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D, USA 2000
Originaltitel:Perfect Storm, The
Länge:129:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Wolfgang Petersen
Buch:William D. Wittliff, Sebastian Junger
Kamera:John Seale
Musik:James Horner
Darsteller:George Clooney, Mark Wahlberg, Diane Lane, John C. Reilly, William Fichtner, Bob Gunton, Karen Allen, Mary Elizabeth Mastrantonio, Allen Payne, John Hawkes, Christopher McDonald, Dash Mihok
Vertrieb:Warner
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2.40:1
Tonformat:Dolby Digital EX 5.1 Surround, Dolby TrueHD 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Chinesisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Koreanisch, Spanisch, Norwegisch, Schwedisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:22.08.2008 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar mit Wolfgang Petersen
  • Audiokommentar mit Supervisor "Visuelle Effekte" Stefen Fangmeier und Produzent "Visuelle Effekte" Helen Elswit
  • Audiokommentar mit Autor Sebastian Junger
  • "HBO Fist Look" - Creating the Perfect Storm (19:56 Min., 480p)
  • Dokumentation: "Witness to the Storm" (4:32 Min., 480p)
  • Dokumentation: "Creating an Emotion" (4:14 Min., 480p)
  • Fotomontage: Your Forever (4:04 Min., 480p)
  • USA-Kinotrailer (2:31 Min., 1080p)
  • Soundtrack-Werbespot (0:17 Min., 480p)
Die Gefahr vom Sturm und Wellen auf hoher See ist Ihr Alltag, für einen erfolgreichen Fischzug geben Sie alles - die Schwertfischer von Gloucester riskieren täglich ihr Leben und sind stolz darauf! Aber als Captain Tyne und seine Crew dieses Mal auslaufen, um den letzten und besten Fang der Saison einzuholen, ahnen sie nicht, welcher Macht sie sich stellen müssen ...
Wolfgang Petersen, den man nach "Air Force One" schon auf der Roland-Emmerich-Schiene wähnte, traute sich 19 Jahre nach "Das Boot" wieder aufs Meer hinaus und verfilmte mit einem Riesenbudget einen Roman, der auf Tatsachen beruhte und beim Zuschauer einschlug. Doch betrachtet man das Effektspektakel näher, entpuppt sich sein Werk als typischer Mainstreamschnellschuss.


Die Höllenfahrt der 1991 gesunkenen "Andrea Gail" besitzt leider eindeutig zu wenig Substanz, so dass sich Petersen einiges einfallen lassen musste, um einen zweistündigen Film zu bewerkstelligen. So werden in den ersten 45 Minuten nicht nur Fischerklischees breitgetreten, sondern auch jedes Crewmitglied bis in die kleinste Ecke ihrer Seele durchleuchtet. Captain Billy Tyne (George Clooney) fehlt seit einiger Zeit der richtige Riecher für die großen Schwärme, Bobby Shatford (Mark Wahlberg) ist der Fischernoob mit hübscher Freundin.
Der Rest der Crew ist entweder mit Dauervögeln, anstrengenden Versuchen eine Frau zu finden oder der getrennten Ehefrau nebst gemeinsamen Kind beschäftigt. Komprimiert auf eine Hafenkneipe hören wir uns ihre Schicksale auf GZSZ-Niveau an, ohne wirklich Interesse zu entwickeln, versprach der Trailer doch noch einen großen Sturm und keine Daily-Soap. Froh zurück an Land zu sein, verkündet Billy Tyne, der im Verlauf des Films immer deutlicher Kapitän-Ahab-Züge annimmt, dass er noch eine letzte Fahr wagen will, um seine Pechsträhne zu beenden. Froh gerade an Land gekommen zu sein und wenig begeistert nimmt die Crew an, da die um ihre Arbeitsplätze fürchtet und das Geld benötigt wird. Warum Tyne einen Streithahn ins Boot holt, nachdem ein Crewmitglied abgesprungen ist, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Oder war es etwa nur ein dramaturgischer Kniff Petersons?


Endlich auf See wird der Film immerhin etwas interessanter, denn Meteorologen kündigen den großen Sturm an, den Tyne ignoriert. Doch die Fische beißen wieder nicht und den Zuschauer ereilt die Langeweile, die nur durch Mann über Bord und Hai an Bord unterbrochen wird. Da wird die parallel verlaufende Rettung eines Hobbyseglers mittels Rettungshubschrauber schon fast interessanter als der eigentliche Hauptplot, denn hier wird endlich geboten, worauf man gewartet hat und Peterson enttäuscht den Zuschauer nicht. Die Effektorgie, die im Kino aber noch weit intensiver faszinierte, hat schon fast biblische Ausmaße und spielt mit den Rettungskräften wie mit den Schiffbrüchigen, bringt beide in Gefahr und lässt schließlich die Retter ins Meer stürzen. Industrial Light & Magic zeigt hier einmal mehr, warum sie zur Elite gehören, denn so realistisch und atemberaubend toste das Meer noch nie.


Währenddessen ist man auf der "Andrea Gail" immer noch beschäftigt persönliche Differenzen zu klären, an Frauen zu denken und endlich den großen Fischfang zu machen. Leider gibt aber just in diesen Moment die marode Eismaschine ihren Geist auf, was die Crew vor eine Entscheidung stellt: Durch den Sturm fahren und abkassieren, oder warten und den Fisch vergammeln lassen. Man entscheidet sich für die lukrative Variante und findet sich schon bald in einem Hurrikan wieder, der neben Böen von 190 km/h auch 30 Meter hohe Wellen zu bieten hat. Man kämpft, man fightet und obwohl das stark lädierte Boot eigentlich schon 20 Mal voll gelaufen sein müsste und Clooney sich Ahab-like mit einem Schneidbrenner am Mast hoch angelt scheint es der Crew nicht zu gelingen dem Sturm zu entkommen. Da drehen sie bei ...


Grundsätzlich kann man den Film in zwei Abschnitte(n) unterteilen und bewerten: Mit Sturm und ohne. Die schon erwähnte fehlende Substanz, versucht Peterson mit der detaillierten Darstellung der Figuren wieder wett zu machen, in denen er ihnen Gründe unterschiebt, warum sie diesen riskanten Trip mitmachen. Nur leider interessiert das den Zuschauer genau so wenig wie das Fischen und die Differenzen an Bord. Der Star ist "Der Sturm", welcher während der ersten Hälfte durch die Meteorologen auch oft genug angekündigt wird, aber sich einfach nicht zeigen will und die Geduld der Zuschauer auf eine harte Probe stellt. Dafür entschädigt die zweite Hälfte für viel, obwohl es im Endeffekt auch nur Eyecandy ist. Peterson zelebriert hier ein Ungewitter, das seines gleichen sucht. Non-Stop-Action verbindet er mit atemberaubenden, riskanten Rettungsaktionen, schnellen Schnitten und Klasseeffekten, die für den Oscar nominiert worden sind. Als Zuschauer wird man mitten ins Geschehen gerissen, fiebert den Kampf ums Überleben und traut bei der finalen Riesenwelle seinen Augen kaum.


"Der Sturm" präsentiert sich auf Blu-ray bildtechnisch wechselhaft. Auch wenn Nahaufnahmen durchweg sehr scharf und detailliert erscheinen, wirkt das Bild überwiegend sehr weich und nie sonderlich plastisch, lässt zudem deutlich an Tiefenschärfe missen und in den dunklen Szenen saufen immer wieder feine Details ab. Ansonsten liefert der Kontrast sehr gute Werte ab und auch der satte Schwarzwert vermag zu überzeugen. Die durchweg kräftigen und satten Farben lassen keine Wünsche übrig, wobei sich immer wieder leichtes Farbrauschen zu erkennen gibt. Insgesamt könnte der Bildstand auch etwas ruhiger sein. Defekte und Schmutz lassen sich derweilen aber nicht ausmachen und bis auf ein paar klitzekleinen Ausreißer arbeitet die Kompression einwandfrei.
So präsentiert sich "Der Sturm" grundsolide, mit einem Wow-Effekt braucht jedoch niemand zu rechnen, dafür ist das Bild deutlich zu weich und auch Doppelkonturen lassen sich immer wieder ausmachen. Auch wenn der Film knapp 8 Jahre alt ist, hätten wir uns etwas mehr Sorgfalt in der HD-Umsetzung gewünscht.
Doch was beim Bild nicht geklappt hat, macht der Ton wieder wett. Die Wellen scheinen förmlich das Wohnzimmer zu überflüten und man wird das Gefühl nicht los, man sitzt mitten auf dem Boot, um einen herum tobt der Horrorsturm und lässt den Wind einen nur so um die Ohren pfeifen. Nicht umsonst wurde die akustische Umsetzung damals mit einem Oscar nominiert und macht nach all den Jahren immer noch einiges her. Die räumliche Klangkulisse kann mit einer hervorragenden Weiträumigkeit, einem satten und wuchtigen Bass, sowie einer ausgesprochen guten Dynamik aufwarten. Dabei sollte man erwähnen, dass die erste Hälfte des Films sehr ruhig und tontechnisch von daher zurückhaltend ausfällt, bevor der Mega-Sturm einbricht. Doch auch wenn eine Menge geboten wird, so gibt es einige Mängel, welche deutlich zu Lasten der Qualität gehen. So z.B. die schwache Hochtonwiedergabe, welche den deutschen Mix in den Stimmen etwas dumpf erscheinen lassen. Obwohl die Dialogwiedergabe recht gut abgemischt wurde, geschieht es immer wieder, dass Stimmen im Donnerwetter untergehen und die gute Balance zwischen Dialogen, Score und Effekten flöten geht. Der englische TrueHD-Mix klingt im Übrigen nicht sonderlich anders und zeigt nahezu den selben Mangel beim Dialogmix, klingt dafür stellenweise etwas präziser und eine Nuance klarer als der deutsche und der englische Dolby Digital 5.1 EX-Mix. Optional gibt es wie immer weitere Tonspuren und diverse Untertitel.


Deutsche Untertitel gibt es auch im Bonusmaterial, außer bei den Audiokommentaren, welche gleich in dreifacher Ausführung vorhanden sind. Einmal gibt es ein Kommentar mit dem Regisseur Wolfgang Pertsen, der hier nicht nur eine Menge über die Entstehung des Films zu erzählen weiß, sondern auch über die Effekte und technische Umsetzung eine Menge zu sagen hat. Das gleiche gilt für den Buchautor Sebastian Junger, welcher sich aber mehr um den Vergleich zwischen realen Vorkommnissen und Petersens Umsetzung bemüht, was wirklich interessant ist. Der letzte Kommentar wird vom Chef der Spezialeffekte Stefen Fangmeier und der Produzentin der visuellen Effekte, Helen Elswit, geführt. Dieser Kommentar ist ebenfalls sehr interessant und greift viele Aspekte von Petersens Kommentar ebenfalls auf, was aber alles andere als schlimm ist und wie die anderen Kommentare auch sehr interessant anzuhören ist. Das fehlen von deutschen Untertitel ist leider wirklich eine ärgerliche Sache. Aber tröstet euch, dafür lassen sich beim Kommentar japanische und chinesische Tipps zuschalten.
Die nachfolgenden Extras bietet jetzt nicht unbedingt die vielleicht erwartete Qualität. Das 20minütiges Making of mit dem Titel "HBO First Look: Creating the Perfect Storm" ist im Grunde eine von vielen, sich immer wiederholenden Dokumentationen, die im Endeffekt nichts anderes zu bieten haben als Statements der Macher, Filmausschnitte und kleinere Hinter den Kulissen-Einblicke. Interessant sind hierbei dennoch Aufnahmen vom wirklichen Sturm aus dem Jahre 1991. Zudem wurden Menschen interviewt, welche den Sturm überlebt haben.
Nachfolgend gibt es bei dem 5minütigen "Witness to the Storm" ein paar Interviews mit den Bewohner von Gloucester, welche sich den schlimmen Sturm nochmals in Erinnerung rufen. "Creating an Emotion" ist hingegen dem Komponist James Horner gewidmet. Hier dürfen wir in knapp 4 Minuten ein wenig bei seiner Arbeit zuschauen. Zum Schluss gibt es noch "Soundtrack-Werbespots", den Original-Trailer in High Definition und eine Fotomontage mit selbstlaufenden Bildern des Films, welche mit dem Song "Yours Forever" von John Mellencamp unterlegt wurde. Bis auf den bereits erwähnten Trailer liegen sämtliche Extras nur in 480p vor.


Die beiden Filmhälften stehen im krassen Gegensatz zueinander. Ist der erste Teil eine langweilige, uninteressante Charaktervorstellung ohne nennenswerte Höhepunkte, dafür aber mit viel Leerlauf, so ist die zweite Hälfte pures Adrenalinkino, das den Zuschauer das Meerwasser schmecken lässt und nach wie vor eine Referenz ist. Die Blu-ray ist bildtechnisch nicht das Beste, was Warner im HD-Sektor zu bieten hat, dafür hätte der Transfer eine ordentliche Restauration erfahren müssen. Dafür knallt der Soundtrack aber und die drei Audiokommentare sind wirklich hörenswert. Doch ob ein Upgrade wirklich nötig ist, muss jeder selbst für sich entscheiden.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++++/
Bonus++/---


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