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USA 1989
Originaltitel:Phantom of the Opera, The
Alternativtitel:Gaston Leroux's The Phantom of the Opera
Länge:93:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Dwight H. Little
Buch:Duke Sandefur
Kamera:Peter Lyons Collister, Elemér Ragályi
Musik:Misha Segal
SFX:Michael Deak
Darsteller:Robert Englund, Jill Schoelen, Alex Hyde-White, Bill Nighy, Stephanie Lawrence, Terence Harvey, Nathan Lewis, Peter Clapham, Molly Shannon, Emma Rawson, Mark Ryan, Yehuda Efroni
Vertrieb:Ascot Elite / Infopictures
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,85:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:09.10.2012 (Kauf)
Bonus:
  • Originaltrailer (1:52 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Ninja - Die Killermaschine (2:46 Min., 1080p)
    • Ninja 2 - Die Rückkehr der Ninja (1:35 Min., 1080p)
    • Braddock - Missing in Action III (1:27 Min., 1080p)
Christine Day möchte unbedingt Sängerin am Broadway werden und wählt für das Casting ein ganz besonderes Stück, das sie in einer Bibliothek entdeckt hat. Doch dieses Gesangsstück beschwört offensichtlich den Geist des unbekannten Komponisten Erik Destler, der vor langer Zeit einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Die Menschen sollten seine Musik lieben - dafür wurde sein Gesicht fürchterlich entstellt. Als "Phantom der Oper" geistert Destler zeitenlos durch die Katakomben und verliebt sich in Christine.
Mysteriöse Morde, die auf Destler verweisen, führen dazu, dass sie zum Star der Oper wird. Doch Christine erwidert die kranke Liebe des grausamen Killers nicht, und nun ist das Phantom gezwungen, sie in sein dunkles Reich zu entführen. Ein blutiger Alptraum nimmt seinen Lauf.
Ende der 80er kam, vermutlich angeheizt durch den Erfolg des Webber-Musicals, "Das Phantom der Oper" wieder in Mode: Dario Argento erkundete ein ähnliches Sujet mit Interner Link"Opera", Sam Raimi nahm die Idee mit Interner Link"Darkman" auf und Dwight H. Little (Interner Link"Halloween 5") verfilmte die Geschichte direkt. Eingebettet ist die Chose hier in eine Rahmenhandlung im Manhattan der Gegenwart, wo die junge Christine Day (Jill Schoelen) zum Vorsingen für eine Oper geht und infolge eines Bühnenunfalls ohnmächtig wird. Der Rahmen ist dem Horrorkino der 80er sehr verschrieben, präsentiert am Ende nochmal einen zweiten, aber leider konventionell-biederen Showdown. Dabei hätte es die Andeutung eines die Jahre überdauernden Vermächtnisses an sich schon getan.



In der Haupthandlung erwacht Christine nun im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wo sie bereits Opersängerin ist, allerdings nur zweite Geige hinter der Diva des Hauses, La Carlotta (Stephanie Lawrence). Doch sie hat einen Mentor, das allseits bekannte Phantom (Robert Englund). Dieser hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen (wenig subtil spielt das Opernhaus auch "Faust"), infolgedessen seine Musik beliebt, sein Gesicht aber entstellt wurde. Mit dem verbrutzelten Antlitz erinnert das Phantom dann sehr stark an Freddy Krüger, ein Schelm, wer angesichts des Hauptdarstellers daran denkt.
Nun hat sich das Phantom in den Kopf gesetzt, Christine zum Star zu machen und hilft gern auf mörderische Weise aus, wenn ihr Sangestalent nicht ausreicht. Natürlich fahndet man allerseits nach dem mysteriösen Killer ...



"Das Phantom der Oper" kommt demnach als Gruselmelodram mit Einflüssen des 80er Jahre Horrorfilms daher. Insofern sind die Bluttaten mit leichten Slasher- bzw. Splatterelementen aufbereitet, die für Härten zwischendrin sorgen. Aber auch das Phantom erinnert durchaus an die Filmkeller dieser Periode: Es taucht unvermittelt aus dem Nichts auf, besitzt übermenschliche Kräfte (hier z. B. in einer Straßenkampfszene zu bewundern), und hin und wieder ist sogar mal ein Oneliner drin, wenn ein arrogantes Opfer dran glauben muss. Es sind jedoch diese Szenen, die dem Genre verhaftet bleiben und durchaus spannend sind. Die meiste Zeit dreht sich das Melodram um Christine und das Phantom, das sie für sich gewinnen will – Christines Lover hat natürlich etwas dagegen. Insofern wird viel geeifersüchtelt und geredet, mal sehr pathetisch, mal durchaus interessant (z. B. der Prostituiertenbesuch, bei dem das Phantom seine warmherzige Seite zeigt). Insgesamt überwiegen die positiven Momente, jedoch wird klar, dass Little Probleme hat, damit auf 90 Minuten zu kommen – deshalb gibt es zwischendrin Hackepeter und die Rahmenhandlung drumherum, die Spielfilmlänge garantiert.



Dwight H. Little macht einen guten Job, holt das Bestmögliche aus den offensichtlichen Studiokulissen raus, doch insgesamt kann er die dramaturgischen Probleme nicht ganz verschleiern: Horror und Melodram beißen sich gelegentlich. Zudem gewinnt Little der Geschichte wenig Neues ab. Das ist schade, denn rein handwerklich ist "Das Phantom der Oper" ein gelungener Film. Besonders das Finale in den Katakomben des Phantoms ist ziemlich spannend in Szene gesetzt und entschädigt für so manche vorige Länge. Robert Englund verkörpert das Phantom ziemlich gut, schafft es, nicht wie eine Franzosen-Varianten von Freddy zu wirken, sondern kann die Ambivalenzen seiner Figur gelungen ausdrücken. Jill Schoelen als weibliche Hauptfigur überzeugt ebenfalls, Bill Nighy als arroganter Fatzke muss zwar in einer etwas klischeehaften Rolle agieren, aber holt das Beste heraus. Nur Alex Hyde-White als Christines Lover ist doch reichlich blass und gewinnt so wenig Profil, dass man dem Phantom gelegentlich den Sieg wünschen möchte.



Alles in allem ist "Das Phantom der Oper" kein Vorzeigefilm, aber doch eine recht solide Mischung aus Horror und Melodram. Nicht immer eine gelungene Symbiose, in der Mitte mit einigen Längen, aber handwerklich gut in Szene gesetzt und mit zwei überzeugenden Hauptdarstellern.


Ascot Elite veröffentlicht diesen Horrorstreifen aus den späten 1980er Jahren erstmals ungekürzt auf DVD und Blu-ray. Die vorliegende Blu-ray lässt nur selten HD-Qualität aufkommen. Zudem scheint der Transfer mit deutlichem DNR bearbeitet worden zu sein, was man an einer gänzlich zerstörten Kornstruktur erkennt. Filmkorn ist kaum noch auszumachen, und falls doch, dann wirkt es äußerst unnatürlich. Der Schärfegrad zeigt sich zudem sehr beschränkt und Details lassen sich, wenn überhaupt, nur noch in Nahaufnahmen ausmachen. Der Kontrast arbeitet solide, das Bild wirkt aber nur bedingt plastisch, und der Schwarzwert könnte etwas satter ausfallen. Das Bildrauschen in dunklen Szenen trübt den Sehgenuss zudem und wirkt digital und künstlich. Die Farbdarstellung ist kräftig, aber nicht sonderlich natürlich, was altersbedingt nur teilweise stört. Bildstörungen gibt es kaum, und die Kompression arbeitet bis auf kleinere Patzer ordentlich im Hintergrund.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Auch beim Ton darf man keine Wunder erwarten. Beide Sprachfassungen liegen im Stereoformat vor und klingen weitgehend sehr natürlich und bieten eine ordentliche Stereoseparation. Dialoge sind gut zu verstehen, der Score wird sauber, aber kraftlos wiedergeben und Nebengeräusche klingen weder dumpf noch kratzig. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten. Bonusmaterial gibt es bis auf einen Trailer zum Hauptfilm und eine Trailershow mit weiteren Ascot Elite-Titel nicht. Der Originaltrailer bietet übrigens ein teilweise besseres Bild als der Hauptfilm. Das ist schon beachtlich und zeigt, wie sehr man den HD-Transfer negativ bearbeitet hat.

Somit gibt es hier zwar die ungekürzte Fassung des Films, aber die Qualität der Blu-ray bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Die Disc wird mit einem FSK-Wechselcover ausgeliefert.


Film+++---
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus/-----


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NewsRobert Englund als "Phantom of the Opera" auf Blu-ray und DVD
Phantom der Oper, Das
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