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USA 1973
Originaltitel:Westworld
Länge:88:42 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Crichton
Buch:Michael Crichton
Kamera:Gene Polito
Musik:Fred Karlin
SFX:Charles Schulthies
Darsteller:Yul Brynner, Richard Benjamin, James Brolin, Norman Bartold, Alan Oppenheimer, Victoria Shaw, Dick Van Patten, Linda Gaye Scott, Steve Franken, Michael T. Mikler, Terry Wilson, Majel Barrett
Vertrieb:Warner
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.), Dolby Digital 1.0 Mono (dt., franz., ital., span.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Castellari, Italienisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Französisch, Koreanisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:08.03.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Am Set von Westworld (9:07 Min., 576i)
  • "Beyond Westworld" - TV-Pilotfolge von 1980 (47:52 Min., 576i)
  • US-Kinotrailer (3:07 Min., 576i)
Im exklusiven Freizeitpark Delos sorgen Roboter, die sich kaum von wirklichen Menschen unterscheiden lassen, für die Unterhaltung der Gäste und sollen ihnen alle Wünsche erfüllen. Doch dann geraten die Roboter im Wildwest-Teil der Anlage außer Kontrolle. Dies bildet den Auftakt zu blutigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die Androiden unter der Führung eines schwarzgekleideten Killers die Kontrolle über Delos übernehmen wollen.
Auch wenn mittlerweile vier Jahrzehnte ins Land gegangen sind, hat die zweite Regie-Arbeit von Michael Crichton rein gar nichts von ihrem Reiz und ihrer Faszination eingebüßt, ist "Westworld" doch zu der Kategorie Film zu zählen, die ihrer Zeit um Einiges voraus sind. Was später in einem Film wie Interner Link"Total Recall" den Menschen in der Zukunft durch Implantate ermöglicht werden sollte, können die Leute hier leibhaftig erleben: einen Urlaub in einer längst vergangenen Zeit, die jedoch so dermaßen authentisch nachgebaut wurde, dass man sich wirklich in der Vergangenheit wähnt.
Möglich macht diesen sündhaft teuren Urlaub ein exklusiver Freizeitpark namens Delos, in dem man zwischen dem Mittelalter, der Ritterzeit oder dem wilden Westen wählen kann. 1000 Dollar kostet ein einziger Tag, doch dafür bekommen die Besucher ein einmaliges Erlebnis geboten, in dem menschenähnliche Roboter vorhanden sind. Diese kann man von echten Menschen kaum unterscheiden und selbst amouröse Abenteuer sind bei Bedarf keinerlei Problem.



In dieser Thematik haftet "Westworld" auch gleichzeitig seine sozialkritische Note an, denn schon zur damaligen Zeit wurde der mahnende Daumen gehoben und mehr als nur angedeutet, dass der Mensch sich nicht ausschließlich auf die technischen Vorzüge der Zivilisation verlassen sollte, da auch diese durchaus Fehler beinhalten können. Crichtons Werk zeigt dies auf teilweise drastische Art und Weise, denn der geplante Traumurlaub wird für etliche Personen zur absoluten Todesfalle. Immer wieder wird der Zuschauer schon frühzeitig mit Passagen konfrontiert, die sich in der Delos Kommando-Zentrale abspielen, in der zu Beginn noch eher harmlose Fehlermeldungen über defekte Roboter eingehen. Statt den Park jedoch zu schließen kommt vielmehr die Arroganz des Menschen zum Vorschein, ist der Aufsichtsrat doch der festen Meinung, die Probleme locker in den Griff zu bekommen. Und natürlich möchte man nicht auf das schöne Geld verzichten, das etliche Touristen für ihren Urlaub bezahlen müssen. Somit wird der anstehenden Katastrophe also Vorschub geleistet. Und wie nicht anders zu erwarten geraten die Dinge so außer Kontrolle, dass die menschlichen Roboter nicht mehr reagieren und sich selbstständig machen, wodurch etliche Besucher ihr Leben verlieren.



Crichton hat diese düstere Zukunfts-Version wunderbar atmosphärisch in Szene gesetzt, wobei das Szenario einen dramaturgisch absolut erstklassigen Spannungsbogen schlägt, der sich bis zur wirklich letzten Minute aufrecht erhalten kann. Unterstützt wird das Ganze durch eine äußerst dichte Atmosphäre, die insbesondere in der zweiten Hälfte des Filmes extrem bedrohliche Züge annimmt. Das von der Geschichte angeschlagene Tempo ist recht ordentlich, auch wenn sich zu Beginn eine eher ruhigere Erzählweise zu erkennen gibt. Umso mehr packt einen aber auch die Wendung der Geschehnisse, als mit einem Schlag aus einem echten Erlebnis-Trip der wahre Horror wird. Der Großteil der Ereignisse spielt sich dabei in Westworld ab und mit Yul Brynner hätte man keinen besseren Darsteller für den killenden Revolver-Helden finden können, der Jagd auf einen ganz speziellen Urlauber macht, der ihn zuvor schon zweimal getötet hat. Die folgende Jagd führt den Zuschauer durch alle drei Themen-Parks, bis am Ende ein alles entscheidender Showdown stattfindet, den nur eine Seite gewinnen kann. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, der aber in keiner einzigen Szene auch nur annähernd Langeweile aufkommen lassen würde.



Zu sehr ist man von den Geschehnissen fasziniert. Wenn man einmal das Erscheinungsjahr des Filmes (1973) in Betrachtung zieht, dann ist man doch angenehm erstaunt darüber, dass dieses Werk in keinster Weise gealtert ist. Sicherlich gäbe es heute ganz andere technische Möglichkeiten ein solches Szenario umzusetzen, doch genauso wie die Geschichte hier dargestellt wird, erscheint sie einem fast perfekt. "Westworld" dürfte somit zu den wirklich zeitlosen Klassikern gehören und ist ganz einfach immer wieder eine Sichtung wert. Die äußerst spannende Geschichte, die ausgezeichnet agierenden Darsteller und der ordentliche Schuss Sozialkritik sorgen letztendlich für ein in jeder Beziehung überzeugendes Gesamtpaket, das auch die nächsten 40 Jahre locker überstehen wird, ohne dabei etwas von seiner Brillanz zu verlieren.


"Westworld" feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag, weshalb Warner dem Sci-Fi-Klassiker eine HD-Umsetzung spendiert. Die technische Seite der Blu-ray darf als gelungen bezeichnet werden, obwohl das Material mit altersbedingten Mängeln zu kämpfen hat. Die Schärfe fällt allgemein sehr solide aus und liefert teilweise sogar sehr gute Werte ab. In Nahaufnahmen überzeugt das Bild am meisten und zeigt eine ausgesprochen gute Detailzeichnung. Wenige Szenen wirken etwas weicher oder sogar etwas unscharf, was aber meistens nur bei Distanzaufnahmen oder schlecht fokussierten Einstellungen zu bemängeln ist. In dunklen Bildbereichen neigt das Bild zwar dazu, ein paar Details absaufen zulassen, störende Ausmaße nimmt dies abe nicht an und man darf insgesamt von einem soliden Kontrastwert sprechen. Die kräftigen und natürlichen Farben sorgen für eine weitgehend ordentliche Plastizität, wobei diese noch steigerungsfähig ist. Das HD-Gefühl kann deswegen nicht durchweg gehalten werden. Das permanent sichtbare Filmkorn nimmt nur selten störende Ausmaßen an und auch Defekte und Verschmutzungen trüben den Sehgenuss in keiner Sekunde.



(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Vom deutschen Ton darf man nicht viel erwarten. Warner spielte die gelungene deutsche Synchronisation in Mono auf, wodurch natürlich keine Räumlichkeit entsteht. Im Hinblick auf den englischen DTS-HD Master Audio 5.1-Mix ist das natürlich ein wenig enttäuschend. Doch wenn man ehrlich ist, dürfte jedem ein Original Mono-Mix lieber sein als eine aufgepumpte 5.1-Fassung oder gar eine Neusynchronisation, nur um einen Mehrkanalton zu bekommen. Trotz Monoton klingt die deutsche Tonspur aber gut aufgeräumt und die Musik und Nebengeräusche werden sehr sauber und klar wiedergeben. Lediglich die Balance zwischen den einzelnen Tonelementen ist nicht optimal, denn die Musik dominiert das Geschehen etwas zu laut. Die Stimmwiedergabe geht in Ordnung, klingt stellenweise aber etwas zu dumpf und neigt zu leichten Verzerrungen. Das geht aber für einen Film aus dem Jahre 1973 vollkommen in Ordnung. Der englischsprachige HD-Mehrkanalton erfreut sich einer klaren Stereoseparation mit einer sauberen und differenzierten Dialogwiedergabe aus dem Center. Räumlichkeit wird nur geringfügig erzeugt und beschränkt sich weitgehend auf den Score von Fred Karlin, der wie fast alles mehr aus der Front kommt, jedoch immer wieder für leichte Surroundaktivitäten sorgen darf. Insgesamt ein klarer und überraschend offener HD-Upmix, der mit deutschen Untertiteln geschaut werden kann.


Das Bonusmaterial beinhaltet ein 9minütiges Vintage-Making of mit dem Titel "Am Set von Westworld". In diesem kommt nicht nur Regisseur und Autor Michael Crichton zu Wort, sondern der Zuschauer bekommt einen kleinen Einblick in die Effekt- und Stuntarbeit des Films. Interessant ist auch, dass Warner die 48minütige Pilot-Episode zu Interner Link"Beyond Westworld" mit auf die Disc presst. Die in den USA geflopte TV-Serie aus dem Jahre 1980, basiert auf "Westworld" und dessen Nachfolger Interner Link"Futureworld", schaffte es allerdings nur auf 5 Episoden, die nicht einmal in den USA komplett ausgestrahlt wurden, bis die Serie abgesetzt wurde. In Deutschland ist Interner Link"Beyond Westworld" niemals erschienen. Die Serie dreht sich um die Figur John Moore (Jim McMullan, "Dallas", "Austin Powers") als Sicherheitschef der Delos Corporation, der Firma, die auch schon in den beiden Spielfilmen der Schauplatz war. Moore versucht den verrückten Wissenschaftler Quaid (James Wainwright, "Ein Colt für alle Fälle") aufzuhalten. Dieser will die Weltmacht an sich reißen, indem er wichtige Politiker durch Roboter der Delos Corporation austauscht. Zum Schluss gibt es noch einen US-Kinotrailer. Alle Extras liegen in der Standard-Auflösung vor und wurden bis auf den Trailer mit optionalen Untertiteln versehen.



Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, in einer vergangenen Epoche als Cowboy, Ritter oder auch Edelmann sein Dasein zu fristen? In vorliegendem Film wird Menschen dieser Wunsch erfüllt, der sich aber durch das Versagen der Technik in einen tödlichen Albtraum verwandelt. Die Umsetzung der Thematik ist herausragend und extrem spannend, so dass man diesen grandiosen Klassiker nur wärmstens weiterempfehlen kann. Zum 40. Jubiläum des Kultfilms wäre natürlich neuproduziertes Bonusmaterial wünschenswert gewesen, doch leider verzichtet das Major-Studio darauf. Das gilt auch für ein FSK-Wendecover, was es bis auf wenige Ausnahmen bei keinen Warner-Titel gibt. Man kann allerdings auch auf die US-Disc zurückgreifen. Diese ist absolut identisch zu der hier getesteten Disc und enthält somit auch den deutschen Ton sowie die deutschen Untertitel.


Film+++++/
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+/----


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Futureworld - Das Land von übermorgen
News"Westworld" - HBO beauftragt Pilotfilm für TV-Serie
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