Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA, CZ 2009
Originaltitel:G.I. Joe: The Rise of Cobra
Alternativtitel:G.I. Joe
aka. G.I. Joe - Geheimakte Cobra
Länge:117:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Stephen Sommers
Buch:Stuart Beattie, David Elliot, Paul Lovett
Kamera:Mitchell Amundsen
Musik:Alan Silvestri
SFX:Stan Winston Studio
Darsteller:Adewale Akinnuoye-Agbaje, Christopher Eccleston, Joseph Gordon-Levitt, Lee Byeong-heon, Sienna Miller, Rachel Nichols, Ray Park, Jonathan Pryce, Saïd Taghmaoui, Channing Tatum, Arnold Vosloo, Marlon Wayans
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., span., franz., ital.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.), Audiodeskription für Sehbehinderte (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:14.12.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Audiokommentar von Regisseur Stephen Sommers und Produzent Bob Ducsay
  • Die Big-Bang-Theorie: Das Making of von "G.I. Joe" (29:34 Min., 1080i)
  • Next-Gen-Action: Die erstaunlichen Effekte und das Design von "G.I. Joe" (21:04 Min., 1080i)
  • Hi-Def exklusiv: Flyer: Ultimatives G.I. Joe-3D-Erlebnis
Von der ägyptischen Wüste bis unter die polaren Eiskappen muss das Eliteteam um G.I. JOE bei dieser Mission reisen. Dabei werden die brandneuesten Spionage- und Militärgeräte eingesetzt, um den korrupten Waffenhändler Destro zu bekämpfen und der immer größer werdenden Bedrohung durch die geheime Cobra-Organisation Einhalt zu gebieten - bevor die Welt im Chaos versinkt. Aus der ägyptischen Wüste über die Eisschollen am Polarkreis bis in die Strassen von Paris - das G.I. JOE-Team jagt die Verbrecherorganisation Cobra und ihre gefährliche Anführerin The Baroness (Sienna Miller) auf der ganzen Welt. Mit einer brandneuen Technologie versuchen sie die Welt in die Knie zu zwingen. Gerüstet mit den coolsten High Tech-Spielereien und -Waffen wie zum Beispiel einem Beschleunigungs-Kampfanzug ist G.I. JOE die letzte Verteidigungslinie gegen die Weltherrschaft durch Cobra.
Nicht erst seit dem katastrophalen Interner Link"Van Helsing" ist bekannt, dass man von Stephen Sommers keine Substanz im Kino erwarten darf. Der Mann ist schlicht und ergreifend dazu geeignet, sich eines Themas anzunehmen, es zu verwursten, modern mit Humor aufzupeppen, als Bombast alles mit extrem groben PC-Effekten zuzuspachteln und zu hoffen, dass bei dem ganzen Drive das bitte niemand merkt, weil alles so schnell geht. Damit ist er zwar extrem teuer, entspricht aber wohl in den leicht perversen Hirnen von Produktionsfirmenheinis als Musterschüler für das sommerliche Blockbusterkino – nicht zuletzt haben seine beiden Mumienfilme kräftig Kasse gemacht und auch der von so ziemlich jedem niedergeknüppelte Horror-Beitrag spielte noch einen Batzen Geld ein. Wo Event draufsteht, muss man eben noch mehr falsch oder doch eher was richtig machen, bis einen das Publikum mit der Ignoranz straft, auf der es im Kinosessel Platz genommen hat.


Sommers nahm eine lange Auszeit nach dem Kreativflop Interner Link"Van Helsing", aber mittels "G.I. Joe" war er mit der zweiten Hasbro-Spielzeug-Realfilmproduktion des Sommers 2009 (ja, der war ... beabsichtigt ... oder so ...) unterwegs, die Kinokassen im Sturm zu erobern. Bei dem Mega-Erfolg des Michael Bay-Films (die Rede ist von Interner Link"Transformers 2"), war da natürlich kaum mehr als eine ehrenhafte Silbermedaille zu holen, aber was den Vergnügungsfaktor angeht, hat Sommers seiner erfolgreicheren Konkurrenz einiges voraus: er kann das Thema offenbar wie so ziemlich alles nicht ernst nehmen und inszeniert es gewohnt stillos so, wie ein Toy-Movie es verdient: als albernen Kinderfilm mit Erwachsenentouch.


Während der Interner Linkzweite Transformersfilm im seelenlosen Overkill nie vergaß, auch noch das angestrengte Bemühen um witzige Unterhaltung in den Film zu pressen (was bei extremer Überlänge total misslang), nimmt Sommers' Crew den Film zu keiner Phase ernst. Hier soll es schnell, bunt, laut und aufwendig zugehen. Viele Figuren, viele Fahrzeuge, viele Waffen, kuriose Erfindungen, das muss alles untergebracht werden. Identifikationsfiguren bleiben da Nebensache, weswegen man die Hauptrolle auch ganz gut dem mimisch beeinträchtigten Channing Tatum geben kann, der immerhin ganz knuddelig schauen kann, sogar wenn er böse schaut. Neben ihm steht meistens Marlon Wayans, der als Schwumpel (schwarzer Kumpel) für die lockeren Sprüche zuständig ist und es hier endlich mal schafft, dem Zuschauer nicht nach drei Sätzen auf den Anker zu gehen.


Beide poltern nach allerlei Krawumm bei der Eliteeinheit "G.I. JOE" herein, die noch mehr ganz dolle Typen im Angebot haben, die man gut vermerchanisen kann: da ist aus Interner Link"Lost" der verstorbene Mr. Eko (den richtigen Namen spare ich mir, bis ich eine Sekretärin finanzieren kann) als Muskelberg; Ray Park aus Interner Link"Star Wars: Episode 1" macht sich unter einer Maske als furioser Schwertkämpfer Snake Eyes mal wieder unkenntlich, Rachel Nichols sorgt für eine knuffige Scarlett und Dennis Quaid lässt sich als General Hawk zu einem erweiterten Cameo herab. Gemeinsam tritt man u.a. an gegen einen De-Luxe-Mad-Scientist, dargestellt vom wieder mal extrovertierten Joseph Gordon-Levitt, einen Asiaten namens "Stormshadow", Sienna Miller ganz in knackiger Lederuniform und Ex-Wishmaster-Spezi Arnold Vosloo als erzböser Zartan (aha!).


Worum es geht, ist eigentlich Nebensache (Sprengsätze mit metallzerfressenden Naniten), hauptsache man kann Paris und den Eiffelturm in Schutt und Asche legen und am Ende im besten over-the-top-Bond-Style eine Arktisfestung unter dem ewigen Eis platt machen. In den Mix wandert natürlich noch eine tragische Liebesgeschichte und eine ewige Rachegeschichte zwischen zwei der Kämpfer (einer trägt weiß, der andere schwarz, wie subtil ...), aber dann kracht und rummst es wieder nach Herzenslust, Hasbro zeigt seine Produkte (die wie üblich mies getrickst sind) und auch sonst hängt über der ganzen Militärverherrlichung samt Komplettverzicht auf menschliche Kollateralschäden der knusprig morbide Duft der Gewaltverherrlichung zu Unterhaltungszwecken, solange der Planet nur gerettet wird. Pausen kommen da nicht auf, alles soll ein Riesenspaß sein und wenn man sich dem nicht total verweigert (was durchaus berechtigt wäre), dann feiert man einfach mit und staunt nicht schlecht, wie mies man teilweise 175 Millionen Dollar aussehen lassen kann und welchen Trashfaktor es deswegen abzufeiern gilt.

Überraschend dabei ist übrigens, dass der Film dahingehend angelegt ist, die üblichen Superschurken aus der Joe-Menagerie im Laufe des Films erst langsam zu schaffen, sie zu etablieren, dann gegen Ende wie weilend in Interner Link"X-Men" einzukasteln und dennoch mit einem finsteren Plan zu enden, der mit der Dampframme auf Fortsetzung eingeschweißt ist – ein gewisses Risiko für so eine wilde Kasperei, aber dennoch irgendwie mutig ...


Der HD-Transfer stammt aus dem Jahre 2009, zählt aber zu einen der besten im Blu-ray-Bereich. Das MPEG-4 kodierte Bild zeigt ein permanentes, jedoch feines Filmkorn, welches keinen negativen Einfluss auf die Bildqualität hat. Die Schärfe ist weitgehend gut und nur wenige Aufnahmen wirken etwas weicher, was sich auf sich Effektshots und verwackelete Actionszenen beschränkt. Ansonsten ist die Detailwiedergabe gut und nur in dunkleren Sequenzen neigen Details etwas dazu abzusaufen. Dafür ist der Schwarzwert sehr gut und der Kontrast liefert gute, aber auch leicht überhöhte Werte. Die Farben wirken sehr kräftig und satt, mit der Tendenz zur leichten Übersättigung. Das Resultat ist ein sehr plastisches Bild mit einer guten Tiefenwirkung. Die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Der Soundmix wirkt satt und kräftig aus. Trotz stark komprimierter deutscher 5.1-Tonspur klingt der Ton sehr fett und bietet eine große Anzahl von direktionalen Effekten mit aggressivem und wuchtigen Tiefenbass. Hinzu kommt eine sehr gute Räumlichkeit, die durch den permanenten Einsatz der Effektlautsprecher für Score und Nebengeräusche erzeugt wird. Leider kränkelt die Balance etwas unter dem Soundgetümmel, wodurch Dialoge teilweise in den brachialen Actionszenen unter gehen, insgesamt aber gut zu verstehen sind. Hinzu kommt eine deutlich eingeschränkte Detail-Wiedergabe, die im englischsprachigen Original besser ausfällt. Die HD-Tonspur klingt präziser und stimmiger als das deutsche Pendant. Dialoge wurden besser ausbalanciert und die Actionsequenzen klingen ebenfalls sehr wuchtig, brachial und räumlich. Optional gibt es diverse Untertitel.


Beim Bonusmaterial herrscht einmal mehr Sparflamme, aber zumindest ein deutsch untertitelter Audiokommentar mit Regisseur Stephen Sommers und Produzent Bob Jucsay gewährt einen etwas tieferen Einblick in die Entstehung von "G.I. Joe". Hier werden die wichtigsten Produktion-Aspekte durchleuchtet und auf Darsteller und Effekte eingegangen. Die videobasierten Extras liegen in 1080i vor und machen den Anfang mit dem einfachen Making of "Die Big-Bang-Theorie: Das Making of von G.I. Joe", welches innerhalb von 29 Minuten nebst vielen Kommentaren der Darsteller und Macher auch einen kleinen Rückblick auf die "G.I. Joe"-Spielzeug-Reihe wirft und Ausschnitte früherer Werbespots, Cartoons und Comics zeigt. Im 21minütigen "Next-Gen Action" bekommt man zusätzlich Infos zu den Effekten und dem Film-Design. Ein weiteres Featurette kann mittels URL auf einem beiliegendem Flyer aufgerufen werden. Hier müsst ihr den Flyer in die Webcam halten, um das "Interaktive G.I. Joe 3D-Erlebnis" freizuschalten. Inhaltlich ist es allerdings belanglos ...


Was fehlt (neben Plot, Tiefe, Charakteren und Spannung), ist leider eine ausgeprägt eigene Handschrift, aber die monolithischen Semidialoge unterlaufen mit dermaßen viel gewollter Härte und Pathos jegliche Seriosität, dass man schon sehr feinsinnig justiert sein muss, um sich dabei nicht mit drei Bier zu bewaffnen. Und weil knapp zwei Stunden Dauerpower genügen, ist das Gezuppel samt Optikfilter genau dann vorbei, wenn die Aufmerksamkeitsspanne für so einen herrlich hohlen Blödsinn erreicht ist. Irgendwie kann man Sommers nicht böse sein, dass er eigentlich nichts kann – genau das setzt er so entwaffnend in Szene, dass sich das wie warme Semmeln verkaufen müsste. Technisch kann die Blu-ray überzeugen und wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


Film+++/--
Bild+++++-
Ton+++++/
Bonus++----


Druckbare Version
G.I. Joe - Die Abrechnung (Extended Cut)
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.