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USA 1976
Originaltitel:Marathon Man
Alternativtitel:Marathon Mann, Der
Länge:125:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Schlesinger
Buch:William Goldman
Kamera:Conrad L. Hall
Musik:Michael Small
SFX:Richard E. Johnson, Charles Spurgeon
Darsteller:Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider, William Devane, Marthe Keller, Fritz Weaver, Richard Bright, Marc Lawrence, Allen Joseph, Tito Goya, Ben Dova, Lou Gilbert
Vertrieb:Paramount
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Surround, DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Portugisisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Verpackung:SeastoneCase mit FSK-Wendecover
Blu-ray-Start:02.05.2013 (Kauf)
Bonus:-
Babe Levy, der marathonlaufende jüngere Bruder des amerikanischen Doppelagenten Doc Levy, gerät völlig ahnungslos in die Intrigen und Auseinandersetzungen um die Diamanten des ehemaligen KZ-Arztes Georg Szell. Er wird gefoltert und entgeht nur mit knapper Not den Anschlägen eiskalter Killer, die für den Abtransport der hochkarätigen Brillanten engagiert wurden...
Sieben Jahre nach dem sie mit "Asphalt Cowboy" einen Klassiker schufen, arbeiteten Dustin Hoffman, der mittlerweile zum Weltstar geworden war, und Regisseur John Schlesinger erneut an einem Film zusammen. Als Story wurde dabei der Roman "Der Marathon Mann" von William Goldman zu Grunde gelegt, der von Goldman persönlich in Drehbuchform gebracht wurde. Mit einer für damalige Verhältnisse absoluten Topbesetzung entstand so ein großartiger Thriller, der bis heute nichts von seinem Reiz und seiner Spannung verloren hat.



Dustin Hoffman spielt den Geschichtsstudenten Thomas Babington Levy, genannt Babe, der an seiner Dissertation zum Thema der McCarthey Ära sitzt. Sein Vater hatte sich unter dem Druck der Verfolgung von Andersdenkenden das Leben genommen, was bei Babe zu einem einschneidenden Erlebnis wurde. Der passionierte Marathonläufer wird durch seinen plötzlich auftauchenden Bruder Doc (Roy Scheider), in eine tödliche Geschichte verwickelt. Doc arbeitet für den Geheimdienst und ist auf der Jagd nach dem gefürchteten KZ Arzt Szell, der in Südamerika im Exil lebt. Als Szell gezwungen ist in die USA zu reisen nehmen die Ereignisse ihren Lauf.



Mehr von der Handlung zu verraten wäre fatal, da der Film mit einer Vielzahl von geschickten und unerwarteten Wendungen aufwarten kann und Babe sich zu keinem Zeitpunkt sicher sein kann, wem er trauen kann. Schlesinger erzählt dabei die ersten 45 Minuten 3 Handlungsstränge parallel, ohne den Zuschauer über die Zusammenhänge zu informieren, erst als alle drei Stränge letztlich nach New York führen, ergeben die Szenen einen Sinn und entwickeln sich zu einem an Spannung kaum mehr zu überbietenden Thriller. Schlesinger erzählt zugleich eine Abrechnung mit der Geschichte, auf der einen Seite der KZ Arzt, der bestialische Versuche an Menschen durchführte und sich vor der Verantwortung nach Südamerika flüchtete, auf der anderen Seite den Studenten Babe, dessen Vater auf Grund seiner Meinung und politischen Ansichten verfolgt wurde und sich letztlich umbrachte. So ist Babes Handeln zugleich eine Bewältigung der grauenvollen Vergangenheit, die letztlich auch Szell symbolisiert.



Neben dem wie immer großartig agierenden Dustin Hoffman ist es insbesondere Laurence Livierals Szell, der dem Film seinen Stempel aufdrückt. Die tödliche Kälte und den latenten Wahnsinn spürt und sieht man in jeder einzelnen Einstellung in der Schlesinger dem Zuschauer Laurence Olivier präsentiert. Auch die Folterung Babes mittels durch Szell und die nackte pure Bedrohung die dabei aus dem zumeist schweigsamen Oliver ausgehen rechtfertigen die Oscarnominierung mehr als eindeutig. Doch auch die weiteren Darsteller überzeugen auf ganzer Linie. Roy Scheider als Babes Bruder Doc, der trotz aller Liebe zu seinem Bruder doch selber etwas unberechenbares und bedrohliches Ausstrahlt zeigt einmal mehr warum er zu den besten Schauspielern der 70er Jahre gezählt wurde. Auch William Devane und Marthe Keller spielen großartig, wobei insbesondere Deavane herrlich zwielichtig spielt und den Zuschauer zu keinem Zeitpunkt in Sicherheit wiegen kann.

Die Atmosphäre des Films strahlt eine enorm bedrohliche Stimmung aus. Die dunklen Straßen New Yorks tun dabei ein übriges um den Zuschauer in den Bann des Film zu ziehen. Kameramann Conrad Hall gelang es großartige Bilder einzufangen, die sich nicht aufdrängen aber doch zu fesseln wissen.



Die deutsche Blu-ray muss mal wieder ohne Bonusmaterial auskommen, was gerade bei diesem Klassiker mehr als ärgerlich ist. Altersbedingt wird dem Zuschauer aber zumindest ein solider HD-Transfer spendiert, der wenigstens nicht durch einen extremen Einsatz von Rauschfiltern weichgezeichnet wurde. So erreicht die Schärfe ordentliche Werte und auch der Detailbereich darf als weitgehend gut bezeichnet werden. Besonders in Nahaufnahmen offenbaren sich viele Details, die man bei der DVD-Umsetzung hätte nur erahnen können. Konturen wurden sauber gezeichnet und auch wenn das Bild nicht sonderlich plastisch wirkt und weitgehend auf eine Nachschärfung verzichtet wurde, ist das HD-Bild als solches zu erkennen. Das Filmkorn ist intakt und zeigt eine konstante, aber nicht sonderlich penetrante Körnung. In dunklen Szenen zeigt sich ein stärkeres Bildrauschen, aber nur selten unschönes Digitalrauschen. Der Kontrast arbeitet solide und balanciert helle und dunkle Bildbereiche gut aus, wobei in dunklen Bildbereichen immer wieder Details verloren gehen. Die Farben wirken etwas ausgewaschen, aber natürlich, und Defekte, sowie Verschmutzungen sind kaum auszumachen. Alles in allem in Ordnung und besser als die alte DVD-Umsetzung.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Der deutsche Monoton klingt reichlich dünn und im direkten Vergleich zum englischen Original gehen viele Nebengeräusche verloren. Dafür sind die Stimmen gut zu verstehen, verzerren kaum im Hochtonbereich und der Mix klingt nicht so dumpf wie erwartet. Der englische Dolby TrueHD-Mix klingt hingegen etwas offener, spielt sich aber ebenfalls weitgehend im Frontbereich ab, bietet eine etwas klarere Soundkulisse und kann feinere Nebengeräusche überraschend präzise wiedergeben. Dynamik und Effekte sind nicht nur wegen des hohen Altes nicht zu erwarten. Optional gibt es diverse Untertitel.


Schlesinger ist es mit "Der Marathon Mann" gelungen einen großartigen Roman in ein würdiges Filmkorsett zu zwängen ohne dabei die Spannung und die Atmosphäre zu verlieren, einzig durch die etwas langatmige Einführung und einen dafür etwas gehetzt wirkenden Schluss verliert der Film minimal an Stimmigkeit. Trotzdem ein großartiger Thriller, der insbesondere durch die Darstellerische Leistung von Hoffman und Olivier zu einem Muß für jeden Thriller Fan wird. Paramount ist hier ene solide HD-Umsetzung gelungen, doch wer auf den deutschen Ton verzichten kann, greift lieber zur US-Disc, welche reichlich Bonusmaterial enthält.


Film+++++/
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus------


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