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D 2013
Originaltitel:Help Me I Am Dead - Die Geschichte der Anderen
Länge:119:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Andreas Bethmann
Buch:Andreas Bethmann
Kamera:Andreas Bethmann
Musik:Morgan Latte
SFX:Olaf Ittenbach
Darsteller:Margarethe von Stern, Antonio Mayans, Carsten Frank, Andreas Bethmann, Yingying Du, Markus Hettich, Carsten Weissenberg, Jens Schütte, Arkadius Gorlikowski, Lara, Jenny Weissenberg, Ralf Stuckemeier
Vertrieb:LFG
Norm:1080i / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25 / DVD-9
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch
Untertitel:Englisch
Verpackung:Mediabook
Blu-ray-Start:31.10.2013 (Kauf)
Bonus:
  • 16-seitiges Booklet
Hauptfilm-Blu-ray
  • Neu auf Blu-ray: "S-VHS" (2:02 Min., 1080p)
Bonus-DVD
  • Originaltrailer (1:19 Min.)
  • Interview mit Margarethe von Stern (5:01 Min.)
  • Entfernte Szenen (11:54 Min.)
  • Interview mit Antonio Mayans (13:40 Min.)
  • Alternative Digitaleffekte (0:24 Min.)
  • Alternativvorspann (2:57 Min.)
  • Making of (65:41 Min.)
  • Originalskript vom Set (4:11 Min.)
Deutschland 1939. Der Bauer Jonathan Friedberg versucht mit den Nazis einen Pakt zu schließen, um seine deportierte Familie wieder zu sehen. 75 Jahre später. Die junge Jennifer ist Psychologiestudentin, und sitzt im Rollstuhl, weil sie vor Jahren einen Unfall hatte. Sie arbeitet an einer Studie für die Uni und befragt dazu in einem Dorf wahllos Leute auf der Straße. Dabei stößt sie auf eine seltsame Geschichte, die ein altes, seit dem 2. Weltkrieg verlassenes Haus betrifft. Jennifer ist sehr neugierig und sucht das Haus trotz aller Warnungen auf. Sie gerät dabei in eine unglaubliche Situation. Es gilt ein Rätsel zu lösen, welches in direktem Zusammenhang mit ihr steht. Obendrein gerät sie in die Hände von Verbrechern, die ihr weder die Geschichte abkaufen, noch gewillt sind, sie frei zu lassen. Die Situation eskaliert völlig unerwartet. Das Grauen bricht herein!
Bereits vor mehr als 10 Jahren sprach Regisseur und Produzent Andreas Bethmann (Interner Link"Exitus Interruptus", Interner Link"Rossa Venezia", Interner Link"Dämonenbrut") darüber, wie gerne er einmal einen richtigen Geisterhausfilm inszenieren möchte. Mit seinem neuesten Werk "Help Me I Am Dead - Die Geschichte der Anderen" scheint er sich diesen Traum im weitesten Sinne erfüllt zu haben. Sieben Monate harte Arbeit, viel Zeit und Geld wurden in das Projekt gesteckt - und das Ergebnis ist tatsächlcih für einige Überraschungen gut. Waren die letzten Filme des Regisseurs geprägt von Sex und Gewalt, so zeigt "Help Me I Am Dead" eine eher traditionelle Umsetzung, ohne die unverkennbare Handschrift Bethmanns zu verlieren. Der zieht beinah alles im Alleingang durch und schrieb sich sogar eine kleine Rolle ins Drehbuch (im Übrigen die einzige Sexszene im Film). Lediglich die oftmals bemängelten Spezialeffekte überließ er Olaf Ittenbach ("Savage Love", Interner Link"Chain Reaction"), was letztlich eine gute Entscheidung war.



Obwohl "Help Me I am Dead" kein vor Blut triefender Splatterfilm geworden ist, schien es wichtig, dass die wenigen Effekte im Film ihre Wirkung nicht verfehlen. Schließlich vermischt der Film einen wichtigen Punkt deutscher Geschichte mit einem Geisterplot, der durchaus schlüssig und gut geschrieben ist. Im richtigen Moment der richtige Effekt von Ittenbach, und der Zuschauer wird sich an die alten Nazi-Exploitationfilme der 1970er Jahre erinnert fühlen, nur dass die klaffenden Wunden in diesen Film ein nötiges Übel darstellen und weder plakativ noch selbstzweckhaft eingesetzt werden.

Mit der klassischen Inszenierung nimmt es Bethmann sehr ernst und verzichtet komplett auf schnelle Schnittabläufe. Er hat auch keine Angst davor, seine Laienschauspieler in langen Einstellungen vor der Kamera agieren zu lassen. Klar ist, dass das nicht immer glückt, aber besonders Hauptdarstellerin Margarethe von Stern spielt die Rolle als gehbehinderte Jennifer wirklich überzeugend. Zwar sieht man der jungen Darstellerin, die bereits 2009 eine kleine Rolle in "Melancholie der Engel" hatte, ihre Unerfahrenheit an, doch dank der konkreten Ideen des Regisseurs gibt es tolle Szenen mit ihr. Wer hätte schon gedacht, dass sie es schafft, den Film fast 2 Stunden komplett alleine zu tragen?



Hier kommt dann auch der wichtigste Punkt: "Help Me I Am Dead" konzentriert sich mit ein paar kurzen Ausnahmen komplett auf das heruntergekommene Haus. Der Film lässt seine Hauptdarstellerin teilweise minutenlang durch die Gegend wandern, ohne dabei auf Schockmomente zu setzen. Das hätte böse scheitern können, doch es gelingt, dass der Zuschauer ebenso wie Jennifer vom Ort gefesselt wird. Man möchte seinen Blick einfach nicht vom Geschehen abwenden.
Das haben wir den schönen Kameraeinstellungen, der ausgezeichneten Ausleuchtung und einer oft sehr guten Interaktion der jungen Darstellerin zu verdanken, wodurch "Help Me I Am Dead" eine teilweise angenehm gruselige Atmosphäre aufbaut. Da die junge Psychologiestudentin aufgrund ihrer Studien sehr viel in ihr Diktiergerät spricht, war ein gutes Dialogbuch wichtig. Dieses hätte in gewissen Situationen etwas stärker und weniger klischeebehaftet sein dürfen. Zudem erklärt sie dem Zuschauer viel zu oft Geschehnisse, die eben zu sehen sind, z. B. während der ersten Traumsequenz. Anstatt Bilder für sich sprechen zu lassen (und davon hat der Film einige schöne), redet die Protagonistin mit sich selbst, was etwas anstrengend ist.



Man braucht Bethmanns Produktionsnotizen im Mediabook nicht zu lesen, um zu spüren, wie sehr er sich in das verrottete Haus verliebt hat. Mit wieviel Aufwand er ein Szenario aus dem zweiten Weltkrieg hat aufleben lassen, ist beachtlich. Alles wird mit wunderschönen Bildern und in feinstem HD eingefangen. Ruhig, melancholisch und etwas Tempo raubend, doch es funktioniert. Es gehört eine Menge Mut und Selbstbewusstsein dazu, in der heutigen Zeit einen zweistündigen Gruselfilm zu inszenieren, der noch dazu von einer Person getragen wird. Schließlich ist die heutige Generation von Zuschauern eine dermaßen schnelle Schnittfolge gewohnt, die Vincent Price epileptische Anfälle bescheren könnte. Sieht man aber über die typischen Low-Budget-Patzer hinweg, wird "Help me I am Dead" trotz aller Ruhe und langsamer Inszenierung niemals langweilig. Vielmehr möchte man wissen, was für ein düsteres Geheimnis das Haus in sich trägt.


Im Finale setzt das Werk dann noch gehörig einen drauf und führt mit Antonio Mayans (Interner Link"Die nackten Superhexen vom Rio Amore", "Rache des Hauses Usher", Interner Link"Oase der Zombies") und Carsten Frank (Interner Link"Cannibal") zwei bekannte Gesichter ein, die als Gangsterduo für ein paar flappsige Sprüche und zusätzliche Anspannung sorgen. Besonders Carsten Frank geht in seiner Rolle als gestörter Ganove absolut ab und bringt schon fast zu viel Energie in seine Rolle ein, während Antonio Mayans als seine Rolle sehr professionell und erhaben spielt. Hier spürt man über 50 Jahre Filmerfahrung beim mittlerweile 74 Jahre alten charismatischen Darsteller. Die beiden Darsteller ergänzen sich aber perfekt, was für eine sehr schöne Dynamik in den gemeinsamen Szenen sorgt. Die letzten 30 Minuten sind aber eindeutig Geschmacksache und mir hätte etwas mehr Suspense besser gefallen, statt Carsten Frank mit heraushängendem Lümmel beim Pinkeln zuzugucken oder der versuchten Vergewaltigung der Hauptdarstellerin.

Abschließend sei noch das von Yingying Dus gespielte "Gespenst" erwähnt. Sie muss im Laufe des Films eine Menge Pein über sich ergehen lassen und erinnert deutlich an den asiatischen Horrorfilm. Die gesamte Inszenierung Bethmanns ist dem alten "Haunted House" und der "The Grudge"-Reihe entnommen, was schön anzusehen ist. Mit ein paar visuellen Effekten (z. B. eine Geisteraura um die junge Asiatin) wäre dies mit Sicherheit das i-Tüpfelchen im ohnehin sehr atmosphärischen wie düsteren Film gewesen.


Pünktlich zu Halloween wird "Help Me I Am Dead" als auf 2000 Stück limitiertes 2-Disc-Mediabook im Vertrieb von LFG veröffentlicht. Der in High Definition (1080i) gedrehte Gruselfilm besticht durch ein angenehm scharfes HD-Bild und wartet mit einer sehr hohen Plastizität auf. Letzteres sorgt für eine teilweise enorme Tiefenwirkung, die dem Gezeigten dreidimensionale Züge verleiht. Dies hat aber wiederum zur Folge, dass der Transfer etwas zu sehr digital wirkt und hin und wieder das filmische Flair vermissen lässt. Der Detailgrad ist hoch, aber nicht besonders ausgeprägt, wodurch selbst in Nahaufnahmen von Gesichtern keine permanente Feinzeichnung geboten wird. Vielmehr ist eine dezente Filterung wahrzunehmen. Obwohl der Transfer keine Kompressionsartefakte bzw. Mangel einer schlechten Kodierung aufweist, fallen hin und wieder Unruhen auf homogenen Flächen auf, die produktionsbedingte Ursachen haben könnten. Die Farben fallen sehr sauber aus, und das Bild wurde nicht übermäßig verfremdet, wodurch, trotz wechselnder Farbgebung, die Natürlichkeit gewahrt bleibt. Meist wirkt das Farbschema aber etwas unterkühlt, wobei ein paar Aufnahmen aus den 1930er Jahren in Sepiafilter getränkt wurden, was beides die düstere Atmosphäre von "Help Me I Am Dead" unterstreicht. Der Kontrast wurde sehr gut gewählt und kann helle und dunkle Bildbereiche ohne größeren Detailverlust homogen ausbalancieren. Insgesamt ein sehr guter, hochauflösender Transfer.



(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Der Film besitzt eine DTS-HD Master Audio 2.0-Stereotonspur und wurde komplett synchronisiert. Originalgeräusche gibt es nicht, denn auch Nebengeräusche kommen aus dem Studio. Das sorgt für einen etwas sterilen und künstlichen Klang. Dafür erweist sich Stereo-Separation als äußert gelungen. Dialoge sind sehr gut zu verstehen und werden klar wiedergegeben. Nebengeräusche werden präzise wiedergeben und passen sich perfekt dem Gezeigten an. Die deutsche Synchronisation ist liebevoll erstellt, wobei man keine Hollywood-Studio-Qualität erwarten sollte (leider muss das bei deutschen Low-Budget-Filmen erwähnt werden). Es bleibt also ein guter Stereo-Mix, wobei das Vogelgezwitscher im Hintergrund irgendwann etwas zu penetrant wirkt, meist aber sehr stimmig ins Gesamtbild passt.



Auf der Hauptfilm-Disc befinden sich lediglich ein Trailer zu Interner Link"S-VHS" sowie englischsprachige Untertitel für den Hauptfilm. Das Bonusmaterial liegt auf einer separaten Bonus-DVD. Neben dem Original-Trailer, dem abgefilmten Original-Skript und einem alternativen Vorspann zum Film, enthält die Disc knapp 12 Minuten an geschnittenen Szenen sowie alternative Aufnahmen der digitalen Effekte im Film. Das 5minütige Interview mit Margarethe von Stern fällt zwar etwas kurz aus, bleibt jedoch nicht uninteressant. Das 13minütige Interview mit Antonio Mayans wurde deutsch untertitelt und hätte ruhig zehnmal so lang ausfallen dürfen. Es macht einfach Spaß, dem Darsteller zuzuhören, wie er über seine Karriere und seine Erfahrungen beim Dreh spricht. Dabei vergleicht er die Arbeit Bethmanns mit der von Jess Franco, was für den Regisseur wahrlich ein Kompliment ist.
Abschließend enthält die Disc noch ein 65minütiges Making of, welches einen aufschlussreichen Einblick in den Entstehungsprozess des Filmes gibt und die positive Stimmung am Set sehr gut einfängt. Desweiteren darf der Zuschauer Olaf Ittenbach bei der Effektarbeit beobachten. Auch sonst ist der Informationsgehalt dieses unkommentierten Making ofs sehr hoch, bei dem Regisseur Andreas Bethmann 5 Monate lang am Set mit einer zusätzlichen Kamera begleitet wurde. Gern mehr davon! Dem Mediabook liegt noch ein 16seitiges und reichlich bebildertes Booklet mit Produktionsnotizen des Regisseurs bei. Er lässt die Entstehungsgeschichte und den Ablauf der Produktion in einem interessanten Text Revue passieren, was das Bonusmaterial perfekt abrundet.



Bethmann zeigt mit "Help Me I Am Dead - Die Geschichte der Anderen" eine etwas andere Seite von sich. Er gibt sich überraschend melancholisch, ruhig und gelassen, setzt dabei trotzdem auf Atmosphäre, die er aufgrund der perfekten Wahl der Location, guter Darsteller und einem stimmigen Score fast durchweg aufrecht erhalten kann. Ein paar Dialogschnitzer oder aber im Finale unnötige Gewaltspitzen ziehen den Gesamteindruck kaumnach unten. "Help Me I Am Dead - Die Geschichte der Anderen" ist ein mutiger Schritt und ein gelungener Genrefilm. Besser hätte Bethmann sein 25jähriges Regiejubiläum nicht feiern können. Das auf 2000 Stück limitierte Mediabook ist technisch über jeden Zweifel erhaben, überzeugt in Bild und Ton und bietet reichhaltiges Bonusmaterial. Lediglich ein Audiokommentar mit dem Regisseur wäre noch wünschenswert gewesen.


Film++++/-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++++--


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News"Help me I am dead" - Erster Trailer zu Andreas Bethmanns neuestem Film
"Help me I am dead" - Limitiertes Mediabook im Oktober
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