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USA, SK 2009
Originaltitel:Bakjwi
Alternativtitel:Evil Live
aka. Thirst
Länge:133:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Park Chan-wook
Buch:Seo-Gyeong Jeong, Park Chan-wook
Kamera:Chung-hoon Chung
Musik:Yeong-wook Jo
SFX:Jeon-hyeong Lee
Darsteller:Song Kang-ho, Kim Ok-bin, Kim Hae-sook, Sin Ha-gyoon, Park In-hwan, Song Yeong-chang, Oh Dal-soo, Choi Hee-jin, Seo Dong-soo, Lee Hwa-ryong, Ra Mi-ran, Eriq Ebouaney
Vertrieb:MFA+ / Ascot Elite
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch (Zwangsuntertitel)
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:18.02.2010 (Kauf)
Bonus:
  • Park Chan-Wook in Berlin beim Fantasy Filmfest: Questions & Answers (35:58 Min., 576i)
  • Autogrammstunde (1:51 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer 1 (1:52 Min., 576i)
  • Deutscher Trailer 2 (1:23 Min., 576i)
  • Trailershow:
    • The Host (1:28 Min., 576i)
    • Hansel & Gretel (1:43 Min., 576i)
    • The Chaser (2:30 Min., 576i)
Der junge koreanische Priester Sang-hyeon geht nach Afrika, um bei der Bekämpfung einer mysteriösen Krankheit zu helfen. Er fällt einer experimentellen Impfung zum Opfer, erwacht jedoch nach kurzer Zeit wieder zum Leben und kehrt zurück nach Korea, wo er verehrt wird wie ein Heiliger, ohne jemandem zu erzählen, dass er nur deshalb noch lebt, weil er jetzt ein Vampir ist. Im Hause eines Jugendfreundes, dessen Mutter auf seine heilenden Kräfte spekuliert, verliebt sich Sang-hyeon in die junge Ehefrau und gerät in einen Gewissenskonflikt.
Einen Vampirfilm in der Art, wie er dem Zuschauer hier präsentiert wird, hat es glaube ich noch nicht gegeben, denn steht im Fokus der Geschichte doch nicht hauptsächlich die Vampir-Thematik an sich, sondern vielmehr Dinge wie Liebe, Sex, Ehebruch und Mord. Südkoreas Star-Regisseur Chan-wook Park (Interner Link"Oldboy", Interner Link"Lady Vengeance") hat ein etwas skurril wirkendes Vampir-Drama kreiert, das in seiner Art und Darstellung ziemlich einzigartig sein dürfte und gerade aus dieser Tatsache seinen ganz besonderen Reiz zieht. Allein die teils sehr ungewöhnlichen, aber extrem farbgewaltigen Bilder, die man zu sehen bekommt, üben eine äußerst starke Anziehungskraft auf den Betrachter aus und verleihen dem Geschehen phasenweise eine surreale Note, die das Ganze noch einmal zusätzlich außergewöhnlich erscheinen lassen. Insbesondere die äußerst kühle und stylische Optik des Films strahlt eine ungeheure Faszination aus, die einen von der ersten bis zur letzten Minute voll in ihren Bann zieht und nahezu magisch an das stattfindende Geschehen fesselt. Dabei ist es fast unmöglich, sich dieser Faszination zu entziehen, was auch darin begründet ist, dass die Inszenierung so realistisch dargestellt wird, als wenn die Geschehnisse jederzeit in der eigenen Nachbarschaft stattfinden könnten.


Nun ist es durchaus möglich, dass die Geschichte für viele Leute gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, denn mit einem Vampirfilm im klassischen Sinne hat "Durst" herzlich wenig zu tun. Auf die Vampir-Thematik wird im Prinzip nur nebensächlich eingegangen, im Mittelpunkt der Geschichte steht vielmehr die aufkommende Liebesbeziehung zwischen dem zum Vampir mutierten Pfarrer Sang-hyeon und Tae-ju, der Ehefrau seines Jugendfreundes. Dabei spielt die sexuelle Komponente zwischen den beiden eine sehr starke Rolle, denn sie nutzen wirklich jede sich bietende Möglichkeit, um sexuell in Kontakt zu treten. Die Familie des Jugendfreundes ist zunächst vollkommen ahnungslos und weiß nichts vom stattfindenden Ehebruch; selbst nachdem sich die beiden Liebenden des störenden Ehemannes entledigt haben, wird noch keinerlei Verdacht geschöpft.


Spätestens nach der Ermordung des Ehemannes hält die skurrile Seite des Geschehens Einzug in die Geschichte, wobei insbesondere die Sex-Szenen eine vollkommen neue Gewichtung erhalten. Fragt man sich in vielen anderen Filmen immer wieder, ob die Darstellung des Geschlechtsaktes zwischen Mann und Frau unbedingt erforderlich ist, muss man die Frage in vorliegendem Fall ganz eindeutig mit "ja" beantworten. Durch ihr schlechtes Gewissen geplagt haben nämlich beide Liebenden Visionen, in denen der tote Ehemann beim Sex anwesend ist. Visuell werden diese Passagen nahezu brillant in Szene gesetzt: Man sieht den grinsenden Toten, wie er zwischen den beiden liegt, was in einigen Szenen an eine Art Sandwich erinnert und dem Ganzen eine fast groteske und aberwitzige Note verleiht. Besonders der Gesichtsausdruck des Toten ist einfach nur göttlich, denn überkommt einen das Gefühl, dass man ihm das Grinsen aus dem Gesicht operieren müsste.


Trotz allem subtilen Humor verliert der Story-Plot zu keiner Zeit seine Ernsthaftigkeit und die vorhandene Dramatik kommt dabei auch nicht zu kurz. Diese äußert sich vor allem im letzten Drittel des Films, in dem das Geschehen rasant an Tempo und Härte zulegt. Nachdem der Pfarrer auch seine Geliebte zur Vampirin gemacht hat, geht diese nämlich eigensinnig auf Beutejagd, um ihren schier unstillbaren Blutdurst zu stillen, was unweigerlich mehrere Tote nach sich zieht. Der dabei an den Tag tretende Härtegrad sprengt zwar zu keiner Zeit den Rahmen, aber man bekommt doch einige deftigere Szenen zu sehen, die nahezu perfekt in das extrem stylische Gesamtbild hineinpassen. Auch wenn in den ersten gut 80 Minuten des Films eigentlich gar nicht viel passiert, erscheinen diese doch niemals langatmig, denn der dramaturgische Spannungsaufbau ist absolut perfekt und sorgt dafür, dass man nie die Aufmerksamkeit und das Interesse am teils kuriosen Geschehen verliert. Subtil aufkommender Humor und skurrile Situationskomik sorgen für jede Menge Abwechslung und die stylische und kühle Optik des Films tun ihr Übriges, um den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.


So actionarm sich auch die ersten zwei Drittel der Story darstellen, so actionlastig und temporeich gestaltet sich das letzte Drittel eines Films, der kaum intensiver und beeindruckender hätte sein können. Chan-wook Park hat mit "Durst" ganz sicher einen der außergewöhnlichsten Vampirfilme aller Zeiten geschaffen, der insbesondere durch seine brillanten Bilder und die kühle Optik zu überzeugen weiß. Ein Film, der einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlässt und der mit exzellenten Schauspielern besetzt ist, die ihren Charakteren sehr viel Authentizität und Glaubwürdigkeit verleihen.


Der vorliegende HD-Transfer zeigt sich sehr scharf und detailliert, arbeitet Konturen sehr sauber und knackig heraus und lässt damit einen ebenso plastischen wie tiefen Eindruck entstehen. Die kräftigen Farben unterstreichen die Atmosphäre des Films und der Kontrast balanciert helle und dunkle Bildbereiche sauber aus, ohne dass nötige Details absaufen. Störende Rauschmuster fallen nicht auf und die Kompression arbeitet bis auf wenige Momente sehr ausgewogen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beide DTS-HD-Master-5.1-Tonspuren bietet ein sehr klaren und natürlichen Klang und überzeugen mit einer ausgewogenen Sprachwiedergabe. Aufgrund seiner starken Dialoglastigkeit darf man in beiden Abmischungen keine großen Effekte oder gar Räumlichkeit erwarten. Dafür verteilt sich der Score schön auf sämtliche Kanäle und sorgt für einen noch ansprechenden Klang. Die deutschen Untertitel sind bei der koreanischen Tonspur nicht ausblendbar.
Das Bonusmaterial besteht u.a. aus zwei Trailern zum Hauptfilm, sowie Trailer weiterer Titel von MFA+. Zudem gibt es einen kurzen Mitschnitt der Autogrammstunde von Chan-wook Park auf dem Fantasy Filmfest in Berlin mit anschließender, 36-minütiger Frage- & Antwortrunde mit dem Regisseur, der sich bereitwillig den Publikumsbefragung hingibt.


"Durst" ist ein visuelles Meisterwerk, das sich grundlegend vom klassischen Vampirfilm unterscheidet, da die eigentliche Thematik eher in den Hintergrund gerückt wird. Vielmehr treten alltägliche Dinge wie Ehebruch und Liebe in den Vordergrund und werden auf eine Art und Weise in Szene gesetzt, wie man es bisher eher selten gesehen hat. Fast schon groteske Situationskomik und sehr ästhetische Sex-Szenen sorgen für ein insgesamt vollkommen neuartiges, aber absolut überzeugendes Vampir-Drama, das sich jeder Fan des Genres ansehen sollte, der wirklich einmal etwas Innovatives sehen möchte, denn genau das wird einem mit diesem Film geboten.
Die technische Umsetzung ist äußerst gelungen und das Bonusmaterial ansehnlich. Ausgeliefert wird die Disc in der ungekürzten Fassung, welche mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen wurde, und mit einem FSK-Wendecover.


Film+++++/
Bild++++/-
Ton+++---
Bonus++----


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Thirst
News"The Thirst" von Anchor Bay/Starz Home Ent.
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