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USA 2012
Originaltitel:Bullet to the Head
Alternativtitel:Headshot
aka. Jedna mezi oči
Länge:91:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Walter Hill
Buch:Alessandro Camon, Alexis Nolent
Kamera:Lloyd Ahern II
Musik:Steve Mazzaro
SFX:Glenn Richard Côté
Darsteller:Sylvester Stallone, Jason Momoa, Christian Slater, Sarah Shahi, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Sung Kang, Jon Seda, Holt McCallany, Weronika Rosati, Beau Brasseaux, Jackson Beals, Dominique DuVernay
Vertrieb:Constantin Film
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD High Resolution 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:08.08.2013 (Kauf)
Bonus:
  • 8seitiges Booklet
  • Trailer beim Start der Disc: "Parker" (1:58 Min., 1080p)
  • Bullet Featurette (9:20 Min., 1080p)
  • Blick hinter die Kulissen (12:29 Min., 1080i)
  • Interviews:
    • Sylvester Stallone (James Bonomo) (12:22 Min., 1080i)
    • Sung Kang (Taylor Kwon) (2:56 Min., 1080i)
    • Sarah Shahi (Lisa Bonomo) (2:32 Min., 1080i)
    • Jason Momoa (Keegan) (2:44 Min., 1080i)
    • Christian Slater (Marcus Baptiste) (3:14 Min., 1080i)
    • Jon Seda (Louis Blanchard) (2:13 Min., 1080i)
    • Holt McCallany (Hank Greely) (2:09 Min., 1080i)
    • Walter Hill (Regie) (8:27 Min., 1080i)
    • Allesandro Camon (Drehbuch) (1:12 Min., 1080i)
    • Alexis Nolent (Produzent) (1:09 Min., 1080i)
    • Alexandra Milchan (Produzentin) (1:58 Min., 1080i)
    • Kevin King-Templeton (Produzent) (1:13 Min., 1080i)
  • Deutscher Trailer (1:42 Min., 1080i)
  • Originaltrailer (1:42 Min., 1080i)
  • DVD/BD-Empfehlung: "Resident Evil: Retribution" (2:15 Min., 1080i)
  • Trailershow
    • Movie 43 (2:32 Min., 1080p)
    • Die drei Musketiere (2:08 Min., 1080p)
    • Agent Ranjid rettet die Welt (1:55 Min., 1080p)
    • So Undercover (2:09 Min., 1080p)
    • Krieg der Götter (2:06 Min., 1080p)
James Bonomo, besser bekannt als "Jimmy Bobo" ist ein gefürchteter Auftragskiller in New Orleans. Sein Prinzip: Töte niemals einen Unschuldigen. Als aber genau aus diesem Grund ein Zeuge überlebt, muss ausgerechnet Jimmys junger Partner dafür mit seinem Leben bezahlen. Zeitgleich trifft Detective Taylor Kwon aus Washington ein, um einen alten Fall aufzurollen. Als er ebenfalls seinen Kollegen ermordet vorfindet, steht für das Police Department von New Orleans schnell fest, dass nur Jimmy als Hauptverdächtiger für diese Tat infrage kommen kann. Die fieberhafte Suche nach Hinweisen zu den wahren Tätern zwingt Jimmy und Kwon schließlich zur Zusammenarbeit. Auf ihrem Weg zu Recht und Vergeltung treffen die beiden auf zwielichtige Gestalten und blicken hinab in tiefste Abgründe, die bis in die höchsten Behördenkreise reichen.
Seit dem Produktionsdebakel von "Supernova" war es im Kino still um Walter Hill. Doch als Regisseur von "Bullet to Head", produziert von der Dark Castle-Schmiede, meldet sich der Action-Altmeister zurück. Und tatsächlich erweist sich "Bullet to the Head" von Anfang an als Film Walter Hills: Bluesmusik untermalt die schwarz-weiße Auftaktszene, in der es den ersten Einblick in ein Männerbündnis gibt. Der Auftragskiller James Bonomo (Sylvester Stallone), genannt Jimmy Bobo, rettet dem Cop Taylor Kwon (Sung Kang) das Leben, indem er jemand anderen exekutiert. Das Wie und Warum sind nicht klar, während die Stimme des gealterten Killers in diese Gangstergeschichte einführt: Ein alter Recke, so wie Regisseur Hill, Hauptdarsteller Stallone und Produzent Joel Silver. Hill und Silver haben schon oft zusammengearbeitet, Stallone noch nie mit dem Regisseur, der bereits Genregrößen wie Schwarzenegger, Willis und Bronson dirigierte. Danach geht Jimmy zum Beginn der Geschichte zurück:


James und sein Partner in Crime, Louis Blanchard (Jon Seda), erledigen den Ex-Cop Hank Greely (Holt McCallany), den früheren Partner Kwons. James lässt eine anwesende Prostituierte leben. Er ist des Tötens ähnlich müde wie die Hauptfigur von Interner Link"Assassins" und hat einen eigenen Ehrenkodex: Keine Frauen, keine Kinder. Ein typischer Actionheld, ein typischer Hill-Held. Vor allem einer, der - so verdorben sein Geschäft auch sein mag - immer noch gewisse Prinzipien hat. James Werdegang wird während des Films anhand von Fahndungsfotos, die teilweise aus früheren Stallone-Filmen stammen, ausgestellt. Ein logischer Schritt, aber auch eine nette Anspielung auf ehemalige Arbeiten. Louis wird in einer Bar von dem Killer Keegan (Jason Momoa) niedergestochen, der auch James ans Leder will, doch der setzt sich erfolgreich zur Wehr und kommt mit dem Leben davon. Kurz darauf sucht Kwon ihn auf, der die Tode von Hank und Louis in Verbindung bringt. Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, tun sich Cop und Killer zusammen ...


"Bullet to the Head" ist nicht verkrampft retro, doch klar eine Erinnerung an das Männerkino vergangener Jahrzehnte, gerade das von Hill, denn der Regisseur bleibt seinem Stil treu, sieht man von ein paar Zugeständnissen ans heutige Filmemachen (CGI-Einschüsse, orange Lichteffekte bei Überblendungen) ab. Doch es dominiert die ruhige Hand Hills, der von der Partner-, vielleicht sogar Freundschaft zweier ungleicher Männer erzählt. Beide haben ihren Kodex, Kwon arbeitet zwar mit James zusammen, lässt ihn aber wissen, dass er ihn nachher einbuchten will, während James klar macht, dass niemand ihn von seiner Rache abhält. Auf einer Meta-Ebene ist er freilich der Vertreter des alten Actionkinos, der hier den Ton angibt, während seiner jüngerer Partner noch die Tricks lernen muss, Fehler begeht und erst spät wirklich aktiv in Action sein darf. Das ist bisweilen etwas übertrieben (immerhin ist Kwon ein nicht unerfahrener Cop), nicht immer amüsant, aber doch ein netter Wink, zumal James auch die Meriten der jungen Garde (z.B. Informationsbeschaffung via Handy und entsprechender Datenbank) zu schätzen lernt.


Klassisch dagegen die Geschichte: Ein simpler, schnörkelloser Racheplot, bei dem die beiden Helden Verdächtige aufsuchen, diese ausquetschen und es danach nur noch wenige "Last Men Standing" gibt. Die meiste Zeit über hat Hill seinen sekundären Plot im Griff, erzählt seine Geschichte stimmig, atmosphärisch dicht, in eher gemächlichem Tempo, aber für High-Speed-Filme war er ja nie der Mann und "Bullet to the Head" steht diese Ruhe gut zu Gesicht. Nur gegen Ende löst sich der Film etwas auf. *SPOILER* Wenn die Hintermänner James gehen lassen wollen, Keegan dann aber ohne Grund ausrastet, seine Chefs tötet und den Showdown herbeiführt, Kwon beinahe umsonst mitgekommen wäre und nur aufgrund von Keegans Verrat aktiv werden muss, da wirkt das einfach unstimmig. *SPOILER ENDE*


Auch die Anzahl der zu überwindenden Gegner fällt im Showdown ein wenig zu übersichtlich aus. Dafür folgt "Bullet to the Head" aber sonst vorbildlich den Mustern des traditionellen Actionkinos: Die Konfrontationen werden von Mal zu Mal härter und ausgiebiger, eine Steigerung in der Action ist zu erkennen, die im Showdown kulimiert – der halt nur gerne exzessiver sein dürfte. Explosionen, blutige Schießereien und rohe Nahkämpfe hat der Film zu bieten, wobei vor allem letztere durch ihre konsequente Körperlichkeit zu beindrucken wissen. Im Showdown treffen dann die Killer mit dem Kodex aufeinander. Der alte Überlebenskünstler James und der moderne Söldner Keegan können ihr Match vom Filmanfang zu Ende bringen, archaisch mit Äxten in einem schön choreographierten Fight, der es in sich hat.
Während die Geschichte zweiten Ranges ist, interessiert sich Hill für sein Ensemble und seine Charaktere: Sylvester Stallone spielt den gealterten Recken mit großer Überzeugungskraft, einen einerseits müden Krieger, der trotzdem jederzeit wieder ins Gefecht zieht. Routiniert kommt Sung Kang daher, macht aber eine merklich schwächere Figur, während sich Sarah Shahi als toughe Frau im Macho-Universum etwas besser schlägt, aber auch etwas Raum zur Entfaltung brauchen könnte. Das Schmierlappentrio aus Christian Slater, Jason Momoa und Adewale Akinnuoye-Agbaje overactet gelegentlich, kommt aber charismatisch daher. Interessant ist jedoch vor allem die Besetzung weiterer Nebenrollen: Jon Seda, Holt McCallany und Brian Van Holt mögen keine großen Namen sein, doch sie haben einprägsame Gesichter und Profil, da haben Hill und sein Team eine gute Wahl getroffen.


Die deutsche Blu-ray erscheint ungekürzt mit einer Freigabe ab 16 Jahren und das trotz einiger wirklich derber Gewaltspitzen. Der HD-Transfer bietet eine weitgehend sehr gute Schärfe und zeigt gerade in Nahaufnahmen eine enorm hohe Detailzeichnung. Lediglich Hintergründe wirken etwas weicher bzw. tendieren leicht ins Unscharfe. "Shootout" spielt weitgehend in dunklen Szenarien und auch Tageslichtaufnahmen wurden stilistisch sehr dunkel gehalten. Der Kontrast wurde zudem etwas reduziert, ohne Details zu verdecken, wodurch die Balance stets sehr ausgewogen erscheint und der Schwarzwert satt und kräftig rüberkommt. Die Farben wirken noch sehr natürlich, auch wenn sie etwas ins Gelbgrünliche tendieren. Die Kompression arbeitet unauffällig und Bildrauschen hält sich dezent im Hintergrund.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die Soundabmischung tendiert in beiden Sprachfassungen deutlich zur Frontlastigkeit, obwohl die Surround-Kanäle immer wieder für den Score genutzt werden. Vereinzelte Effekte in den Action-Sequenzen dürfen ebenfalls für etwas Räumlichkeit sorgen. Der Bass wurde gut ins Geschehen einbezogen, lediglich im Hochtonbereich wird Potenzial verschenkt. Dialoge werden gut wiedergegeben, große Unterschiede zwischen der deutschen und englischen Tonspur sind nicht auszumachen.
Das Bonusmaterial erweist sich als sehr kurzweilig und werbelastig. Die beiden Featurettes gewähren einen klassischen Blick hinter die Kulissen, lassen die Macher und Darsteller zu Wort kommen und bieten nicht mehr Infos, als man für die Anpreisung eines Films benötig. Das gilt auch für 12 Interviews mit Produzenten, dem Regisseur und den Darstellern. Abschließend gibt es nur noch Trailer zum Hauptfilm sowie eine Trailershow mit weiteren Ausschnitten aus dem Constantin Film-Programm. Der Disc liegt zudem ein 8seitiges Booklet mit Filmografien bei.


Teilweise wirkt "Bullet to the Head" wie die Antithese des qualitativ ähnlichen, minimal schwächeren Interner Link"The Last Stand". Wo das Arnie-Vehikel modern inszeniert daherkommt und erst zum Ende richtig aufdreht, da fängt der von Hill klassisch in Szene gesetzte Stallone-Film stark an, kann aber im Abgang nicht ganz überzeugen, da der Showdown trotz des schicken Axtkampfes nicht stark genug ist. Sicher, auch hier gewinnt die Geschichte keinen Blumentopf, wird aber von Hill in gewohnt stilsicherer Weise eingefangen und als kurzweiliger Gangster-Actionreißer in Szene gesetzt. Außerdem: Der hier war nie als großer Comeback-Film angekündigt.

Technische einwandfreie HD-Umsetzung, leicht steigerungsfähig. Die Disc wird mit einem Wendecover ohne FSK-Logo ausgeliefert.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++/---


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