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USA 1963
Originaltitel:Sword in the Stone, The
Alternativtitel:Merlin und Mim
aka. Hexe und der Zauberer, Die
Länge:79:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ohne Altersbeschränkung
Regie:Wolfgang Reitherman
Buch:Bill Peet, T.H. White
Kamera:-
Musik:George Bruns
SFX:-
Darsteller:Sebastian Cabot, Karl Swenson, Rickie Sorensen, Junius Matthews, Ginny Tyler, Martha Wentworth
Vertrieb:Walt Disney
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD 5.1 (dt., franz.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.), Dolby Digital 2.0 Mono (pol., hindi), Dolby Digital 5.1 (ital., holl., span.)
Sprache:Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch, Hindi Polnisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:10.10.2014 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start (3:31 Min., 1080p):
    • Arielle, die Meerjungfrau
    • Das Dschungelbuch
    • Disneyland Paris
    • Disney Infinity
  • Alternativer Anfang - Floh trifft auf Merlin (4:02 Min.,1080p)
  • Magische Musik: DIe Sherman Brüder (8:00 Min., 480i)
  • Walt Disney zaubert in "All about Magic" (7:19 Min., 480i)
  • "Ein Ritter für einen Tag" (7:06 Min., 480i)
  • "Tapferes kleines Schneiderlein" (9:01 Min., 480i)
  • Sing mit beim Film
  • Trailershow (3:31 Min., 1080p):
    • Arielle, die Meerjungfrau
    • Das Dschungelbuch
    • Disneyland Paris
    • Disney Infinity
Ein Land ohne König, ein ungewöhnliches Schwert und eine geheimnisvolle Vorsehung - in diesen Zeiten lebt der junge unbeschwerte Ritterknecht Floh auf der Burg seines Stiefvaters Sir Hector. Allein der gute Zauberer Merlin erkennt, daß Floh zu Höherem bestimmt ist und weiht ihn auf äußerst ungewöhnliche Weise in die Geheimnisse des Lebens ein. Zusammen erleben sie als Fische, Eichhörnchen und Vögel die tollsten und spannendsten Abenteuer, deren Höhepunkt ein Zauber-Wettstreit mit der bösen Hexe Madame Mim ist. Sieg oder Niederlage entscheiden über das Schicksal des Jungen, und damit über das des ganzen Landes ...
Obschon amüsant und unterhaltsam, laboriert "Die Hexe und der Zauberer" mehr als alle anderen Disney-Animationsfilme nach Interner Link"Dornröschen" unter künstlerischen und inhaltlichen Schwächen. Der Film nimmt den Mythos um die Ernennung Arthurs zum König durch das Herausziehen des Schwertes Excalibur aus einem Stein nur als Rahmen, um eine völlig frei erfundene Geschichte zu zeigen, die einige Lebensweisheiten wiederkäut und ansonsten reichlich unterhaltsame Tierszenen bietet.


Es scheint so, als hätten die Drehbuchschreiber der mythischen englischen Geschichte von Arthur, dem Schildknappen, der bei Merlin in die Lehre geht, nicht vertraut und sich stattdessen der Erfolge erinnert, die der Vorgänger "101 Dalmatiner " hatte; im Gegensatz zu Interner Link"Dornröschen", der mit viel künstlerischem Anspruch und völlig ohne Tiere kommerziell viel schwächer als erwartet abgeschnitten hatte. Also bauten sie Tiere, Tiere und nochmals Tiere in die Handlung ein. Angeführt wird die Parade von dem weisen Kauz Archimedes, ergänzt durch einen unglücklichen Wolf (geradezu eine Wile E. Coyote-Parodie) und dann ausgebaut um drei Lehrstunden Merlins und Archimedes, die Lehrer wie Schüler als Fische, Eichhörnchen und Vögel verzaubert sieht.

Diese Tierszenen sind für Kinder leicht verdaulich, gut verständlich und flott erzählt. Besonders die von der Macht der Liebe handelnde Eichhörnchenepisode ist nicht nur drollig, sondern geht auch in ihrer finalen Traurigkeit zu Herzen. Völliger Überflieger ist und bleibt der (für Deutschland) titelgebende Zweikampf zwischen Merlin und der Hexe Mim, in dessen Verlauf sich beide Zauberkundigen in alle möglichen Tiere verwandeln. Diese Szenenfolge ist der absolute Höhepunkt, obwohl er mit dem restlichen Film absolut nichts zu tun hat.


Zwischendurch versucht der Film sich an seinem mythisch-historischen roten Faden zu klammern, doch das gelingt nur selten. Einige amüsante Zwischenspiele sind zwar dabei, doch sonst sind die Nebenfiguren so langweilig skizziert, wie das finale Schwertziehen beinahe beiläufig inszeniert wurde. Merlins Gebaren wird mit allerlei Anmerkungen über die Zukunft und ihre technischen Neuerungen ergänzt, die weder sehr unterhaltsam noch passend sind. Am Ende kehrt er in Shorts und Hawaii-Hemd sogar von den Bermudas zurück, womit ein Insidergag eine ganze Storykonstruktion ruinieren kann.
Zeichnerisch lässt der Film ebenfalls zu wünschen übrig. Perfekt in der Bewegung sind die Ränder und Umrisse oft nachlässig gezeichnet, die Charaktere eher Grob- als Feinarbeit, vor allem, wenn es um die Menschen geht. Die Gesichtszüge sind für Disney sogar geradezu fahrlässig, wenn man vorher Filme wie "Pinocchio", "Dumbo", "Alice im Wunderland" oder "Cinderella" gesehen hat. Auch die Hintergründe fallen überraschend flach aus, bisweilen wird man aber von scherenschnittähnlichen Szenen überrascht.


Allerdings lag das im Stil der Zeit, denn Zeichentrick war für Disney in den 60ern längst nur noch aufwendige Nebeneinnahme, die selten benutzt wurde. Nach diesem Film folgte der ebenso nachlässig gezeichnete Interner Link"Dschungelbuch", der aber kommerziell ein Hit wurde. Im selben Stil folgten "Aristocats" und Interner Link"Robin Hood", ehe "Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei" künstlerisch wieder im Wert stieg. Musikalisch ebenfalls uneinheitlich, mit einigen schönen, aber nicht überwältigenden Songs, bietet "Die Hexe und der Zauberer" Kindern immer noch eine Menge und kann auch von Erwachsenen goutiert werden. Trotzdem beschleicht einen dabei oft der Verdacht der Bastelei, um zum günstigsten Ergebnis zu kommen, im gleichzeitigen Verzicht auf einen in sich geschlossenen Filmkosmos. Ein Zwischenspiel für Disney, eine zeitweilig unterhaltsame Ausflugsreise für alle Zuschauer.


Mittlerweile dürfte es jedem bekannt sein, dass auch Disney bei ihren Veröffentlichungen gern mal zum Rauschfilter greift, wobei es bisher nur sehr wenige Totalausfälle wie z. B. bei Interner Link"Robin Hood" gab. Mit "Die Hexe und der Zauberer (Jubiläumsedition)" schießt Disney aber den Vogel ab, weil dem Kunden zum 50. Geburtstag des Animations-Klassikers ein wahres DNR-Massaker vorgesetzt wird. Es bleibt nicht mehr viel von der ursprünglichen Version Reithermans übrig, da der Bildeindruck permanent weich, unscharf und schmierig ist. Eine dermaßen penetrante Rauschfilterung ist uns selten unter die Augen gekommen. Linien verschwinden förmlich, Details sind nur noch zu erahnen, und lediglich in den Unterwasser-Szenen fallen die Werte minimal besser aus, bevor das Bild beim Duell von Merlin und Mim total zusammenbricht. So etwas kann doch selbst bei Disney niemand wirklich gut finden, oder? Es ist nichts mehr von dem Charme des Klassikers übrig. Vielmehr bekommt man permanent das Gefühl, man betrachte ein Aquarell oder man hätte sein TV auf 3D geschaltet und vergessen die Brille aufzusetzen. Was bringt dann noch ein solider, aber leicht überhöhter Kontrast sowie eine natürliche und kräftige Farbpalette? Nichts, denn die Filterung lässt den Film ungenießbar werden. Dabei kann DNR, dezent eingesetzt, eine akzeptable Sache sein, doch die Labels scheinen weder das Gespür noch das Interesse daran zu haben, die ursprüngliche Filmversion so gut es geht zu erhalten. Anders können wir uns solch eine Vergewaltigung eines Kunstwerkes nicht erklären.




(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Die Kritikpunkte beim Ton fallen im Vergleich zum Bildverbrechen marginal aus. Viel muss man bei einem 5.1-Upmix nicht erwarten, denn bis auf den Score, der stellenweise auf die Effektlautsprecher gelegt wird, stellt sich keine Surround-Atmosphäre ein. Der Mix wird vom Center dominiert. Nebengeräuschen hört man das hohe Alter an, und auch die Dialoge klingen etwas dumpf und verzerren stellenweise leicht im Hochtonbereich. Hinzu kommen dezente Schwankungen in der Lautstärke. Auf die Sprachverständlichkeit nimmt dies aber keinen Einfluss. Der englische Mix wirkt etwas frischer und bietet eine bessere Differenzierung einzelner Sound-Elemente. Dadurch klingt der Mix räumlicher und beschränkt sich nicht nur auf die Musikwiedergabe. Sonderlich dynamisch fällt aber auch die englische Synchronfassung nicht aus, und der Basseinsatz hinterlässt einen etwas verhaltenen Eindruck. Typische Alterserscheinungen sind ebenfalls auszumachen, fallen aber nicht so schwer ins Gewicht wie beim deutschen Mix. Untertitel sind wie üblich in verschiedenen Sprachen anwählbar.


Beim Bonusmaterial ist Sparflamme angesagt, enttäuschend für eine Jubiläumsedition. Den Beginn macht ein 4-minütiger alternativer Anfang, der neu produziert wurde und auf den originalen Storyboards basiert. Man erfährt wie Floh zu Beginn das erste Mal auf Merlin trifft. "Magische Musik" ist eine 8 Minuten lange Dokumentation über die Sherman-Brüder, welche detailliert auf deren Arbeit an den Songs zum Film eingeht. "Walt Disney zaubert in All About Magic" stellt einen 7-minütigen Ausschnitt aus einem TV-Special dar, welches nichts mit dem Hauptfilm zu tun hat. Sehenswert fällt auf jeden Fall der Cartoon-Kurzfilm "Ein Ritter für einen Tag" und "Tapferes kleines Schneiderlein" aus. Unter "Sing mit beim Film" lassen sich wie immer während des Films Untertitel für die Songs einblenden. Die Extras wurden komplett deutsch untertitelt und liegen in High Definition vor.


Kein Disney-Meisterwerk, aber sicherlich ein zeitloser Klassiker, der mit dieser Jubiläumsedition zum 50. Geburtstag respektlos behandelt wurde - und das sogar vom eigenen Studio. In diesem Jahr sind uns viele DNR verseuchte Blu-rays in die Finger gekommen, aber bei keiner wurde es so dermaßen übertrieben wie hier. Es bleibt nichts mehr vom ursprünglichen Film übrig, bis auf eine Art Aquarell von etwas, das mal "Die Hexe und der Zauberer" war. Eine der schlimmsten Veröffentlichungen 2013 und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Disney-Sammlers. Da greift man gerne wieder zur alten, unbearbeiteten DVD-Version. Die sieht schärfer und filmischer aus als dieses Filter-Massaker.


Film+++/--
Bild++----
Ton+++---
Bonus++----


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News"Die Hexe und der Zauberer": Disney-Klassiker kommt im Oktober
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