CAN, USA 2013
Originaltitel:G.I. Joe: Retaliation
Alternativtitel:G.I. Joe 2
Länge:123:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jon M. Chu
Buch:Rhett Reese, Paul Wernick
Kamera:Stephen F. Windon
Musik:Henry Jackman
SFX:Industrial Light & Magic, Michael Brako
Darsteller:Dwayne Johnson, Jonathan Pryce, Lee Byeong-heon, Elodie Yung, Ray Stevenson, D.J. Cotrona, Adrianne Palicki, Channing Tatum, Ray Park, Luke Bracey, Walton Goggins, Arnold Vosloo
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:2,40:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., span., ranz., ital.), Dolby TrueHD 7.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:01.08.2013 (Kauf)
Bonus:
  • G.I. Joe: Deklassifiziert:
    • Mission Briefing (10:02 Min., 1080p)
    • Zwei Ninjas (7:34 Min., 1080p)
    • Cobra greift an (8:57 Min., 1080p)
    • Die einsamen Soldaten (7:34 Min., 1080p)
    • Das Kloster (9:56 Min., 1080p)
    • Fort Sumter (12:09 Min., 1080p)
  • Entfernte Szenen (03:59 Min):
    • Anschlag auf den pakistanischen Präsidenten (1:01 Min., 1080p)
    • Interna (0:54 Min., 1080p)
    • Arlington (1:58 Min., 1080p)
Cobra mag geschwächt sein, besiegt ist die Organisation aber noch lange nicht. Bei einem Großangriff gelingt es, in einem Streich fast sämtliche Mitglieder der Sondereinheit G.I. Joe auszulöschen und die Überlebenden zu diskreditieren. Der U.S.-Präsident wird durch einen Doppelgänger ersetzt und der Cobra Commander trotz bester Bewachung befreit. Die verbliebenen Joes um Roadblock suchen Zuflucht bei dem originalen Joe, der seinen Waffengefährten bei der Vereitelung von Cobras Plänen beisteht ...
Interner Link"G.I. Joe" spülte 2009 durchaus Geld in die Kassen, schrieb mit seinem exorbitanten Budget von 175 Millionen Dollar trotzdem rote Zahlen - einer der Gründe, warum so einiges an der Fortsetzung geändert wurde, die außerdem noch einige Nachdrehs über sich ergehen lassen musste und deshalb verschoben wurde. Gerüchten zufolge war vor allem Channing Tatums Rolle der Grund dafür: Mit Interner Link"G.I. Joe" und Co. war er nicht zum Kassenmagneten geworden, kurz vorm geplanten "G.I. Joe 2"-Start hatte er dies mit "21 Jump Street", "The Vow" und "Magic Mike" allerdings geschafft. Captain Duke Hauser (Channing Tatum) sieht man nach einer Mission der G.I. Joes zu Beginn des Films mit seinem Kumpel Roadblock (Dwayne 'The Rock' Johnson) daheim herumalbern. Zuvor schon soll ein Intro kurz das Verbleiben diverser Teammitglieder und Cobra-Terroristen erklären. Auf die Abwesenheit von Leuten wie Ripcord, Baroness, Scarlett und Heavy Duty wird gar nicht oder am Rande eingegangen. Auch der in Interner Link"G.I. Joe" noch als potentieller Sequelschurke aufgebaute Doctor wird gar nicht erwähnt – vermutlich weil Joseph Gordon-Levitt gerade gut mit Hauptrollen in prestigeträchtigeren Filmen wie "Inception" und Interner Link"Looper" beschäftigt ist und nebenbei mit "Don Jon" sein Regiedebüt vorlegte.


Zusammen mit Lady Jaye (Adrienne Palicki), Flint (D.J. Cotrona) und dem Rest der G.I. Joes brechen Duke und Roadblock auf, um Atomwaffen aus der Hand von Terroristen zurückzuerobern. Doch sie ahnen nicht, dass der amerikanische Präsident (Jonathan Pryce) durch den Cobra-Agenten Zartan (Arnold Vosloo) ersetzt wurde, der durch Nanobot-Technologie dessen Aussehen annahm. Zartan schiebt den Joes Landesverrat in die Schuhe, ernennt Cobra-Truppen zur neuen Eliteeinheit Amerikas und lässt das Team durch einen Hubschrauberangriff fast vollständig auslöschen. Man hatte gemunkelt, dass Tatums Figur hier sterben würde und man seine Rolle wegen des Star-Status bei den Nachdrehs ausbaue – letzteres mag passiert sein, doch Duke erwischt es tatsächlich. Die (wahrscheinlichen) Zusatzszenen kommen dem Film sogar zugute, geben sie Roadblock doch ein Mindestmaß an Charakterisierung, wo doch fast jede Figur nur als guter oder böser Krieger ohne Privatleben definiert ist. Die überlebenden Joes fassen einen Entschluss: die Hintermänner aufspüren, die Verschwörung aufdecken und die Verantwortlichen töten! Verbündete sind jedoch rar, Snake Eyes (Ray Park) ist untergetaucht und die Auslöschung der G.I. Joes ist nur der erste Schritt in einem perfiden Plan der Cobras ...


Sieht man von dem holprigen Übergang einmal ab, beginnt "G.I. Joe 2" gar nicht mal schlecht. Der als 3D-Experte bekannte Jon Chu sorgt für plastische, gut aussehende Bilder, die den Film vielleicht nicht weiter bringen, aber durchaus chic anzuschauen sind. Man muss sich freilich damit abfinden, dass der Film flach ist, wesentlich patriotischer als der Vorgänger daherkommt, in dem die Joes noch als globale Truppe und nicht als reine U.S.-Einheit auftraten, und es mit den Charakterisierungen nicht weit her ist. Vor allen in der zweiten Film Filmhälfte sind einige Versuche von Tiefgang, etwa wenn es einen Moment von Nähe zwischen Jaye und Flint gibt oder das Verhältnis von General Joe Colton (Bruce Willis) zu Lady Jaye angerissen wird (wobei sich jeder Depp die achso überraschende Enthüllung am Ende denken kann), recht holprig, bemüht, ja fast schon unfreiwillig komisch.


Doch zurück zum Auftakt: "G.I. Joe 2" bietet gerade in der Anfangsphase dynamisch inszenierte Action, die sich weitaus weniger auf CGI verlässt und besser getrickst ist als der Vorgänger. Egal ob Atomwaffenwiederbeschaffung in einer Fabrik, Helikopterangriff auf die Joes und der Überfall auf ein Gefängnis: Hier ist mitreißender, leinwandfüllender Krawall angesagt, stark inszeniert und nur da mit dem Computer getrickst, wo nötig. Später wird es auch hier durchwachsener: Wenn Snake Eyes Storm Shadow (Byun-hung Lee) in seiner Festung in Bergnesien oder wo auch immer aufspürt, dann gibt es innerhalb des Gebäudes brachiale, wunderbar choreographierte Nahkämpfe, drumherum over-the-top-Kämpfe an den Steilwänden des Gebirges, die leider jegliche physikalische Glaubwürdigkeit fahren lassen, Schauwerte bieten, aber zu unrealistisch sind. Der Showdown hingegen ist inszenatorisch besser, schaltet aber nie auf Vollgas, zerfällt in lauter Einzelgefechte und vernachlässigt einige Helden, vor allem Snake Eyes, extrem, weshalb das Finale gemischte Gefühle hervorruft.


Die zweite Hälfte ist sowieso das Problem des Films: Nach einem recht flott durchgezogenen Beginn zersplittert der Film in lauter Handlungsfäden, denen man die Bemühungen anmerkt, bestimmte Dinge noch im Film unterzubringen, beispielsweise die Integration des Bruce-Willis-Charakters. Es häufen sich jedoch die Faux Pas: Wenn Snake Eyes auftaucht, muss ein blinder Meister (RZA) kurz irgendwelche Monologe einsalbadern, die z.B. erklären, dass Jinx (Elodie Yung) Storm Shadows Cousine ist und zehn Meter gegen den Wind nach billigem Drehbuchtrick stinken. Ganz besonders peinlich wird dies in einer Szene, in der jemand erst aufwändig zum Meister gebracht wird und dann mittels einer kurzen Erklärung kurzfristig zum Verbündeten der Joes umgedreht wird.


Die Pläne Cobras sind einfach (Weltherrschaft, was sonst?), wobei der Film ähnlich wie der Vorgänger mit seinem Konzept des Krieges ohne Opfer verärgert: Wo man bei Bay, Emmerich und Co. zumindest kurz die tödlichen Folgen von massiver Zerstörung sieht, da ist hier sauberes Massensterben angesagt – allenfalls beim Massaker an den Joes sind man Sekundenbruchteile von Heldentoden und nachher ein paar adrett platzierte Leichen in der Wüste. Für die Umlauffetischisten im amerikanischen Publikum steht an den Toren eines deutschen Gefängnisses "HÄLT" anstelle des korrekten "HALT", Ironie sucht man trotzdem, abgesehen von einer Szene mit Duke und Roadblack beim Ballerspielezocken, vergeblich. Und das ist schade, denn Potential hat der Film, das immer wieder zu sehen ist, vor allem bei der illustren Fieslingsriege, die aber nur teilweise von der Leine gelassen wird.


Doch in solchen Momenten zeigt sich das volle Potential des Films: Ray Stevenson als Schurke Firefly ist ein Ausbund an Charisma, Jonathan Pryce geht als Doppelgänger-Präsident in seiner Rolle auf und Byung-hun Lee als böser Nahkampfexperte geht auch in Ordnung. Kaum Eindruck dagegen schindet Luke Bracey als Stimme des Cobra Commander. Absolut fantastisch ist auch die Rolle von Interner Link"The Shield"- und "Justified"-Star Walton Goggins als Gefängnisdirektor, während unter den Helden vor allem Dwayne 'The Rock' Johnson für sich einzunehmen weiß. Adrianne Palicki und Elodie Yung schlagen sich okay als Östrogen-Zusatz zum Testosteron-Gebräu, mehr aber auch nicht, D.J. Cotrona hat zwar nominell eine Hauptrolle, bleibt aber so blass wie der dritte Statist von links, während Channing Tatums ironische Nebenrolle den Film etwas aufwertet. Und dann ist da noch Bruce Willis, der derzeit anscheinend nur noch Elan beim Rumhängen mit den Jungs (Interner Link"The Expendables"-Franchise) oder in ambitionierteren Projekten ("Moonrise Kingdom", Interner Link"Looper") zeigt, hier dagegen auf Autopilot für den Gehaltsscheck spielt und der Franchise im Gegenzug seinen zugkräftigen Namen bei verhältnismäßig wenig Screentime leiht.


Die Action von "G.I. Joe 2" ist gar nicht mal schlecht und vor allem in der ersten Hälfte erweist sich der Film als flaches, aber druckvolles Krach-Bumm-Spektakel für kleine Jungs und das Kind im Manne. In Hälfte zwei raubt allerdings ein faseriges Drehbuch viel vom Spaß an einem Film, der einige Schwächen des Vorgängers ausbügelt, dafür an anderen Stellen bisher ungekannte Probleme hat. Als anspruchsloses Krawallkino durchaus nett, tiefgründige Figuren hatte man bei einer Verfilmung patriotisch-militaristischen Kinderspielzeugs eh nicht erwartet, aber auf den nächsten Glückstreffer wie bei Interner Link"Transformers" wartet man im Hause Hasbro immer noch.


Paramount veröffentlicht "G.I. Joe 2" auf Blu-ray in der 10 Minuten längeren Extended Cut-Fassung, die es leider nicht schafft, die Mängel der Kinofassung auszubügeln. Dafür ist die HD-Präsentation des Filmes umso besser. Die Schärfe ist sehr gut und das Bild zeigt sich detailliert und plastisch. Der Kontrast arbeitet sehr ausgewogen und trumpft mit einem sehr ausgeprägten und satten Schwarzwert auf. Die Farben wirken zudem sehr satt und kräftig und insgesamt hinterlässt das Bild einen tiefen, brillanten Eindruck. Nur wenige Sequenzen wirken etwas weicher und weniger detailliert. Dafür ist das Bild frei von Störungen, und Bildrauschen ist ebenfalls nicht auszumachen. Die Kompression arbeitet zudem ruhig im Hintergrund und auch sonst zeigen sich keine sonderlich ausgeprägte Mängel.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beim Ton werden die Boxen mächtig beansprucht, wobei es für Synchronliebhaber abermals ein Faustschlag ist, dass die deutsche Tonspur lediglich im schnöden Dolby Digital 5.1-Mix vorliegt. Gerade mal 640kbps beträgt die Datenrate und stinkt gegenüber der Dolby TrueHD 7.1-Tonspur der englischsprachigen Fassung gehörig ab. Trotzdem klingt die deutsche Tonspur sehr weiträumig und erzeugt eine gelungene Surround-Atmosphäre mit vielen direktionalen Effekten und einer feinen Detailwiedergabe. Der Subwoofer bekommt ordentlich Arbeit und sorgt für einige brachiale und dynamische Momente. Leider überzeugt die Balance nicht immer und so müssen sich die Dialoge den massiven Surroundeffekten und der Filmmusik unterordnen. Das ist im Original-Mix zum Glück anders. Hier klingt der Mix nicht nur präziser und dynamischer, sondern kommt auch mit einer viel feineren Balance aus. Ansonsten ist der Unterschied zwischen beiden Sprachfassungen gar nicht so immens groß und trotz einer stark eingeschränkten 5.1-Abmischung sorgt die deutschsprachige Fassung für viel Druck im Wohnzimmer. Doch bei einer Blu-ray erwartet man einfach eine HD-Abmischung, alles andere ist nicht zeitgemäß.


Was sich Paramount wohl beim Bonusmaterial gedacht hat? Die hier vorliegende Single-BD des Extended Cuts behält zwar zwei Featurettes, jedoch wurde der Audiokommentar nur für die Kinofassung eingesprochen und ist nur auf der DVD zu finden, die beim 3-Disc-Set mit der 3D-Fassung des Films enthalten ist. Auf dieser befinden sich noch drei weitere kurze Featurettes. Das Bonusmaterial auf der Disc liegt in HD vor und wurde deutsch untertitelt. Den Anfang macht die 56minütige, umfangreiche Dokumentation "G.I.Joe: Deklassifiziert", die auf verschiedene Aspekte der Produktion eingehht. Der Fokus liegt auf der Umsetzung der aufwendigen Actionszenen und Macher und Darsteller kommen zu Wort. Zudem gibt es drei entfernte Szenen, die es selbst nicht in den Extended Cut geschafft haben. Das alles ist im Großen und Ganzen sehr unbefriedigend für den Filmfan. Man merkt, dass die Labels nicht mehr so spendabel sind, um ein 2-Disc-Set auf den Markt zu werfen, damit die deutsche Tonspur in HD vorliegen kann und das Bonusmaterial vollständig ist. Das könnte in Zukunft noch viel schlimmer werden, gerade wenn man sich den enormen Preisverfall und die mangelnde Qualität vieler HD-Transfers ansieht.


Das Bild überzeugt, der Ton ist wuchtig, doch es fehlt ein deutscher HD-Mix. Das kastrierte Bonusmaterial ist zumindest sehenswert und unterhaltsam. Des Weiteren wird die Disc mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert. Schade nur, dass aus "G.I. Joe - Die Abrechnung" kein richtiger Kracher geworden ist.


Film+++---
Bild+++++/
Ton+++++-
Bonus++----



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