USA 2013
Originaltitel:Curse of Chucky
Länge:96:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Don Mancini
Buch:Don Mancini
Kamera:Michael Marshall
Musik:Joseph LoDuca
SFX:Roland Blancaflor, Base FX, Terminal FX
Darsteller:Brad Dourif, Brennan Elliott, Danielle Bisutti, A Martinez, Fiona Dourif, Chantal Quesnelle, Ali Tataryn, Maitland McConnell, Kally Berard, Kyle Nobess, Tyhr Trubiak, Will Woytowich, Adam Hurtig, Jennifer Tilly, Alex Vincent
Vertrieb:Universal Pictures
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS 5.1 (dt., franz., ital., jap., span.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi (Indisch), Isländisch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:24.10.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Unveröffentlichte Szenen:
    • Anziehen (1:34 Min., 1080p)
    • Pausieren (0:44 Min., 1080p)
    • Auf der Suche nach Chucky (0:37 Min., 1080p)
    • Dads Mitfahrgelegenheit (1:00 Min., 1080p)
    • Verbrannt (0:46 Min., 1080p)
    • Das alte Ägypten (1:40 Min., 1080p)
  • Gag Reel (1:27 Min., 1080p)
  • Mit Puppen spielen: Das Making-of von "Curse of Chucky" (15:34 Min., 1080p)
  • Lebendige Puppe: Chucky wird zum Leben erweckt (8:35 Min., 1080p)
  • Voodoo-Puppe: Chucky Vermächtnis (7:08 Min., 1080p)
  • Storyboard-Vergleich:
    • Der elektrische Stuhl (4:31 Min., 1080p)
    • Der Dachboden (5:40 Min., 1080p)
    • Ians Tod (1:58 Min., 1080p)
    • Nica vs. Chucky (13:11 Min., 1080p)
Als Nica ein seltsames Paket mit einer Puppe erhält, schenkt sie diesem zuerst keine Beachtung. Sorglos überlässt sie die niedliche Puppe ihrer Nichte Alice, die mit ihren Eltern zu Besuch ist. Als kurz darauf nicht nur Nicas Mutter auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, beschleicht Nica der Gedanke, dass diese Puppe alles andere als ein harmloses Kinderspielzeug ist ...
Vor 25 Jahren schuf Tom Holland Interner Link"Chucky - Die Mörderpuppe" und machte diese Figur zu einem bekannten Kult-Charakter innerhalb des Horror-Genres. Ganze vier Fortsetzungen, diverse Fan-Artikel, wie z. B. Actionfiguren, Puppen und Spiele, zog der Film in den letzten Jahrzehnten mit sich, und lange Zeit war es ruhig um die mordende "Good-Guy"-Puppe. Während MGM seit Jahren an einem Remake arbeitet, kündigte Universal Pictures im letzten Jahr eine fünfte Fortsetzung der Reihe an und beauftragte Don Mancini erneut, sich um sein "Baby" zu kümmern. Schließlich schrieb er bisher für alle Teile das Drehbuch und bewies 2004 auch in Interner Link"Seed of Chucky" sein Talent als Regisseur.



Nun wollte man nach den beiden sehr komödiantischen, teilweise sogar schrägen Interner Link"Bride of Chucky" und Interner Link"Seed of Chucky" wieder düstere Töne anstimmen, weshalb der sechste Teil des Franchise kaum an den Interner Link2004er Film anknüpfen konnte. Mancini wollte aber auch kein Reboot der Reihe inszenieren, sondern den Fans wieder einen bösen und humorlosen Chucky präsentieren und zugleich einen Einblick in die Vergangenheit des Serienkillers Charles Lee Ray gewähren, der bei der Flucht vor der Polizei tödlich angeschossen wird und in einen Spielzeugladen flüchtet. Dort verschmilzt seine Seele durch ein magisches Ritual mit dem Körper einer "Good Guy"-Puppe. Fortan mordet er als "Chucky" weiter ...

"Curse of Chucky" spielt zeitlich zwischen Interner Link"Chucky 3" und Interner Link"Bride of Chucky" und stellt die querschnittsgelähmte Nica in den Mittelpunkt, die alleine mit ihrer neurotischen Mutter in einem alten Haus wohnt. Als Nica ein seltsames Paket mit einer Puppe erhält, schenkt sie diesem zuerst keine Beachtung. Sorglos überlässt sie die niedliche Puppe ihrer Nichte Alice, die nach einem angeblichen Freitod von Nicas Mutter mit ihren Eltern und dem Babysitter das alte Anwesen besucht. Es stellt sich aber schnell heraus, dass das Spielzeug keine gewöhnliche "Good-Guy"-Puppe aus den 1980er Jahren ist, und Nica scheint mehr mit Chuckys menschlicher Vergangenheit gemeinsam zu haben als ihr lieb ist ...



Allzu viel möchte man von "Curse of Chucky" gar nicht erzählen, denn es ist überraschend, wie gut es Mancini gelungen ist, eine Brücke zwischen dem dritten und vierten Teil der Reihe zu schlagen - und dabei Logiklöcher zu vermeiden. Dass Mancini ein inszenatorisches Händchen hat, beweist er in jeder Minute. Die gute Location, die gelungenen Kamerafahrten und der langsame, aber stetige Spannungsaufbau heben "Curse of Chucky" von der Schwemme der wöchentlich erscheinenden Direct-to-DVD-Produktion positiv ab. Der Gore-Gehalt hätte noch vor einigen Jahren für ein knallhartes, rotes 18er Siegel gesorgt. Allerdings geht "Curse of Chucky" selbst in der vorliegenden Unrated-Fassung weitaus weniger plakativ zur Sache geht als seine beiden Vorgänger. Dafür sind die Effekte gezielt und effektiv eingesetzt und kommen mit einem Minimum an CGI-Shots aus, die dann aber nicht immer perfekt mit den restlichen Effekten harmonieren.


Auch bei der Puppenanimation ging Don Mancini sehr akribisch vor und verwendete CGI nur zum Verfeinern der aufwendigen Animatronic-Effekte. Die Darsteller machten sich teilweise schon darüber lustig, dass die Puppe über 25 Takes bekommt und sie selbst schnellstmöglich mit ihren Szenen fertig werden mussten. Man konnte bereits in einigen Kritiken nachlesen, dass Universal Pictures bei den Puppentricks auf einen Sparkurs gesetzt hätte. Dem ist aber nicht so.
Hinter der angeblich als "computeranimiert" entlarvten Treppensequenz steckt in Wirklichkeit Deborah Lee Carrington (Interner Link"Total Recall - Die totale Erinnerung", Interner Link"Die Rückkehr der Jedi-Ritter") in einem Kostüm als Chucky-Double. Die kleinwüchsige Schauspielerin und Stuntfrau kommt immer dann zum Einsatz, wenn Mancini ein wenig mehr von der Mörderpuppe zeigen und sich nicht nur auf Nahaufnahmen beschränken will. Dass hier und da digital nachgearbeitet wurde, dürfte jedem klar sein. Das sieht zwar nicht immer ganz optimal gelöst aus, aber so schlecht, wie diese Sequenz gemacht wird, ist es auf keinen Fall.



Brad Dourif (Interner Link"Alien - Die Wiedergeburt", Interner Link"Der Herr der Ringe - Zwei Türme") darf seine Stimme zum sechsten Mal für die kleine Killer-Puppe zur Verfügung stellen. Diesmal bringt er sogar familiäre Unterstützung mit: Töchterchen Fiona Dourif (Interner Link"True Blood") spielt ebenfalls mit und ergattert auch gleich die Hauptrolle der von Geburt an querschnittsgelähmten Nica. Talentiert ist die junge Frau allemal und sie spielt ihre Rolle mit einer angenehmen Natürlichkeit. Dabei kann sie, im Gegensatz zu ihrem Vater, noch nicht auf eine umfangreiche Filmografie zurückblicken. Beim restlichen Cast bewies Don Mancini ebenfalls ein gutes Händchen, auch wenn man sich nur auf eine Handvoll Protagonisten beschränkt, die nach und nach dezimiert werden. Während Brad Dourif in Rückblenden zu sehen ist, wobei auch auf kurze Szenen des Interner Linkersten Teils zurück gegriffen wird, darf die bezaubernde Danielle Bisutti (Interner Link"Insidious: Chapter 2") Nicis ältere Schwester Barb spielen, die sie nicht nur ins Pflegeheim abschieben will, sondern auch eine Affäre mit dem Kindermädchen (Maitland McConnell, Interner Link"Killer Movies") hat.

"Curse of Chucky" wartet nicht mit bekanntem B-Movie-Cast auf. Selbst Brennan Elliott als Barbs Ehemann hat filmisch nicht viel vorzuweisen. Dafür ist A Martinez als Priester ein bekanntes TV-Gesicht ("California Clan") und stellt in "Curse of Chucky" sogar ein klein wenig Prominenz dar. Doch genauso wie die kleine Summer H. Howell in ihrer ersten Rolle, agieren alle hervorragend mit der Puppe, die wie immer im Mittelpunkt der Geschichte steht. Die Sprüche von Chucky sind diesmal gar nicht so zynisch und unter der Gürtellinie, passen aber zu der ernsten und düsteren Grundstimmung des Films, die erst zum Ende hin ein wenig kippt. Nämlich dann, wenn er alle Wege für Interner Link"Bride of Chucky" geebnet hat.


"Curse of Chucky" fällt deutlich ruhiger als seine Vorgänger aus und setzt auf Suspense. Mancini gelingt die Gratwanderung zwischen dem typischen "Chucky"-Franchise und routinierten Slasher-Film nahezu perfekt. Im dritten Akt gibt es eine überraschende, witzige Wendung in der Geschichte, die wohl niemand in dieser Form vermutet hätte. SPOILER: Ohne zu viel verraten zu wollen, aber das Auftauchen von Jennifer Tilly ist ebenso unerwartet wie Alex Vincent, der in den ersten beiden "Chucky"-Teilen den kleinen Andy Barclay spielte. SPOILER ENDE. Wer also schon immer wissen wollte, was zwischen dem Interner LinkDritten und dem Interner LinkVierten passierte und wieso Jennifer Tilly in Interner Link"Bride of Chucky" eine gänzlich zerfetzte Puppe zurück ins Leben holen muss, wird in "Curse of Chucky" die Antwort finden. Don Mancini hat wirklich an alles gedacht und inszeniert einen der besten Teile der Reihe. Hier heißt es: Bis nach dem Abspann sitzen bleiben und mit einem breiten Grinsen und einem guten Gefühl im Bauch den Film hinter sich lassen. Das schaffen leider nicht mehr viele Filme ...


Mehr als zufrieden darf man auch mit dem HD-Bild sein. Der in MPEG-4 kodierte Transfer zeigt sich sehr scharf und detailliert, was sich nicht auf Nahaufnahmen von Gesichtern beschränkt. Feine Details werden auch in Totalen sehr gut herausgearbeitet. Lediglich in dunkleren Szenen fällt der Detailbereich etwas ab und lässt das Bild in wenigen Momente weich erscheinen. Gänzlich ohne Rauschfilter scheint aber auch dieser Universal-Titel nicht auszukommen. Digitale Rauschmuster fallen nicht störend auf, allerdings auch kein Bildrauschen oder eine natürliche Körnung. In einigen Szenen wirken die Konturen etwas hart, was auf eine Nachschärfung schließen lässt. Insgesamt wird dem Zuschauer ein plastisches und teilweise angenehm dreidimensionales HD-Bild geboten, dessen Kontrastwert helle und dunkle Bildbereiche hervorragend ausbalanciert. Der Schwarzwert fällt satt und kräftig aus, und die Farbwiedergabe zeigt sich kraftvoll und natürlich zugleich. Die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund, und Bildfehler sind nicht auszumachen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Der deutsche DTS 5.1-Track überzeugt durch seine solide Dynamik und seinen guten, aber nicht brachialen Basseinsatz im Musikbereich. Leider spielt sich der Großteil des Mixes im Frontbereich ab, und nur selten wandern Effekte auf die Rears. Dafür überzeugt die Front durch einen glasklaren Sound. Wenn nötig wandern auch mal die Effekte von links nach rechts. Für etwas Räumlichkeit sorgt der Score, welcher dezent im Effektbereich wiedergegeben wird. Umgebungsgeräusche finden sich ebenfalls nur geringfügig verteilt wieder, doch für eine Direct-to-DVD-Produktion darf die Abmischung als gelungen bezeichnet werden. Der englische DTS-HD-Master-Track klingt noch etwas besser, was vor allem in den natürlicher und differenzierter abgemischten Stimmen und Nebengeräuschen auffällt. Zwar dominiert auch hier der Frontbereich, jedoch werden die Effektkanäle etwas effektiver eingesetzt. Optional gibt es diverse Untertitel und weitere Sprachfassungen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Das Bonusmaterial macht Spaß und liegt komplett in HD vor. Angefangen mit sechs Minuten an unveröffentlichten Szenen und ein paar witzigen Gag Reels spendiert man dem Zuschauer vier Storyboard-Vergleiche, welche jeweils vom Regisseur und Autor Don Mancini eingeleitet werden und eine Gesamtlaufzeit von ca. 25 Minuten aufweisen. Es sollte erwähnt werden, dass man schon deutlich aufwendigere Storyboards zu sehen bekommen hat, weil hier weitgehend kritzlige Skizzen zu sehen sind. Die wenigen "besseren" Storyboards stammen von anderen Künstlern, mit denen Mancini während der Produktion zusammengearbeitet hat. Im Nachfolgenden Making of pudert man sich rund 15 Minuten gegenseitig den Arsch. Trotzdem ist das werbelastige Making of unterhaltsam und gewährt ein paar kurze Einblicke in die Entstehung des Films, zeigt Ausschnitte aus den anderen Teilen und bietet ein paar Set-Aufnahmen. Zudem kommen Macher und Darsteller zu Wort, die sich aber gegenseitig mit Lorbeeren überhäufen, dass es einem schlecht werden kann. Da ist "Lebendige Puppe" schon deutlich besser, welche in 8 Minuten die aufwendige und zeitintensive Umsetzung der Puppenanimationen vorstellt. Darin erklären die Animatronic-Schöpfer dem Zuschauer das Chucky-Design und entführen ihn hinter die Kulissen. Auch werden u. a. die Aufnahmen mit Chucky-Double Deborah Lee Carrington gezeigt. In "Voodoo-Puppe: Chuckys Vermächtnis" beschäftigt man sich nochmal mit dem Horrorfilm-Franchise, zeigt Ausschnitte aus den älteren Filmen und lässt die Darsteller von "Curse of Chucky" etwas über die Serie erzählen. Don Mancini erklärt noch einmal, wie es zur Entstehung der Reihe kam. Zwar haben die deutsch untertitelbaren Extras allesamt einen eher werbelastigen Charakter, fallen aber kurzweilig und informativ aus. Auf den Trailer zum Hauptfilm muss man leider verzichten, und das Menü ist nicht sonderlich ansprechend.


Universal Pictures veröffentlicht "Curse of Chucky" in seiner ungekürzten Unrated-Version auf DVD und Blu-ray. Letztere ist bildtechnisch auf einem hohen Level, und der Ton kann für eine Videoproduktion durchweg überzeugen. Die Extras sind ansehnlich, haben aber einen hohen Werbecharakter. Die Disc wird mit FSK-Wendecover ausgeliefert. Wer einen albernen und schrägen Film à la Interner Link"Seed of Chucky" fürchtet, darf aufatmen. Der nunmehr sechste "Chucky"-Film ist wieder deutlich düsterer und schließt die enorm große Lücke zwischen Interner Link"Chucky 3" und Interner Link"Bride of Chucky", wobei zwischen Interner LinkTeil 3 und "Curse of Chucky" immer noch genug Potenzial und Klärungsbedarf steckt, um einen weiteren Teil auf die Reise zu schicken. Kein Horrorfilm-Highlight, doch ein sehr guter Genre-Beitrag und mit Abstand einer der besten Teile der Kult-Reihe.


Film++++/-
Bild+++++/
Ton++++/-
Bonus++/---



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.