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UK, IT, USA 1989
Originaltitel:King of New York
Alternativtitel:King of New York - König zwischen Tag und Nacht
Länge:103:09 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre (Hauptfilm ab 16 Jahre)
Regie:Abel Ferrara
Buch:Nicholas St. John
Kamera:Bojan Bazelli
Musik:Joe Delia
SFX:Dan McMahon
Darsteller:Christopher Walken, Wesley Snipes, Laurence Fishburne, David Caruso, Steve Buscemi, Theresa Randle, Victor Argo, Janet Julian, Joey Chin, Giancarlo Esposito, Paul Calderon, Leonard L. Thomas
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:1080p, MPEG-4 AVC / PAL
Medium:BD-25 / DVD-9
Regionalcode:B / 2
Bildformat:1,78:1 / 1,78:1 (anamorph)
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (dt., engl.), DTS-HD Master Audio 2.0 (dt.),
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Mediabook
Blu-ray-Start:23.04.2013 (Kauf)
Bonus:
  • 12seitiges Booklet
Blu-ray:
  • Audiokommentar mit Regisseur Abel Ferrara
  • Audiokommentar mit Joe Delia, Mary Kane, Randy Sabusawa und Anthony Redman
  • Teaser (1:06 Min., 1080p)
  • UK Trailer (2:39 Min., 1080p)
  • US Trailer (1:40 Min., 1080p)
  • Possession: Interview mit Abel Ferrara (27:06 Min., 576i)
  • Trailershow:
    • Harry Brown (1:49 Min., 1080p)
    • La Linea 2 (1:59 Min., 576i)
    • Gangster's Paradise (2:06 Min., 576i)
    • 50 Dead Men Walking (1:42 Min., 576i)
    • 44 Inch Chest (1:47 Min., 576i)
DVD:
  • Laufzeit: 98:57 Minuten
  • Tonformate: Dolby Digital 5.1 (dt., engl.), Dolby Digital 2.0 Stereo (dt.)
  • Audiokommentar mit Regisseur Abel Ferrara
  • Audiokommentar mit Joe Delia, Mary Kane, Randy Sabusawa und Anthony Redman
  • Teaser (1:06 Min.)
  • UK Trailer (2:39 Min.)
  • US Trailer (1:40 Min.)
  • Possession: Interview mit Abel Ferrara (27:06 Min.)
  • Trailershow:
    • Harry Brown (1:56 Min.)
    • La Linea 2 (1:59 Min.)
    • Gangster's Paradise (2:06 Min.)
    • 50 Dead Men Walking (1:42 Min.)
    • 44 Inch Chest (1:47 Min.)
Nach einer langen Haftstrafe kehrt Frank White zu seiner treu ergebenen Gang zurück, deren Mitglieder der schießwütige Jimmy Jump, Test Tube und White's attraktive Anwältin Jennifer sind. Sie nisten sich im Trump Plaza ein und beginnen die Mitglieder anderer Gangs auszulöschen, um ihr Revier wieder unter Gewalt zu bekommen und um den gewohnten Drogen- und Sex-Geschäften nachgehen zu können. Doch plötzlich entwickelt White mehr und mehr ehrenhafte Ambitionen wie z. B. einen Großteil des Drogengeldes für wohltätige Zwecke zu spenden. Eine Gruppe von harten Cops, die Frank White den plötzlichen Geisteswandel nicht abkauft, beschließt abseits der Legalität gegen ihn vorzugehen.
Für den Mainstream ungewohnt kompromisslos und stilsicher inszeniert Regisseur Abel Ferrara ("Ms. 45", "Bad Lieutenant") sein "King of New York" als düsteres Gangsterdrama, in dem Christopher Walken ("The Deer Hunter", "A View to a Kill") als kriminelles Bandenoberhaupt Frank Black einmal mehr eine beeindruckend ausstrahlungsstarke Performance abliefert.


Nach seinem mehrjährigen Knastaufenthalt kehrt die ehemalige Größe des organisierten Verbrechens geläutert in seine alte Wirkungsstätte, der Bronx, zurück, um dort feststellen zu müssen, dass sich die Lage der Bewohner seit seiner Verurteilung noch weiter verschlechtert hat. Black kann sich diesen Zerfall nicht weiter mit ansehen und kündigt als selbstlose Wiedergutmachung an, zumindest das Bezirkskrankenhaus zu retten. Doch er plant mehr als das zu tun.


"King of New York" ist die Geschichte eines Verbrechers, der etwas zum Positiven verändern will. Black plant seinen Einstieg in die Politik, um etwas für New Yorks unbequemsten Stadtteil zu tun. Doch dafür braucht er Geld und Einfluss, also schlägt er den einzigen Weg ein, den er kennt – den des Verbrechens. Gnadenlos räumt er unter den lokalen Unterweltgrößen für den guten Zweck auf und reißt das Drogengeschäft an sich, um seinen Wechsel zu finanzieren und zumindest das skrupellose Vorgehen seiner Konkurrenten zu unterbinden. Ferrara verpackt diesen Werdegang in eine sehr düstere Optik, der mitunter schon etwas Postapokalyptisches anhaftet.
"King of New York" spielt fast durchgängig bei Nacht und hält neben den vielen unwirklichen Orten jede Menge bedrohliche Spelunken, Gassen und Hinterhöfe breit. Das wirklich gnadenlose Ausradieren anders denkender Unterweltler wird in brutalen, bluttriefenden Shootouts gezeigt. Doch auch für die eine oder andere Verfolgungsjagd ist Ferrara zu haben. Farbfilter, durchdringender Regen und fast schon surreal anmutende Neonreklamen und Lichtermeere erhellen diesen Sündenpfuhl.


Inmitten dieses Strudels aus Drogen, Gewalt und Prostitution kann Black auf einen einflussreichen Anwalt bauen, der ihm stets den Rücken freihält. Den hat er auch bitter nötig, denn die Cops hängen ihm fanatisch am Hacken. Um jeden Preis wollen sie ihn wieder hinter Gittern bringen. Da hilft auch die Erklärung seiner Ziele nicht viel. Ferrara stellt dabei die Cops überraschend dimensional dar. Die in ihrem Beruf für ihre Ziele (Ausschalten von Black) auch mal das Gesetz brechenden und Lynchjustiz übenden, emotionalen Polizisten, sind Ehemänner, Väter und Großväter, die für ein besseres New York in den Kampf ziehen. Aufgewertet wird "King of New York" durch seine exquisite Besetzung der Nebenrollen. Insbesondere Laurence Fishburne ("Fled", "The Matrix") sticht dabei als schießwütiges Großmaul an Walkens Seite heraus. Auf der Seite der Cops machen David Caruso ("Kiss of Death", "CSI: Miami"), der nie den Durchbruch schaffte, ein noch junger, unbekannter Wesley Snipes (Interner Link"Demolition Man", Interner Link"Blade") und ein sehr ruhiger und nachdenklicher, in früheren Jahren immer wieder in Nebenrollen bei Scorsese zu sehender Victor Argo auf sich aufmerksam.


Durchzogen wird dieses bedrückend pessimistische Werk (Mal ehrlich, wer glaubt an ein Happy End?) nicht nur von Referenzen an "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens", Interner Link"Frankenstein" und Interner Link"Scarface", sondern auch Verrat, falschen Freunden und der in Black wachsenden Gewissheit, dass sein Wille die Dinge zu verändern einfach nicht ausreicht, um wirklich etwas bewegen zu können. Souverän, antiklimatisch und mit einer vibrierenden Ruhe lässt Ferrara sein Werk ausklingen. Keine finale Schießerei und keine Verfolgungsjagd, sondern zwei Männer, die sich längst von den Menschen, die sie umgeben und nicht verstehen, isoliert und entfremdet haben und deswegen ganz allein sterben werden.


Ascot Elite veröffentlichte "King of New York" in der ungekürzten und zu jenem Zeitpunkt immer noch indizierten Fassung als 2-Disc-Edition im Hochglanz-Mediabook. Während das Mediabook bereits im April erfolgreich unter der Ladentheke seinen Besitzer wechselte, strich die BPjM den Thriller im Juni vorzeitig von der Liste der jugendgefährdeten Schriften. Daraufhin ließ Ascot Elite den Film von der FSK neu prüfen und erlangte eine Freigabe ab 16 Jahren. Das Mediabook trägt dennoch ein ablösbares 18er Siegel aufgrund des Bonusmaterials. Die zweite Disc ist zwar lediglich eine DVD-Version des Films, diese kann sich bildtechnisch aber, wie auch der aktuelle HD-Transfer durchweg sehen lassen. Das Bild von "King of New York" war schon immer etwas weich und zeigte eine etwas reduzierte Farbpalette, bietet in der MPEG-4 kodierten HD-Variante allerdings genügend tolle Momente. Besonders in Nahaufnahmen offenbart der Transfer viele Details und in den Totalen reicht die Schärfe aus, um ein angenehm plastisches, detailreiches Bild zu präsentieren. Der Kontrastumfang ist ebenfalls sehr gut und balanciert helle und dunkle Bildbereiche aus. Der Schwarzwert ist ordentlich, könnte teilweise aber etwas satter ausfallen. Die etwas blasse, aber durchweg natürliche Farbgebung passt perfekt zur Großstadtatmosphäre. Defekte und Verunreinigungen sind nur selten zu sehen, lediglich der Bildstand könnte etwas ruhiger arbeiten. Das konstante und feine Filmkorn scheint intakt. Der Transfer kommt ohne Kompressionsprobleme aus.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und klingen sehr frontlastig. Dafür wird dem Zuschauer eine sehr klare Dialogwiedergabe spendiert, bei der Stimmen sehr gut ausbalanciert aus dem Center kommen. Der Score hallt sehr angenehm über die Kanäle und unterstreicht die Atmosphäre des Films. Nebengeräusche werden sehr sauber und detailliert wiedergegeben. Insgesamt könnte der Mix aber räumlicher sein, weil sich vor allem im Effektbereich wenig tut. Dennoch ein guter Mix mit einer guten Hochtonwiedergabe. Die deutsche Tonspur liegt noch in einer ebenfalls guten Stereofassung vor, und die Synchronfassung ist erstmals wieder komplett. Entgegen der Angabe auf dem Mediabook gibt es keine deutschen Untertitel, weder auf der BD noch auf der DVD.


Das Bonusmaterial ist nicht so umfangreich wie bei der US-Disc, enthält dafür aber beide Audiokommentare. Jener mit Regisseur Abel Ferrara ist aufgrund fehlender deutscher Untertitel und Ferraras gebrochenem Englisch äußerst schwer verständlich. Der Informationsgehalt ist allerdings enorm hoch, was auch für den Kommentar mit Joe Delia, Mary Kane, Randy Sabusawa und Anthony Redman gilt, bei dem der Zuschauer viel über die Produktion, die Entstehung und Hintergründe erfährt. Desweiteren gibt es noch Trailer und Teaser sowie ein 27minütiges Interview mit Abel Ferrara zu sehen, der sein Gangsterdrama nach einigen Jahren Revue passieren lässt und ausführlich auf die Entstehung des Klassikers eingeht. Hier gibt es diesmal optional deutsche Untertitel. Zum Schluss kann man sich noch ein paar Trailer weiterer Ascot-Titel anschauen. Dem Mediabook liegt noch ein 12seitiges Booklet mit einem lesenswerten Text von Marcus Stiglegger bei.


Gelungenes Gangsterdrama von Abel Ferrara, das aufgrund seines unbequemen Stils Schwierigkeiten hat, sein Publikum zu finden. Wer sich auf diese zutiefst trostlose Geschichte, in der ein Krimineller eigentlich nur Gutes vollbringen will und deswegen von allen Seiten attackiert wird, jedoch einlässt, wird nicht nur eine atemberaubende Optik, sondern einen mal wieder ausnahmslos starken Christopher Walken sehen. "King of New York" bleibt damit ein überraschend vielschichtiger, wenn auch inhaltlich nicht sonderlich innovativer Nischenfilm, auf den man sich einlassen muss. Das vorliegende Mediabook ist sein Geld wert, auch wenn das Fehlen der deutschen Untertitel für den Hauptfilm und den Audiokommentaren sehr ärgerlich ist.


Film+++++/
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


Druckbare Version
News"King of New York" erscheint im Mediabook.
King Of New York
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