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USA, CAN 2009
Originaltitel:Push
Länge:111:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul McGuigan
Buch:David Bourla
Kamera:Peter Sova
Musik:Neil Davidge
SFX:Mark Meddings
Darsteller:Chris Evans, Dakota Fanning, Camilla Belle, Cliff Curtis, Djimon Hounsou, Ming-Na, Joel Gretsch, Nate Mooney, Li Xiaolu, Maggie Siff, Corey Stoll, Scott Michael Campbell
Vertrieb:Universum Film
Norm:1080p / VC-1
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:26.08.2009 (Verleih) / 02.10.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Interviews Cast & Crew:
    • Chris Evans (1:53 Min., 576i)
    • Dakota Fanning (2:58 Min., 576i)
    • Dijmon Honsou (1:21 Min., 576i)
    • Camilla Belle (1:56 Min., 576i)
    • Neil Jackson (1:34 Min., 576i)
    • Nate Mooney (0:52 Min., 576i)
    • Glen Williamson (Produzent) (1:41 Min., 576i)
    • Paul McGuigan (Regie) 2:12 Min., 576i)
  • Featurette: "The Science behind the Fiction" (8:56 Min., 1080i)
  • Deleted Scenes (Optional mit Kommentar) (3:16 Min., 1080i)
  • TV-Spots:
    • Mind Blowing (0:17 Min., 576i)
    • Back Cutdown (0:17 Min., 576i)
    • Push Back (0:32 Min., 576i)
    • Justice (0:32 Min., 576i)
    • Thriller (0:32 Min., 576i)
    • Secrets (0:32 Min., 576i)
    • Secrets Cutdown (0:17 Min., 576i)
  • B-Roll (9:35 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer (1:34 Min., 1080p)
  • Internationaler Trailer (1:34 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Dynamic HDLive (BD-Live)
  • Trailershow:
    • Crank 2 (2:06 Min., 1080i)
    • Gamer (1:08 Min., 1080i)
    • Streetfighter (1:08 Min., 1080p)
    • Transporter 3 (2:00 Min., 1080p)
    • Traitor (1:12 Min., 1080p)
    • Eastern Promises - Tödliche Versprechen (1:53 Min., 1080i)
    • Brügge sehen... und sterben? (2:23 Min., 1080i)
Nick und Cassie haben übernatürliche Fähigkeiten. Nick kann Dinge mit seinen Gedanken bewegen, Cassie kann in die Zukunft schauen. Sie beide wurden mit diesen Begabungen geboren und wollen eigentlich nur normal leben. Die skrupellose Regierungseinheit Division versucht, Menschen wie sie zu kontrollieren und zu Soldaten für ihre dunklen Zwecke zu machen. Wer sich weigert, wird eliminiert. Nick und Cassie geraten zwischen die Fronten und müssen sich entscheiden. Fliehen. Oder kämpfen.
Die Idee war brillant. Kreieren wir eine unserer fast gleichende Filmzukunft und bevölkern wir sie mit genetisch erschaffenen Mutanten erster und zweiter Generation, die wahlweise die Zukunft vorhersagen, Dinge per Geisteskraft bewegen, andere psychisch beeinflussen, abschirmen oder heilen können und lassen wir sie dank einer sinistren Institution namens "Division" und eines seltsamen Mittels (hier haben wir einen probaten McGuffin) aufeinander losgehen. Das ist wie Interner Link"X-Men" ohne Lizenzgebühren an Stan Lee oder so, wie die Serie "Heroes" hätte werden können, wenn man nicht nur findige Autoren für eine Staffel gehabt hätte. Und "Push" ist die neue Franchise im Kasten.



Weil es billiger ist, hat man nicht so namhafte Darsteller engagiert, die aber bekannt genug sind, um eine Masse Teenager anzuziehen und die Chose auch noch in Hongkong runtergedreht, vorzugsweise (wegen Realismus und so) im Guerilla-Style und möglichst mit dem ersten Take. Das sollte ein frisches Filmerlebnis werden mit einer aufregenden Prämisse und nicht ganz so effektgesteuert wie eine typische Blockbusterproduktion neueren Datums. Man vergaß dabei nur: Man kann auch mittelgroße Budgets (knapp unter 40 Mio. Dollar) unspektakulär in den Sand setzen. Der Vorteil: Die Abschreibungen kann man besser in den Büchern verstecken.

Ja, es ist wirklich so: "Push" hat Potential, ist aber ein großer Käse, der mit seinem Budget raffiniert abzocken will, aber deswegen auch keine großen Trümpfe auf der Hand hat. Und wenn schon die Ausgangslage vielversprechend ist, dann sollte man auch erzählerisch darauf aufbauen können. Das allerdings ist die größte Schwäche von Paul McGuigans (der Mittelmäßigkeit seit Interner Link"Lucky Number Slevin" vertraut) Superheldenkracher für den Hausgebrauch, denn das Skript ist zeitweise von so eklatanter Beliebigkeit und lässt dermaßen echte Höhepunkte vermissen, dass man ihn für den Pilotfilm einer TV-Serie halten könnte.


Im Zentrum stehen eigentlich drei Figuren: der widerborstige Mover (Telekinese) Nick, die Teenager-Seherin Cassie und das geheimnisvolle Mädchen Kira, das sich als Pusherin (Beeinflusser) erweist. Auf der Gegenseite hat man (Farbe muss sein bei so viel weißem Käse) den farbig-finsteren Henry Carver, für den Djimon Hounsou (total verschwendet) mal wieder seinen Agent Laurent aus Interner Link"Die Insel" recyceln darf. Mit Chris Evans, Dakota Fanning und Camilla Belle sind als clearasilreine US-Urtypen am Start, die von der halben Welt gehetzt werden, vorzugsweise der "Division" und einer Gruppe nicht weniger sinistrer Asiaten und jeder zweite außergewöhnlich begabte Mensch wird gegen sie ins Feld gebracht. Gibt es also monumentale Battles, irrwitzige Actionszenen, tosende Spezialeffekte?
Nein, denn der Film arbeitet sich die ganze Zeit an seiner vagen Exposition rund um das halb tödliche Heilmittel ab, das alle wollen und schlussendlich nur dazu dient, die Dinge am Laufen zu halten. Und das tun die Figuren dann reichlich: Sie marschieren immer munter, einzeln oder in Grüppchen durch die asiatische Metropole, schlängeln sich durch Markhallen und Basare und inszenieren eine irre langsame filmumspannende Verfolgungsjagd, die einfach nicht von der Stelle kommt. Weil's ja so raffiniert ist, fügt man dann zur Halbzeit noch die Vision vom Tode all unserer neuen Helden hinzu und so muss man sich einen irre komplizierten Plan ausdenken, um das Schicksal auszutricksen, nämlich: Keinen Plan zu haben, weil der ja von Sehern durchschaut werden kann.



Man kann sich denken, dass so der Plot immer wieder in Einbahnstraßen biegt, zumal die Charaktere niemals richtig entwickelt werden. Dank der Einführung konzentriert man sich zunächst auf Nick, der dann aber zum Punchingball-Nebencharakter wird, um dann zum Showdown aus dem Nichts zu großer Form aufzulaufen. Cassie zieht zwischendurch allein dadurch die Aufmerksamkeit auf sich, weil sie sich als Teenagerin durch eine Erwachsenenwelt hangeln muss und Kira ist ein ständiges Enigma, deren Motivation so unklar wie eingeschränkt bleibt, weil sie gleichzeitig vage Heldin, "Damsel in Distress" und kränkelndes Elend spielen soll. Hunsou ist nur ein paarmal kurz im Bild, während der Plot in 10-Minuten-Abständen - nämlich immer wenn man es gerade braucht oder man verhindern will, dass der Zuschauer einnickt - immer neue "Mutationen" aus dem Handtäschchen zieht. Hier einen Vorgaukler, da eine Schnüfflerin, dort einen Abschirmer, aber wegen ihrer begrenzten Verwendung und eindimensionalen Zeichnung (ihr Charakter ist ihre Funktion, alles Weitere ist Camouflage) absolut austauschbar und vergessenswert.



Was als Action-SF-Mystery beginnt, verwandelt sich in eine mittelmäßige Dauerwanderung durch eine überbevölkerte Großstadt mit einzelnen Aufenthalten in billigen bis luxioriösen Hotelzimmern, und wenn es gar nicht anders geht, schiebt man einige kleinere Effekte ein, die aber seit Interner Link"Buffy" wirklich keinen mehr vom Hocker hauen - selbst angesichts einer leichten Steigerung beim Showdown, dessen Größenordnung ein Film wie Interner Link"Blade" bereits kurz nach den Vortiteln pulverisiert hatte.
Spannung aus dem Mysterium zu destillieren gelingt nie, zu sehr kreist der Plot um sich selbst. Bisweilen weiß man als Zuschauer nicht recht, warum dieses und jenes auf der Flucht funktioniert und anderes wieder nicht - alles Storyelemente, die man in einer TV-Serie besser aufgehoben gewusst hätte und die hier uninspiriert und manchmal sogar unlogisch wirken. Die Darsteller mühen sich infolgedessen redlich, aber relativ hilflos gegen die spektakuläre Beliebigkeit und Reizlosigkeit des ganzen Films, der am Ende in einen vagen Twist und das relative Versprechen einer ungewollten Fortsetzung mündet.



"Push" will neu und aufregend und raffiniert sein, ist aber schlussendlich nur wirr und öde, außer es genügt schon die Exotik des Schauplatzes, um an der Backstory Gefallen zu finden. Verschenkte Liebesmüh, die vom Publikum dann auch nicht recht honoriert wurde, um schließlich als SF-Kuriosum mit jugendlicher Beteiligung im Comicverfilmungslimbus zu landen - obwohl ausgerechnet hier mal keine Bildergeschichte und kein Erfolgsroman am Start waren.

Universum Film veröffentlicht "Push" mit einem FSK-Wendecover und einer BD-Live-Funktion, die bisher, außer für eine kleine Bildergalerie, nicht für filmspezifische Inhalte genutzt wurde. Den Anfang des herkömmlichen Bonusmaterials macht ein Audiokommentar von Regisseur Paul McGuigan, der leider nicht deutsch untertitelt wurde, aber deshalb nicht uninteressant ausfällt. McGuigan spricht ausführlich über den Entstehungsprozess von "Push", geht dabei u. a. auf die Dreharbeiten und Darsteller ein. Das restliche Bonusmaterial liegt teilweise hochauflösend vor, fällt allerdings eher oberflächlich aus. Angefangen mit einem 14minütigen Interview-Feature mit Cast & Crew, die über den Film sprechen und sich gegenseitig mit Lob überschütten. Das ist genauso langweilig wie die optional kommentierten 3 Minuten an Deleted Scenes. Etwas ansprechender wird es bei "The Science behind the Fiction". In dieser 9minütigen Kurz-Doku mit Kommentaren der Filmemacher und eines Ex-US-Army-Offiziers wird über reale Vorkommnisse mit übernatürlich begabten Menschen gesprochen. Des Weiteren gibt es noch sieben TV-Spots, ein paar Set-Aufnahmen im 10 Minuten langen B-Roll-Featurette und den englischen und deutschen Trailer vom Hauptfilm. Für Eigenwerbung sorgt Universum Film mit der Trailershow.


"Push" überzeugt mit einer sehr aktiven und lebhaften Soundkulisse, was sich nicht nur auf die Actionsequenzen beschränkt. Selbst in ruhigen Momenten werden Umgebungsgeräusche sehr präsent auf die hinteren Kanäle gelegt und erzeugen einen sehr homogenen und natürlichen Raumklang. Direktionale Effekte werden punktgenau in den Raum geworfen und verfehlen ihre Wirkung nie. Hinzu kommt ein kräftiger und satter Subwoofer, der vor allem in den Actionszenen für einen mächtigen Tiefenbass sorgen kann. Lediglich die Balance zwischen den einzelnen Soundelementen könnte etwas harmonischer sein. Gerade die Dialoge gehen im restlichen Sound immer wieder etwas unter. Die englische Tonspur klingt der deutschen sehr ähnlich, weist aber eine etwas bessere Klangbalance auf.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die Bildpräsentation von "Push" erreichte weitgehend hervorragende Werte und zeigt seine Schwächen eigentlich nur in einigen hektischen und verwackelten Kameraeinstellungen, die stilbedingt etwas weicher wirken. Auch der Detailverlust in dunklen Bildbereichen, aufgrund der teilweise leicht übersättigten Farbwiedergabe und des überhöhten Kontrastes, könnte als kleiner Mangel bewertet werden, zählt allerdings zu den nötigen Stilmitteln des Films. Der satte Schwarzwert und die tolle Kontrastdarstellung sowie die kräftigen Farben machen das Bild sehr lebhaft. Es gibt viele Momente mit einer herausragenden Plastizität und Tiefenwirkung. Insgesamt ist der MPEG-4 kodierte HD-Transfer sehr scharf und offenbart viele Details. Das Filmkorn ist konstant vorhanden, nimmt aber nur selten stärkere Ausmaße an. Die Kompression arbeitet dafür sauber und unauffällig im Hintergrund.

Rein technisch präsentiert Universum Film eine sehr gute Blu-ray, mit der Heimkinofans und Freunde von "Push" ihre helle Freude haben werde. Für alle anderen reicht wohl der Gang in die Videothek oder eine Sichtung im TV.


Film++/---
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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