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UK 2011
Originaltitel:When The Lights Went Out
Alternativtitel:Speak No Evil
Länge:86:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Pat Holden
Buch:Pat Holden
Kamera:Jonathan Harvey
Musik:Marc Canham
Darsteller:Kate Ashfield, Nicky Bell, Alan Brent, Claire Catterson, Jacob Clarke, Hannah Clifford, Martin Compston, Morgan Connell, Matt Connor, Tasha Connor, Sean Corey, Peter Egan
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-50
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:20.11.2012 (Kauf)
Bonus:
  • Trailershow bei Disc-Start:
    • The Pact (1:52 Min, 1080p)
    • Identität Anonym (1:50 Min., 1080i)
    • One Way Trip 3D (1:24 Min., 1080p)
  • Deutscher Trailer (2:22 Min., 1080p)
  • Original Trailer (2:27 Min., 1080p)
  • Behind the Scene:
    • The Monk Scene (6:11 Min., 1080p)
    • Vicarage Scene (3:28 Min., 1080p)
  • Trailershow;
    • The Pact (1:52 Min, 1080p)
    • Identität Anonym (1:50 Min., 1080i)
    • One Way Trip 3D (1:24 Min., 1080p)
    • Priest of Evil (1:50 Min., 1080p)
    • 11-11-11 - Das Tor zur Hölle (1:41 Min., 576i)
    • Molly Hartley - Pakt mit dem Bösen (2:21 Min., 1080p)
    • Juan of the Dead (1:58 Min., 1080p)
    • Timbers Falls (2:09 Min., 576i)
    • Triangle - Die Angst kommt in Wellen (1:45 Min., 576i)
    • Der Sezierer (2:09 Min., 576i)
    • Wild Hunt (2:00 Min., 576i)
Yorkshire 1974: Als die Maynards in ein neues Haus ziehen, fühlt sich die 13jährige Sally dort von Anfang an nicht wohl. Bald stellt sich heraus, dass ihr Unbehagen berechtigt ist. In dem Haus geht Seltsames vor sich. Lampen schwanken, Dinge bewegen sich von alleine, plötzlich ist es eiskalt, Bilder fallen herunter. Ein echter Geist scheint hier am Werk zu sein und er konzentriert sich vor allem auf Sally. Die schwankt zwischen Angst und Faszination. Manchmal ist es, als würde eine unsichtbare Freundin mit im Haus wohnen. Dann fühlt sie sich wieder tödlich bedroht. Gibt es zwei Geister im Haus? Einen bösen und einen, der die Maynards und ganz besonders Sally schützen will?
"Poltergeist meets Der Exorzist"

Natürlich sollte man in diesen Vergleich nicht zuviel hinein interpretieren, doch in einigen Passagen der Geschichte ist er nicht zu weit hergeholt. Angeblich auf einer wahren Begebenheit beruhend, präsentiert einem Regisseur Pat Holden eine Geschichte, die zunächst wie ein üblicher Haunted House-Horrorfilm daherkommt, jedoch im letzten Teil der Story auch dezente Anlehnungen an die Thematik des Exorzismus erkennen lässt. Dabei sollte erwähnen sein, dass dieser nicht an einem Menschen sondern an einem Gebäude vorgenommen wird, was ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint. Nichtsdestotrotz entfaltet "When The Lights Went Out" von Beginn an eine sehr unheilvolle Grundstimmung und hält sich auch nicht mit einer langen Einführungsphase auf, denn schon nach wenigen Minuten beginnt der Spuk in der neuen Behausung der Familie Maynard. Dabei ist es zuerst die junge Sally, die mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert wird. Weil das Mädchen sowieso nicht umziehen wollte, glauben ihre Eltern im ersten Moment, dass sich ihre Tochter die ganzen Dinge nur ausdenkt. Ziemlich schnell sehen sie jedoch ihren Irrtum ein und sehen sich selbst immer wieder mit den Attacken einer übernatürlichen Kraft konfrontiert, die nichts Gutes im Sinn zu haben scheint.



Was man dieser britischen Produktion ganz besonders zu Gute halten muss, ist die Liebe zum Detail, denn die Ausstattung des Szenarios vermittelt dem Zuschauer den authentischen Eindruck, sich wirklich mitten in den 70er Jahren zu befinden. Dies fällt insbesondere bei der Innenausstattung des Hauses ins Auge, denn sämtliche Gegenstände sowie auch die herrlich hässlichen Tapeten verstärken das Gefühl, eine rückwärtige Zeitreise hinter sich zu haben. Teilweise schmerzen sogar die Augen ein wenig, denn die grellen und wirren Farb-Kompositionen mögen etwas ältere Zuschauer an eine Zeit erinnern, in der guter Geschmack anscheinend ein absolutes Fremdwort war.

Hier vermittelt es einem jedoch einen wunderbaren Einblick in das Lebensgefühl der damaligen Zeit und verleiht dem ganzen einige herrlich schräge Farbtupfer. Die tolle Ausstattung ist aber längst nicht alles, was diesen Film absolut sehenswert macht, denn Regisseur Pat Holden hat seiner Geschichte sämtliche Zutaten beigefügt, die für ein gruseliges Film-Erlebnis sorgen. Durch eine äußerst dichte Atmosphäre geprägt, entfalten sich durchgehend immer wieder extrem bedrohliche Momente, in denen immer mehr die Figur der Sally in den Vordergrund gerückt wird. Das junge Mädchen gerät dabei sogar in Lebensgefahr, scheint aber auf der anderen Seite einen hilfreichen Schutzengel an der Seite zu haben, der sie vor größerem Schaden bewahren will. Zum Ende hin bewahrheitet sich dann diese Vermutung, wobei ich nicht weiter darauf eingehen möchte, um niemandem die Spannung zu nehmen, die die gesamte Zeit über ganz ausgezeichnet aufgebaut wird.



Trotz aller Ernsthaftigkeit beinhaltet die Geschichte auch einige humorige Passagen, die einen streckenweise skurrilen Eindruck hinterlassen, aber dennoch nahezu perfekt in das Gesamtgefüge passen. Gemeint ist damit hauptsächlich das Verhalten von Sallys Eltern: die Mutter weigert sich trotz aller unheimlicher Vorkommnisse hartnäckig, das Spukhaus zu verlassen, und der Vater bietet sogar Führungen durch das Gebäude an, die er sich von den Besuchern selbstverständlich bezahlen lässt. Einerseits mag das ein wenig abwegig erscheinen, doch zeigt dieses Verhalten auch ganz eindeutig, dass die Erwachsenen die drohende Gefahr sehr lange nicht richtig einschätzen können. In der zweiten Filmhälfte ändert sich das jedoch schlagartig, denn die Bedrohung wird immer intensiver und die Attacken der übernatürlichen Kraft lassen eine Aggressivität erkennen, die lebensbedrohliche Züge aufweist. An diesem Punkt hält dann die Exorzismus-Thematik Einzug in das Geschehen, weiß man sich doch nicht mehr anders zur Wehr zu setzen und bindet die Kirche im Kampf gegen das Böse ein. Nun bekommt auch der Zuschauer eine Erklärung für die mysteriösen Ereignisse und kann diese ehemals lebenden Personen zuordnen. Am Ende der Geschichte wird man mit einem äußerst befriedigendem Gefühl aus einem Film entlassen, der eine sehr interessante Mischung aus Haunted House-Horror und Exorzismus-Thematik offenbart, die eigentlich jedem Freund dieser Filmart zusagen dürfte.


"When The Lights Went Out" erfindet das Genre sicherlich nicht neu, bietet aber erstklassige und sehr spannende Unterhaltung. Gut agierende Darsteller und eine sehr bedrohliche Grundstimmung sind die Stärken eines Filmes, der sich auf jeden Fall über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und den man bedenkenlos weiterempfehlen kann. Die herausragende Liebe zum Detail versetzt einen dabei fast vier Jahrzehnte in der Zeit zurück in die wilden 70er und spiegelt das Lebensgefühl dieser Zeit perfekt wieder. Insgesamt gesehen kann man Pat Holden nur zu diesem Werk gratulieren, das auf jeden Fall als Bereicherung des Genres angesehen werden kann.


Ascot Elite bietet eine überraschend gute Bildpräsentation, zumal "When The Lights Went Out" ein kostengünstig produziertes Filmchen ist, das mit einigen produktionstechnischen Mängeln zu kämpfen haben. Doch kann man von einer gelungenen Detailzeichnung und einer überzeugenden Schärfe sprechen, die nur selten minimal abfällt. Der Bildeindruck ist sehr plastisch und wartet mit einer guten Durchzeichnung auf, die aber nicht konstant gehalten werden kann. Auch der Kontrast bietet eine gute Balance zwischen hellen und dunklen Bildbereichen, wurde aber etwas hart gewählt. Der Schwarzwert fällt meist satt aus, lässt oftmals aber feine Details absaufen, während in dunklen Bildbereichen der Rauschfaktor zunimmt. Die Farbgebung erweist sich als kräftig und wurde als Stilmittel angepasst, wodurch die Farbpalette erdig wirkt. Defekte, Schmutz oder Kompressionsprobleme sind nicht auszumachen.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und bieten optional deutsche Untertitel. Klanglich gibt es nicht zu meckern. Dialoge sind sehr gut zu verstehen, klingen in beiden Sprachfassungen gut ausbalanciert und ordnen sich nicht dem restlichen Soundmix unter. Es gibt immer wieder einige gut platzierte Surroundeffekte, die für eine ordentliche Räumlichkeit sorgen, ohne mit vielen direktionalen Effekten oder einem übermäßig kräftigen Bass zu glänzen. Hinzu kommt ein sauber abgemischter Soundtrack, der die gruselige Atmosphäre des Films unterstreicht.
Weitgehend befinden sich nur Trailer auf der Disc, wobei nur zwei zum Film gehören, während es mit zwei kurzen Behind the Scenes zumindest einen kleinen, aber nicht sonderlich interessanten Einblick in die Produktion gibt.


Spannend, atmosphärisch und manchmal auch mit toller Situationskomik durchzogen bietet "When The Lights Went Out" wunderbar schaurige Gruselkost, die man sich unbedingt zu Gemüte führen sollte. Natürlich wird es auch wieder etliche Leute geben, die diesem Werk nichts oder nicht viel abgewinnen können, doch sollte sich jeder selbst ein Bild darüber machen. Ich fühlte mich prächtig unterhalten und kann so bedenkenlos eine absolute Empfehlung an alle aussprechen, die gute Horror-Thriller zu schätzen wissen. Die Disc wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert und überzeugt mit einer guten Bild- und Tonqualität. Das Bonusmaterial ist dafür kaum der Rede wert.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus/-----


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