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ID 2009
Originaltitel:Merantau
Alternativtitel:Merantau Warrior
Länge:111:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Gareth Evans
Buch:Gareth Evans
Kamera:Matt Flannery
Musik:Aria Prayogi, Fajar Yuskemal
SFX:Didik Juwandi A.
Darsteller:Iko Uwais, Sisca Jessica, Christine Hakim, Mads Koudal, Yusuf Aulia, Alex Abbad, Yayan Ruhian, Laurent Buson, Doni Alamsyah, Ratna Galih
Vertrieb:Sunfilm / Tiberius
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:1,78:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 7.1 (dt.), DTS-HD Master Audio 5.1 (ind.)
Sprache:Deutsch, Indonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:03.12.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Deutscher Trailer (2:50 Min., 576i)
  • Originaltrailer (2:54 Min., 1080p)
  • 2 Deleted Scenes (4:34 Min., 1080p)
  • Easter Egg (1:22 Min., 1080p)
  • Fight Storyboard Vergleich (2:40 Min., 1080i)
  • Making Of (18:16 Min., 576i)
  • Webisode: The Beginning (5:04 Min., 576i)
  • Webisode: The Choreography (5:07 Min., 576i)
  • Webisode: The Test (5:50 Min., 576i)
  • Webisode: The 56 Takes (5:04 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Bangkok Adrenalin (1:36 Min., 576i)
    • Fighting Beat (2:06 Min., 576i)
    • Fighting Tiger (1:26 Min., 576i)
Yuda (Iko Uwais), ein Meister der spektakulären Martial Arts-Technik "Silat", bereitet sich auf seinen "Merantau" vor. Er macht sich auf den Weg in die schillernde Großstadt Jakarta. Kaum angekommen, wird er vom Straßenjungen Adit ausgeraubt. Auf der Verfolgungsjagd rettet er dessen Schwester Astri vor dem skrupellosen Zuhälter Johni, der Mitglied eines mächtigen Mädchenhändlerrings ist. In einer leer stehenden Lagerhalle kommt es zum blutigen Showdown, bei dem es nur einen Sieger geben kann.
Spätestens seit Filmen wie Interner Link"Ong-Bak" und Interner Link"Ip Man" ist hochklassig in Szene gesetzter Kampfsport wieder voll angesagt, kann man sich doch als Zuschauer an den sehr ästhetisch umgesetzten Choreografien der Kämpfe erfreuen. Nun hat auch Indonesien einen absolut sehenswerten Genre-Beitrag abgeliefert, in dem ein äußerst symphatischer Hauptdarsteller für die Gerechtigkeit kämpft und sich furchtlos seinen zahlenmäßig haushoch überlegenen Gegnern zum Kampf stellt. Dabei wird man mit einer neuen Form der Martial Arts-Kampfkunst konfrontiert, die sich "Silat" nennt und aus etlichen Einzelstilen zusammensetzt. Nun kann man sicherlich trefflich darüber streiten, welche Kampfkunst man persönlich bevorzugt und welche ästhetischer erscheint, allerdings bekommt man in vorliegendem Film Fights geboten, deren qualitative Umsetzung sich auf einem enorm hohen Level ansiedeln.


Zudem ist die Geschichte mit extrem viel Action angereichert, so dass der doch eher dünne Inhalt noch zusätzlich in den Hintergrund gerät und nicht mehr als eine notwendige Rahmenhandlung für das Geschehen darstellt. Für Freunde spektakulärer Fights wird hier nämlich ein regelrechtes Feuerwerk abgebrannt, das an Kurzweil kaum zu überbieten ist. Streckenweise stellt man sich sogar die Frage, ob es Regisseur Gareth Evans (Interner Link"The Raid") nicht sogar etwas zu gut gemeint hat, denn durch die etlichen Kämpfe, die von einer ungeheuren Intensität geprägt sind, erscheinen einige Passagen des Filmes nicht unbedingt sehr glaubwürdig. Denn wenn man sieht, wie viele Gegner Titelheld Yuda aus dem Weg räumt, muss die Frage erlaubt sein, wie viele Schmerzen ein Mensch aushalten kann und wie es mit der Kondition bestellt sein muss, scheint diese doch in einem unglaublich hohen Maß vorhanden zu sein, da Yuda einfach nicht aufgehalten werden kann, egal wie viele Gegner sich ihm in den Weg stellen.


Deswegen sind gewisse Abläufe der Geschichte durchaus in Frage zu stellen und wirken daher auch nicht sonderlich glaubwürdig. Allerdings stört das gar nicht weiter, da man wirklich von der Faszination der gezeigten Kampfkunst gefangengenommen wird, die den ganzen Film über vorhanden ist und einen wie magisch in ihren Bann zieht. Also sollte man bei diesem Werk im Bezug auf inhaltliche Tiefe keine sonderlich großen Maßstäbe ansetzen, denn die kann "Merantau" nicht erfüllen. Ist der Fokus der Story doch ganz eindeutig auf die Kampfkunst ausgelegt, so bekommt man diese auch reichlich geboten. Da sieht man gern einmal über einige äußerst übertriebene Passagen hinweg, wie beispielsweise die Fahrstuhleinstellung, in der ein Mann förmlich von Pistolenkugeln durchsiebt wird, aber dennoch die Kraft besitzt, sich auf seine Gegner zu stürzen. Fragwürdig erscheint auch die Patronenanzahl, die aus den Magazinen abgefeuert wird, denn wenn man ungefähr mitzählt, kommt man doch leicht ins Grübeln. Wie dem auch sei, sind das meiner Meinung nach Punkte, die das gewonnene Gesamtbild nur geringfügig beeinträchtigen, stehen hier doch ganz eindeutig die Kampfkunst und der Unterhaltungswert im Vordergrund.


Man merkt überhaupt nicht, wie schnell die Zeit vergeht, denn die knapp 107 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug, so dass man ziemlich überrascht ist, wenn der Abspann einsetzt. Das ist wohl das größte Kompliment für einen Actionfilm, denn es gibt keinerlei langatmige Passagen. Immer, wenn man der Meinung ist, endlich einmal Luft holen zu können, bieten sich dem Zuschauer schon wieder die nächsten Kämpfe. Zum Ende hin trägt "Merantau" dann sogar äußerst tragische Züge, die letztendlich aber passend erscheinen, so dass man nur zu einem sehr positiven Gesamteindruck gelangen kann. Ganz bestimmt handelt es sich um kein cineastisches Meisterwerk, dafür ist der Film auch gar nicht ausgelegt. Dafür bekommt man allerdings einen erstklassigen Martial-Arts-Beitrag serviert, der mit einer neuen Kampfkunst aufwartet, extrem kurzweilig zu unterhalten weiß und insbesondere die Freunde der asiatischen Kampfkunst begeistern dürfte.


Der vorliegende HD-Transfer von "Merantau – Meister des Silat" wirkt sehr digital und bietet einen eher künstlichen Videolook. Man merkt sofort, dass Evans den Film auf HD-Cam drehen ließ. Das geht soweit in Ordnung, denn die Schärfe erreicht weitgehend ein ansehnliches Level und offenbart viele schöne Details. Doch fehlt es an Plastizität und Tiefenwirkung. Immer wieder wirken die rasant geschnittenen Actionszenen deutlich zu weich. Außerdem offenbart der Transfer unschöne Bandingartefakte und Blockrauschen, was auf ein unsauberes Encoding schließen lässt. Dafür balanciert der Kontrast helle und dunkle Bildbereiche weitgehend angenehm aus und zeigt einen etwas harten Schwarzwert. Die Farbdarstellung erweist sich zudem als sehr kräftig und stilbedingt angepasst, wodurch eine deutlich Übersättigung und leichtes Farbrauschen auftreten. Insgesamt kein schlechter Transfer, aber aufgrund der HD-Cams und des nicht sonderlich guten Encodings wirkt das Bild zu glatt und künstlich. Bildrauschen fällt kaum auf, und wenn, dann nur in Form von digitalen Rauschmustern in dunklen Bildbereichen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Der Ton von "Merantau – Meister des Silat" wird in der deutschen Synchronfassung in DTS HD Master Audio 7.1 aufgespielt, während die indonesische Originalfassung mit einem 5.1-Mix auskommen muss. Dass es sich bei der deutschen Abmischung um einen Upmix von 5 auf 7 Kanäle handelt, muss kaum erwähnt werden. Beide Fassungen klingen, bis auf den Dialogbereich, sehr ähnlich. Der lebhafte und effektive Surroundklang bietet eine breite Stereofront, wobei es immer wieder vereinzelte direktionale Effekte gibt, die sich in die Rears verirren. Diese bleiben aber weitgehend im Hintergrund. "Merantau" klingt die meiste Zeit über also sehr frontlastig. Der Score klingt dafür dynamisch und hinterlässt einen voluminösen Eindruck. Dialoge sind in beiden Sprachfassungen gut zu verstehen, wobei die deutsche Synchronfassung etwas unter der Studiobearbeitung leidet. Optional gibt es Deutsche Untertitel.


Das Bonusmaterial liegt teilweise in High Definition vor. Neben den obligatorischen Trailern zum Hauptfilm und der Sunfilm-Eigenwerbung enthält es 4 Minuten an Deleted Scenes und ein interessanter Vergleich zwischen den Storybordzeichnungen und einer fertigen Kampfszene im Film. Das Easter Egg war auf der DVD noch versteckt und steht hier als Punkt 2 im Bonus-Menü. Hier gibt es eine knapp 1minütige Montage aller Takes, die für den bekanntesten Stunt des Film notwendig waren. Das 18minütige Making of fällt relativ oberflächlich aus und zeigt einen netten Einblick in die Dreharbeiten, während sich die vier Webisoden mit einzelnen Aspekten der Produktion befassen und deutlich sehenswerter ausfallen. Leider veröffentlichte Sunfilm nur vier Webisoden, während die US-Disc alle zehn enthielt. Das Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt.



Inhaltlich nicht unbedingt mit sehr viel Substanz ausgestattet, erzählt "Merantau" eine dennoch immer spannende Geschichte, die äußerst actionlastig und vor allem kurzweilig daherkommt. Dabei wird man mit einem Kampfstil konfrontiert, den man meines Wissens bisher noch nicht gesehen hat. Das macht das Geschehen noch interessanter. Hinzu kommt ein sehr sympathischer Titelheld, der in erstklassigen Kampf-Choreografien an die absoluten Grenzen seiner Belastbarkeit geht. Action- und Martial-Arts-Fans dürften hier ihre helle Freude haben und von diesem Film absolut begeistert sein.

Sunfilm veröffentlicht "Merantau" ungekürzt mit einer Freigabe ab 18 Jahren und liefert die technisch solide Blu-ray mit einem FSK-Wendecover aus.


Film++++--
Bild+++/--
Ton++++--
Bonus++----


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