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HK, JP, SK, TH 2010
Originaltitel:Mujeogja
Alternativtitel:Better Tomorrow, A
Länge:123:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Song Hae-seong
Buch:Hing-Ka Chan, Suk-Wah Leung
Kamera:Seung-gi Kang
Musik:Jae-jin Lee
Darsteller:Joo Jin-mo, Song Seung-heon, Kim Kang-woo, Jo Han-seon, Lee Kyeong-yeong, Kim Ji-yeong, Kim Hae-gon, Lim Hyeong-joon, Seo Tae-hwa, Lee Sin-seong, Bae Joong-sik, Park Jin-woo
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:1080i / MVC (3D-Version), 1080i / MPEG-4 AVC (2D-Version)
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:-
Verpackung:SeastoneCase
Blu-ray-Start:11.09.2011 (Kauf)
Bonus:
  • Originaltrailer (1:26 Min., 1080i)
  • Biografie von John Woo (1080p)
  • Biografie von Ju Jin-Mo (1080p)
  • Biografie von Kang-Woo (1080p)
  • Biografie von Song Seung-Heon (1080p)
  • Trailershow:
    • Locked Down (2:46 Min., 720p)
    • City Under Siege (1:27 Min., 1080i)
    • Baseline (2:06 Min., 1080i)
    • Looser (2:08 Min., 1080i)
Kim Hyeok floh einst aus Nordkorea. Dabei ließ er seine Mutter und seinen jüngeren Bruder Kim Cheol zurück. In den folgenden Jahren kämpfte sich Hyeok an die Spitze der Gangsterwelt von Busan hoch, stets auf der Suche nach dem Bruder. Als er ihn endlich gefunden hat, wird er verraten und landet wegen seiner rechten Hand Tae-min in einem thailändischen Knast. Der treue Young-choon startet vergeblich eine Rettungsaktion und wird verkrüppelt.
3 Jahre später kommt Hyeok freu und findet Verräter Tae-min an der Spitze der Gang, während Young-choon ein Wrack ist. Und nicht nur das: Bruder Cheol ist nun ein Polizist, der alles daran setzt, Hyeok hinter Gitter zu bringen, weil er ihn für den Tod der Mutter verantwortlich macht.
Außer optisch dem Zeitgeschmack angepasst und so stilistisch einschmeichelnd zu sein, und die Tatsache bestätigend, dass die Geschichte auch heutzutage noch funktioniert, bietet das auch als "The Invincible" bekannte, immer wieder mal als Ankündigung durch die Gazetten geisternde und ebenso von langer Hand geplante Interner Link"A Better Tomorrow"-Remake leider keine neuen Erkenntnisse.


In einer Ära, wo selbst in Hongkong das Heroic Bloodshed-Genre schon seit Längerem am vollkommen Brachliegen und wohl in absehbar naher Zukunft auch nicht mehr am Aufblühen ist, scheint die versuchte Wiedererweckung selbst durch das nicht Neu-, sondern Nacherzählen fester Regeln von Loyalität und Kampf Seite an Seite bis zum Tod so die schlechte Idee für eine eventuell mögliche Initialzündung nicht zu sein; und hat auch John Woos Interner LinkOriginal eben nicht das eigentliche Naturrecht von Thematik und Motivik für sich, selbst wenn es mit Befugnis als Definitivartikel des Genres gilt. Derart im 1:1 und damit bald als Bild-für-Bild und so in streng beschränkter Freiheit und fern eigenen Lebens für sich formuliert, werden weder eine Fort- und schon gar nicht eine Aufwärtsentwicklung in Gang gesetzt. Und sollten sich die Befürchtungen der Aussichtslosigkeit seiner mimêsis imitatio vom auch gattungsfremden Regisseur Song Hae-seong, der erst nach Absage und dann mit Zögern die Aufgabe der Akquisition übernahm, dahingehend auch bewahrheiten:


Der ehemals aus Nordkorea geflohene Kim Hyeok (Joo Jin-mo) hält sich nunmehr mitsamt seinem Freund und Kollegen Lee Yeong-choon (unauffällig: Song Seung-heon) mit Auftragsausführung des im Waffengeschäft handelnden, nach Außen hin die Legalität vortäuschenden Jeong (Kim Hae-gon) über Wasser, wobei er zusätzlich dessen Neffen Jung Tae-min (Jo Han-seon) anlernen soll. Kurz vor einer Geschäftsreise nach Thailand, die für ihn bitter und im Gefängnis enden soll, trifft Kim Hyeok nach Jahren des Nichtsehens seinen daheim gelassenen jüngeren Brüder Kim Cheol (Kim Kang-woo, dessen Geschöpf am Ende völlig aus der bisherigen Rolle fällt) wieder, der vor allem wegen des damaligen "Verrates" und dem zwischenzeitlichen Tod der Mutter starken Groll gegen seinen engsten Verwandten hegt. Drei Jahre später haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt, sind die Gefühle aber geblieben. Während der frisch entlassene Kim Hyeok nun ehrbare Wege gehen will, der bei einem Rachefeldzug am Bein verletzte und dort verkrüppelte Lee sich mehr als schlecht über Wasser hält, und der Abtrünnige Jung nunmehr an der Spitze der Organisation steht, hat sich Kim Cheol in der Polizeiakademie und anschließenden Berufslaufbahn verdient gemacht. Ein Aufeinandertreffen untereinander und gegen die mit Blutpäckchen kostümierte Statisterie sind unvermeidlich.


Die größten und eigentlich bis auf winzige Details auch einzigen Änderungen in der "True Colors of a Hero"-Geschichte, die einst in besseren Zeiten von Woo, Chan Hing-kar und Leung Suk-wah geschrieben und von Tsui Hark produziert wurde, sind im ersten Viertel der im Groben ansonsten nahezu übereinstimmenden, deswegen (anders als Alexi Tans zwar auch nicht restlos überzeugenden, sich aber von Interner Link"Bullet in the Head" lösen könnenden, da gegen den Strich gebürsteten Interner Link"Blood Brothers") auch wenig eigenständigen, unpersönlich und letztlich uninteressant wirkenden Fassung zu finden. Ein Einstieg, der durchaus Potential bietet, aber teils mit und gleichzeitig teils auch ohne Vorkenntnis des Originals eher Verwirrung bis hin zur situativen Desorientierung und besonders dramaturgischen Verzögerung zur Folge hat. Und interessanterweise erst wieder mit dem konkreten Nacherzählen und Bebildern bereits bekannter Szenen sowie dem Einwerfen der Maschinengewehre den nötigen narrativen Boden erfasst.


Die Differenzen bleiben im Einzelnen marginal, im Gesamtkontext ergibt sich durch erstaunlich viel Weglassen bestimmter Kleinigkeiten – erstaunlich deswegen, weil die Neufassung fast 30 Minuten mehr Zeit in Anspruch nimmt – und dem Hauptaugenmerk auf ein reichlich stures, wenigstens maßvoll besetztes und sittsam gedrehtes Schuld-und-Sühne-Drama allerdings bald eine immerhin andere Sichtweise auf Figuren und ihre Perspektiven. Dabei ist der proklamierte Nordkorea/Südkorea-Aspekt nahezu komplett außen vor, das im Grunde genommen gleiche Alter aller vier Hauptpersonen allerdings ein durchaus auserkorener Kontrast zum '86er, wo Ti Lung und sein Ex-Krimineller / Ex-Sträfling und nun Geläuteter tatsächlich vom Reifegrad schon etwas gesetzter im Vergleich zu den anderen Beteiligten und so wie von vornherein über ihnen positioniert wirkte. Nicht bloß, dass er vom Geburtsjahr ein Jahrzehnt voraus, sondern auch noch ein auffällig häufig benutzter Schauspieler mit bereits langlebiger Karriere und eigentlich fast schon wieder weg von der Popularität und durch diverse schlechtere Erfahrungen gezeichnet war.


Außerdem ist der Neueintritt des Bruders in die bisher bekannte Konstellation die so schlechte Idee auch nicht, ändert sich zu Beginn spürbar das bisher geordnete Gefüge und wird die Nicht-Familienperson, der bisherige Waffenbruder schon ein wenig durch den genetischen Blutsbruder zur Seite geschoben. In den besten Momenten kommt hierbei gar die Frage nach der jetzigen Stellung des bisher ergebenen Kompagnons auf, bevor man sich wieder im zu treuen Update bzw. der die eigene Meinung verleugneten Kopie ergeht. Und letztlich ist gar der englische (Haupt)Titel von dem in der wörtlichen Übersetzung mit "A Person Without Country" noch eher Beschriebenen unzutreffend, streben alle Interessengruppen gar nicht nach vorn, sondern nach hinten, immer in der Aufbereitung eigentlich längst geschehener Ereignisse, am ungünstigsten immer ein und dasselbe und so stetig in der Vergangenheit zurück. Ein "Return To A Better Tomorrow", das sich vor lauter Tragik und Tränen ewig im Kreise dreht.


Stark im Streichen bisheriger Pinselstriche (die Familie der Brüder fehlt, die Freundin des Jüngeren, der neubegonnene Beruf des Älteren) und uninspiriert und uninteressiert an frischen Nuancen (das Erwähnen von Geschäftsbeziehungen mit russischen Gangstern, erst angerissene, dann vernachlässigte Polizeiarbeit), bleibt bei all den vielen Vorwürfen, traurigen Blicken und einsam verbrachten, nahezu desolaten und auf jeden Fall depressiv angehauchten Interner Link"Bittersweet Life" Stunden in dunkler Nacht und leerer Wohnung dann nur noch der Aufgriff der bereits herrschenden Denkart zurück. Die Kapitulation in der Nachahmung gerade der Schlüsselszenen, sprich und im Grunde genommen verständlicherweise die Action, die Quelle der Deutlichmachung, die damals wie heute durch ihre inszenatorische Einheit und auch aufgrund ihrer Ikonographie deutlich erkannter Vollkommenheit bestehen.


Neben dem bleihaltigen Showdown am Hafen, der hierbei durch die solide Koproduktion zwischen Südkorea, Hongkong, Japan und Thailand und dem verfügbaren Finanzvolumen von geschätzten 8,7 Millionen US-Dollar schon explosiv mit Feuerbällen, Granatwerfern und Munitionshagel um sich wirft, ist natürlich vor allem der Rachefeldzug im Alleingang im Auftakt interessant; bei dem zwar das einst durchlöcherte Japanische Restaurant gegen einen Massageparlor ausgetauscht, die Abfolge von Auftritt des Gunman bis hin zum Schussmassaker im engen Raum und dem zerstörten Knie beim Abgang als vorgegeben eingehalten wird. Hier wie auch bei einem Shootout im thailändischen Hinterwald vermag man schon mit Abschiedsgrüßen aus Schmutz-, Holz-, Wasser- und Blutpartikel auftrumpfen, ist auch nicht in der ästhetischen, aber der choreographischen und auch direkten statt indirekten Urteilskraft immer ein oder mehrere Schritte hinter der gar nicht so visuell anheimelnden, in der Rückbetrachtung weich-überbunten Urfassung.


Zu normalen DVD- und Blu-ray Version veröffentlicht Ascot Elite noch eine 3D-Disc, welche neben der 2D-Fassung ebenjene 3D-Version von "A Better Tomorrow 2K12" beinhaltet. Diese kann man getrost vergessen, denn sie leidet unter extremen Ghostings und wirkt auch ansonsten nicht sonderlich aufregend. Die 2D-Version bietet weitgehend eine gute Schärfe, was wiederum ein sehr detaillierten und knackigen Eindruck hinterlässt. Jedoch sorgt das mitunter extreme Bildrauschen für einen enormen Detailverlust. Hinzu kommt der sehr steil gewählte Kontrast, der für deutliche Überstrahlungen in hellen Flächen sorgt. Der Schwarzwert tendiert immer wieder ins Gräuliche und das Bild wird von einem milchigen Schleier überzogen. Defekte gibt es kaum, dafür arbeitet die Kompression nicht sonderlich sauber und zeigt immer wieder etwas Blockbildung. Ähnlichen geht es der 3D-Fassung, welche minimal plastischer wirkt, aber aufgrund der massiven Ghosting-Artefakte keinen Spaß macht. Ärgerlich ist zudem, dass beide Fassungen nur in 1080i vorliegen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder von der 2D-Version

Die deutsche Tonspur liegt, wie auch die koreanische, in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, klingt aber deutlich lauter und dadurch etwas räumlicher, da die Rears besser zur Geltung kommen. Dadurch klingt die Abmischung sehr voluminös und brachial, was in Actionszenen überzeugen kann. Hier werden Schießereien zu einem Erlebnis und lassen ein schönes Mittendringefühl aufkommen. Selbst der Score und die Umgebungsgeräusche werden gut abgemischt und der Subwoofer darf mit einem tiefen Basseinsatz auftrumpfen. Die Originalfassung klingt dagegen sehr flach und fronstlastig, wodurch die deutsche Fassung zu bevorzugen ist, obwohl die deutsche Synchronisation alles andere als gut ausfällt. Unverständlicherweise gibt es keine deutschen Untertitel, wodurch der koreanische Ton etwas sinnfrei erscheint.


Als Bonus gibt es nur ein paar Trailer und Texttafeln. Ein FSK-Wendecover existiert eider nicht. Insgesamt ein enttäuschendes Remake und eine etwas enttäuschende Veröffentlichung, bei der die 2D-Fassung völlig ausreicht, deren 1080i-Bild ebenfalls ernüchternd ist.


Film+++---
Bild+++/--Wertung der 2D-Fassung
++/---Wertung der 2D-Fassung
Ton++++/-
Bonus/-----


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