Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
HK 2006
Originaltitel:Hak se wui yi wo wai kwai
Alternativtitel:Election 2 - Machtkamp der Triaden
aka. Harmony Is a Virtue
aka. Triad Election
Länge:88:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Johnnie To
Buch:Nai-Hoi Yau, Tin-Shing Yip
Kamera:Siu-keung Cheng
Musik:Robert Ellis-Geiger
SFX:Stephen Ma
Darsteller:Simon Yam, Louis Koo, Wong Tin Lam, Gordon Lam Ka-Tung, Nick Cheung Ka Fai, Mark Cheng, Eddie Cheung, Lam Suet, Andy On, Tam Ping Man, Cherrie Ying, You Yong
Vertrieb:e-m-s / 3L
Norm:1080i / VC-1
Medium:BD-25
Regionalcode:B
Bildformat:2,35:1
Tonformat:DTS-HD Master Audio 5.1 (dt.), Dolby Digital 5.1 (kor.)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:SeastoneCase mit Wendecover
Blu-ray-Start:26.11.2009 (Kauf)
Bonus:
  • Deutscher Originaltrailer (2:08 Min., 576i)
  • Originaltrailer (2:08 Min., 576i)
  • Making of (7:06 Min., 576i)
  • Interview mit Simon Yam & Johnnie To (10:37 Min., 576i)
  • Trailershow:
    • Oldboy (2:12 Min., 576i)
    • Lady Vengeance (1:59 Min., 576i)
    • Until Death (2:10 Min., 576i)
    • Cry Wolf (2:24 Min., 576i)
    • 11:14 (1:35 Min., 576i)
    • Revenge of the Warrior (3:03 Min., 576i)
Die Mitglieder der Wong Sing Triade haben sich über die letzten zwei Jahre fett gefressen. Ihre Brieftaschen sind so dick wie schon lange nicht mehr. Das haben sie vor allem ihrem Boss, Lok, zu verdanken. Nun stehen wieder Wahlen an. Kandidaten für den Posten gibt es wenige und nur Jimmy, der über die letzten Jahre mit Raubkopien eine Menge Geld erwirtschaften konnte, scheint der richtige Mann für das Amt zu sein. Doch der ist nicht interessiert. Ihm geht es ums Geschäft und in die Angelegenheiten der Triaden möchte er sich nicht einmischen. So beginnt Lok sich in den Gedanken, für weitere zwei Jahre dieses Amt auszufüllen, zu verlieben und entscheidet sich, entgegen der Tradition, erneut zu kandidieren. Hongkongs Polizei, die in Jimmy einen geringeren Gefahrenherd als in Lok sieht, verspricht ihm, für den Fall, dass er der neue Anführer Hongkongs Unterwelt werden sollte, seinen Handelsgeschäften nicht in die Quere zu kommen und diese sogar zu unterstützen - der erste Schritt zu einem erbitterten "Wahlkampf", den der Verlierer mit dem Leben bezahlt.
Hatte Johnnie To in Interner Link"Election" schon begonnen, die Triaden-Kultur von Attributen wie Ruhm, Stolz und Ehre zu befreien, so macht er durch "Election 2" endgültig Nägel mit Köpfen. Nachdem die zuletzt mit Spannung erwarteten Interner Link"PTU" und "Breaking News" ein wenig enttäuschend ausfielen, legt der Regisseur endlich mal wieder ein richtig starkes Werk vor, das man trotz seiner Zweiteilung unbedingt als ein zusammenhängendes, kausal aufeinander aufbauendes Gesamtwerk betrachten sollte. Denn eine Kenntnis des Vorgängers ist fast Pflicht: Wir steigen sofort mitten ins Geschehen ein.



Als Arbeitsmaterial wurde aus dem Interner Linkersten Teil nicht nur das altbekannte Figureninterieur um Gangsterboss Lok mitgebracht, vor allem auf das Bild einer schattenhaft wie ein Geschwür im Herzen Hongkongs sitzenden Triaden-Subkultur wird aufgebaut. Mehrmals wird darauf verwiesen, wie fest das in hierarchischen Familien organisierte Verbrechen in der Gesellschaft verankert ist und wie sinnlos das Unterfangen der Justiz ist, diese Verankerung zu lösen. Tatsächlich gibt es in "Election 2" einen Moment der polizeilichen Kapitulation; man findet sich mit einem kleineren Übel ab und beginnt die Triaden zu akzeptieren, als man versucht, die interne Struktur nicht zu zerstören, sondern sie wenigstens transparent zu machen, so lange sie unzerstörbar ist.


Ein bitteres Bild der Anklage gegen die Unfähigkeit des Gesetzes, einer Form der kriminellen Organisation den Garaus zu machen. Das Bild wird umso bitterer, zieht man in Betracht, wie To die Triaden charakterisiert: als Nutzkollektiv mit den darwinistischen Charakteristika einer Kakerlake. Zwar durch demokratische Wahlen organisiert, behaftet mit Traditionen von pseudohaftem Charakter (Ein ungeschriebenes Gesetz der Wong Sing-Triade besagt, dass der Boss zweijährlich wechseln muss und der amtierende Mann freiwillig zurücktreten sollte), aber letztendlich doch mit Individuen, die durch Eigennutz und Korruption getrieben werden und ihren eigenen Kopf über Wasser halten, indem sie die Köpfe anderer untertauchen.


Dass dieses Vorgehen keinen "Godfather"-Charakter besitzt, sondern ganz im Gegenteil meilenweit entfernt ist von ehrenvollem Handeln, zeigt To in den Gewaltszenen, die den organisatorischen Dialogcharakter des Films immerzu unterbrechen, um Spannungsspitzen einzubauen. Im aus Interner Link"Election" bekannten Stil werden im Weg stehende Gangsterfiguren im politischen Schachspiel aus dem Weg geräumt - zynisch, hart und brutal. Dabei wird gerne abgeblendet oder die Akustik zugunsten einer ungemütlichen Melancholie einfach abgeschaltet, so dass man zwar die auf Menschenschädel einschlagenden Gegenstände sieht, nicht jedoch das passende Geräusch dazu. "Election 2" ist wieder kein Gewaltfilm in "Bloodshed"-Manier, aber die psychische Wirkung der Bilder ist durch die Beharrlichkeit der Peiniger und die Ausweglosigkeit der Opfer ausgesprochen hoch. Das Töten hat keinerlei befriedigenden Charakter - es ist mehr noch als nur ein notwendiges Übel, nämlich eine elende Qual. Die Schicksale der Opfer bahnen sich hinterfotzig auf leisen Sohlen an.


Im Grunde zeigt "Election 2", wie die Triadenkultur an sich selbst scheitert, weil sie zu spät erkennt, dass das durch die Wahlen gefestigte demokratische System nichts ist als Fassade. Zur gleichen Zeit jedoch scheitert auch das Gesetz, das diesmal deutlich seltener in Erscheinung tritt. In dieser Welt beginnen die Pfeiler einer ganzen Gesellschaft zu bröckeln. Die Misskonzeption der Wong Sing-Triade breitet sich aus und zieht den Körper mit sich in den Abgrund, in den sie sich eingenistet hat. Und langsam bildet sich das Gefühl heraus, dass die strukturellen und teils auch inhaltlichen Simplifizierungen des Interner Linkersten Teils mit dem Ausbau der Reihe nichtig werden.


e-m-s veröffentlicht auch "Election 2" ungekürzt auf Blu-ray. Allerdings liegt der Transfer nur in 1080i vor, was gerade bei asiatischen Produktionen keine Seltenheit darstellt. Bildtechnisch ist dieser Teil deutlich besser als sein Interner LinkVorgänger: Dem Zuschauer wird eine gute Schärfe mit einer hohen Detailzeichnung präsentiert. Leider wurde das Bild nachgeschärft und zeigt demzufolge unschöne Doppelkonturen, was nicht hätte sein müssen. Der Kontrast balanciert sämtliche Bildbereiche ordentlich aus und zeigt einen tadellosen Schwarzwert. Schmutz und Defekte stellen kein Problem dar und selbst Rauschen ist für den Transfer kein Thema. Die Farbdarstellungen wurde sehr natürlich und realistisch gewählt und die wenigen genutzten Stilmittel gehen niemals zu Lasten der Bildqualität. Insgesamt ein sehr guter Transfer, der keine Blockartefakte oder sonstige Kompressionsmängel offenbart.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Wie bereits Interner LinkTeil 1 ist auch "Election 2" kein Actionfilm im herkömmlichen Sinne, weshalb die Frontkanäle am meisten beansprucht werden und die Rears überwiegend für den Score und dezente Umgebungsgeräusche herhalten müssen. Das klingt sehr harmonisch. Trotzdem beide Tonspuren etwas frontlastig ausfallen, erzeugt der Score eine angenehme Räumlichkeit. Wenn nötig darf der Subwoofer nochmal etwas Gas geben und in den wenigen Momente, in dem es wirkliche Action zu sehen gibt, werden die Effektkanäle sogar richtig gut einbezogen. Der deutsche DTS-HD-Upmix klingt lediglich etwas lauter und kraftvoller als der Original-Mix. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten, wobei die deutsche Synchronisation diesmal um einiges besser ausgefallen ist.

Beim Bonusmaterial ändert sich kaum etwas zum Interner Linkersten Teil. Obligatorische Trailer, eine e-m-s-Trailershow und ein kurzes Making of, welches zwar einen kleinen, knapp 7-minütigen Einblick hinter die Kulissen gewährt, insgesamt aber wie auch das 10-minütige Interview mit Simon Yam und Johnnie To, sehr werbelastig ausgefallen ist, müssen ausreichen.


Johnnie To gelingt das seltene Kunststück, den Vorgänger noch zu übertreffen. Er versteht es, die Fäden konsequent weiterzuspinnen und aus der Konstruktion von Interner Link"Election", der noch einer Suche nach dem heiligen Gral glich (symbolisch stand hier ein Schlüssel und dessen Besitz für die von allen Parteien angestrebte Machtposition), die weiterreichenden Folgen zu entwickeln. Auch wenn für diesen Mehrwert eine geringe Einbuße an Unterhaltungswert in Kauf genommen werden muss. Technisch gesehen kann die ungekürzte Blu-ray von "Election 2" auf ganzer Linie überzeugen. Wer den Interner Linkersten Teil bereits gesehen hat, sollte hier zugreifen. e-m-s liefert die Disc mit einem FSK-Wendecover aus. Mittlerweile ist "Election 2" zusammen mit Interner LinkTeil 1 als Double-Feature auf Blu-ray erhältlich.


Film++++/-
Bild++++/-
Ton++++/-
Bonus++----


Druckbare Version
  
Election 2
Election
Election
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.