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USA 1987
Originaltitel:Prince of Darkness
Alternativtitel:John Carpenter's Die Fürsten der Dunkelheit
aka. John Carpenter's Prince of Darkness
aka. Prince des ténèbres
aka. Príncipe das Trevas, O
aka. Príncipe de las tinieblas, El
aka. Signore del male, Il
Länge:101:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Carpenter
Buch:John Carpenter
Kamera:Gary B. Kibbe
Musik:John Carpenter, Alan Howarth
SFX:Kevin Quibell
Darsteller:Donald Pleasence, Jameson Parker, Victor Wong, Lisa Blount, Dennis Dun, Susan Blanchard, Anne Marie Howard, Ann Yen, Ken Wright, Dirk Blocker, Jessie Lawrence Ferguson, Peter Jason
Vertrieb:Studiocanal
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover und O-Card Schuber
Blu-ray-Start:22.08.2013 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer bei Disc-Start: Tarantino-Box (1:17 Min., 1080p)
  • Audiokommentar von Regisseur John Carpenter und Peter Jason
  • Original-Trailer (1:53 Min., 576i)
  • Trailershow:
    • Apparition - Dunkle Erscheinung (2:22 Min., 1080p)
    • Cockneys vs. Zombies (2:21 Min., 1080p)
    • Der letzte Exorzismus - The Next Chapter (1:03 Min., 1080p)
    • The Place Beyond the Pines (2:24 Min., 1080p)
    • The Fog (2:42 Min., 576i)
Plötzliche auftretende Veränderungen in der Umwelt und schreckliche Naturkatastrophen verheißen für all diejenigen, die die Zeichen deuten können, nichts Gutes: Die Wiederkehr Satans steht offenbar kurz bevor. In einer zerfallenen Kirche mitten in Los Angeles, gefangen in einem gläsernen Schrein, schlummert seit Jahrhunderten das Böse. Als Wissenschaftler diesem furchtbaren Geheimnis auf den Grund gehen wollen, erwacht die dämonische Kraft eines uralten Anti-Gottes. Mit Hilfe eines Priesters versuchen sie verzweifelt, dem Bösen zu trotzen. Doch alle Anstrengungen sind vergebens. Nach und nach werden alle Beteiligten zu Zombies. Satan hat seine Fesseln abgelegt und bereitet mit rasender Wut alles vor, um seinem Vater, dem Anti-Gott, einen würdigen Empfang zu bereiten ...
"You will not be saved by the Holy Ghost.
You will not be saved by the God Plutonium. In fact,
YOU WILL NOT BE SAVED"


Natürlich ist es ein Klischee, wenn der Junge das Mädchen bittet, mit ihm einen Horrorfilm zu besuchen. Was er in Wirklichkeit vorhat, können wir uns ja denken. Allerdings bin ich im Falle der "Fürsten der Dunkelheit" von diesem Klischee selbst betroffen, muss aber zugeben, dass der Film bei mir an erster Stelle stand und das Mädchen erst an zweiter. Gut, ich war sechzehn, da macht man noch kleinere Fehler. (Später macht man größere.) Schön, sie hat sich nicht beschwert, nicht sehr wenigstens. Aber Leute, es war ein Carpenter!


Der erste richtige Carpenter im Kino seit Interner Link"Das Ding aus einer anderen Welt", und an das hätte mich wohl niemand ernsthaft rangelassen, so mit ca. elf Jahren. Und was soll ich sagen? Der Film war einfach wunderbar! Einer der besten, die er gedreht hat und immer noch ein stimmiges Beispiel für Atmosphäre und subtiles Grauen. Carpenter benutzt über weite Strecken des Films das Motiv des Closed-Rooms, d. h., dass einige Menschen auf begrenztem Raum eingeschlossen sind (zunächst das Haus, später einige Zimmer) und diese Enge ihr Tun und Handeln bestimmt. Das bewirkt einen Konzentrationsprozess auf das Wesentliche und baut Spannung auf, denn wo wenig Platz, da auch kaum Entkommen. Der Zuschauer ist somit richtiggehend mit eingesperrt, wenn der Teufel persönlich aus seinem Gefängnis entweicht.


Diese Prämisse hat mich ob ihrer Unüblichkeit ebenfalls immer fasziniert, das Böse als eine Flüssigkeit zu sehen. Unterstützend dazu einige gewagte, nur halb angerissene Thesen über Jesus und die Kirche, die vermutlich gotteslästerlich genug waren, um Protest hervorzurufen. Im Nachhinein wirken diese Brocken wie Appetithappen, man will unbedingt mehr erfahren, doch Carpenter bleibt lieber beim zentralen Konflikt: dem Kampf der Studentengruppe gegen das 10-Negerlein-Prinzip und bei dem in seinem Glauben schwankend gewordenen Donald Pleasence, der jedem kleinen Part Seele einhauchen konnte.


Rückblickend würde ich heute sogar auf eine andere Gewichtung plädieren, lässt doch schon der Anfang (die sich sammelnden Insekten, die verblassende Sonne, die leicht zu beeinflussenden Obdachlosen) das Wasser im Mund zusammenlaufen. Aber wir müssen akzeptieren, wie der Meister sich entschieden hat, und dabei bleibt es. Egal, Stoff für Gedanken gibt eh genug und beim Showdown sorgt er sogar für einige Prisen skurrilen Humor, wo sonst der pure Ernst vorherrschte.


Drei Beispiele für schieren Terror seien mir aber noch vergönnt: der geniale Einfall mit den Traumvideosequenzen, der jeden Zuschauer wild machen kann, weil man die Aufnahme nie bis zum Ende sieht; die mechanisch klingende Warnung des Studenten auf dem dunklen Hof, der darob zu einer riesigen Masse Käfer zerfällt sowie die gekreuzigte, weiße Taube. Schön düster und minimalistisch auch diesmal die Musik des Meister persönlich, und wenn es um Effekte geht, so ist Carpenter der Regisseur, der wenig wirklich zeigt, aber damit eine Wirkung erzielt, als hätte man viel mehr gesehen. Trotzdem ist "Prince of Darkness" noch einer seiner härteren Filme. Auf dem Schauspielsektor sei noch gesagt, dass die Alten hier die Jungen glatt an die Wand spielen. Pleasence und Wong sind unwiderstehlich, da kommt nur Dennis Dun in der Comedy-Rolle ein wenig mit, während die jungen Hauptakteure kaum Gelegenheit haben, sich zu profilieren, obwohl sie ständig im Bild sind ...


John Carpenters Klassiker erschien 1987 unter dem Titel "Die Fürsten der Dunkelheit" gekürzt und mit einer Freigabe ab 16 Jahren auf Videokassette und wurde 1995 in der ungekürzten, britischen VHS-Fassung indiziert. Dabei waren die 29 fehlenden Sekunden nichts, was einem Alpträume bescheren würde, was die BPjS damals natürlich komplett anders sah. Ungekürzt durfte man Carpenters Horrorfilm erst durch die unzensierte Kinowelt-DVD offiziell in Deutschland genießen und nach erfolgreicher Listenstreichung auf Antrag von Studiocanal (ehemals Kinowelt) und Neuprüfung darf der Film jetzt ab 16 Jahren in seiner ungekürzten Fassung genossen werden.


Die diesem Test vorliegende Blu-ray wartet mit einem stimmigen HD-Transfer auf, der durch seine natürlichen wie frischen Farben und seinem ausgewogenen Kontrast überzeugt. Der Schwarzwert ist satt und kräftig und es wird durchweg eine (sehr) gute Plastizität geboten, die vor allem in den Tageslichtaufnahmen ihren Höhepunkt findet. Aber selbst in den meist sehr dunklen Szenarien wirkt das Bild gut ausbalanciert und lässt kaum Details vermissen oder Unschärfen erkennen. Die Schärfe ist sehr gut und Nahaufnahmen offenbaren sehr viele Details. Da trüben kleinere, etwas weicher wirkende bzw. unschärfere Einstellungen den Eindruck nicht im geringsten und sind auf die Produktion zurückzuführen. Defekte und Verschmutzungen fallen nicht auf und selbst das Filmkorn ist im natürlichen Rahmen zu beobachten.
Etwas merkwürdig ist allerdings die nicht immer ganz sauber arbeitende Kompression, die auf homogenen Flächen für leichte Unruhen und Blockbildung sorgt, was auf ein nicht ganz sorgfältiges Encoding schließen lässt. Der Bildstand könnte zudem ruhiger sein, fällt aber eigentlich nur in den ersten paar Minuten störend auf. Im weiteren Verlauf muss man sich schon stark konzentrieren, um den etwas unruhigen Bildstand wahrzunehmen. Insgesamt ein sehr schöner Transfer mit kleinen Schönheitsfehlern und eine enorme Steigerung zur alten DVD-Auflage.



(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die deutsche DTS-HD Master Audio 2.0-Stereospur klingt gut aufgeräumt und überzeugt mit einem satten und klaren Klang. Der fantastische Score von John Carpenter wird sehr druckvoll wiedergegeben und selbst die Nebengeräusche kommen schön zur Geltung. Auch die Balance zwischen Geräuschkulisse und Dialoge fällt sehr natürlich aus und die Stimmen werden klar und sauber wiedergegeben, ohne zu verzerren oder zu zischeln. Auch der englischsprachigen HD-Stereo-Mix klingt gut, neigt aber dazu, die Stimmen im Hochtonbereich teilweise etwas unsauber wiederzugeben. Ansonsten ebenfalls ein sehr guter Mix, der im Musikbereich nochmal deutlich mehr Druck versprüht und um einiges kraftvoller klingt als die deutsche Tonspur. Optional lassen sich deutsche und englische Untertitel hinzuschalten.


Als Bonus gibt es neben einem Trailer eine Trailershow mit weiteren Ausschnitten aus Studiocanal-Veröffentlichungen und noch einen sehr informativen und zudem deutsch untertitelten Audiokommentar von Regisseur John Carpenter und Darsteller Peter Jason. In dem sympathischen Kommentar gehen beide sehr ausführlich auf die Produktion ein, nehmen sich viel Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen und haben immer noch genug Zeit über Musik, Effekte und die Darsteller zu sprechen. Wie immer ein Carpenter-Kommentar, den man gehört haben muss.


"Prince of Darkness" war damals kein großer Erfolg in den Kinos, obwohl ich glaube, dass er es mehr als verdient gehabt hätte. Trotzdem kribbelt's mich immer noch bei Begutachtung ausschließlich im abgedunkelten Zimmer. Die vorliegende StudioCanal-Scheibe bringt Carpenters Klassiker erstmals in einer sehr guten Qualität nach Deutschland. Das Bonusmaterial könnte zwar umfangreicher sein, und im September erscheint in den USA von Shout Factory eine Collector's Edition mit exklusiv produziertem Bonusmaterial, jedoch spricht insgesamt nichts gegen diese Veröffentlichung. Ausgeliefert wird die Disc in einem schwarzen SeastoneCase mit O-Card Schuber (nur limitierte Erstauflage) und FSK-Wendecover.


Film+++++/
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++----


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Fürsten der Dunkelheit, Die
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