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USA 1986
Originaltitel:Henry - Portrait of a Serial Killer
Länge:82:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:John McNaughton
Buch:John McNaughton, Richard Fire
Kamera:Charlie Lieberman
Musik:Ken Hale, Steven A. Jones, Robert McNaughton, Mic
SFX:Lee Ditkowski
Darsteller:Michael Rooker, Tom Towles, Tracy Arnold, Anne Bartoletti, Mary Demas, David Katz, Kurt Naebig, Rick Paul, Waleed B. Ali, Eric Young
Vertrieb:Bildstörung
Norm:1080p / MPEG-4 AVC
Medium:BD-25
Regionalcode:A,B,C
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Linear PCM 2.0 Mono (dt.), Linear PCM 2.0 Stereo (engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Schuber
Blu-ray-Start:26.10.2012 (Kauf)
Bonus:
  • 24seitiges Booklet
Disc 1 (Blu-ray): Hauptfilm
  • Audiokommentar von Regisseur John McNaughton
  • Original Trailer (1:50 Min.)
  • Trailershow:
    • Im Glaskäfig (2:19 Min., 576i)
    • Possession (2:37 Min., 576i)
    • Ein Kind zu töten... (1:49 Min., 576i)
    • Leben und Tod einer Pornoband (1:46 Min., 576i)
    • Gandu - Wichser (1:27 Min., 576i)
    • Bad Boy Bubby (1:49 Min., 576i)
    • La Bete (1:34 Min., 576i)
    • Lärm & Wut (1:34 Min., 576i)
    • Das 10. Opfer (2:25 Min., 576i)
Disc 2 (DVD): Bonusmaterial
  • Making of (52:33 Min.)
  • Deleted Scenes & Outtakes (20:12 Min.)
  • Interview mit Regisseur John McNaughton (30:32 Min.)
  • The Serial Killers: Henry Lee Lucas (26:09 Min.)
  • Gespräch mit John McNaughton (22:15 Min.)
  • Britische Zensurgeschichte (15:16 Min.)
  • Storyboards (5:02 Min.)
  • Setfotos (1:21 Min.)
Downtown Chicago: Henry (Michael Rooker) und sein älterer Kumpel Otis (Tom Towles) hausen in einem heruntergekommenen, viel zu kleinen Appartement. Die beiden kennen sich aus dem Gefängnis, das schweißt zusammen. Viel Dosenbier, ab und zu eine Gameshow im Fernsehen - ein bisschen Spaß muss sein bei all dem Frust. Gelegentlich verschwindet Henry ohne Erklärung und hat bei seiner Rückkehr Gegenstände dabei, die Otis noch nie gesehen hat. Dass Henry auf seinen Streifzügen mordet, erfährt Otis erst später ...
Dieses zur damaligen Zeit aufsehenerregende Regie-Debüt von John McNaughton (Interner Link"Wild Things") zählt wohl ganz eindeutig zu den Klassikern unter den Serienkiller-Verfilmungen und verfehlt auch in der heutigen Zeit immer noch nicht seine größtenteils verstörende Wirkung auf den Zuschauer. Die Geschichte basiert auf dem Leben des Serienkillers Henry Lee Lucas und offenbart einen tiefen Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.
Mit einem geschätzten Budget von ca. 111.000 $ zählt dieses Werk zu den Low Budget-Produktionen, was sich in diesem Falle als absoluter Vorteil herausstellt. Es offenbart sich nämlich kein Hochglanz-Werk im typischen Hollywood-Look, sondern vielmehr ein Szenario das mit seiner schmierigen-und dreckigen Optik den Betrachter sofort für sich gewinnen kann und ihm ein authentisches Bild von Henrys Leben aufzeigt, das ganz offensichtlich in vollkommener Tristesse stattfindet. So gibt es im Prinzip auch überhaupt nichts in diesem Film das man auch nur annähernd als schön bezeichnen könnte, eine heruntergekommene und total versiffte Wohnung sowie eine nicht gerade noble Wohngegend sind ganz eindeutige Indizien dafür. Auch ansonsten hat McNaughton sehr wohl darauf geachtet, eine düstere und extrem beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die einem von der ersten Minute an wie eine bleierne Last auf die Schultern drückt.


Zu Beginn der Story wird man sofort mit Henry konfrontiert, der scheinbar ziellos im Auto durch die Straßen von Chicago fährt und bekommt immer wieder Einblendungen einiger seiner toten Opfer präsentiert. Die Morde an sich werden zunächst nicht ins Bild gesetzt, sondern lediglich die Leichen einiger junger Frauen, wobei die wuchtigen Bilder in akustischer Hinsicht mit den Todesschreien der Opfer untermalt sind. Damit ist sofort der Weg für eine deprimierende und gleichzeitig verstörende Grundstimmung geschaffen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Geschehen zieht.
Die dadurch entstehende Beklemmung beim Zuschauer ist bis zum bitteren Ende unmöglich abzustreifen und verstärkt sich sogar mit zunehmender Laufzeit immer mehr. Man befindet sich phasenweise in einem regelrechten Schockzustand, denn die Ereignisse werden immer intensiver und es hält zudem ein äußerst hoch angesiedelter Härtegrad Einzug in das Szenario. Denn nachdem Henry seinen Kumpel Otis fast wie einen wissbegierigen Schüler unter seine Fittiche genommen hat, gehen die beiden gemeinsam auf die Pirsch, um ziemlich wahllos irgendwelche Menschen zu töten. Nun werden auch die jeweiligen Morde in Szene gesetzt, die dabei von den beiden sadistischen Killern gefilmt werden, um immer eine Erinnerung an ihre kranken Taten zu haben.


Während Henry insbesondere durch eine erschreckende Eiseskälte ins Auge fällt, lässt Otis echte Freude an den Morden erkennen und die Abläufe lassen immer krankere und perverse Züge erkennen. Die Kills wurden knallhart und brutal in Szene gesetzt, dennoch bin ich persönlich der Meinung, dass sich die eigentliche Härte im Kopf des Betrachters abspielt. Die expliziten Gewaltdarstellungen sind zwar schon ein Tiefschlag in die Magengrube, doch die Selbstverständlichkeit mit der hier zwei Psychophaten andere Menschen töten, steigert das Ganze noch erheblich. Das ist in erster Linie auch dem fantastischen Schauspiel der beiden Hauptdarsteller zu verdanken, denn wenn man es nicht besser wüsste, würde man glatt denken, dass die beiden sich selbst spielen.
Michael Rooker (Henry) und Tom Rowles (Otis) liefern eine Performance ab, die ihresgleichen sucht, denn besser kann man wohl kaum Serienkiller darstellen. Ganz ehrlich gesagt war für mich persönlich sogar die Figur des Otis das absolute Highlight, denn der gute Mann hat nicht nur sichtliche Freude daran andere Menschen zu töten, gleichzeitig scheinen auch seine sexuellen Vorlieben in mehrere Richtungen zu gehen. Entsteht einerseits in manchen Passagen der Eindruck eines Homosexuellen, so schreckt er auch nicht davor zurück, seine eigene Schwester Becky zu vergewaltigen, was zum Ende der Geschichte die Gewaltspirale ganz extrem nach oben schraubt. Aufgestaute Aggressionen kommen nun endgültig zum Ausdruck und die Geschichte endet in einem furiosen Showdown, der zusätzlich sehr tragische Züge trägt.


John McNaughton hat mit "Henry - Portrait of a Serial Killer" einen absolut zeitlosen Klassiker geschaffen, der auch in der heutigen Zeit immer noch genug Gesprächsstoff bietet. Sicherlich gibt es unzählige Filme, in denen Morde noch weitaus blutiger dargestellt sind, doch hier ist es ganz eindeutig die Gesamt-Inszenierung, die an Brutalität kaum zu überbieten ist. Grandios agierende Darsteller, eine düstere Optik und eine herausragend beklemmende Atmosphäre sind die großen Stärken eines Filmes, der einen mit der Wucht eines Keulenschlages regelrecht umhaut. So ist es auch jederzeit nachvollziehbar, dass dieses Werk zur damaligen Zeit für sehr viel Aufsehen und kontroverse Diskussionen gesorgt hat, offenbart sich doch ein extrem harter Film, den man letztendlich nicht so leicht verdauen kann.


Nach erfolgreicher Listenstreichung des jahrelang indizierten Titels veröffentlicht Bildstörung John McNaughtons Klassiker als Nummer 19 ihrer "Drop Out"-Edition. Die vorliegende 2-Disc Edition beinhaltet eine Bonus-DVD sowie "Henry - Portrait of a Serial Killer" in HD.
Zu Verfügung stand dem Label ein HD-Master basierend auf dem originalen 16mm-Negativ und liegt somit im korrekten Vollbildformat vor. Leider darf man keine Qualitätssprünge gegenüber der DVD erwarten. Die Schärfe erreicht nur selten gute Werte und das Bild pendelt sich konstant im unteren DVD-Niveau ein, erreicht aber eine authentische Optik. Auch der Kontrast passt perfekt zur düsteren, dreckigen Atmosphäre des Films. Die reduzierte Farbpalette unterstreicht die realistische Darstellung und der Schwarzwert befindet sich auf einem soliden Level. Das Filmkorn ist sichtbar, aber intakt und die Kompression arbeitet sauber und ruhig im Hintergrund. Defekte und Verschmutzungen stören nicht, sondern unterstreichen höchsten das Bahnhofskinoflair der Serienkiller-Verfilmung. Vergleiche mit einer aktuellen Produktion darf man nicht stellen, aber für eine Independent-Produktion auf 16mm-Basis ist das Ergebnis absolut sehenswert.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


Der Ton legt Wert auf eine originalgetreue Umsetzung und verzichtet auf einen Upmix der deutschen und englischen Tonspur. Somit liegt die deutsche Tonspur in Mono vor, während der englischen Originalmix in Stereo aufgespielt wurde. Beide Tracks klingen rauscharm und die Dialoge sind stets sehr gut zu verstehen, könnten im Hochton aber etwas natürlicher klingen. Nebengeräusche werden klar wiedergegeben und die gezielt eingesetzten Musikstücke sowie Soundeffekte kommen in beiden Sprachfassungen gut zur Geltung. Der deutsche Mix klingt etwas dumpfer als der englische Originalton. Deutsche Untertitel sind optional.

Beim Hauptfilm lässt sich ein Audiokommentar von Regisseur John McNaughton hinzuschalten, der sich sehr gern an die Produktion zurückerinnert. Sehr detailliert geht er auf die Dreharbeiten ein, spricht über den Entstehungsprozess und gibt auch die kuriosesten Anekdoten preis. Auf der Hauptfilm-Disc gibt es noch den Original-Trailer sowie eine Trailershow weiterer Bildstörungs-Titel. Auf der zweiten Disc befindet sich ein 53minütiges Making of, welches die Produktionsgeschichte von "Henry - Portrait of a Serial Killer" detailliert und chronologisch aufarbeitet. Von Naughtons Anfängen, über die schwierigen Dreharbeiten, der heiklen Fertigstellung des Films und dem späten Erfolg des Kultfilms, bekommt man eine Fülle an Informationen geboten. Um den echten Henry Lee Lucas geht es in der 26minütigen Dokumentation "The Serial Killers: Henry Lee Lucas". Neben Profiler, Juristen und Staatsdiener kommt sogar Henry Lee Lucas selbst zu Wort, bei dessen Auftritt man als Zuschauer eine Gänsehaut bekommt. Es ist erschreckend und faszinierend zugleich, für wie banal er selbst seine Taten hält.
Desweiteren enthält die Disc ein 30 Minuten langes Interview mit John McNaughton, welches einiges an Dopplungen zu dem vorherigen Bonusmaterial bietet, aber dennoch sehr sehenswert ausfällt. In einem weiteren Interview mit dem Regisseur, welches erstmalig auf der Uncut-Version der England-DVD zu sehen war, spricht der Regisseur über die Popularität von Serienkiller-Filmen. Interessant ist auch der Videozusammenschnitt mit Kommentar von McNaughton zur Zensurgeschichte von "Henry - Portrait of a Serial Killer" in England, wo auch auf die internationale Zensurproblematik des Films eingegangen wird. Zum Schluss lässt sich eine Bildergalerie mit Setfotos und Storyboards anwählen. Zudem gibt es 20 Minuten an geschnittenen Szenen und Outtakes. Der Blu-ray liegt ein umfangreiches, 24seitiges Booklet bei, das neben Auszügen aus Dr. Stefan Höltgens Buch "Schnittstellen – Serienmorde im Film" auch Kopien der Indizierungs- und Listenstreichungsurteile enthält. Das gesamte Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt.


"Henry - Portrait of a Serial Killer" war und ist ein absolut schockierender Film, der auch nach über 25 Jahren nichts von seinem Reiz und seiner unglaublichen Faszination eingebüßt hat. Die Mischung aus visueller und psychischer Härte hinterlässt einen sehr nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer, der nach der Sichtung des Filmes nicht sofort wieder zur Tagesordnung übergehen kann, sondern das Gesehene erst einmal verdauen muss.

Dank Bildstörung ist dieses fantastische Werk nun endlich auch in einer seiner Qualität entsprechenden Veröffentlichung erhältlich, so dass sich eine Anschaffung auf jeden Fall lohnt. Selbst wenn man die DVD aus der Red Edition besitzen sollte, ist eine Aufrüstung zu empfehlen. Das 2-Disc Set ist in einer normal großen Amarayhülle untergebracht, zusammen mit dem 24-seitigem Booklet. Die Hülle steckt in einem hübschen Schuber, welcher von einem Schutzumschlag umhüllt ist, auf dem sich Blu-ray-Logo und FSK-Symbol befinden. Der Einleger der Amarayhülle enthält kein Covermotiv, sondern Szenen aus dem Film. Zudem gibt es noch eine limitierte und nummerierte Auflage mit Soundtrack-CD und gleicher Aufmachung.


Film++++++
Bild++/---
Ton+++---
Bonus++++++


Druckbare Version
Henry Part I
Henry Part II
Henry - Serienkiller Nr. 1 (Special Edition)
Henry - Portrait Of A Serial Killer
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