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USA, UK, CAN 2012
Originaltitel:Lords of Salem, The
Alternativtitel:Rob Zombies - The Lords of Salem
Länge:100:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Rob Zombie
Buch:Rob Zombie
Kamera:Brandon Trost
Musik:Griffin Boice, John 5
SFX:Jared Guenther, Terminal FX
Darsteller:Sheri Moon Zombie, Bruce Davison, Jeff Daniel Phillips, Judy Geeson, Meg Foster, Patricia Quinn, Ken Foree, Dee Wallace, Maria Conchita Alonso, Richard Fancy, Andrew Prine, Michael Berryman, Sid Haig
Vertrieb:Universal
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:31.10.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Trailershow:
    • American May (1:36 Min., 1080i)
    • Stitches (2:10 Min., 1080p)
    • Let Me In (2:26 Min., 1080p)
    • Insidious (1:51 Min., 1080p)
Das blonde Rockergirl Heidi arbeitet als DJ bei einem lokalen Radiosender. Eines Tages wird ihr eine hölzerne Kiste zugestellt, in der eine Schallplatte liegt. Als sie die Platte auflegt, läuft diese jedoch rückwärts und Heidi erlebt in einer Rückblende ein bereits vergangenes Trauma. Es folgt eine weitere Box, in der sich die Aufforderung befindet, eine Musikveranstaltung auszurichten. Als Heidi dort ankommt, ist das, was sie sich vorgestellt hatte, weit von dem entfernt, was sie dort erwartet ...
The End of the American Witch

Der Mann, der das Horror-Genre in den letzten 10 Jahren auf seine Weise nachhaltig prägte und mutig genug war, die "Halloween"-Reihe in eine gänzlich andere Richtung zu fahren, ohne dabei das Interner LinkOriginal mit Füßen zu treten, möchte vorerst keine Horrorfilme mehr drehen! Der vorliegende "The Lords of Salem" wird für eine sehr lange Zeit das Letzte sein, was der Zuschauer in Bezug auf Horror von Rob Zombie aufgetischt bekommt; zumindest auf filmischer Ebene.



Mit "The Lords of Salem" erdachte sich der sympathische Schock-Rocker erstmals, losgelöst von sämtlichen auferlegten Richtlinien und Dogmen, einen Film, der als wohl persönlichstes Werk des Filmemachers angesehen werden darf. Sein okkultistisch angehauchter Hexenfilm passt nicht einfach in irgendeine Schublade und ist weder dem Grindhouse- bzw. Exploitation-Kino noch dem Slasherfilm zuzuordnen, als vielmehr den klassischen Horrorfilmen, wie z. B. Interner Link"The Wicker Man". Er musste sich diesmal nicht an spezielle Vorgaben halten, wie es z. B. in seinen "Halloween"-Filmen der Fall war, sondern durfte sich erstmals völlig entfalten. Es scheint fast so, als würde er sein Innerstes nach außen kehren. Er zeigt sich wie gewohnt experimentierfreudig und lässt seiner Kreativität freien Lauf, was bei der Finanzierung des Projektes für eine Menge Schwierigkeiten sorgte.



Merkte man gerade in seinem Director's Cut von Interner Link"Halloween 2", was für ein visuelles Verständnis in ihm schlummert und wie er Bilder für sich sprechen lassen kann, erwartet den Zuschauer in "The Lords of Salem " eine ähnliche Bildgewalt, die es erst einmal zu verarbeiten gilt. Während die banale Geschichte deutliche Defizite aufweist, besticht "Lords auf Salem" durch seine düsteren Klänge und farblichen Spielereien, bei denen man am ehesten an die alten italienischen Klassiker von Dario Argento und Mario Bava denken muss. Die Logik wird, wie auch bei Argento, zur Nebensache. Die unerklärlichen Dinge und Geschehnisse vermischen Realität und Fiktion miteinander. Man bekommt das Gefühl, in einem nicht enden wollenden Alptraum gefangen zu sein.



Alles wirkt surreal, und auf Klischees lässt sich der Regisseur gern ein. Er spielt förmlich damit. Auch wenn nicht alles bis ins Detail durchdacht wirkt, so trägt "Lords of Salem" zu hundert Prozent die Handschrift des Musikers. Doch statt, wie üblich, auf laute Metallklänge, setzt der Film eher auf einen Soundtrack, der nicht zuletzt durch John 5s düsteres wie hypnotisches "The Lords Theme" Zombies ruhige, fast schon nachdenkliche Erzählweise durchbricht, sich im Gedächtnis verankert und an Interner Link"Suspiria" erinnert. Zudem verzichtet Zombie auf klaffende Wunden und reduziert den Blutgehalt im Film auf ein Minimum. Er setzt auf Atmosphäre statt Splatter, und seine Ideen sowie Herangehensweise an das Thema ähneln sehr den Arbeiten Carpenters, Argento und einem sehr jungen Lynch ("Eraserhead"). Zudem scheint Zombie sichtlich inspiriert von den Werken Alejandro Jodorowskys (siehe Interner Link"Montana Sacra - Der heilige Berg") und Ken Russels (siehe "Der Höllentrip"), ohne dass er deren extrem hochgelegte Messlatte erreichen könnte. Er schafft es nicht, seine selbst gesteckten Ziele konstant zu verfolgen, sondern verrennt sich in seiner teilweise zwanghaft wirkenden Symbolik und erschlägt den Zuschauer mit Metaphern und seiner antichristlichen Haltung. Dabei verliert er die Charaktere im Film völlig aus den Augen.



Zombie lässt sich extrem viel Zeit. Seine Bilder sollen wirken, sich beim Publikum in die Köpfe einbrennen und es nicht mehr loslassen. Seine Darsteller scheinen dabei nur Beiwerk zu sein. Menschlichen, leeren Hüllen auf dem Weg in die Hölle gleich, dienen diese nur dem Ausleben seiner visuellen Gehirnergüsse. Das ist dann auch das größte Problem in "The Lords of Salem", denn Darsteller wie z. B. Bruce Davision, Dee Wallace, Ken Foree und Meg Foster, werden vernachlässigt. Sogar seine Frau und Hauptdarstellerin Sheri Moon Zombie wirkt lediglich wie eine Schablone in einem Szenario, das einem Fiebertrauma auf Heroin gleicht. Der Zuschauer erfährt nichts über die einzelnen Personen, wie beispielsweise über Heidi. Lediglich der Hexenprozess von Salem im Jahre 1662 und ein daraus resultierender Fluch werden angedeutet. Das muss reichen, denn "The Lords of Salem" spielt sich ohnehin permanent in den Köpfen der Betrachter ab. Er verzichtet darauf, dem Zuschauer Erklärungen abzugeben. Schließlich können sie es sich denken, es spüren, es fühlen und werden es dann vielleicht verstehen.


Universal veröffentlicht "The Lords of Salem" ungekürzt mit einer Freigabe ab 16 Jahren und einem FSK-Wendecover. Bietet die US-Disc bereits nur einen Audiokommentar, liefert die deutsche Disc nicht einmal diesen mit. Es gibt ein paar Universal-Trailer, das war es dann aber auch schon. In den USA wurde bereits eine Special Edition angekündigt, die es jedoch wahrscheinlich in Deutschland nicht geben wird.

Auf Blu-ray darf sich die visuelle Gewalt des Filmes frei entfalten, und der vorliegende HD-Transfer zeigt, dass es keine glasklaren und glattgebügelten Bilder benötigt. Es wird ein unglaubliches HD-Gefühl mit dreckigem, leicht verrohendem Anstrich erzeugt. "Lords of Salem" vermittelt eine 1970er Jahre Retro-Atmosphäre, da dieser von Zombie mit einer digitalen 'Red One' Kamera gedreht und auf 35mm aufgeblasen wurde, um diese filmische Optik zu erreichen. Die feine, aber permanent vorhandene Kornstruktur vermischt sich mit einem leichten digitalen Rauschen, ohne dabei in unschönen Pixelbrei zu verfallen. Der Detailgrad ist so hoch wie es das Material zulässt und zeigt immer noch klar strukturierte Details, saubere Linien und Kanten, ohne dabei künstlich oder gar überschärft zu wirken.
Vielmehr zeigt sich das Bild düster und dominiert mit dunklen Tönen und knalligen Farben das Geschehen, was nicht zuletzt an Argentos Meisterwerk Interner Link"Suspiria" oder aber seinem verzaubernden Interner Link"Inferno" erinnert. Der Schwarzlevel ist satt, wobei einige wenige Aufnahmen noch eine Spur zu hell erscheinen. Insgesamt wird aber ein angenehm scharfes und düsteres Bild geboten, welches das alptraumhafte Szenario visuell unterstreicht. Das Bild basiert auf einem deutschen HD-Master mit deutschen Wochentag-Einblendungen und einer etwas geringeren Bitrate als die US-Disc. Ob es auffällige Unterschiede zwischen beiden Fassungen gibt, muss ein Bildvergleich zeigen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Das Sounddesign fällt besonders im vorliegenden englischsprachigen DTS-HD Master Audio 5.1 Mix sehr gut und kraftvoll aus. Mit etwas mehr Tiefenbass und einem präziseren Einsatz der Effektkanäle wäre eine noch höhere Punktzahl möglich gewesen.
So klingt der Mix sehr dynamisch und versprüht etwas Aggressivität in den wenig lauteren Szenen. Das Kratzen und Brummen, die Gesänge der Hexen, alles klingt sehr kräftig und atmosphärisch, geht aber nicht durch Mark und Bein. Man spürt nicht das, was Sheri Moon Zombie bei den zermürbenden Klängen der "Lords" verspürt. Der Wahnsinn, die hypnotischen Klänge, alles wird akustisch ansprechend wiedergegeben, kann die Wirkung aber niemals bis zur Vollendung ausreizen. Dialoge klingen sauber und verteilen sich, wenn nötig, mit einer sehr guten Präzession über alle Kanäle. Die Stereofront klingt breit und hervorragend ausbalanciert, und der Score verteilt sich mit einer ordentlichen Dynamik über sämtliche Kanäle. Optional werden dem englischen Mix diverse Untertitel spendiert.
Der deutsche DTS-Master-Track klingt dem englischen sehr ähnlich, erzielt aber nicht den Dynamikumfang und die Feinzeichnung des Originaltons. Dialoge werden ebenfalls sehr gut ausbalanciert, zudem ist die deutsche Synchronisation sehr gut gelungen. Man sollte sich den Film aber unbedingt im englischen Original anschauen, denn die Mischung aus Geräuschen, Musik und Dialogen klingt im Original weitaus authentischer als im deutschen Mix, der die Rückkanäle sogar noch weniger nutzt als die englischsprachige Version.


Ein Meisterwerk ist "The Lords of Salem" nicht geworden, dafür jedoch der beste Argento seit Jahrzehnten. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass Rob Zombie auf dem Cover steht! Visuell unheimlich stark, wird auf eine greifbare Handlung fast gänzlich verzichtet. Wenn man sich einen Fiebertraum vorstellen sollte, dann würde wahrscheinlich dieser Film dabei herauskommen. Er spaltet derzeit die Fangemeinde, ist kommerziell alles andere als erfolgreich, was an den wohl extrem hohen Erwartungen liegen dürfte und da der Film nicht einmal ein Horrorfilm im ursprünglichen Sinne ist. Es ist Arthouse-Kino wie es nur ein Rob Zombie erschaffen kann. Gewaltig, laut und schwarz, abgrundtief schwarz. Die deutsche Blu-ray von Universal ist technisch einwandfrei, nur das Fehlen der Extras ist ärgerlich.


Film++++/-
Bild+++++-
Ton++++/-
Bonus------


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Lords of Salem, The
NewsHalloween-Special: "The Lords Of Salem" mit Gewinnspiel
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