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ESP, USA 1987
Originaltitel:Angustia
Alternativtitel:Anguish
Länge:84:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Bigas Luna
Buch:Bigas Luna
Kamera:Josep M. Civit
Musik:José Manuel Pagán
SFX:Francisco Teres
Darsteller:Zelda Rubinstein, Michael Lerner, Talia Paul, Ángel Jovè, Clara Pastor, Isabel García Lorca, Nat Baker, Edward Ledden, Gustavo Gili, Antonio Regueiro, Joaquín Ribas, Janet Porter
Vertrieb:Sunfilm / Illusions Unltd. Films
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 Upmix (dt., engl.), Dolby Digital 2.0 Stereo (dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:kleine Hartbox
Blu-ray-Start:11.09.2012 (Kauf)
Bonus:
  • Trailer (1:06 Min., 576i)
  • TV Spots (3:02 Min., 576i)
  • Teaser (0:31 Min., 576i)
  • Interview mit dem Regisseur (22:32 Min., 576i)
  • Easter Egg
John ist verrückt nach Augen und nach seiner Mutter. Diese vermag ihn mit subtilen hypnotischen Signalen zu steuern. Als John eines Tages an seinem Arbeitsplatz in der Augenklinik von einer überempfindlichen Patientin ungerecht behandelt wird, sinnt seine Mutter auf Rache. Sie schickt ihn los zu morden und die Augen der Getöteten zu sammeln. Dies sind Szenen eines Films, den sich die beiden Schülerinnen Linds und Patty in einer Nachmittagsvorstellung ansehen. Merkwürdige Dinge ereignen sich in dem Kino, und Patty verlässt ängstlich den Kinosaal: Könnte John der Sprung aus der Leinwand geglückt sein, oder wer treibt sein Unwesen im Lichtspielhaus?
Innerhalb der ersten zwanzig Minuten wähnt man sich in einem Slasher, bei dem ein Augenarzt mit Ödipuskomplex per Hypnose mordet und Augäpfel entfernt. Bis jener Killer ins Kino geht und die zweite Ebene entsteht: Der mordende Augenarzt ist Teil eines Films, den das Publikum in einem anderen Kino verfolgt. Doch auch in jenem Kino geht ein Killer um. Was vom Einfall her echt grandios klingt, entpuppt sich als kleiner Schnarcher, der zwischenzeitlich eher nervt und keinerzeit auf den Punkt kommt.


Namen wie Zelda Rubinstein als hypnotisierende Mutter und Michael Lerner als ihr mordender Augensammler-Sohn ändern nichts an der Tatsache, wie wenig das Potential des Schreckens genutzt wird. Als Identifikationsfigur wird uns ein Mädchen präsentiert, das die meiste Zeit mehr heult als Initiative ergreift oder halbwegs logisch handelt. Auf Seiten der/des Killer/s entstehen Szenen, die in ihrer Art an eine Theateraufführung erinnern - so bemüht sind sie, um einen ernsten Gesichtsausdruck und so bemüht ist die Kamera, ihre stoischen Gesichter in Großaufnahme einzufangen.


Dabei ist es schade um die guten Ansätze, etwa, als sich Killer 1 einer Zuschauerin von hinten nähert und das Kinopublikum 2 unbehaglich reagiert und sich Vereinzelte umblicken. Von solchen Szenen hätte man sich mehr gewünscht. Momente, die die beiden Kinowelten intelligent miteinander verschmelzen lassen, finden sich leider nur selten. Das Erzähltempo ist äußerst behäbig und erzeugt Spannung nur dann, wenn auf beiden Ebenen gleichzeitig zugeschlagen wird und man im ersten Moment nicht weiß, auf welcher Ebene sich das potentielle Opfer befindet.
Allerdings finden sich auch eklatante Logiklücken. So wird "The Lost World" als Film eingebunden, dem der mörderische Augenarzt am Rande beiwohnt, das Publikum, welches eigentlich jenen mörderischen Arzt erblicken sollte, sieht zeitweise aber auch "The Lost World". Auch wird nicht klar, wie ein angebliches von innen verriegeltes Kino (auf beiden Ebenen) mühelos verlassen, beziehungsweise ohne Probleme von außen betreten werden kann. So richtig durchdacht erscheint das Skript nicht, und das äußert sich eben nicht nur auf Basis der beiden Parallelwelten.


Ganz nett sind noch einige minimale Splattereinlagen, wie Kehlenschnitte, Heraustrennen von Augäpfeln und eine Gänsehaut-Szene mit Skalpell bis kurz vor der Netzhaut im Auge, doch jene Momente wiegen ein paar nervige Hypnose-Einlagen mit sich stets wiederholenden Beschwörungsformeln nicht auf. Auch wenn dort bemüht mit visuellen Spielereien, wie Überblendungen, dem Verteilen von Licht und Schatten und leichten Farbfiltern gearbeitet wird, das wirkt wie Arthouse auf niederem Giallo-Niveau.
Während des Showdowns zeigt sich zwar noch mal, wozu die gute Grundidee imstande gewesen wäre, als beide Killer in die Bredouille geraten und auf beiden Ebenen das Publikum in Panik gerät, während der Polizeieinsatz nicht lange auf sich warten lässt, doch insgesamt vermag das kaum den Eindruck eines blassen und distanzierten Slashers auszubügeln.


Die vorliegende, auf 99 Stück limitierte kleine Hartbox von Illusions ist ein Repack der Sunfilm-Disc und deswegen absolut identisch mit dieser. Bildtechnisch hat der Transfer mit einigen Schwächen zu kämpfen und zeigt eine eher mäßige Schärfe, die nur wenige Details offenbart und insgesamt einen sehr weichen Eindruck hinterlässt. Dies liegt nicht zuletzt am prägnanten Bildrauschen, welches sich durch die gesamte Laufzeit des Film zieht und für einige Unschärfen (auch in den Bewegungen) sorgt. Der Kontrast kann leider helle und dunkle Flächen nicht sonderlich gut ausbalancieren, wodurch in den Nachtaufnahmen häufig Details verloren gehen.
Die Farben bleiben natürlich, insgesamt aber etwas untersättigt und leider ist das Bild überfüllt mit kleineren Verschmutzungen und Dropouts, wodurch es zusätzlich noch unruhig wirkt. Das liegt auch an der mäßigen Kompression und den deutlich sichtbaren Blockbildungen. So etwas darf bei einer Blu-ray nicht sein.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die deutsche 5.1-Abmischung in HD ist, kurz gesagt, unbrauchbar und stellt einen misslungenen Upmix des Stereo-Pendants dar. Der Ton wurde einfach auf alle Kanäle verteilt, weshalb die Stimmen aus allen fünf Boxen hallen, was grausam klingt. Zudem klingt die Abmischung dumpf und kraftlos. Dann schaltet man lieber zur Stereo-Variante, die deutlich besser klingt, aber immer noch etwas betagt und gedrungen wirkt, was u. a. dem Alter geschuldet ist.
Die Originalfassung klingt dafür gänzlich anders. Trotz einer 5.1-Variante in HD kommt alles aus dem Center und die restlichen Kanäle werden so gut wie gar nicht genutzt. Da kann man auch gleich auf Mono schalten und dennoch klingt gerade dieser Mix besser als die deutsche Tonsur. Das liegt daran, dass die deutsche Synchronisation eher billiger Natur ist und das Original zwar dünner, aber weniger künstlich und dumpf klingt als die Eindeutschung. Deutsche Untertitel sind vorhanden.
Als Bonus gibt es ein 23minütiges Interview mit Regisseur Bigas Luna, welches deutsch untertitelt wurde und sehr interessant ausfällt. Zudem gibt es ein paar TV-Spots, einen Teaser und einen Trailer zum Film. Weiterhin enthält die internationale Blu-ray-Version die 88minütige Originalfassung des Films, basierend auf einem VHS-Master von VCL, als Easter Egg. Dieses liegt in Stereo und Standard Definition vor.


Wirklich schade, doch die Sache wirkt einfach nicht rund. Einige Horrorfans mögen sich indes an der ohne Zweifel guten Prämisse erfreuen, doch ans Eingemachte geht dieser Streifen nicht. Vielmehr lässt er zwei Killer innerhalb einer Kinokulisse morden, was zu fast keiner Zeit spannend erscheint, noch irgendwann einen Aha-Effekt entstehen lässt. Das Ganze wirkt furchtbar distanziert, zeitweise unlogisch ausgearbeitet und nur phasenweise den "Augenblick der Angst" in den Fokus rückend. Von der Idee "Film-im-Film" gibt es wahrlich ausgeklügeltere Varianten.


Die Blu-ray ist kein technisches Vorzeigeprodukt, aber brauchbar. Die auf 66 Stück limitierte kleine Hartbox von Illusions ist, wie bereits erwähnt, identisch zur Sunfilm-Fassung und nur Hardcore-Hartboxen-Sammlern zu empfehlen.


Film++/---
Bild+++/--
Ton++/---
Bonus+++---


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Im Augenblick der Angst
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