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CAN 2012
Originaltitel:I Declare War
Länge:93:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jason Lapeyre, Robert Wilson
Buch:Jason Lapeyre
Kamera:Ray Dumas
Musik:Eric Cadesky, Nick Dyer
SFX:Max Macdonald
Darsteller:Siam Yu, Gage Munroe, Michael Friend, Aidan Gouveia, Mackenzie Munro, Alex Cardillo, Dyson Fyke, Spencer Howes, Andy Reid, Kolton Stewart, Richard Nguyen, Eric Hanson
Vertrieb:OFDb Filmworks
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover und Schuber
Blu-ray-Start:23.12.2013 (Verleih) / 28.01.2014 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer Englisch (1:34 Min., 1080p)
  • Trailer Deutsch (1:35 Min., 1080p)
  • Hinter den Kulissen (23:37 Min., 1080p)
  • Interviews Darsteller (22:41 Min., 1080p)
  • Interviews Synchronsprecher (5:24 Min., 1080p)
  • Audiokommentar mit den Filmemachern
  • Audiokommentar mit den Darstellern
Der 12-jährige PK und seine Freunde spielen nach der Schule regelmäßig "Capture the Flag" im nahegelegenen Wald. In der Fantasie der Kinder gewinnt das harmlose Kriegsspiel an Realismus: Stöcke werden zu Gewehren, Wasserbomben zu Granaten und das einfache, aber strenge Regelwerk lässt die Opfer "sterben" und somit aus dem Spiel ausscheiden. Doch an einem Nachmittag verliert Skinner, einer von PKs Gegnern auf dem Schlachtfeld, die Kontrolle. Er reißt das Kommando über seinen Trupp an sich und nimmt PKs besten Freund Kwon als Kriegsgefangenen. Als verschiedene Befreiungsversuche scheitern, droht das unschuldige Kinderspiel zu eskalieren, denn für Skinner ist das Spiel schon lange keines mehr. Doch auch PKs Vorgehensweise nimmt immer gefährlichere Ausmaße an ...
Nach dem überraschend gelungenen "Cold Blooded", dem Spielfilm-Debüt von Jason Lapeyre, bringt das noch junge Label OFDb filmworks nun mit "I Declare War" den zweiten Film des Regisseurs heraus, der den Zuschauer phasenweise wirklich sprachlos zurücklässt. Lediglich mit Kindern besetzt, offenbart sich hier eine Geschichte, die aufgrund der agierenden Darsteller selbstverständlich einen kindlich naiven Anstrich beinhaltet, bei genauerem Hinsehen jedoch einen mehr als erwachsenen Eindruck hinterlässt. Lapeyre hat es geradezu meisterhaft verstanden, einen gewagten Spagat zwischen kindlichem Charme und der damit verbundenen Unschuld und andererseits fast schon boshafter Ernsthaftigkeit hinzubekommen, der sich immer wieder während der gut 90 Minuten Laufzeit erkennen lässt. Es gibt wahrscheinlich keinen Film, in dem die Kriegs-Thematik so wundervoll mit der Naivität von Kindern verbunden wurde und dabei ein Gesamtpaket an den Tag legt, das in wirklich jeder Beziehung vollends überzeugen kann. Dabei hält man sich auch nicht erst mit einer großen Einführung in die Geschehnisse auf, sondern konfrontiert den Betrachter gleich zu Beginn mit dem Kriegsspiel, das PK und seine Freunde täglich nach der Schule im Wald stattfinden lassen. Bereits nach wenigen Minuten lassen die Abläufe erahnen, dass die durch junge Schauspieler offensichtlich zur Schau gestellte Naivität lediglich Fassade ist, kommen doch vielmehr die Attribute eines echten Kriegsfilms zum Tragen. Das Szenario bietet dabei eine tiefer gehende Beleuchtung sämtlicher Charaktere an, und was sich einem hinter den unschuldigen Gesichtern der Protagonisten wirklich entgegen stellt, überzieht einen in etlichen Passagen mit einer echten Gänsehaut.



Kann man am Anfang noch von einem vielleicht typischen Jugendfilm ausgehen, so wandelt sich die Geschichte relativ schnell zu einem waschechten Drama, das zusätzlich mit Elementen des Actionfilmes angereichert wurde und gleichzeitig auch eine bissig-humorige Note erkennen lässt. Das herausragende Merkmal dieses Filmes ist jedoch der Aspekt, dass die Kinder-Fassade der Akteure immer mehr bröckelt, um dann die Züge der Erwachsenen durchscheinen zu lassen. Es ist streckenweise perfide, wenn man sieht, dass sich hier offensichtlich gestörte Persönlichkeiten zu erkennen geben, die, bis auf ihr Aussehen, auf einmal so gar nichts mehr von einem unschuldigen Kind aufweisen. Ansonsten jedoch zeigen sich Figuren, die fast durch die Bank an einer ausgewachsenen Profilneurose zu leiden scheinen. Das erschreckend grandiose Schauspiel der Jung-Darsteller ist dafür verantwortlich, dass die Ereignisse eine nicht erwartete Intensität annehmen, die einem merklich unter die Haut geht. Zwar versucht man, sich selbstständig einzureden, dass es nur Kinder sind und dass es sich hier lediglich um ein Spiel handelt, das ein wenig außer Kontrolle gerät, doch der authentische Eindruck des Ganzen ist dermaßen stark, dass man eher vergeblich gegen die teils grausame Wirkung des Szenarios ankämpft.



Jason Lapeyre lässt sämtliche wesentlichen Merkmale wie Freundschaft, Taktik, Liebe, Verrat und Angst in den Mittelpunkt rücken und verleiht den Abläufen eine unglaubliche Reife. Denn nur noch selten ertappt sich der Zuschauer selbst dabei, an dieser Stelle einen Film zu sehen, der ausschließlich mit Kindern besetzt ist. Unter diesem Gesichtspunkt erscheinen die Geschehnisse dann auch umso härter und brutaler. Selbst Folterungen lassen die immer stärker aufkommende Gewaltspirale vollkommen außer Kontrolle geraten. Dennoch hat man sorgsam darauf geachtet, dass zwischendurch immer mal wieder der kindliche Charme durchkommt, denn auch die ersten Sehnsüchte und damit verbundene Liebesgefühle haben ihren Platz in diesem herausragenden Werk, das also auch durchaus schöne Momente bereit hält. Besonders gut kommt der Spagat zwischen Kind und Erwachsenem auch in visueller Hinsicht zum Tragen. So verwandeln sich Waffen aus Holz durch die Fantasie der Akteure in echtes Kriegsmaterial, so dass man auf einmal statt eines großen Knüppels eine Bazooka auf dem Rücken trägt. Durch dieses visuelle Element wird einem noch eindringlicher vor Augen geführt, wie schmal der Grat zwischen Spiel und Ernst ist und wie sehr die Grenzen regelrecht verschwimmen.



Am Ende der Geschichte ist man dann fast schon körperlich erschöpft. Man merkt erst im Nachhinein, wie sehr einen das Gesehene doch berührt und gleichzeitig mitgenommen hat. Kaum merklich entwickelt der Film während der Laufzeit eine immer stärkere Intensität, die einen vollkommen in Beschlag nimmt und auch nach dem Ende noch sehr nachhaltig haften bleibt. "I Declare War" ist eine wahre Film-Perle, die man nicht einfach so nebenbei anschauen sollte. Was wie ein handelsüblicher Jugendfilm beginnt, lässt ziemlich schnell die Züge eines echten Kriegsfilmes erkennen und hinterlässt insbesondere durch diesen Umstand einen manchmal fast verstörenden Eindruck beim Zuschauer. Durch den genialen Schachzug, die Chose ausschließlich mit Jung-Darstellern zu besetzen, wird der Geschichte eine Wucht verliehen, die man am Anfang keinesfalls erwarten kann. Und so sollte man im Prinzip nur zu einem überragenden Gesamteindruck gelangen können, der ganz besonders durch die perfekten Performances der kindlichen Kriegsherren entsteht. Wie dem aber auch sei, Lapeyre hat mit "I Declare War" definitiv einen Film geschaffen, den man so schnell nicht wieder vergessen kann und der ganz bestimmt nicht das letzte Mal im heimischen BD-Player gelandet ist.


Der HD-Transfer liegt im Format von 2,35:1 vor und wurde im MPEG-4 Format kodiert. Die Schärfe ist auf höchstem Niveau, und die Detailschärfe befindet sich fast auf Referenzlevel, egal, ob Aufnahmen in Totalen oder Close-Ups von Gesichtern zu sehen sind. Das Bild strotzt nur so vor Schärfe und bietet zudem eine hervorragende Durchzeichnung mit satten und kräftigen Farben, die trotz stilbedingter Farbfilter niemals unnatürlich wirken. Der Kontrast wurde sehr gut gewählt und balanciert helle und dunkle Flächen perfekt aus. Dabei trumpft der Schwarzwert mit einem tiefen Schwarz auf, ohne dass nötige Details verloren gehen. Hinzu kommen eine sehr gute Plastizität und Tiefenwirkung sowie knackige Konturen. Filmkorn ist aufgrund der digitalen Kameratechnik nicht vorhanden, und Bildrauschen ist lediglich bei genauem Hinschauen zu bemerken. Die Kompression arbeitet ruhig und sauber im Hintergrund. So macht HD Spaß!


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Beide Tonspuren liegen in einem HD-Mehrkanalton vor und ähneln sich sehr. Die deutsche Synchronisation ist qualitativ hochwertig und wird sogar Originalton-Liebhaber überzeugen. Die Balance zwischen Geräuschkulisse und Dialogen ist in beiden Sprachfassungen vorbildlich. Zudem klingt der 5.1-Mix permanent lebhaft. In den "friedlichen" Momenten erzeugen die Effektlautsprecher eine dezente, aber passende Räumlichkeit und offerieren die "Ruhe vor dem Sturm". Sobald aber die Fantasie mit den Kids durchgeht, wechselt das ruhige Klangambiente in ein druckvolles Kriegsspektakel. Das Wohnzimmer wird zum Schlachtfeld, und dem Zuschauer fliegen die Kugeln sowie Hubschrauber um die Ohren. Der Subwoofer übt in Explosionen eine Menge Druck aus, und der hohe Dynamikumfang trägt sein Übriges dazu bei. Die Detailwiedergabe wird aber nicht eingeschränkt. Trotz eines teilweise brachialen Kriegsspektakels werden Feinheiten immer noch sehr detailliert wiedergegeben, Dialoge werden nicht verschluckt, und dank einer vorbildlichen direktionalen Abmischung sind die Effekt stets ortbar. So klingt eine perfekte Abmischung. Ein derart hochwertiger Mix war nicht zu erwarten. Optional gibt es deutsche Untertitel beim Hauptfilm. Diese fehlen leider beim durchweg sehr interessanten Bonusmaterial. Eigentlich sehr schade, denn besonders die beiden Audiokommentare fallen informativ und hörenswert aus.



Beim ersten Kommentar sprechen Regisseur, Drehbuchautor und Produzent über die Entstehung des Films, während beim zweiten Kommentar die Kinder zu Wort kommen. In beiden werden diverse Aspekte der Produktion beleuchtet und Anekdoten erzählt. Besonders die Sicht der Kinder auf den Film ist höchst interessant. Umso ärgerlicher, dass auf deutsche Untertitel verzichtet wurde. Der 23-minütige Blick hinter die Kulissen zeigt Darsteller und Regisseur während der Dreharbeiten, und in den 22 Minuten an Interviews kommen die Kinder zu Wort und sprechen über ihre Rollen und die Dreharbeiten. Dabei werden immer wieder Ausschnitte aus dem Film gezeigt. Interessant ist auch das Interview mit einigen jugendlichen Synchronsprechern, die einen hervorragenden Job ablieferten. Abschließend befindet sich im Bonusmaterial der deutsche und englische Trailer. Das gesamte Zusatzmaterial liegt in HD vor.



Auch die mittlerweile dritte Veröffentlichung aus dem Hause OFDb Filmworks erweist sich als absoluter Volltreffer. Dieses Mal handelt es sich um einen außergewöhnlichen Film, der nicht nur äußerst nachdenklich stimmt, sondern auch eine ansonsten als erwachsen einzustufende Thematik mit kindlicher Unschuld verbindet und dadurch einen gewagten Spagat begeht, den man letztlich als absolut gelungen bewerten kann. Technisch überzeugt die Blu-ray in nahezu allen Belangen. Lediglich die fehlenden Untertitel beim Bonusmaterial und bei den beiden Audiokommentaren stellen einen kleinen Wermutstropfen dar. Ausgeliefert wird die Disc mit einem FSK-Wendecover. Die Erstauflage enthält einen Schuber, dessen FSK-Logo sich problemlos entfernen lässt.


Film+++++/
Bild+++++/
Ton+++++-
Bonus++++--


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