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CAN 2012
Originaltitel:Cold Blooded
Alternativtitel:Cold Blooded - Wer wird es überleben?
Länge:86:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jason Lapeyre
Buch:Jason Lapeyre
Kamera:Alwyn Kumst
Musik:Todor Kobakov
SFX:Jon Davis
Darsteller:Ryan Robbins, Zoie Palmer, William MacDonald, Huse Madhavji, Thomas Mitchell, Sergio Di Zio, Imali Perera, Chris Ratz
Vertrieb:OFDb Filmworks
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover und Schuber
Blu-ray-Start:10.12.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Regisseur Jason Lapeyre und Hauptdarstellerin Zoie Palmer
  • Entfallene Szenen (8:05 Min., 1080p)
  • FX-Test (0:19 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer (1:37 Min., 1080p)
  • Englischer Trailer (1:37 Min., 1080p)
  • Fotogalerie (39 Bilder, 1080p)
  • Fan-Art Galerie (6 Bilder, 1080p)
Nach einem missglückten Überfall auf ein Juweliergeschäft wacht der Dieb Eddie Cordero angeschossen und mit Handschellen ans Bett gefesselt im Krankenhaus auf. Die junge Polizistin Frances Janes, die zu seiner nächtlichen Bewachung abgestellt ist, versucht pflichtbewusst, Eddie weitere Einzelheiten zu dem Überfall und den verschwundenen Diamanten zu entlocken. Eddie wiederum setzt alles daran, mit seiner trickreichen Art Frances zu überrumpeln, um auf diese Weise dem Gefängnis entkommen zu können. Das gegenseitige Katz-und-Maus-Spiel wird jäh unterbrochen, als Corderos Auftraggeber mit seinen Männern in den nahezu ausgestorbenen Krankenhausflügel eindringt. Neben Corderos Leben will er die Diamanten - und er schreckt vor nichts zurück, um sein Ziel zu erreichen. Der gemeinsame Feind schweißt Frances und Eddie zusammen, die nun gemeinsam ums Überleben kämpfen müssen.
Im Jahr 2012 entstanden gleich zwei Abend füllende Filme unter der Regie des Neulings Jason Lapeyre, der bis dahin lediglich für den Kurzfilm "The Director's Cut" (2006) verantwortlich zeichnete. Die Rede ist von dem hier vorliegenden "Cold Blooded" und dem Coming-of-Age-Drama Interner Link"I Declare War", welche beide beim Fantasy Filmfest 2013 aufgenommen wurden und nun eine DVD-Auswertung durch das noch junge Label OFDb Filmworks erhalten.



Bei "Cold Blooded" handelt es sich um den ersten Spielfilm des Regisseurs und einen wunderbaren Thriller, der die Elemente Spannung, Witz und Humor auf eine erstklassige Art und Weise miteinander verbindet, so dass letztlich ein Gesamtpaket entstanden ist, das man ohne Weiteres als echtes Kleinod bezeichnen kann. Gerade in der heutigen Zeit der Blockbuster sind es doch zumeist die eher kleineren Produktionen, die nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Das vorliegende Werk kann man getrost in diese Kategorie einordnen.
So handelt es sich um eine Geschichte, in der es nicht durchgehend voller Tempo und mit vollkommen überzogener Action zur Sache geht. Vielmehr legt Lapeyre ganz augenscheinlich gesteigerten Wert auf die Charakterzeichnungen der einzelnen Figuren und verabreicht seiner Story außerdem eine ordentliche Portion Humor, die sich manchmal erst im Detail erkennen lässt. Besonders darin liegt eine der Stärken dieser eher bescheidenen Produktion, denn streckenweise skurrile Situationskomik und feinster Wortwitz treten immer wieder in den Mittelpunkt des Geschehens, so dass sich dem Zuschauer gut 80 Minuten erstklassige und sehr kurzweilige Unterhaltung präsentiert.



Mit verhältnismäßig wenigen Darstellern besetzt konzentrieren sich die Abläufe in der Hauptsache auf drei Hauptfiguren, die den gesamten Film fast im Alleingang tragen. Auf der einen Seite ist da der äußerst sympathische Antiheld Eddie, dann hätten wir noch die smarte und sehr taffe Polizistin Frances und zu guter Letzt den skrupellosen Gangster Louis Holland im Angebot. Es ist ein innerer Festschmaus, diesen drei Akteuren bei ihrem hervorragenden Schauspiel zuzusehen. Denn obwohl die Rollen von eher unbekannten Darstellern ausgefüllt werden, beinhalten die Darstellungen ein extrem hohes Maß an Qualität. Zudem zeichnen sich die agierenden Personen durch eine geradezu enorme Spielfreude aus, was den von Haus aus guten Eindruck des Filmes beim Betrachter zusätzlich aufwertet.
Nun handelt es sich im vorliegenden Film um keinen High Speed-Thriller, obwohl insbesondere der Einstieg in die Ereignisse recht temporeich gestaltet ist. Doch danach driftet das Szenario in ruhigere Fahrwasser ab und gestaltet sich in der Folge einigermaßen dialoglastig. Das mag nicht jedermanns Sache sein, doch zeigen sich vor allem in diesen Passagen die eigentlichen Highlights eines Filmes, der sich nicht, wie viele andere Genre-Vertreter, fast ausschließlich durch unglaubwürdige Stunts und übersteigerte Action-Sequenzen definiert, sondern vielmehr an diverse Werke der 90er Jahre anlehnt, die durch diese Machart sogar teilweise zu einem absoluten Kultstatus gelangt sind. So fallen einem ganz unwillkürlich Filme wie beispielsweise Interner Link"Reservoir Dogs" oder auch "Cold Blooded" (1995) ein, wobei der letztgenannte Namensvetter bis heute zu den am meisten unterschätzten Werken des Jahrzehnts zu zählen ist.



Jason Lapeyre bedient sich ganz augenscheinlich etlicher Stilelemente dieser Filmart und geht damit auch sicher das Risiko ein, dass sein Werk bei etlichen Menschen die Meinungen spalten wird, erscheint eine so eher unspektakuläre Geschichte aus heutiger Sicht vielleicht auf den ersten Blick nicht mehr ganz zeitgemäß. Mit dieser Einschätzung würde man jedoch einem fatalen Trugschluss erliegen, denn "Cold Blooded" beinhaltet trotz des offensichtlich nicht sehr hohen Budgets so viel Qualität und Klasse, dass sich so mancher Blockbuster bei dieser Produktion eine ganz dicke Scheibe abschneiden könnte. Geschliffene Dialoge, bissiger Wortwitz und manchmal fast schon philosophische Diskussionen über Moral und Gerechtigkeit sind dermaßen unterhaltsam und interessant verpackt worden, dass man die Hände vor Begeisterung zusammen schlägt. Da macht es einem auch überhaupt nichts aus, dass nur an einigen Stellen etwas Action in das Geschehen einzieht, denn viel lieber erfreut man sich am tollen Schauspiel der handelnden Akteure und an den grandiosen Dialogen, die immer wieder zum Besten gegeben werden.



Letztlich liegt es wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch man kann dieser bescheidenen, aber qualitativ hochwertigen kanadische Film-Perle nur eine Empfehlung aussprechen. "Cold Blooded" erfindet das Rad des Genres sicherlich nicht neu, und gleichzeitig versucht der Film auch gar nicht erst zu kaschieren, dass es sich um eine kleine Produktion handelt. Dadurch erscheint die Chose umso ehrlicher und wartet zudem mit einer Darsteller-Riege auf, die zwar aus eher unbekannteren Namen besteht, jedoch mit phasenweise brillantem Schauspiel aufwarten kann. Bis in die kleinsten Rollen absolut perfekt besetzt, sind es aber in der Hauptsache Ryan Robbins und Zoie Palmer die die absoluten Farbtupfer setzen, denn das Zusammenspiel der beiden Protagonisten ist stellenweise als nahezu göttlich zu bezeichnen. Deswegen sollte ein jeder seine helle Freude an diesem amüsanten, teils spannenden und immer bestens unterhaltenden Kleinod haben, das man nicht unbeachtet an sich vorbei ziehen lassen sollte.


"Cold Blooded" stellt die zweite Veröffentlichung des noch jungen Labels OFDb Filmworks dar und kann nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch überzeugen. Das HD-Bild ist stets als solches zu erkennen und bietet trotz digitaler Aufnahmetechnik ein durchgängig scharfes Bild mit einer guten bis sehr guten Detailwiedergabe. In Nahaufnahmen und Halbtotalen offenbart das Bild seine Stärke und kommt selbst in schnellen Kameraschwenk nicht ins Schleudern. Stellenweise könnte der Detailgrad eine Nuance besser sein, dies fällt aber meist nur in sehr dunklen Szenen auf, die aufgrund der visuellen Verfremdung die größten Schwächen aufzeigen. Der Kontrast wurde sehr stark überhöht. Das tiefe und satte Schwarz verschluckt in den meisten dunklen Szenen nötige Details und lässt helle Flächen überstrahlen. Eigentlich sehr schade, sorgt es doch für Punktabzug. Die Durchzeichnung des Bildes fällt ebenfalls gut aus, wobei es sich nicht übermäßig plastisch zeigt. Die Farben werden kräftig und natürlich wiedergegeben, wurden visuell jedoch angepasst, wodurch eine sehr kühle Farbgebung entsteht. Bildrauschen ist nur geringfügig auszumachen und beschränkt sich meist nur auf homogene Flächen, während die Kompression bis auf wenigen Ausnahmen im Hintergrund arbeitet. Für eine Low-Budget-Produktion ein ordentliches Ergebnis.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die Abmischung fällt Genre bedingt etwas frontlastig aus, überzeugt aber mit einer sehr guten deutschen Synchronisation sowie einer gut ausbalancierten Sprachwiedergabe. Der HD-Mehrkanalton klingt klar und sauber, erzeugt Räumlichkeit allerdings meist nur durch den Score und vereinzelte Nebengeräusche. Ansonsten bleiben die Rears eher stumm und werden selten für kleine Effekte genutzt, die sich dann wiederum aber gut dem restlichen Klangbild anpassen. Der Dynamikumfang fällt nicht sonderlich hoch aus, und der Subwoofer bekommt nur in wenigen Sequenzen etwas mehr zu tun. Für einen Thriller ist das Ergebnis aber durchweg positiv. Der englische Mix unterscheidet sich weder beim Klangbild, noch bei der Räumlichkeit großartig vom deutschen Pendant. Optional gibt es deutsche Untertitel.

Das Bonusmaterial ist nicht umfangreich, dafür aber sehenswert bzw. im Fall des Audiokommentars mit Regisseur Jason Lapeyre und Hauptdarstellerin Zoie Palmer hörenswert, wenngleich auf deutsche Untertitel verzichtet wird. Lapeyre und Zoie sprechen ausführlich über die Entstehung des Films und handeln diverse Aspekte der Produktion ab, was informativ ausfällt. Zudem gibt es noch einen deutschen und einen englischsprachigen Trailer, entfernte Szenen, ein kleines Feature mit FX-Tests sowie eine Bildergalerie. Nett fällt auch die Fan-Art-Galerie mit Fan-Zeichnungen aus. Die Extras liegen komplett in High Definition vor.



Auch die zweite Veröffentlichung von OFDb Filmworks ist absolut sehenswert. Klein, aber sehr fein kommt "Cold Blooded" daher und erinnert in seiner Machart an Kultfilme aus den 90er Jahren. Das mag nicht jedem gefallen, doch wer ein Faible für diese Filmgattung hat, sollte das Langfilm-Debüt von Jason Lapeyre definitiv anschauen, da ihm ansonsten ein erstklassiger Beitrag durch die Lappen geht. Die Blu-ray überzeugt in Bild und Ton, bietet ein paar nette Extras und wird mit einem Schuber sowie einem FSK-Wendecover ausgeliefert. Das FSK-Logo befindet sich zusätzlich noch auf der Außenfolie und verschandelt in der Erstauflage den Schuber nicht.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus+++---


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