980
Originaltitel:Shōgun
Alternativtitel:James Clavell's Shogun
Länge:548 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Jerry London
Buch:Eric Bercovici
Kamera:Andrew Laszlo
Musik:Maurice Jarre
SFX:Bob Dawson
Darsteller:Richard Chamberlain, Toshirô Mifune, Yôko Shimada, Frankie Sakai, Alan Badel, Damien Thomas, John Rhys-Davies, Vladek Sheybal, Yuki Meguro, Hideo Takamatsu, Nobuo Kaneko, Hiromi Senno, Michael Hordern, George Innes, Leon Lissek, Edward Peel, Eric Richard, Steve Ubels, Stewart MacKenzie, John J. Carney, Ian Jentle, Neil McCarthy, William Morgan Sheppard, Mika Kitagawa, Seiji Miyaguchi, Toru Abe, Shin Takuma, Hyoei Enoki, Miiko Taka, Midori Takei, Ai Matsubara, Yumiko Mirishita, Hiroshi Hasegawa, Akira Sera, Rinichi Yamamoto, Yûko Kada, Masumi Okada, Yosuke Natsuki, Takeshi Ôbayashi, Yoshie Kitsuda, Masashi Ebara, Setsuko Sekine, Atsuko Sano, Orson Welles
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (nur engl.), Dolby Digital 1.0 Mono (dt., engl., franz., jp.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Verpackung:Seastoncase im Schuber
Blu-ray-Start:06.02.2014 (Kauf)
Bonus:
Disc 1:
  • Das Making-of von "Shogun":
    • Ein romantisches Abenteuer (5:02 Min., 480i)
    • Die Besetzung (17:51 Min., 576i)
    • Nagashima (3:11 Min., 576i)
    • Toho Studios (5:34 Min., 576i)
    • Kampf der Kulturen (10:15 Min., 576i)
    • Die Kunst von Shogun (3:18 Min., 576i)
    • Die Erasmus und die Galeere (8:15 Min., 576i)
    • Kontroverse (4:14 Min., 576i)
    • Das Erdbeben (5:32 Min., 576i)
    • Flucht von Schloss Osaka (2:14 Min., 576i)
    • Die Blockade (4:11 Min., 576i)
    • Postprouktion (4:11 Min., 576i)
    • Shogun macht Geschichte (6:03 Min., 576i)
Disc 2:
  • Featurettes: "Historische Perspektiven"
    • Die Samurai (5:37 Min., 576i)
    • Die Teezeremonie (4:37 Min., 576i)
    • Die Geisha (4:58 Min., 576i)
Disc 3:
  • Audiokommentar zu ausgewählten Szenen von Regisseur Jerry London:
    • Blackthornes Ankunft am Schloss (1:34 Min., 1080p)
    • Blackthorne bei Ochibas Fest (1:06 Min., 1080p)
    • Der verrückte Tanz (1:23 Min., 1080p)
    • Fürst Buntard schießt Pfeile (3:22 Min., 1080p)
    • Das Sprengen der Fischboote (2:19 Min., 1080p)
    • Die Ankunft von Toranaga (1:16 Min., 1080p)
    • Blackthorne baut sein Schiff wieder auf (1:14 Min., 1080p)
Anfang des 17. Jahrhunderts vor der Küste Japans: Das Schiff des Navigators John Blackthorne gerät in einen Sturm und kentert. Er und ein paar Männer können sich retten und schaffen es an Land. Dort werden sie allerdings nicht sehr gastlich empfangen und landen sogar im Gefängnis. Blackthorne findet sich in der fremden Kultur anfangs nicht zurecht. Doch nach und nach studiert er die Sitten und Bräuche und kann so die Gunst des Fürsten Toranaga gewinnen. Toranaga befreit ihn aus seinem Gefolgsmann. Blackthorne erhält ein standesgemäßes Haus. Er bekannt Diener und Frauen und passt sich immer großangelegte Intrigen um die Macht des Landes. Blackthorne wird unfreiwillig Zeuge und Spielfigur in diesen Machtkämpfen und gerät zwischen die Fronten ...
Lange ist es her, als ich das Mammut-Werk von James Clavell förmlich verschlungen habe. Sehr lange! Mit knapp 1100 Seiten war dies mein erster "richtiger" Roman und ein ganz anderes Kaliber als Horrorheftroman-Reihen wie John Sinclair, Larry Brent oder Macabros und auch nicht zu vergleichen mit meinen ersten Begegnungen mit dem King'schen bzw. Lovecraftian Horror. Für einen Knaben im zarten Alter von 12 Jahren war dieser Ausflug ins Japan des 17. Jahrhunderts ein wahres Abenteuer, jedoch alles andere als leichte Kost. Neben den vielen exotischen Schauplätzen, den kulturellen Unterschieden, die Clavell durchaus mit Humor angeht, sowie der Verknüpfung mit den damals aktuellen politischen Geschehnissen spielt sich die fiktive Geschichte vor einem historisch korrekten Hintergrund ab. Für ein Kind bzw. einen Jugendlichen war das Gesamtwerk zwar spannend, doch in seiner Gänze nicht zu greifen. Dazu mussten einige Jahre und viele weitere Lesungen folgen, um Clavells Werk mit all seinen Facetten zu verstehen.

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Während ich das Buch in den nachfolgenden Jahren immer wieder las, war mir die Mini-Serie aus dem Jahre 1980 längst ein Begriff. Das erste Mal sah ich "Shogun" sogar lange bevor ich von der Existenz des Romans wusste. Es war ein alter TV-Mitschnitt, der sich im Schrank meiner Eltern zwischen Filmen wie "Das Schwert des gelben Tigers" und "American Fighter" versteckte und nur darauf wartete, von mir heimlich gesichtet zu werden. Heimlich deshalb, weil der Giftschrank (nein, nicht die Minibar) tabu war. Doch wenn die Katze nicht im Haus ist, tanzen die Mäuse bekanntlich auf dem Tisch, und so wanderte regelmäßig jegliche Art von Filmen in den Videorekorder. "Shogun" gehörte da zu den harmlosesten Beiträge - irgendwann in den späten 80er Jahren, lang bevor ich anfing den Horrorfilm für mich zu entdecken.

Unter der kreativen Leitung Clavells und mit Jerry London auf dem Regiestuhl drehte man "Shogun" vor Ort in Japan, was der Atmosphäre zugutekommt. Noch heute erzielen die Bilder eine beeindruckende Wirkung, doch nimmt man das Gezeigte mittlerweile anders wahr als noch mit 8 Jahren. Damals waren mir Namen wie Jerry London oder Richard Chamberlain gar kein Begriff und heute schätze ich es umso mehr, dass Chamberlain für die Rolle des Steuermannes Blackthorne ausgewählt wurde. Im englischen Original übernahm im Übrigen Orson Welles die Rolle des Erzählers, und mit John Rhys-Davies (der mir zumindest aus Indiana Jones ein Begriff war), der japanischen Kinolegende Toshiro Mifune und Yôko Shimada bietet die Serie Gesichter, bei denen wir "alten Hasen" durchaus hellhörig werden.

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Wie auch in der Roman-Vorlage entführt man uns von der ersten Minuten an in einen andere Welt. Das, was sich damals nur in unseren Köpfen abspielte, wurde endlich "real", und dank der Originalschauplätze und der aufwendigen Kulissen fühlt man sich in jedem Moment in das Japan des frühen 17. Jahrhunderts versetzt. Hinzu kommen eine prachtvolle Inszenierung sowie eine hervorragend aufeinander abgestimmte Mischung aus Drama, Romantik und Action. Es zeigen sich interessante Denkansätze, und der Konflikt mit den Kulturen wird hier nicht verwässert, sondern wirkt ehrlich und authentisch, was nicht zuletzt dem großartigen Cast zu verdanken ist. Aus den Gründen der Authentizität ließ man damals diverse japanische Dialoge nicht untertiteln. Der Zuschauer sollte sich genauso fühlen wie die Menschen, die in einem fernen Land einer fremden Kultur und somit einer unbekannten Sprache gegenüberstehen. In einigen Ländern und auch in Deutschland wurden dennoch komplette Untertitel angefertigt, was aber nie im Sinne der Macher war und bei der vorliegenden HD-Version zum Glück auch weggelassen wurde.

"Shogun" ist eine fesselnde Mini-Serie, die allerdings einiges an Straffungen erfahren musste. So bliebt das Grundgerüst der Vorlage zwar erhalten, doch vieles wurde gekürzt bzw. umgeschrieben. Zudem legte man den Fokus verstärkt auf Blackthornes Charakter, wodurch die anderen Figuren teilweise enorm vernachlässigt werden. Dies wird man jedoch nur bemängeln, wenn man den Roman verinnerlicht hat. Ungeachtet dessen darf "Shogun" als Meisterwerk bezeichnet werden und zählt heute noch zu einer der aufwendigsten TV-Produktionen aller Zeiten, die sehr gut gealtert ist und mit Sicherheit neue Generationen von Fans mit sich ziehen wird. Meine Empfehlung: Die Serie an einem Stück gucken und danach direkt mit dem Roman anfangen!

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Paramount veröffentlicht die Mini-Serie im Originalformat von 1,33:1 und ließ sie zum Glück nicht auf 1,78:1 beschneiden, was zu Beginn geplant war. Leider wurde auf eine neue HD-Abtastung verzichtet und auf ein betagtes Master zurückgegriffen, was bereits nach wenigen Minuten anhand von hässlichen digitalen Rauschmustern sichtbar wird. Dies erstreckt sich über die gesamte Laufzeit und ist der große Störfaktor dieser HD-Präsentation. Zudem wurde das Bild nachgeschärft und zeigt leicht unsaubere Konturen. Die Schärfe fällt dabei durchaus angenehm aus, und Feinheiten können auch gut ausgearbeitet werden. Wunder sollten allerdings nicht erwartet werden, doch der DVD-Version ist dieser Transfer haushoch überlegen. Die Kontrastbalance fällt gut aus, ohne dass der satte Schwarzwert nötige Details verschluckt. Dabei sind immer wieder Sequenzen auffällig, die leicht flach und milchig wirken, wodurch die Durchzeichnung etwas leidet. Auch die Farbgebung kann mit kräftigen und satten Farbtönen aufwarten. Schmutz und Defekte sind im geringen Maße auszumachen, aber nie störend. Die Kompression arbeitet zudem ruhig und unauffällig im Hintergrund. Schlussendlich darf man mit der HD-Umsetzung zufrieden sein.

Shogun Shogun Shogun
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(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Während die Tonspuren primär in Mono vorliegen, wurde der Originalton zusätzlich in DTS-HD Master Audio 5.1 aufgespielt. Diese stellt eine überzeugende Neuabmischung dar und hebt sich positiv von den Mono-Tracks ab. Der 5.1-Mix klingt harmonischer und bietet nicht selten eine ordentliche Räumlichkeit, auch wenn diese nur durch den Score erzeugt wird. Anfänglich klingt der Mix etwas ungewohnt leise, dafür aber in allen Belangen natürlicher. Sowohl Nebengeräusche als auch die Dialoge wurden gut ausbalanciert, und es ist nicht weiter schlimm, dass es keine wirklichen Surroundeffekte gibt. Die Dialoge der deutschen Monospur wurden zu dominant abgemischt, wodurch Nebengeräusche untergehen. Aufgrund der deutlich zu tiefen Stimmwiedergabe darf davon ausgegangen werden, dass die Tonhöhe nicht korrigiert wurde. Das verschafft der deutschen Tonspur nicht unbedingt Pluspunkte, zumal die Musik noch sehr laut ins Geschehen einwirkt. Zumindest verzerrt der Mix nicht noch zusätzlich, und es lassen sich keine Fehler, Defekte oder störendes Rauschen ausmachen. Der englische Mono-Mix klingt dem deutschen sehr ähnlich, wobei die Dialoge hier nicht so dominant ausfallen. Eine ordentliche Klangdynamik sucht man hier ebenfalls vergebens. Optional gibt es diverse Untertitel. Lediglich die japanischen Sequenzen wurden nicht untertitelt, was, wie bereits erwähnt, von den Machern gewollt war.

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Die Edition enthält ein 80-minütiges Making-of, welches in 13 Segmente unterteilt wurde. Dabei wird auf diverse Aspekte der Produktion eingegangen. Die Macher und Darsteller dürfen sich zu Wort melden, sprechen dabei über die Entstehung der 10-stündigen Mini-Serie und gewähren dem Zuschauer einen tiefen Einblick in eine der wichtigsten Romanverfilmung aller Zeiten. Weiterhin spezialisiert sich das nachfolgende Featurette auf die diversen historischen und kulturellen Aspekte von "Shogun" und wurde in 3 Teile, mit den Titeln "Tee", "Samurai" und "Geisha" aufgeteilt. Auf der dritten Disc befindet sich zudem ein Audiokommentar von Regisseur Jerry London zu 7 ausgewählten Szenen, die allerdings viel zu kurz sind, als dass man nützliche Informationen aus ihnen schöpfen könnte. Das Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt und liegt weitgehend in SD vor.

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Das 3-Disc-Set sollte sich kein Fan der Mini-Serie entgehen lassen, denn auch wenn Bild und Ton nicht optimal sind, entsteht ein angenehmes HD-Gefühl, und die Extras sind ebenfalls sehenswert. Leider gibt es kein FSK-Wendecover.


Film++++++
Bild++++--
Ton++/---
Bonus++++--



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