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USA 2004
Originaltitel:Anchorman: The Legend of Ron Burgundy
Alternativtitel:Action News
aka. Action Newsman
aka. Anchorman
aka. Anchorman - Die Geschichte von Ron Burgundy, Der
Länge:93:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Adam McKay
Buch:Will Ferrell, Adam McKay
Kamera:Thomas E. Ackerman
Musik:Alex Wurman
SFX:Pixel Magic
Darsteller:Will Ferrell, Christina Applegate, Paul Rudd, Steve Carell, David Koechner, Fred Willard, Chris Parnell, Kathryn Hahn, Fred Armisen, Seth Rogen, Paul F. Tompkins, Danny Trejo, Tim Robbins, Ben Stiller, Vince Vaughn, Missi Pyle, Jack Black, Luke Wilson
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., ital., span., port., jap.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Japanisch, Spanisch, Italienisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Holländisch, Portugiesisch, Kantonesisch, Kroatisch, Koreanisch, Mandarin, Rumänisch, Serbisch, Slowenisch, Türkisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:05.12.2013 (Kauf)
Bonus:-
In den 70er Jahren ist Ron Burgundy Anchorman eines Lokalsenders in San Diego. Er bekommt Konkurrenz durch die ambitionierte Nachrichtensprecherin Veronica Corningstone. Zunächst in dem Glauben, Victoria würde lediglich die "Frauenthemen" präsentieren, sieht sich Burgundy mit den Qualitäten einer Reporterin konfrontiert, die seinem sorgenfreien Leben ein Ende bereiten will. Der Krieg der Nachrichtensprecher beginnt.
Will Ferrell also als Nachrichtensprecher. Das als Abhandlung über die Emanzipation der Frau in den 70er Jahren am Beispiel der beruflichen Männerdomäne Nachrichtensprecher aufgezogene Witzetheater will nicht wirklich auf gesellschaftskritische Topoi hinaus - es verwendet sie nur, um auf ihrem Rücken ein möglichst absurdes Ausbund an Komödie zu schaffen. Über das Ergebnis darf man dann gerne geteilter Meinung sein.



Fakt ist: Die berufliche Diskriminierung der Frau bietet sich hervorragend an für eine Komödie, die ein besonders breites Publikum erreichen will. Männer und Frauen werden gleichermaßen befriedigt. Wir wissen, Kabarettist Mario Barth feierte parallel zum Kinostart von "Anchorman" mit seinem Bühnenprogramm "Männer sind Schweine - Frauen aber auch" den bis dahin größten Erfolg seiner Karriere, und selbst mit dem Verkauf der dazugehörigen DVD durchbrach er innerhalb kürzester Zeit die Schallmauer und verkauften bisher über 2 Millionen Einheiten. Wieso? Ganz klar: Weil Männlein und Weiblein sich im ewigen Geschlechterzwist beide bestätigt fühlen - wenn man es gut anstellt. Barth hat es hervorragend angestellt - Regisseur Adam McKay mit seinem Comedystar Will Ferrell als "Anchorman" ganz okay.


Ferrell darf sich als Hauptdarsteller, unterstützt von einer Bande angehender Comedy-Potenzpakete (wie etwa Steve Carell, der sich in "Bruce Allmächtig" an der Thematik bereits mit Bravour beweisen konnte) darauf konzentrieren, den urkonventionellen Halbchauvinisten zu mimen, der sich gegenüber der Frau als die entwickeltere, wichtigere und überlegene Spezies versteht. Als Liebespüppchen san's schon okay, die Frau'n ... aber vor der Kamera haben sie nichts zu suchen.
Den Gegenpol gibt - leider eher schlecht als recht - Christina Applegate zum Besten. Natürlich mit Bedacht gecastet, denn womit man sie, und möge sie noch so viele seriöse Rollen annehmen, auf ewig assoziiert, das ist die blonde "Dumpfbacke" aus Interner Link"Married with Children", der Inbegriff des Blondinenwitzes und damit genau das Klischee, dessen sich "Menschen" wie Ron Burgundy, der Anchorman, bedienen, um sich selbst hochzuziehen. Sie soll nun die zunächst unterschätzte, aufstrebende Frau sein, die allen Männern zeigt, was eine Harke ist. Oh ja, das hört sich gut an. Die Männer erfreuen sich diebisch an den sexistischen Sprüchen und der entsprechenden physical comedy der Männerschar, die Frauen kreischen hocherfreut ein lautes "HA!", wenn diese "Mistkerle" und "Schweine" dann ihr Fett wegkriegen oder wenn Frau Applegate, der Frauen Portal zum Film, Arschtritte verteilt auf diesem Männerterrain.



Es zeigt sich leider, dass Christina Applegate trotz vielversprechender Ausgangslage den komödiantischen Anforderungen an ihre Rolle nur bedingt gewachsen ist. Ohne Zweifel funktioniert die Figur gerade durch die Filmografie der Applegate, und darüber hinaus blitzt in einzelnen Szenen sogar hin und wieder das Talent für herrliche Selbstironie auf, das sie speziell in "Mafia!" unter Beweis stellen konnte. Erstaunlicherweise gelingt ihr dies nicht über die gesamte Zeit. Oftmals zeigt sie sich viel zu handzahm, ihre Mimik wird viel zu sehr geschont, und von der physischen Komik der Männer ist bei ihr leider auch nur selten etwas zu spüren. Das giftige "HA!" der Partnerin auf dem Fernsehsessel könnte (zur Freude des Partners?) diesmal daher weniger laut ausfallen, denn die Konter sind schlicht und ergreifend zu ineffektiv, um den "Mistkerlen" ordentlich Paroli bieten zu können. Zumindest meistens.


Von Will Ferrell auf der anderen Seite ist nichts anderes zu erwarten als das, was man von ihm kennt - er agiert in erster Linie vollkommen peinlich und chargierend - wobei diese Attribute freilich nicht auf seine Leistung zu beziehen sind, sondern auf die beabsichtigte Wirkung seines Humors. Wie üblich spaltet er damit die Gemüter und macht die gesamte Angelegenheit in enormem Maße zur Geschmackssache - mag man seinen Humor, wird man sicherlich gut bedient, kann man nichts mit ihm anfangen, so wird man sich genervt durch die 90 Minuten quälen. Die Interpretation des Ron Burgundy orientiert sich auffallend stark an Ben Stillers Darstellung des White Goodman aus dem gleichjährigen Interner Link"Voll auf die Nüsse": Sich selbst und die Bedeutung seiner Person maßlos überschätzend, widerliche Verhaltensweisen an den Tag legend und über ein unglaublich dümmliches äußeres Erscheinungsbild verfügend - wobei hier im Gegensatz zu Interner Link"Voll auf die Nüsse" offensichtlich auch mit 70er-Jahre-Attitüden gespielt wird.


Der Storyverlauf baut nun auf dem Geschäfts- und Privatverhältnis zwischen Ron Burgundy (Ferrell) und Veronica Corningstone (Applegate; man achte übrigens auf das "ron" in "Veronica") auf, lässt sie zu einem absurden Liebespaar werden und in Konflikt rund um den Job wieder auseinander fallen. Oft sehr bildlich werden die Gefühle von Veronica und die Gefühlsfragmente von Ron dargestellt - psychedelisch-abgedrehte Zeichentricksequenzen mit Ron und Veronica, auf Einhörnern über ein Sternenfeld reitend, sind die Folge. Auch sonst geizt die Komödie nicht mit satirischen Überzeichnungen im "Itchy & Scratchy"-Stil und erlebt in diesen ihre besten Momente. Alleine die Idee, die verschiedenen Nachrichtenteams wie Straßengangs gegeneinander antreten zu lassen, damit implizit auf "Gangs of New York" anzuspielen, dem Beruf des Nachrichtensprechers somit bewusst übertreibend die Bedeutung der Urquelle zuzugestehen, der Amerika entwuchs - das ist schon ein derbes Ding. Bei der Schlacht werden dann mal eben Arme abgehackt und Dreizacke in die Brust des Gegners gerammt - eine Überzeichnung, die von der FSK nun wirklich mal verstanden wurde (in Deutschland frei ab 12). Als wäre dies noch nicht genug, wird in kleinsten Nebenrollen ein ganzes Staraufgebot aufgefahren, wie es im Rahmen der Ferrell/Wilson/Stiller/Vaughn/und-so-weiter-Komödien gebräuchlich ist. Ben Stiller, Vince Vaughn, Luke Wilson und Tim Robbins treten als Köpfe der weiteren Nachrichtenteams auf - Stiller mal nebenbei wieder mit einer grandiosen Figur, die das Potenzial hätte für einen eigenen Film. In weiteren, allesamt herrlich anzusehenden Minirollen sind unter anderem noch Danny Trejo als moralingesäuerter Barkeeper und Jack Black als angefressener Biker anzutreffen.

Speziell zum Ende hin wird es leider zu kindisch und tendiert vom Humor her in die Richtung Teeniefilm. Untertitelte Hunde sind so witzig wie Foto Love Stories in der Bravo, und den Kuschelbären hätte man sich auch sparen können. Ansonsten ist der Humor größtenteils gut ansehbar, erreicht aber nie die Bösartigkeit, die der Film wohl eigentlich angepeilt hatte.


Eine weitere Barebone-Disc von Paramount mit einem soliden HD-Master, dessen Schärfe meist gut ausfällt. Es gibt immer wieder leichte Unschärfen bzw. weicher wirkende Einstellungen, die sich meist in schlechter fokussierten bzw. dunklen Sequenzen zeigen. In den wenigen dunklen Szenen entsteht hin und wieder ein leichter Detailverlust, wobei der Kontrast insgesamt sehr ausgewogen arbeitet. Dadurch zeigt das Bild eine ordentliche, aber nicht übermäßig hohe Plastizität. Die Detailschärfe könnte deutlich besser ausfallen, selbst Nahaufnahmen wirken nicht sonderlich detailliert. Dies ist unter anderem auf das vorhandene Filmkorn zurückzuführen, was auf homogenen Flächen für leichte Unruhen sorgt, aber nicht zusätzlich bearbeitet wirkt. Die Farben wurden passend zur 1970er Jahre Optik angepasst und fallen sehr satt und kräftig aus, ohne dabei an Natürlichkeit einbüßen zu müssen. Die Kompression arbeitet ebenfalls ruhig im Hintergrund, lediglich leichte Schmutzpartikel huschen hin und wieder durch das Bild.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Dass es für den deutschen Markt bei den Backkatalog-Titeln kein Bonusmaterial gibt, sind wir bei Paramount mittlerweile gewohnt. Das Gleiche gilt auch für die deutsche Tonspur, die nicht wie der Originalton in DTS-HD Master Audio 5.1 kodiert wurde, sondern auf dem alten DVD-Mix basiert. Für eine Komödie mag das vollkommen in Ordnung gehen, da auch der englischsprachige HD-Ton sehr frontlastig klingt, aufgrund der höheren Bitrate aber auch etwas detaillierter und präziser als die deutsche Synchronisation ist. Zudem zünden die Gags im Original viel besser als auf Deutsch, was noch ein Grund mehr ist, zum Originalton zu schalten. Räumlichkeit entsteht bei der deutschen Tonspur nur geringfügig dank der Filmmusik und ein paar überschaubaren Umgebungsgeräuschen. Nichts Weltbewegendes und weit hinter den Möglichkeiten, selbst für Komödienverhältnisse. Dafür klingt die Front präzise und erfreut sich einer sehr guten Detailwiedergabe sowie einer guten Stereo-Separation. Die Balance zwischen Dialogen und Nebengeräuschen ist ausgezeichnet und punktet zumindest in dem Bereich. Aber auch hier klingt der Originalton noch feiner und vor allem dynamischer. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzu schalten.


Zurück bleibt eine klassische Ferrell-Blödelei mit einem kultigen Chauvi-Nachrichtenteam (inklusive Ferrell), einer nicht immer überzeugenden Karrierefrau in Form von Christina Appelegate und köstlichen Überspitzungen, die aber rückblickend die einzigen nachhaltig sehenswerten Elemente bilden. Es hätte gerne noch gemeiner werden dürfen. Die deutsche Blu-ray schwimmt auf der Welle der typischen Backkatalog-Titeln von Paramount mit und ist technisch nicht mehr als solide. Leider veröffentlicht man nur die Kinofassung, während z. B. in England eine Special Edition mit dem Kinocut und dem Extended Cut erschienen ist, die zudem noch viel Bonusmaterial enthält. Das einzige Besondere an der deutschen Disc ist das FSK-Wendecover. Am 30.01.2014 startet Interner Link"Anchorman 2" in den Kinos und stellt eine direkte Fortsetzung des ersten Teils dar.


Film+++/--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus------


Druckbare Version
Anchorman - Die Legende kehrt zurück (2-Disc Set)
IMDb.com OFDb.de



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