Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
ID, USA 2011
Originaltitel:Serbuan Maut
Alternativtitel:Raid: Redemption, The
Länge:100:52 Minuten (ungekürzte Kinofassung)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Gareth Evans
Buch:Gareth Evans
Kamera:Matt Flannery, Dimas Imam Subhono
Musik:Aria Prayogi, Fajar Yuskemal
SFX:Fadlan, Imam Dharmawan Santoso, Wanto, Untung Sepriana, Sugeng, Sumanto‏
Darsteller:Iko Uwais, Joe Taslim, Donny Alamsyah, Yayan Ruhian, Pierre Gruno, Ray Sahetapy, Tegar Satrya, Iang Darmawan, Eka 'Piranha' Rahmadia, Verdi Solaiman, Alfridus Godfred, Rully Santoso
Vertrieb:Koch Media
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50 / DVD-9
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Indonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Steelbook
Blu-ray-Start:25.01.2013 (Kauf)
Bonus:
Disc 1: Blu-ray
  • Audiokommentar mit Regisseur Gareth Evans
  • Claycats "The Raid" (2:56 Min., 1080p)
  • Kinotrailer Deutschland (1:38 Min., 1080p)
  • Kinoteaser Deutschland (0:32 Min., 1080p)
  • Teaser 1 (0:32 Min., 1080p)
  • Teaser 2 (0:32 Min., 1080p)
  • Teaser 3 (0:32 Min., 1080p)
  • Teaser 4 (0:32 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Margin Call (2:33 Min., 1080p)
    • Black's Game (2:14 Min., 1080i)
    • Who Killed Marylin (2:02 Min., 576i)
Bonus-DVD
  • Making of:
    • Bootcamp (6:57 Min.)
    • Set Location (6:40 Min.)
    • Innenhof (5:52 Min.)
    • Drogenlabor (5:38 Min.)
    • Machete Gang (5:39 Min.)
    • Postproduktion (6:50 Min.)
  • Anatomie einer Szene (2:10 Min.)
  • Im Gespräch mit Gareth Evans & Mike Shinoda (10:57 Min.)
  • Inside the Score (1:14 Min.)
  • Behind the Music (10:38 Min.)
  • Ein Abend mit Gareth Evans & Mike Shinoda (39:00 Min.)
  • Weltpremiere Roter Teppich (5:00 Min.)
  • Weltpremiere Toronto (29:30 Min.)
Es klingt alles ganz einfach: Als neues Mitglied eines verdeckt operierenden Sondereinsatzkommandos soll Rama einen brutalen Drogenbaron in dessen heruntergekommenen fünfzehnstöckigen Apartmentblock stellen und dingfest machen. Aber nicht alles ist so, wie es scheint: Die Führung der Eliteeinheit verfolgt anscheinend ihre eigenen Ziele mit dem Einsatz, während der Kopf des Kartells, Tama (Ray Sahepaty), offenbar längst auf die Angreifer gewartet hat. Als seine vorgewarnten Wachen die Operation gleich zu Beginn auffliegen lassen, bricht in dem Gebäude die Hölle los.
Die einzige Szene des Films, die nicht direkt mit dem Angriff auf das 15-stöckige Hochhaus zu tun hat, gestattet zu Beginn den Blick in ein Privatleben. Ein junger Mann, Rama (Iko Uwais), küsst den Schwangerschaftsbauch seiner schlafenden Frau, bevor er am frühen Morgen in der Polizeiuniform das Haus verlässt. Danach verschwindet er in der Anonymität des SWAT-Teams, das sich in einem Transporter auf dem Weg zu einem Hochhaus befindet.


Die Rede, die ihnen ihr Polizeioffizier während der Fahrt hält, um sie auf ihre Aufgabe vorzubereiten, ist nichts weniger als die Ausgangslage des Films. Zwanzig speziell ausgebildete Polizisten sollen den gefährlichen Gangsterboss Tama (Ray Shetapy) verhaften, der sich im 15. Stock eines Gebäudes befindet, das nicht nur vollständig überwacht wird, sondern in dem auch seine Gangmitglieder in Appartements wohnen. Zudem hat er zwei Männer an der Seite, die für ihre Brutalität und Rücksichtslosigkeit berühmt sind - Mad Dog (Yayan Ruhian), dessen Hände und Füße tödliche Waffen sind, und Jaka (Joe Taslim), der friedlich und intelligent wirkt, den man aber keinen Moment aus den Augen lassen darf. Um diese Worte noch zu unterstützen, blendet der Film in den 15. Stock, wo Tama gerade mit unbeschreiblichem Sadismus mehrere Männer hinrichtet.


Zwar hat der irische Regisseur Gareth Evans seinen Film in Indonesien gedreht, aber er verzichtet auf jede lokale Einordnung oder inhaltliche Begründung. Sein Film beschreibt eine vollständig konstruierte und durchkalkulierte Situation, die an klassische Todeskommandos à la Interner Link"Aliens" erinnert, in der sich eine kleine Gruppe von Kämpfern auf für sie unbekanntes Terrain wagt. Das Eindringen der Polizisten in das herunter gekommene Gebäude, dabei jedes Geräusch vermeidend und jede Person, die ihnen begegnet, sofort tötend, stellt den aberwitzigen Versuch dar, sich auf feindlichem Gebiet bis zum obersten Stock hoch schleichen zu wollen. Das scheitert erwartungsgemäß. Der kurze Moment des Zögerns, einen Minderjährigen zu töten, genügt, um ein Inferno auszulösen.


Evans inszeniert diesen Moment grandios in Superzeitlupe, die die Gedankengänge der Beteiligten erahnen lässt und ihre Erkenntnis, dass nun die befürchtete Konsequenz eintritt. Noch mehrfach wendet er dieses Mittel an, um die in Zehntelsekunden geschehenden Abläufe für den Außenstehenden erfahrbar werden zu lassen, womit ihm eindrucksvolle Sequenzen gelingen. Die Beschränkung der Handlung auf den Aktionismus, fast vollständig befreit von Psychologisierungen, hat allerdings zur Folge, dass die Menschen selbst nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Die Hauptrolle nimmt lange Zeit das morbide Gebäude ein, dessen Wände hohl sind und dessen Decken auch keinen wirklichen Schutz bieten, während die unzähligen Opfer nicht berühren können. Erst mit fortschreitender Handlung, als die Reihen größtenteils gelichtet sind, beginnen die Auseinandersetzungen zwischen den Protagonisten. Es bedarf dabei einer Vorliebe für asiatische Kampftechniken, denn deren Auseinandersetzungen sind teilweise von epischer Länge, verbunden mit großer Brutalität. Besonders Mad Dog gefällt es, seine Widersacher ganz langsam zu besiegen.


"The Raid" macht kein Geheimnis daraus, dass sich seine Macher an unzähligen Actionfilmen orientierten und versuchten, aus deren Essenz eine perfekte Form zu bilden. Das gelingt teilweise sehr gut, beginnend mit der Ausgangssituation, der Location und den optischen Tricks. Die Inszenierung der Kämpfe in dem unübersichtlichen Gebäude verfügt zudem noch über genügend Transparenz, um der Handlung folgen zu können, auch die Darsteller können hinsichtlich ihrer Kampftechnik überzeugen. Aber die Entscheidung, im Grunde auf eine Story und private Hintergründe zu verzichten - auch wenn es in der zweiten Hälfte des Films ein wenig differenzierter wird - verhindert jede Identifikation mit den Protagonisten, auch dem Schicksal von Rama, der einzigen positiven Figur des Films. Spannung kann ausschließlich die Action erzeugen, Erwartungen an eine gute Story kann "The Raid" nicht erfüllen. Damit bleibt der Film letztlich das, was er auch sein wollte - ein Film in Reinform für Fans des Genres.


Koch Media veröffentlicht "The Raid" als 6-Disc "Ultimate-Edition" inkl. dem 10 Sekunden längeren und mit einer anderen Musik und einem anderen Ton unterlegte Unrated-Version. Mit an Bord ist die internationale Kinofassung, welche lediglich in zwei Szenen anders geschnitten wurde. Regisseur Gareth Evans erwähnte aber in einem Interview, dass er die internationale Fassung bevorzuge und man diese als Director's Cut ansehen könne, weil er sich z. B. unheimlich an der "Messer in den Hals"-Sequenz der Langfassung störe.

Bildtechnisch stellt "The Raid" allerdings eine herbe Enttäuschung dar. Selbst für indonesische Verhältnisse erweist sich der HD-Transfer als unterdurchschnittlich. Da zählt auch nicht die Argumentation, dass es sich hierbei um eine Independent-Produktion handelt. Stilbedingt wurde eine sehr dunkle und monotone Optik gewählt, die gut zu den kahlen Mauern passt. Die Schärfe erweist sich als mittelmäßig, und selbst in Nahaufnahmen wirkt das Bild weich und sumpfig. Eine richtig gute Detailzeichnung entsteht selbst in Close-Ups nicht. Zudem wirkt der Transfer gefiltert und künstlich digital. Filmkorn oder Bildrauschen sind nicht auszumachen, dafür gibt es ohne Ende Banding- und Kompressionartefakte, die in nahezu jeder Szenen wahrzunehmen sind und stellenweise penetrante Ausmaße annehmen. Der Kontrast muss besonders in den dunklen Szenen mit einem starke Detailverlust leben, und der Schwarzwert tendiert immer wieder ins Gräuliche bzw. zeigt einen leicht milchigen Schleier.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Mit High Definition hat das alles nicht mehr viel zu tun, denn es trübt den Sehgenuss ungemein, vor allem, wenn mitten in den Actionszenen grobe Block-Muster entstehen. Dies fällt selbst auf kleinen Betrachtungsflächen extrem auf und ist auf einer großen Leinwand kaum noch zu ertragen.
Die Soundabmischung ist zum Glück um einiges besser und bietet in den Actionszenen eine räumliche, druckvolle Abmischung, die mit viele direktionalen Effekten und einer sehr guten Detailzeichnung aufwarten kann. Der Score wird ebenfalls sehr gut ins Klangbild intrigiert und übt eine Menge Druck aus. In den ruhigen Szenen fällt die Qualität des HD-Tons aber deutlich ab und klingt kraftlos und frontlastig. Umgebungsgeräusche sind kein wirkliches Thema, und viele Soundelemente klingen sehr unnatürlich. Auch ist die Balance nicht sonderlich gut, und man bekommt niemals das Gefühl bei den Action-Passagen wirklich dabei zu sein. Dafür sind die Dialoge in beiden Sprachfassungen sehr gut zu verstehen. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Das Bonusmaterial wurde auf zwei Discs verteilt. Auf der Hauptfilm-Blu-ray befindet sich ein nicht untertitelter Audiokommentar mit Regisseur Gareth Evans, der sehr ausführliche diverse Aspekte der Produktion durchleuchtet. Des Weiteren enthält die Disc noch einige Trailer und Teaser zum Film sowie einen Youtube Clip. Witzig ist hier vor allem der 3minütige Stop-Motion-Animations-Kurzfilm "Claycats the Raid", bei dem die Geschehnisse des Films mit Tierknetpuppen nachgestellt wurden und zudem noch sehr blutig. Außerdem gibt es noch eine Trailershow mit Trailern weiterer Koch Media-Veröffentlichungen. Die Extras liegen fast alle in hochauflösender Qualität vor.

Auf der Bonus-DVD befindet sich das eigentliche Zusatzmaterial in Form von Videodokumentationen. Den Anfang macht ein in sechs Segmenten unterteiltes Making of, welches näher auf die Produktion und Action- und Stuntszenen im Film eingeht. Die Macher und Darsteller kommen zu Wort, und der Zuschauer bekommt einen sehr guten Einblick in die aufwendigen und rasanten Action-Passagen. Man erfährt mehr über die Vorbereitungsphase, das Drehbuch und die Location, die für Evans so detailliert wie nur möglich sein sollten. In "Anatomie einer Szene" bekommt man einen Einblick in die "Fall durch das Loch"-Szenen, die der Regisseur erklärt und dabei Bezüge zu John Carpenters Interner Link"Escape from New York" und Interner Link"Assault on Precinct 13" aufzeigt. Beide Filme dienten Regisseur Gareth Evans als Quelle der Inspiration. Gespräch mit Gareth Evans & Mike Shinoda ist eine knapp 11-minütige Frage-und-Antwort-Runde mit dem Regisseur und dem Komponisten, die sich gegenseitig interviewen. Dabei erfährt der Zuschauer eine Menge Hintergründe zu den Produktionsabläufen und dem Soundtrack. "Inside the Score" ist ein Promo-Trailer mit Ausschnitten aus dem Film und der Arbeit des Linkin Park-Gründungsmitglieds bei seiner Arbeit. Dies wird im 10-minütigen "Behind the Music" nochmals beleuchtet und lässt Mike Shinoda und Joe Trapanese ausführlich zu Wort kommen. Im 39-minütigen "Ein Abend mit Gareth Evans & Mike Shinoda werden den Regisseur und die beiden Komponisten auf einer Podiumsdiskussion ausführlich interviewt und sprechen über die Entstehung des Films, über die Unterschiede beider Fassungen und darüber, wie aus einem vierstöckigen Bürogebäude das hässliche, baufällige Hochhaus wurde. Des Weiteren gibt es noch 5 Minuten an Impressionen von der Weltpremiere und 30 Minuten von der Premiere in Tornoto. Der Regisseur steht dem Publikum Rede und Antwort und gibt somit wieder viele Informationen zur Produktion preis. Einiges überschneidet sich mit dem restlichen Bonusmaterial. Trotzdem sind die 30 Minuten absolut sehenswert. Das Bonusmaterial wurde komplett deutsch untertitelt.


Bildtechnisch ist die deutsche Blu-ray alles andere als zufriedenstellen, und auch dem Ton mangelt es an einer guten Balance. Lediglich das Bonusmaterial in dieser 2-Disc Collector's Edition ist über jeden Zweifel erhaben und gewährt einen ausgezeichneten Einblick in die Produktion von "The Raid". Das diesem Review vorliegende Steelbook hat ein lösbares FSK-Logo und würde sehr hübsch aussehen, wenn da nicht diese Unmengen an Werbesprüchen auf dem Cover wären.


Film++++/-
Bild++/---
Ton++++/-
Bonus+++++-


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.